Lesewolke

Just another librarian weblog

Bibliothekartag 2011 – Digitalisierung des kulturellen Erbes

with one comment


Als ersten Block am Mittwoch besuchte ich „Digitalisierung des kulturellen Erbes“ mit vielen verschiedenen Beiträgen. Auf einige möchte ich kurz näher eingehen. Zuerst ging es um die Digitalisierung in den Weimarer Kunst- und Bauhhochschulen. Das Einscannen erfolgt jedoch durch einen externen Anbieter, jeweils im TIFF-Format zur Archivierung und als JPEG zur Präsentation. Für den Workflow wird die browserbasierte Software Goobi eingesetzt. Die Bestände sind über Google auffindbar und in der Europeana recherchierbar.

Die Europeana war noch in zwei weiteren Beiträgen das zentrale Thema. Eine Hilfe für Bibliotheken, die sich mit ihren digitalisierten Beständen in diese europäische Datenbank einbringen wollen, bietet die EuropeanaLocal an. Es klang zumindest so, als wäre es nicht schwierig. 🙂 Ein weiteres Best-Practice-Netzwerk, das diese Datenbank voranbringen soll, ist EuropeanaConnect. Dort kann man insbesondere bei der Bereitstellung von Audiodateien Beratung erwarten. Auch mit Linked Open Data wird bereits experimentiert.

So einfach ist es allerdings gar nicht, ordentliche Digitalisate zu erzeugen. Was man alles beachten muss, zeigte Mark-Oliver Fischer in seiner anschaulichen Präsentation. Gerade bei älteren Texten mit älteren Schriften und von unseren Gewohnheiten abweichender Rechtschreibung hat so manche Software Probleme. Dem widmet sich das Projekt Impact (IMProving ACcess to Text).

Ein sehr schönes Projekt stellte Margret Schild mit dem Digitalen Kunst- und Kulturarchiv Düsseldorf (d:kult) vor (Präsentation). Verschiedene Kultureinrichtungen geben ihre Bestände in eine einheitliche Datenbank ein, die aus verschiedenen Modulen besteht, um den unterschiedlichen Anforderungen von Objekten, Personen, Medien, Ereignissen, Ausstellungen und Literatur gerecht zu werden. Spannend ist, dass man die Datensätze verknüpfen kann, z. B. ein erfasstes Kunstobjekt und die Publikation, in der es beschrieben wird.

Im letzten Jahr startete ein Langzeitprojekt (2010-2024) an der SUB Göttingen zur Digitalisierung der Materialien zu Johann Friedrich Blumenbach (1752 – 1840). Der Universalgelehrte hatte auch zahlreiche internationale Kontakte zu Wissenschaftlern seiner Zeit, was ihn für die Forschung interessant macht. So soll die Aufbereitung dabei helfen, die Erkenntnisprozesse im 18. und frühen 19. Jahrhundert und die Vernetzung der Forscher untereinander besser zu verstehen. Als Forschungsumgebung wird TextGrid verwendet, welches auch eine gute Anpassung der Schemata für die Metadaten der Textteile, Zeichnungen, 3D-Digitalisate von Objekten ermöglicht.

Advertisements

Written by lesewolke

8. Juni 2011 um 23:40

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. […] Bibliothekartag 2011 – Exzellenzinitiative und Ausbildung, Lesewolke [Update] Haensch, Liane: Bibliothekartag 2011 – Digitalisierung des kulturellen Erbes, Lesewolke [Update] Lee, Martin: Bibliothekartag 2011 – Tag 1 – DDB, Gedanken zur Lage der Welt […]

    Gefällt mir


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: