Gelesen in Biblioblogs (3.KW’12)
In der 3. Woche gab es Kritik an der Vergabe von Begriffen. Bibliotheksratte schimpfte, dass man doch hin und wieder noch auf die altmodische Bezeichnung Bücherei trifft, obwohl Bibliothek, laut Blogbeitrag „das schönere und modernere Wort“ sei und deutlich mache, dass es dort auch andere Medien als Bücher gibt. Sogar Wikipedia leitet bei der Suche nach „Bücherei“ zu „Bibliothek“ weiter. Trotz dieser fortschrittlichen Weiterleitung kam auch die beliebte Online-Enzyklopädie in der letzten Woche nicht ungeschoren davon. Kritische Bibliothek beschwerte sich darüber, dass Wikipedia die Frauen negiert, da weibliche Bezeichnungen bei Kategorien nicht erlaubt werden. Das führt dazu, dass Bibliothekarinnen in der Kategorie „Bibliothekar“ landen. Auch das Für und Wider in den Kommentaren ist interessant!
Einen ganz neuen Begriff konnten wir in Plan3t lernen: Kamishibai. In einen hübsch gestalteten Holzkasten werden passend zu einer Geschichte Bilder hinein geschoben, ähnlich wie in einem kleinen Theater. Wie man schon an dem exotischen Namen erkennen kann, stammt die Methode aus dem asiatischen Raum und ist dort recht beliebt. Die Fachstelle in Schleswig-Holstein bietet jedoch inzwischen auch so etwas an.
Für eine bessere Leseförderung der Jungen setzt sich MANNdat e.V. ein und veröffentlichte eine neue Ausgabe des gleichnamigen Newsletters, in dem unter anderem auf die Seite „Leseförderung für Jungen“ im Bibliotheksportal (mit vielen Links) hingewiesen wird (via NRW-Blog). An die Informationsseite „Lesen weltweit“ erinnert Fobikom und verlinkt auf das neue englischsprachige Wiki dazu, welches den weltweiten Austausch zu diesem Thema erleichtern soll.
*Ultrà Biblioteka* nahm sich den BuB-Beitrag „Facebook sorgt für scharfe Diskussionen“ vor und bemängelte, dass in Facebook anwesend zu sein nicht bedeutet, auch an der Entwicklung teilzuhaben. Bibliotheken sollten sich mehr in die Diskussion einbringen, Aufklärungsarbeit leisten oder voran treiben.
In Bibcomic wurde es märchenhaft. Mit „B.D. im Glück“ begann der erste Teil. Wir sind gespannt, wie die Tauschgeschäfte weitergehen.
Gelesen in Biblioblogs (2.KW’12)
1000 Antworten kamen bei der Umfrage zu Literaturverwaltungsprogrammen zusammen, die die Universitätsbibliothek der TIB Leibniz Universtität Hannover initiert hatte. Eine erste kurze Auswertung der Ergebnisse findet man im Blog Literaturverwaltung & Bibliotheken). Danach wurde Citavi von den meisten schon getestet und viele verwenden es aktiv. Zotero folgte mit Abstand, und erst danach nannten die Teilnehmer noch andere Programme. Wobei die Beliebtheit der einzelnen Programme und die Zufriedenheit mit den damit verbundenen Bibliotheksangeboten deutlich vom Fachbereich abhing. Die Rohdaten der Umfrage wurden zum Download freigegeben.
Kann man auch virtuell in einem Bücherregal der Bibliothek stöbern?! In Plan3t stellt Anne Christensen das Projekt ShelfLife von der Harvard University Library vor (mit Einführungsvideo). In die Art der Darstellung der Bücher fliessen lokale Ausleihdaten und die Verwendung der Literatur in Seminaren und Kursen der Universität ein. „Community Relevance“ nennt man die Integration solcher Daten in Ranking-Algorithmen. Damit können auch Ausleihzahlen und Verfügbarkeitsangeben als Open Data interessant werden.
Infobib meldete, dass es eine neue Mailingliste für „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Repositorien an deutschsprachigen Forschungs- und Hochschuleinrichtungen, Dokumenten- und Forschungsdatenrepositorien, OA- und nicht OA-Repositorien, DINI-zertifizierte Repositorien, Bibliothekarinnen und Bibliothekare sowie Technikerinnen und Techniker“ gibt (weitere Infos und Anmeldung).
Für Bücherliebhaber sei noch auf das Video „The Joy of Books“ verwiesen (via Bibliothekarisch.de), eine gelungene Animation, die zeigt, was passiert, sobald sich die Tür der Buchhandlung schließt
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Film „Mit dem BIB in Prag“
Im Oktober 2011 war ich mit der Landesgruppe Brandenburg des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V. zu einer Fachexkursion in Prag unterwegs (siehe dazu auch den Blogbeitrag mit Diashow vom 12.10.2011).
Nun ist mein privater Film über diese Reise fertig geworden. Er zeigt fünf Bibliotheken, die unterschiedlicher nicht sein könnten: die Nationalbibliothek im historischen Gebäude des Clementinum, die moderne Technische Nationalbibliothek auf dem Campusgelände, welche auch für ihr Design schon Preise gewann, die Stadtbibliothek mit ihrer eindrucksvollen Skulptur am Eingang, die Spezialbibliothek des Goethe-Instituts und natürlich das Kloster Strahov, welches über zwei Bibliothekssäle verfügt, die zu den schönsten weltweit zählen:
Film über Prag bei Vimeo
Und wer immer noch nicht genug gesehen, gehört und gelesen hat, kann sich gern den Bericht bei BI International (Heike Stadler & Liane Haensch) anschauen, der inzwischen online ist.
[Update 11.01.2012]: Im aktuellen Heft 1 von 2012 der Zeitschrift „BuB“ gibt es ebenfalls einen Artikel von Heike Stadler dazu (S. 86/87 „Graffiti auf Sichtbeton: Studienreise nach Prag“).
