Lesewolke

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Gelesen in Biblioblogs (11.KW’11)

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Das Fachinformationszentrum Chemie steht vor dem Aus.  So lautete die schlechte Nachricht für den Informationsbereich in der letzten Woche bei heise online. Allerdings sucht man für die Weiterführung der Datenbanken Cheminform und Infotherm eine Lösung.

In einem Urteil im Streit zwischen dem Ulmer Verlag und der TU Darmstadt verfügte das Landesgericht Frankfurt am Main, dass Bücher zwar digitalisiert und an Leseplätzen in der Bibliothek zur Verfügung gestellt werden können, aber ein Ausdruck oder die Speicherung nicht erlaubt sind. Unklar bleibt,  wie sich das Gericht die Umsetzung vorstellt. Soll sich der Leser mit Zettel und Stift vor den Rechner setzen und wichtige Zitate/Informationen per Hand abschreiben?! „Digital lesen ja – aber ansonsten ab zurück ins Mittelalter“ titelte treffend bibliothekarisch.de und bietet weitere interessante Links zu diesem Thema an.

Warum Bibliotheken keine Gegner von Verlagen sind, sondern eher verlässliche Partner, listet Librarian in Residence auf und bezieht sich dabei auf den Agnostic, Maybe-Blog, der dazu eine Szene im Stil von „Das Leben des Brian“ (Monty Python) nachgestaltet hat. 😉

Wie sieht eigentlich der Ertrag einer Tagung aus, fragte sich Fobikom und zeigt an vier sehr realistischen Szenarien, was mit den Informationen der Konferenzen geschieht. Das BibCamp wird in dieser Hinsicht als best practice-Beispiel bezeichnet. In einem zweiten Beitrag geht es um die praktische Umsetzung einer Nachbereitung, die einen hohen persönlichen Nutzen birgt und der Teilnahme auch aus der Sicht der Heimatinstitution erst einen Sinn gibt.

Eine andere Möglichkeit, die Erkenntnisse aus Fachtagungen zu dokumentieren, stellen Tagungsbände dar. Schön, wenn diese auch online lesbar sind, wie bei „Bildung und Unterricht in Zeiten von Google und Wikipedia“ (siehe auch NRW-Blog). Der gleichnamige Beitrag von Nobert Bolz erläutert, warum es heutzutage nicht an Informationen mangelt, sondern an Aufmerksamkeit (S. 12). Daher setzt sich zunehmend das Prinzip der minimalen Information durch, „wir lernen immer nur so viel, wie nötig ist, um einen Prozess in Gang zu bringen und in zu halten; wir sind erst dann wieder bereit, etwas Neues zu lernen, wenn der ins Stocken gerät.“ (S. 13).

Nutzerorientiert ging es auch bei einem Vortrag der ISI-Tagung 2011 in Hildesheim zu. Kalervo Järvelin machte deutlich, dass sich die Informationswissenschaft, insbesondere die Retrievalforschung „[…] endlich dem Kontext des informationssuchenden Nutzers – also der Realität – widmen sollte […]″, schreibt LIS in Potsdam.

Der Problematik, dass Automatismen von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken die eigenen Vorlieben analysieren und nur noch Meldungen zeigen, die den daraus abgeleiteten Interessen entsprechen, widmet sich Infobib und verweist unter anderem auf einen Beitrag von DRadio. Wie man diese Filterung bei Facebook rückgängig macht, verrät ein Artikel bei netzpolitik.org.

Über die Weiterentwicklung des Kölner UniversitätsGesamtkatalogs KUG mit OpenBib informiert Oliver Flimm im OpenBibBlog. Welche Verbesserungen angestrebt werden, kann man in seinem Inetbib-Beitrag nachlesen. Eine bessere Vernetzung und Weiterverwendung der Daten (Linked Open Data) sind dabei wesentliche Aspekte.

Um Bibliotheksanwendungen auf mobilen Endgeräten geht es im Blog A growing organism. Das mobile Bibliothekskonto EDsync for iPhone ist jedoch nicht in einer Bibliothek oder einem Rechenzentrum entstanden, sondern es wurde von einem Bibliotheksbenutzer programmiert. Auch für solche Entwicklungen werden Schnittstellen und freie Daten benötigt! Die Metadaten für EDsync kommen übrigens von Amazon, fand Infobib heraus.

Eine interessante Linkssammlung zur Leipziger Buchmesse 2011 hat Duftender Doppelpunkt im Angebot.

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Written by lesewolke

21. März 2011 um 04:00

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