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Mit dem BIB in Prag

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Prag

Nach einer sonnigen Zugreise entlang der Elbe und dem Elbsandsteingebirge kamen wir (Mitglieder der Landesgruppe Brandenburg des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V)  in Prag an. Fünf Bibliotheksführungen und zwei Vorträge lagen vor uns. Der Bericht kann natürlich nur ganz kurz anreißen, was wir erlebt, gesehen und gehört haben. Wer mehr über die einzelnen Bibliotheken wissen möchte, folgt den Links.

Zuerst besuchten wir das Goethe-Institut (Link, dt.). Allein das Gebäude, in dem früher die Botschaft der DDR untergebracht war, ist sehr beeindruckend. Vom Präsentationsraum hatten wir einen tollen Blick auf die Moldau, die Karlsbrücke und die Prager Burg. Das Goethe-Institut ist nicht nur für Prag selbst zuständig, sondern als Regionalinstitut auch für  Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien. Man bietet recht hochwertige Sprachkurse und Prüfungen an, die in der Tschechischen Republik sehr gut angenommen werden, da Deutschland eben das direkte Nachbarland ist und sich so oft auch berufliche Kontakte oder Chancen ergeben. Weiterhin werden Veranstaltungen organisiert und speziellen Medien in der Bibliothek sowie seit Anfang Oktober 2011 in der Onleihe angeboten. Vor allem findet man Medien zum Erlernen der Sprache, zum Praktizieren (Belletristik, Hörbücher, Videos) und zur deutschen Geschichte. Denn wer sich mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt, benötigt entsprechende Sprachkenntnisse. Das Institut unterhält eine aktive Facebookseite (überwiegend tschech.), auf die zur Zeit Nutzer ihre Videos mit deutschen Zungenbrechern hochladen können. :-)

Die Bibliothek des Klosters Strahov war natürlich das Highlight der Reise, vor allem deshalb, weil wir als Fachbesucher die zwei berühmten Bibliothekssäle wirklich betreten durften. Für Touristen ist nur ein Blick hinein erlaubt. Neben den historischen Werken beeindruckt die Architektur mit seinen Deckenfresken und die Einrichtung mit Holzverzierungen und Globen. Eine nur für Eingeweihte zu findende Tür (da mit einem Bücherregal bemalt) führt in die obere Etage des Philosophisches Saals. Umfangreiche Informationen zu der Geschichte der Bibliothek und einer mittelalterlichen Handschrift vom 860-865 mit Evangelistenbildern auf Purpurgrund (Strahov-Evangeliar) findet man auf den Seiten der Bibliothek (engl.).

Erst am Abend vor unserer Anreise kam die Zusage für die Führung durch die Technische Nationalbibliothek (Link, engl.), die eigentlich an diesem Tag geschlossen hatte. Der Bau ist spektakulär und bietet neben zahlreichen Medien alles, was eine moderne Bibliothek, in der sich hauptsächlich Studierende aufhalten, haben sollte: Gruppen- und Einzelarbeitsräume, gemütliche Ecken, einen kleinen offenen Innenhof in der obersten Etage, WLAN usw. Der Neubau wurde am 9.9.2009 feierlich eröffnet und befindet sich auf dem Campus von zwei Technischen Hochschulen. Interessante Beiträge hat Radio Praha in deutscher Sprache zur Eröffnung und zum 1. Geburtstag dieser Bibliothek online gestellt.

Mit der Metro fuhren wir zur Stadtbibliothek (Link, engl.). Die Einrichtung war recht gut besucht. Farbige Streifen auf den Medien kennzeichnen die verschiedenenen Themengebiete.  Für Kinder wird neben zahlreichen Medien zum Ausleihen auch ein großer Bildschirm für Computerspiele wie Wii angeboten. Besondere Sammlungen gibt es zu den Themen Theater und Musik. Eine extra eZone bietet WLAN-Zugang für alle, die gerade keine Bücher benötigen. Dieses Jahr feiert die Bibliothek ihren 120. Geburtstag.

Unser letzter Anlaufpunkt war die Nationalbibliothek im Klementinum (Link, engl.), einem großen Gebäudekomplex, der einst ein Jesuitenkolleg und später Universität war. Entsprechend eindrucksvollsind das Gebäude und die einzelnen Räume, wie beispielsweise der große Lesesaal oder der Barocksaal, den wir ausnahmsweise betreten durften. In der Fotogalerie findet man schöne Bilder des Gebäudes.

Nach einer langen Besichtigungstour trafen wir schließlich in der Nationalbibliothek auf Mitglieder des skip, dem Verband der Bibliothekare und Informationsmitarbeiter der Tschechischen Republik. Das entspricht in etwa dem BIB e.V. Zuerst erhielten wir allgemeine Informationen zum Aufbau des Bibliothekswesens in der Tschechischen Republik und konnten danach Fragen stellen. Genauere Informationen zu Gesetzen und Verbänden sowie Literaturtipps zum Tschechischen Bibliothekswesen findet man auf der Internetseite von Heike Stadler.

Wie unterschiedlich Bibliotheken aussehen können, soll eine kleine Diashow (10 Bilder) mit Fotos aus dem Goethe-Institut, der Klosterbibliothek Strahov und der Technischen Nationalbibliothek verdeutlichen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

An einem Beitrag über diese Fachexkursion, der in einem der nächsten des BuB-Hefte erscheinen wird, schreibt Heike Stadler. Weiterhin ist ein Film in Arbeit, der ca. im Januar erscheinen wird.

[Update 11.01.2012]: Der angekündigte Film ist nun fertig und kann im Blogbeitrag vom 10.01.2012 angeschaut werden. Außerdem sind inzwischen ein Bericht bei BI-International und ein Artikel im Heft 1/2012 des BuB erschienen, die Heike Stadler geschrieben hat.

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Written by lesewolke

12. Oktober 2011 at 05:00

Veröffentlicht in Bibliotheksbesichtigung

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