Gelesen in Biblioblogs (1.KW’12)
Das neue Jahr begann Plan3t.info gleich mit einem Blogartikel , der sich darum dreht, ob sich die Vorstellungen und Kenntnisse von BibliothekarInnen überhaupt mit der Realität und aktuellen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung decken. Die Idee kam Lambert Heller als er die Meinung von Jens Mittelbach zum Recherch-o-Mat im Blog Minority Report sah, die wirklich lesenswert ist und zum Nachdenken anregt. Auch der Hapke-Weblog interessierte sich in der ersten Januarwoche für Informationskompetenz und verlinkte auf drei Examensarbeiten, die 2011 zu diesem Thema erschienen sind.
Viel Mühe machte sich Ben Kaden und veröffentlichte im Blog LIBREAS.Library Ideas einen Rückblick auf wichtige Publikationen in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft, die im Jahr 2011 erschienen sind. Es handelt sich hierbei nicht um eine Liste, sondern eher um eine Analyse der Trends der Themen und Meinungen des Fachgebietes (mit Verlinkungen zu den Publikationen). Der Beitrag wurde von der bloglesenden Fachwelt mit Interesse aufgenommen. Deshalb gab es zu den Anmerkungen der Kollegen noch einen Nachtrag.
Auf den Artikel „Marketing in OPL-Bibliotheken“ von Sabine Köhrer-Weisser in GMS Medizin – Bibliothek – Information 2011 verweist Med-Info.
Eine durchsichtige Tasche, die man einfach mit in die Bibliothek nehmen darf (kein lästiges Umpacken mehr), bietet die Universitätsbibliothek Konstanz an. Aber im Blog der Bibliothek gibt es durchaus auch Kritik von Studierenden (via Netbib).
OpenBibBlog entdeckte eine Bachelorarbeit von Julian Frick, die sich mit Facettierungsmöglichkeiten in Bibliothekskatalogen beschäftigt und so eine bessere thematische Suche nach Informationsressourcen ermöglichen soll.
Um die Mitarbeit von Nutzern bei der Sammlung von Metadaten drehte sich die Umfrage von Hercher, Ruhl und Sack, deren Ergebnisse „Quo vadis nutzergenerierte Metadaten?” nun online sind. Karsten Schuldt hat die Publikation gelesen und seine Meinung dazu im Libreas-Blog veröffentlicht.
Für Geschichtsinteressierte wird im Artikel im Tagesspiegel „Mitmachen kann jeder: Wie Bibliotheken das Web 2.0 nutzen“ auf interessante Projekte verwiesen, wie Gedächtnis der Nation (Zeitzeugeninterviews zu Ereignissen der jüngeren deutschen Geschichte), Europeana 1914-1918 (einer Sammlung Dokumenten rund um den Ersten Weltkrieg) sowie Interviews und Schriftstücken zur NS-Zwangsarbeit.
Netbib meldete, dass das Literaturverwaltungsprogramm Bibliographix mit der neuesten Version 9 nun als Freeware angeboten wird.
Das Bullshit-Bingo zu Internet, Web 2.0 und Wissenschaft hat Archivalia veröffentlicht. Eine schöne Sammlung der gängigen Ausreden und Sprüche, die man in diesem Zusammenhang von Fortschrittsmuffeln so hört. Denn es stimmt wohl leider, wenn Gunter Dück meint: „Es wird oft gehadert, warum Deutschland keine Amazons und Googles erzeugt… Das liegt daran, dass wir das Alte noch irgendwie retten wollen und auf Anpassung hoffen statt das Neue zu fördern.“ (Quelle: Fragenkatalog für die öffentliche Anhörung am 12. Dezember 2011 zum Thema: „Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt“ S.3)
PaperC entdeckte „Etwas für die Seele”: Bookshelf Porn. Dort gibt es neben einer Menge Büchregalen noch den Tipp: „Date a girl who reads. [...]”.
Gelesen in Biblioblogs (50.KW’11)
„Gemeinschaftliche informelle Ideenproduktion quer über Dienstgrade und Institutionszugehörigkeiten hinweg wird heute dringender denn je benötigt.“ schrieb Lambert Heller auf der Internetseite des Goethe-Instituts und berichtete über bibliothekarische BarCamps, wie dem BibCamp, welches 2011 bereits zum 4. Mal stattfand. Und zumindest dort wird gelebt, was man sich generell im Bibliothekswesen wünschen würde: Offenheit und Interesse für neue Technologien und Spaß am gemeinschaftlichen Lernen.
Netbib verlinkte auf zwei Artikel in „Der Westen“, die ein neues Wahlpflichtfach für SchülerInnen in Oberhausen vorstellen. Die SchülerInnen gehen in die Bibliothek und werden zu Bibliotheks-Scouts ausgebildet. Davon profitieren durchaus beide Seiten, erfahren die BibliothekarInnen doch die Meinungen der Jugendlichen zum Bestand und zu Veranstaltungen.
Ob jedoch der Berufswunsch BibliothekarIn eine gute Idee ist, daran kommen nach der Verabschiedung der neuen Entgeltordnung Zweifel auf, bestehen doch so gut wie keine Aufstiegsmöglichkeiten und die starke Veränderung der Tätigkeiten, die die elektronischen Angebote und Dienstleistungen mit sich bringen, blieb völlig unberücksichtigt (via NRW-Blog).
Bei der Migration der Katalogdaten der KOBV-Bibliotheken in den B3Kat wurde Mable+, eine Java-gestützte Open-Source-Software zur formalen Prüfung von Katalogdaten und Fehleranalyse eingesetzt. Die Software ist nun zum Download freigegeben und soll weiterentwickelt werden, damit auch andere Datenformate (z.B. MARC) unterstützt und Dubletten erkannt werden (via NRW-Blog).
Auch für ganze Bibliothekssysteme gibt es Open-Source-Software. In Bib-Blog erklärt Holger Büch im 1. Teil „Koha für Einsteiger”, wie man dieses System installiert: Schritt für Schritt mit Screenshots. Weitere Erläuterungen sollen folgen (via Infobib).
Wer dachte, der Wunsch nach Kataloganreicherung mit Inhaltsverzeichnissen, Browsing, Suchen auf Basis von Ähnlichkeiten oder vorher genutzten Titeln wären Erkenntnisse der Nutzerforschung der 21. Jahrhundert, der ist auf dem Holzweg. Schon 1964 stellte sich Don R. Swanson den elektronischen Katalog der Zukunft so vor, zu einer Zeit als Bibliothekskataloge noch flächendeckend aus Karteikärtchen in Holzkästen bestanden (gefunden in A growing organism).
„Web 2.0 – Ängste von Chefs und Mitarbeitern“ war das Thema meines Dezember-Blogbeitrags in Plan3t. Ich hatte mir nämlich den Mitschnitt der Session „Chef 2.0 – Wie überzeuge ich meine Vorgesetzten von Social Media“ (startCamp 2011) angehört. Gerade wenn man selbst wenig Ängste im Web 2.0 hat, ist es doch wichtig zu wissen, was die anderen so beschäftigt. Sehr nützlich fand ich übrigens die Handlungstipps bei Kritik an Einrichtungen, die sich dem Dialog im Web 2.0 stellen.
Das war die letzte Folge „Gelesen in Biblioblogs“ für das Jahr 2011! Lesewolke wünscht allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Gelesen in Biblioblogs (49.KW’11)
Im Plan3t griff Anne Christensen noch einmal die Unruhe in Bibliotheken auf. Ge- und Verbotsschilder konnten das Problem bisher offensichtlich nicht zufriedenstellend lösen. Und wie gestaltet man eigentlich sinnvolle Schilder? Dazu gibt es den Hinweis auf ein interessantes Dokument von Ursula Georgyi.
Mit der Nutzung des Internet ist es heute kein Problem mehr, international nach Medien zu suchen, Daten verschiedener Quellen unter einer Suchoberfläche oder sogar zur Nachnutzung anzubieten. Wichtig dafür ist ein einheitlicher Standard bei der Aufnahme der Daten. Die Mitglieder des Standardisierungsausschusses der Deutschen Nationalbibliothek sahen in ihrer 20. Sitzung am 5.12.11 auch keine Alternative zu einer zukünftigen Umstellung auf den Resource description and access (RDA)-Standard. Nur wie und wann er eingeführt wird, ist derzeit noch unklar (via Bibliothekarisch.de).
Vascoda-Blog meldet die Einrichtung eines neuen Informationsangebotes für den Bereich Niederlandistik, Niederlande-, Belgien- und Luxemburgforschung. Das ViFa Benelux-Blog wertet Webseiten, Newsletters, Mailinglisten usw. aus und freut sich auch über Mitteilungen von Lesern zu diesen Themen.
Die Übersicht „Get More Out of Google : Tips & Tricks for Students Conducting Online Research“ postete Bibliothekarisch.de – zum Weiterempfehlen nicht nur für englischsprachige Studierende. Und bei allem Googeln nicht vergessen: „Use Your Library’s Website“.
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat gemeinsam mit BITCOM das Informationsblatt „Empfehlungen für Datenschutz und Sicherheit im Internet“ veröffentlicht (via NRW-Blog).
Was lernt man eigentlich, wenn man Bibliotheks- und Informationswissenschaften studiert? DRadio beschäftigte sich in der letzten Woche umfassend mit diesem Thema und brachte gleich fünf Beiträge dazu, die man auch nachhören kann (via NRW-Blog).
Er schafft es, die Mädels, die in Bibliotheken arbeiten, zum Dahinschmelzen zu bringen: Ryan Gosling (library and librarian lover). „Hey girl. I like the library too.“ so heißt seine Webseite, auf der er nette Sprüche an Bibliothekarinnen richtet, jeweils mit einem hübschen Foto garniert. Und wem jetzt heiß geworden ist, startet zum nächsten Karaoke-Abend und singt „Im Too Sexy (for my library)”. Den Text dazu gibt es im Blog Stephen’s Lighthouse (via Bibliothekarisch.de). Yeah!
Gelesen in Biblioblogs (48.KW’11)
Die Weihnachtszeit hat begonnen. Das ist auch die Zeit zum täglichen Öffnen der Türchen. Bibliothekarisch.de hat wieder eine erstaunliche Sammlung „Mehr (oder minder) bibliothekarische Adventskalender 2011 …“ zusammen getragen. Im Kalender von Fleischmann konnte man beispielsweise eine Anleitung für einen Bücherweihnachtsbaum finden. Auch die LMU Library zeigt in Bildern wie es geht (Ergebnis siehe Foto rechts).
Um die Bibliotheksangebote in spielerischer Form zu vermitteln, versuchen die TIB/UB und die Bibliothek der Hochschule Hannover es mit Geocaching (via Bibliotheken in Hannover), einer Art elektronischer Schatzsuche (siehe auch Wikipedia).
Müssen Bibliotheken wirklich Begriffe aus der Jugendsprache übernehmen oder verstehen sie uns auch so, fragte sich Katrin Kropf in ihrem Beitrag bei den Stimmen des Plan3t. Dabei gibt es durchaus regionale Unterschiede bei den Wörtern. Und nicht zuletzt sind Begriffe mal schnell wieder „out“. Wobei es wohl auch nicht zu sachlich klingen soll?! Ein schwieriges Thema für „Strebotheken“!
In einem Diskussionspapier analysierte der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) auf den aktuellen Stand von Open Access und beschäftigt sich mit nötigen Weiterentwicklungen zur Etablierung dieser Publikationsform (via Open-Access.net). Weiterhin ist der Helmholtz Open Access Newsletter vom 01.12.2011 erschienen und beinhaltet Rückblicke auf die Open Access Week 2011, die APA Conference 2011 uvm.
Boersenblatt.net berichtete über die Studie „Digitale Gesellschaft 2011″ und stellte fest, dass sich die prozentuale Verteilung der Internetnutzergruppen kaum verändert hat. Nur um ein Prozent ist die Gruppe der „Digital Souveränen“ gestiegen. Diese surfen zwar in ihrer Freizeit wesentlich häufiger im Internet als die „Digital wenig erreichten“, aber sie treiben trotzdem mehr Sport, musizieren häufiger und gehen öfter aus. Mehr Informationen zu den einzelnen Gruppen findet man in der Online-Publikation.
So richtig wird die Bedeutung von Informationskompetenz von den Bibliotheksnutzern wohl noch nicht erkannt. Nicole Krüger hat dazu das Buch “Information Literacy Education: A process approach” Maria-Carme Torras und Tove Pemmer Sætre gelesen und berichtet darüber in Plan3T.
Wie kommt man am schnellsten an ein bestimmtes Buch in der Bibliothek der Universität Huddersfield? Das Video dazu wurde natürlich schon in Netzwerken, Listen bzw. Blogs verlinkt und darf natürlich auch im Wochenrückblick nicht fehlen.
Gelesen in Biblioblogs (47.KW’11)
Das bisher größte Leseförderungsprogramm Deutschlands starteten nun das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Stiftung Lesen. Der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte und die Bibliotheksverbände sind die Kooperationspartner der Aktion „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ (via NRW-Blog).
Eine Übersicht der neusten E-Book-Reader hat Börsenblatt erstellt (via NRW-Blog).
Eine eigene Quiet Control! ‘Auch haben wollen’, ist wohl der erste Gedanke vieler genervter BibliothekarInnen bei diesem Artikel im NZZ Campus über die Studierenden in den grünen Hemden in einer englischen Bibliothek, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollen (via VÖBBlog). Wie man dort erfährt, sorgt das trotzdem nicht für eine echte Senkung des Geräuschpegels. Auch das Verstecken von Büchern ist nach wie vor ein Problem. Über Hintergründe und Methoden am Beispiel der Hochschulbibliothek Lübeck liest man in den Lübecker Nachrichten (via Netbib).
Ihre Eindrücke über das deutsche Bibliothekswesen beschreibt Stacy B. Rosenthal von der Council Rock High School South (USA) im Blog Librarian in Residence, da sie im August an einer Studienreise teilnahm (Teil 1 und Teil 2). Besonders interessierte sie sich für das Schulbibibliothekssystem.
Im Plan3t war die Fachkommunikation ein Thema. Karsten Schuldt bemängelte, dass die bibliothekarische Praxis nicht deutlich wird, wenn AutorInnen Texte publizieren, die zahlreiche Modewörter aber wenig Inhalt haben. Infobib fragte sich, wie wir aus dieser Kultur der „Bibliothekarischen Lyrik“ bzw. dem „Geblubber mit bibliothekarischem Bezug…“ (Netbib) wohl wieder heraus kommen.
Na hoffentlich trauen sich Frauen nach so viel Disharmonie überhaupt noch, Artikel zu verfassen.
Bei Wikipedia glänzen sie jedenfalls mit Abwesenheit, meldete das Handelsblatt (via NRW-Blog). Demnach sind 91,5 Prozent der Autoren Männer. Wikimedia will wenigstens die technische Hürde senken, damit frau auch ohne Programmierkenntnisse mitschreiben kann. Außerdem soll die Einladung an Frauen deutlicher werden (Forschungsergebnisse zeigen, dass so etwas hilft).
OpenBibBlog erkärte, wie aus dem Nachlass des Künstlers Eduard Prüssen neben einem Portal zur Recherche aus der Katalogdatenbank ein ausdruckbares Werkverzeichnis gestaltet wurde, welches man nun als PDF downloaden kann.
Die Stadtbibliothek Gelsenkirchen feierte ihren 100. Geburtstag und gönnte sich ein besonderes Geschenk, nämlich einen Bibliotheksfilm, der wirklich gelungen ist!
Zum Schluss noch der Hinweis auf einen Beitrag aus dem echten Bibliotheksleben im Blog Durch Bücherstaub geblinzelt. Hinter dem Titel „Kanoniere und Völkerrecht“ verbirgt sich doch tatsächlich eine Geschichte mit HappyEnd.
Gelesen in Biblioblogs (46.KW’11)
Einen, wie ich finde, gelungenen Test zur Recherchekompetenz hat das “Zentrum für Informationsmanagement und virtuelle Lehre (virtUOS)” der Universität Osnabrück erstellt. Der Recher-O-Mat analysiert aus den Antworten des Selbsttests automatisch und auf symphatische Art, ob man ein Recherchefuchs oder vielleicht ein hilfloser Krebs ist (via Bibliothekarisch.de).
Mit der Beachtung von Klein- und Kleinstverlagen bei der Erwerbungspolitik von Bibliotheken beschäftigte sich Karsten Schuldt in Bibliotheken als Bildungseinrichtungen.
Die Library of Congress möchte nun einen neues Rahmenkonzept für bibliographische Daten entwickeln, welches auf RDF Linked-Data-Standards setzt, da Z39.2/MARC den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen sei (via Plan3t). Auch Infobib geht darauf ein und gibt Tipps zur RDF-Schreibweise.
Welche Möglichkeiten der freie Zugang zu Inhalten auch für Künstler und Medienschaffende bietet, die bisher auf regulären Weg ihr Geld verdienten, kann man in der nun auch in deutscher Sprache erschienen Broschüre „The Power of Open“ erfahren. (via Netbib). Lesenswert!
Imagefilme für Kunst- und Museumsbibliotheken stellt BiblioVideo vor. Der Artikel enthält auch die Präsentation des Vortrags „Viel Film für wenig Geld“. Hier ein Beispielfilm aus dem Beitrag, der die Minibib im Kölner Stadtgarten zeigt:
Im Plan3t „besetzte“ am Mittwoch Mareike König den Blog mit einem Beitrag zum Schweizer ThatCamp. Dabei ging es weniger um das BarCamp selbst, sondern darum, dass dort zwar viele Frauen (40%) teilnahmen aber nur 2 von 16 Sessions von Frauen vorgeschlagen wurden. Bei anderen BarCamps, wie beispielsweise dem BibCamp, sah es nicht viel besser aus. Dabei kann man an der Chancengleichheit für alle, die aktiv werden wollen, gerade bei dem Format BarCamp nun wirklich nicht herummäkeln: kein Auswahlgremium für Beiträge, interessierte TeilnehmerInnen, Hierarchien spielen keine Rolle, mitreden und diskutieren ausdrücklich erwünscht. Da fällt es schwer, eine einleuchtende Erklärung für die mangelnde Moderationsbereitschaft zu finden.
Eine nette Aktion startete die Rapid City Public Library und erließ eine Woche lang, allen säumigen Nutzer 5 Dollar Mahngebühren für jedes Pfund gespendeter nicht-verderblicher Lebensmittel. Sie werden für die Festtage gesammelt (via Bibliothekarisch.de).
Gelesen in Biblioblogs (45.KW’11)
Kritisch ging es in der zweiten Novemberwoche zu. In Plan3t stellt Dale Askey die Aktivitäten des Taiga-Forums vor. Circa 60 stellvertretende BibliotheksdirektorInnen schocken die Bibliothekswelt jährlich mit den möglichen Auswirkungen der technologischen Weiterentwicklung und gehen der Frage nach, wie Bibliotheken diesen neuen Herausforderungen begegnen könnten.
Ultrà Biblioteka* beschäftigte sich weniger mit der Technik, sondern mit der politischen Rolle von Bibliotheken, denn das Thema des Gesprächs mit Hermann Rösch im Blog des Goethe-Institutes lautete „Aufklärungsinstanz Bibliothek”. *Ultrà Biblioteka* meint allerdings, dass es mit der politischen Rolle in Punkto Neutralität, demokratischen Meinungsbildung und Qualitätsgarantie nicht weit her und das Manifest des IFLA zu Transparenz, verantwortungsbewußter Regierungsführung und Korruptionsfreiheit wohl weitesgehend unbekannt sei. Im November erschien auch der Entwurf des (International/IFLA-) Code of Ethics for Librarians. Zu Stellungnahmen, Kommentaren und Anregungen wurde in der Inetbib aufgerufen.
„Wie wird man informationskompetent?“ fragt Basedow1764′s Weblog und bezieht sich dabei auf einen Artikel über Computerkids des Magazins Wired (Engl.). Clive Thomson, der Autor des Artikels, geht dabei der Frage nach, warum es so schwierig ist, mit wenig Grundlagenwissen die richtigen Informationen im Internet zu finden.
Auch unsere Bibliothekskataloge machen es den Nutzern nicht immer leicht, weshalb hier und da schon Discovery-Lösungen probiert werden. Der Hebis-Verbund hatte eine Studie zum herkömmlichen Katalog und zum Portal durchgeführt, die sich Anne Christensen genauer angesehen hat. Wichtig für die Nutzer sind auch Verfügbarkeitschecks. Dazu gab es einen interessanten Beitrag im Plan3t.
PaperC will demnächst eine Flatrate für E-Books im Bereich Informatik anbieten, die später auf andere Fachbereiche erweitert werden soll. Für einen monatlichen Pauschalbetrag, der noch nicht fest steht, können die Fachbücher im Epub-Format dann auf verschiedensten Endgeräten gelesen werden (via netzwertig). Auch in der letzten Ausgabe der C’t (24/2011) waren E-Books das Titelthema. Der Artikel „Lesen wie gedruckt“ ist frei online verfügbar (via VÖBBLOG). Um im Geschäft zu bleiben, rüstet Amazon auf und kündigt das Kindle Fire an, welches ein Tablet PC sein soll, das fit für Buchverleih und Videodownload ist (via MBI-Blog).
Über seine Erlebnisse beim IFLA-Kongress 2011 in San Juan, Puerto Rico, berichtet Sebastian Wilke nun in seinem Blog LIS Traveler. Ich war auch im Sommer unterwegs, habe es aber „nur“ bis Berlin geschafft. Dort fand eines der Social Media Gaming Barbecues statt, und ich hörte erstmals etwas über Transmedia Storytelling. Seitdem habe ich hin und wieder verfolgt, was im Internet darüber geschrieben wurde. Darum dreht sich auch mein Gastbeitrag in Plan3t.
Gelesen in Biblioblogs (44.KW’11)
An den Universitätsbibliotheken sind die Erstsemesterführungen in vollem Gange. Worauf kommt es dabei an und wie gelingt es, die Kursteilnehmer zu interessieren? Dieser Frage geht der aktuelle Blogbeitrag bei A growing organism nach. Aufhänger waren die Unterschiede von populärwissenschaftlichen und wissenschaftlichen Zeitschriften. Aber BibliothekarInnen können mehr. Wobei es durchaus Verbesserungspotential gibt, wie die Präsentation zum Berufsfeld BibliothekarIn (von Anne Christensen) zeigt. Darin enthalten ist ein Zitat von Olaf Eigenbrodt, welches es auf den Punkt bringt: „Wer heute Bibliothekarin oder Bibliothekar werden will, braucht Fähigkeiten als Entertainer, Eventmanager und eine gute Portion Selbstironie.“
Ebenfalls mit dem Berufsbild BibliothekarIn setzte sich der US-Amerikaner Sanford Bergman auseinander und fand zahlreiche Kritikpunkte insbesondere hinsichtlich der Zensur, Kommerzialisierung und den Schlagwörtern der LCSH. Rainer Steltzer hat eine Master-Arbeit zu Sanford Bergman verfasst, die sich Wolfgang Kauders in Plan3t genauer anschaute. Er zitiert daraus einige Stellen, die ihm nach eigenen Angaben „besonderes Vergnügen bereitet haben“.
Christoph Deeg geht in seinem Bericht im Blog der Zukunftswerkstatt über die Gaming-Roadshow noch einen Schritt weiter und meint, dass auch Gaming eine zukünftige Kompetenz von BibliothekarInnen sein sollte. In der Stadtbibliothek Mannheim probierten die Teilnehmer interaktive Computerspiele selbst aus (samt Aufbau), hörten einen Vortrag, diskutierten über das Konzept uvm. Mit einem Bibliotheksdirektor im Boot, der selbst Gamer ist, mussten sich die Mitarbeiter sicher nicht mal dafür entschuldigen, dabei Spaß zu haben. Ein schöner Beitrag mit Fotos, der Präsentation und einem Video.
Wer im Internet aktiv ist, sollte die aktuelle Rechtslage kennen. Prof. Dr. Thomas Hoeren hat sein Skript dazu grundlegend überarbeitet und berücksichtigt in der neuen Ausgabe auch den Bereich Social Media. Die umfangreiche Schrift steht zum kostenfreien Download zur Verfügung (via Bibliothekarisch.de).
Wenn Bibliotheken die Daten ihrer Bibliothekskataloge für die eine weitere Verwertung verfügbar machen möchten, sind auch rechtliche Aspekte zu beachten. Der Leitfaden von Dr. Till Kreutzer Open Data – Freigabe von Daten aus Bibliothekskatalogen geht auf diese Dinge ein (via Inetbib und Infobib).
Der BIX-Bibliotheksindex verfolgt ab 2012 ein neues Konzept (via NRW-Blog). Um den Aufwand bei der Datenabgabe zu verringern, wird jetzt die Deutsche Bibliotheksstatistik genutzt. Außerdem nimmt man vom bisherigen Ranking Abstand und schwenkt auf ein Rating-Verfahren über. Ein Gesamturteil wird es nicht mehr geben.
In den sozialen Netzwerken und Blogs wurde in der letzten Woche ein Filmausschnitt mit einem lustigen Sketch herumgereicht (Link zum NRW-Blog), der zeigt, was passiert, wenn man die Bücher in einer Bibliothek nach Farben und Größen sortiert.
Gelesen in Biblioblogs (43.KW’11)
„Brauchen wir Bibliotheksgesetze?“ fragte Wenke Richter den Bibliothekar, Historiker und Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Leipzig Hassan Soilihi Mzé. Das Interview mit Kommentaren findet im Blog der Frankfurter Buchmesse/Börsenverein des Dt. Buchhandels (via NRW-Blog). Seiner Meinung nach würde es die Position der Bibliotheken deutlich stärken, „wenn die Bibliothek ‘vor Ort’ auch rechtsrelevant endlich zur Selbstverständlichkeit wird.“
Welche drastischen Folgen es für das Bibliothekswesen haben kann, wenn der Staat sparen muss, merkt man zur Zeit in Österreich. Dort wird ab 2012 die Förderung für bibliothekswissenschaftliche Veranstaltungen komplett gestrichen. Das betrifft auch den Österreichischen Bibliothekartag, der damit 2011 letztmalig stattfand (via librarymistress und VÖB-Blog). Mit einer Petition versuchen BibliothekarInnen nun, diese negative Entwicklung aufzuhalten. Auch das Italienische Bibliothekswesen ist bedroht, schreibt Globolibro.
Vom 24.-30. November 2011 fand die diesjährige Open-Access-Week statt. In den Stimmen des Plan3t.info erschienen zwei Beiträge zu Open Access. „Was kostet die wissenschaftliche Welt?“ fragte Christian Hauschke und berechnet, dass mindestens 60 Prozent des weltweiten wissenschaftlichen Outputs (man geht von ca. 1,5 Millionen Artikeln aus), allein aus den Gewinnen des Elsevier Verlags finanziert werden könnten. Kein Wunder also, wenn auch George Monbiot in „The guardian“ (dt. im Freitag) die Profitgier solcher Wissenschaftsverlage anpreist. Bei den Wissenschaftlern sind diese An- oder Einsichten bisher jedoch nicht so richtig angekommen. Martin de la Iglesia hat sich mit einem Artikel von Michael Hagner „Open Access als Traum von Verwaltungen“ auseinandergesetzt, der zumindest die Verfügbarkeit nach einem Zeitembargo nicht ablehnt. Auch Archivalia vergaß die Open Access-Woche nicht und präsentierte einige Links zum Thema.
Podasts und Videos als Methode zur Vermittlung von Lerninhalten waren im Fobikom-Blog angesagt. Wäre es nicht schön, wenn auch Bibliotheken solche technischen Möglichkeiten für die Vermittlung von Recherchekenntnissen nutzen würden? Das ist leider nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht. Auch Ronald Kaiser, der auf der Buchmesse Alexander Kurz zum Thema Podasts für Fachinformation befragte, erfuhr „Wer sich mit der Gerätschaft gut auskennt, kann dabei für erstaunlich wenig Kapitaleinsatz sehr professionelle Videos gestalten.“ Aber vorteilhaft sind diese Audio- oder Videopodcasts natürlich schon. Sie sind meistens viel ansprechender als reine Texte und für zeit- und ortsunabhängiges Lernen eben gut geeignet.
Und noch eine wichtige Mitteilung für Internetseitenbetreiber: Bisher war es sehr praktisch, einfach Google Maps auf den eigenen Seiten einzubinden. Dieser Dienst ist jetzt nicht mehr kostenfrei, wenn die Seite zu viele Klicks bekommt, meldet Heise. Als Alternative zu Google Maps kann man die freie Wiki-Weltkarte OpenStreetMap nutzen (via Infobib).
Gelesen in Biblioblogs (42.KW’11)
Laut den Prognosen sollen mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets bereits 2014 den Schreibtischcomputer verdrängt haben. Die Universitätsbibliothek Wien hat sich daher Gedanken gemacht, wie man in der Bibliothek auf die neuen Möglichkeiten eingehen könnte und bietet über QR-Codes die jeweils passenden Informationen beispielweise zu ihren Standorten, speziellen Medien usw. Und die Bibliothek hat ihre Ideen nicht für sich behalten, sondern auf dem Österreichischen Bibliothekartages 2011 darüber berichtet, siehe Abstract und Folien des Vortrags (via VÖBBlog).
In den Stimmen des Plan3t waren die Apps der Bayerischen Staatbibliothek (OPACplus, Famous Books, Ludwig II) ein Thema. Auf dem Bibliothekartag 2011 in Berlin hielt Klaus Ceynowa eine Präsentation dazu, über die ich hier berichtet habe.
Der normale Internetauftritt ist aber deshalb noch nicht ausgestorben. Öffentliche Bibliotheken in Bayern (ÖBiB) hat eine Anleitung für Internetseiten für Bibliotheken entworfen. Dabei geht es um die angestrebten Ziele, die Zielgruppen, den Inhalt, die Gestaltung, den Betrieb, rechtliche Aspekte und technische Grundlagen.
Die Teilnehmer des stARTcamp 2011 in Köln, das sich an kulturelle Einrichtungen, Kulturschaffende und Social Media Experten richtete, waren ebenfalls fleißig und haben eine umfangreiche Dokumentation mit Videos, Audiodateien und Blogbeiträgen zusammengetragen. So kann auch jeder daran teilhaben, der selbst nicht dabei war. Dankeschön! Das Motto des BarCamps lautete übrigens „Social Web ist schön, macht aber viel Arbeit“. Stimmt genau, kann ich da nur sagen.
Auch für digitale Bücher gibt es jetzt Preise. In fünf Kategorien (Belletristik, Sachbuch, Wissenschaft, Buchgestaltung, Sonderpreis) wird der „derneuebuchpreis“ vergeben. Ausrichter ist die Self-Publishing-Plattform epubli. Unterstützt wurde diese Aktion vom Tagesspiegel und ZEIT online. Sieger im Bereich Wissenschaft wurde das „Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien (L3T)″. Herzlichen Glückwunsch! Das Sammelwerk ist nämlich auch für BibliothekarInnen interessant, deshalb gab es in der 6. Kalenderwoche 2011 schon mal einen Hinweis darauf.
Bisher sind digitale Bücher meist identische Varianten der gedruckten Ausgabe und schöpfen damit ihre Möglichkeiten nicht aus. Wie wäre es zum Beispiel, wenn zu dem Gelesenen die passende Musik oder Geräusche (= Booktracks) ertönen? Ein Gastbeitrag bei Libreas geht dieser Frage nach.
Auch die aktuelle Werbung für Bibliotheken ist multimedial. Anläßlich der Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek“ wurde ein Video in Kooperation mit der Filmhochschule Ludwigsburg ein Video erstellt, präsentiert vom Deutschen Bibliotheksverband e.V.:
Leider sieht es mit der Finanzierung von Bibliotheken weniger rosig aus. Etatkürzungen und Stellenstreichungen sind keine Seltenheit. So steht es in dem „Bericht zur Lage der Bibliotheken“ (siehe Pressemitteilung).
Gelesen in Biblioblogs (41.KW’11)
Ein schönes Beispiel für eine zeitgemäße Auskunftstätigkeit stellt der Biblioblog der FH Hannover vor. Roving Librarians heißt das Modell. Die BibliothekarInnen laufen mit einem Netbook umher, beantworten Fragen und schauen nebenbei, ob alles in der Bibliothek okay ist. Auf diese und andere Möglichkeiten der Auskunft ohne Theke geht auch ein aktueller Beitrag im Plan3t ein.
Doch nicht nur die Auskunft, sondern auch die Ausleihe war ein Thema im Plan3t. Und während sich einige noch mit Zetteln abmühen, starten andere ein Projekt, in dem die Ausleihe mittels Smartphone getestet wird. Wir sind schon gespannt auf die Ergebnisse!
Mancherorts muss man eine Bibliothek nicht mal mehr betreten, um Bücher auszuleihen. Trotzdem kommt die Onleihe in Thüringen mit DiviBib noch nicht so richtig in Fahrt oder zumindest nicht in dem Ausmaß, wie man es erwartet und erhofft hatte, erfährt man in einem Beitrag von Bibliothekarisch.de. Liegt es nun an der mangelnden Bekanntheit, den Lesegewohnheiten oder den Nutzungsbedingungen (siehe ebenfalls Artikel bei Bibliothekarisch.de)? Auch Netbib verweist auf dieses Problem und verlinkt auf weitere Erfahrungsberichte.
Außerdem hat sich Bibliothekarisch.de eine Studie angesehen, die zu der Erkenntnis kommt, dass DRM nicht unbedingt die Piraterie verhindert, vor allem nicht, wenn die Beschränkungen die Nutzung legal erworbener Medien erschweren. In solchen Fällen bevorzugen Nutzer eher Raubkopien.
Statistikbegeisterte können sich freuen, denn es gibt nun auch einen Book Citation Index, der als Modul zu Web of Science gekauft werden kann. Aufgenommen sind bisher 25.000 Bücher ab 2005 hauptsächlich aus den Sozial- und Geisteswissenschaften (via Wisspub.net).
Immer wieder liest man in Blogs über Linked Open Data. Wer noch rätselt, wie das genau gedacht ist, schaut sich eine Präsentation von Magnus Pfeffer an, der es recht gut erklärt (via Netbib).
Kostenfrei online verfügbar ist das neue „Handbuch Forschungsdatenmanagement“, herausgegeben von Stephan Büttner, Hans-Christoph Hobohm und Lars Müller. Darüber hinaus kann man es auch als gedruckte Ausgabe erwerben.
Gewohnt provokativ verkündet Archivalia „Ein Wissenschaftler, der nicht bloggt, ist ein schlechter Wissenschaftler“. Die Ausführungen darüber, warum sich Wissenschaftler unbedingt am Web 2.0 beteiligen sollten und wie sie es am besten anstellen könnten, sind lesenswert.
Im September 2011 fand in Bozen die Konferenz „Die lernende Bibliothek 2011″ statt (via Netbib). Die Dokumentation entspricht tatsächlich dem Anspruch an eine lernende Bibliothek, man kann nämlich nicht nur die Präsentationen selbst ansehen, sondern in einigen Fällen dazu die Audiodatei des Vortrags hören. Weiterhin gibt es jeweils Angaben zum Autor und ein Abstract. „Nicht nur Geld fordern, sondern der Politik aktiv Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme anbieten“ meint zum Beispiel die Kantonsbibliothek Baselland (leider ohne Audiodatei) und stellt ihre Aktivitäten vor.
Auch die Präsentationen des 12. BSZ-Kolloquiums 2011, welches ebenfalls im September durchgeführt wurde, sind online verfügbar (via Inetbib). Themen waren VuFind, RDS, EBScO Discovery Service, KonSearch, die Gemeinsame Normdatei (GND) und vieles mehr.
Und noch eine Tagung vom September mit Online-Präsentationen. Diesmal traf sich die Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB), deren Motto lautete „Innovativ denken, strategisch planen, praktisch umsetzen“. Manche Folien sind sicher auch für andere Bibliotheken von Interesse.
Einen heiteren Artikel mit dem Titel „Von Schlauschnackern und Niederzischern“, der über den Schleswig-Holsteinischen Bibliothekstag oder besser über BibliothekarInnen und ihren „extravaganten Ruf“ berichtet, findet man in den Elmshorner Nachrichten (via Netbib).
Mit dem BIB in Prag

Nach einer sonnigen Zugreise entlang der Elbe und dem Elbsandsteingebirge kamen wir (Mitglieder der Landesgruppe Brandenburg des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V) in Prag an. Fünf Bibliotheksführungen und zwei Vorträge lagen vor uns. Der Bericht kann natürlich nur ganz kurz anreißen, was wir erlebt, gesehen und gehört haben. Wer mehr über die einzelnen Bibliotheken wissen möchte, folgt den Links.
Zuerst besuchten wir das Goethe-Institut (Link, dt.). Allein das Gebäude, in dem früher die Botschaft der DDR untergebracht war, ist sehr beeindruckend. Vom Präsentationsraum hatten wir einen tollen Blick auf die Moldau, die Karlsbrücke und die Prager Burg. Das Goethe-Institut ist nicht nur für Prag selbst zuständig, sondern als Regionalinstitut auch für Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien. Man bietet recht hochwertige Sprachkurse und Prüfungen an, die in der Tschechischen Republik sehr gut angenommen werden, da Deutschland eben das direkte Nachbarland ist und sich so oft auch berufliche Kontakte oder Chancen ergeben. Weiterhin werden Veranstaltungen organisiert und speziellen Medien in der Bibliothek sowie seit Anfang Oktober 2011 in der Onleihe angeboten. Vor allem findet man Medien zum Erlernen der Sprache, zum Praktizieren (Belletristik, Hörbücher, Videos) und zur deutschen Geschichte. Denn wer sich mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt, benötigt entsprechende Sprachkenntnisse. Das Institut unterhält eine aktive Facebookseite (überwiegend tschech.), auf die zur Zeit Nutzer ihre Videos mit deutschen Zungenbrechern hochladen können.
Die Bibliothek des Klosters Strahov war natürlich das Highlight der Reise, vor allem deshalb, weil wir als Fachbesucher die zwei berühmten Bibliothekssäle wirklich betreten durften. Für Touristen ist nur ein Blick hinein erlaubt. Neben den historischen Werken beeindruckt die Architektur mit seinen Deckenfresken und die Einrichtung mit Holzverzierungen und Globen. Eine nur für Eingeweihte zu findende Tür (da mit einem Bücherregal bemalt) führt in die obere Etage des Philosophisches Saals. Umfangreiche Informationen zu der Geschichte der Bibliothek und einer mittelalterlichen Handschrift vom 860-865 mit Evangelistenbildern auf Purpurgrund (Strahov-Evangeliar) findet man auf den Seiten der Bibliothek (engl.).
Erst am Abend vor unserer Anreise kam die Zusage für die Führung durch die Technische Nationalbibliothek (Link, engl.), die eigentlich an diesem Tag geschlossen hatte. Der Bau ist spektakulär und bietet neben zahlreichen Medien alles, was eine moderne Bibliothek, in der sich hauptsächlich Studierende aufhalten, haben sollte: Gruppen- und Einzelarbeitsräume, gemütliche Ecken, einen kleinen offenen Innenhof in der obersten Etage, WLAN usw. Der Neubau wurde am 9.9.2009 feierlich eröffnet und befindet sich auf dem Campus von zwei Technischen Hochschulen. Interessante Beiträge hat Radio Praha in deutscher Sprache zur Eröffnung und zum 1. Geburtstag dieser Bibliothek online gestellt.
Mit der Metro fuhren wir zur Stadtbibliothek (Link, engl.). Die Einrichtung war recht gut besucht. Farbige Streifen auf den Medien kennzeichnen die verschiedenenen Themengebiete. Für Kinder wird neben zahlreichen Medien zum Ausleihen auch ein großer Bildschirm für Computerspiele wie Wii angeboten. Besondere Sammlungen gibt es zu den Themen Theater und Musik. Eine extra eZone bietet WLAN-Zugang für alle, die gerade keine Bücher benötigen. Dieses Jahr feiert die Bibliothek ihren 120. Geburtstag.
Unser letzter Anlaufpunkt war die Nationalbibliothek im Klementinum (Link, engl.), einem großen Gebäudekomplex, der einst ein Jesuitenkolleg und später Universität war. Entsprechend eindrucksvollsind das Gebäude und die einzelnen Räume, wie beispielsweise der große Lesesaal oder der Barocksaal, den wir ausnahmsweise betreten durften. In der Fotogalerie findet man schöne Bilder des Gebäudes.
Nach einer langen Besichtigungstour trafen wir schließlich in der Nationalbibliothek auf Mitglieder des skip, dem Verband der Bibliothekare und Informationsmitarbeiter der Tschechischen Republik. Das entspricht in etwa dem BIB e.V. Zuerst erhielten wir allgemeine Informationen zum Aufbau des Bibliothekswesens in der Tschechischen Republik und konnten danach Fragen stellen. Genauere Informationen zu Gesetzen und Verbänden sowie Literaturtipps zum Tschechischen Bibliothekswesen findet man auf der Internetseite von Heike Stadler.
Wie unterschiedlich Bibliotheken aussehen können, soll eine kleine Diashow (10 Bilder) mit Fotos aus dem Goethe-Institut, der Klosterbibliothek Strahov und der Technischen Nationalbibliothek verdeutlichen:
Diese Diashow benötigt JavaScript.
An einem Beitrag über diese Fachexkursion, der in einem der nächsten des BuB-Hefte erscheinen wird, schreibt Heike Stadler. Weiterhin ist ein Film in Arbeit, der ca. im Januar erscheinen wird.
[Update 11.01.2012]: Der angekündigte Film ist nun fertig und kann im Blogbeitrag vom 10.01.2012 angeschaut werden. Außerdem sind inzwischen ein Bericht bei BI-International und ein Artikel im Heft 1/2012 des BuB erschienen, die Heike Stadler geschrieben hat.

