Lesewolke

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Bibliothekartag 2011 – Facebook und Co.

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Das war ein Thema, welches mich ganz besonders interessierte, daher wird der Beitrag jetzt auch etwas länger. Am Mittwochnachmittag berichtete Katharina Bergmayr über die Erfahrungen der Büchereien Wien, die schon seit 2009 aktiv in Facebook sind. Für alle, die sich noch nicht damit auskennen, sei an dieser Stelle ihre Präsentation empfohlen, da es dort auch Tipps für einen guten Start gibt. Wichtig für die Betreuung der Seite ist neben der eigenen Begeisterung für Soziale Netzwerke, sich selbst immer über die neuesten Entwicklungen in Facebook zu informieren, sei es in technischer Hinsicht oder inhaltlicher Hinsicht. Wer posten will, muss natürlich wissen, was in seiner Einrichtung so los ist. Die Unterstützung und Zuarbeit von KollegInnen ist an dieser Stelle von Bedeutung. Neben sachlichen Information sind bei den Lesern der Facebookseite der Büchereien der Blick hinter die Kulissen und Fotos von Fundstücken in Büchern beliebt. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Fans viel netter sind, als man denkt, wobei man Beschwerden unbedingt beantworten und Negatives nicht beschönigen sollte.

Am Donnerstagnachmittag war Facebook gleich noch einmal Thema in der Zukunftswerkstatt.  Das Interesse war groß, der Raum zu klein. „Luftnot in ‚Paris’“ (= der Name des Raumes)  hieß es bei Twitter. Leider fiel der Vortrag von Frau Schwindt aus. Dafür war Martin Kramer von der Mediothek Krefeld via Skype zugeschaltet, der über sein Leben mit Facebook bereits auf dem BibCamp 2011 in Hamburg ausführlich Rede und Antwort gestanden hatte. Die Erfahrungen der Stadtbibliothek Köln, über welche Constanze Döring berichtete (Update 03.07.11: Präsentation), deckten sich in etwa mit denen von Krefeld und Wien. Deutlich wurde, dass die Motivation der Mitarbeiter, die hier aktiv sind, entscheidend für den Erfolg sind. Einfach irgendjemanden diese Aufgabe zu übertragen, funktioniert bei Sozialen Netzwerken nicht. Kritik an der Einrichtung sollte man durchaus als Chance begreifen, mal zu zeigen, was man kann. Die Stadtbibliothek Köln nimmt außerdem an Twitter teil. Dafür sind extra Abfragen eingerichtet worden, damit man Hinweise und Fragen zur Bibliothek sofort mitbekommt und antworten kann. Das Fazit zur Teilnahme an diesen Netzwerken lautete jedenfalls: „Es lohnt sich!“

Frank Daniel berichtete über das Projekt „Lernort Bibliothek“ des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (Update 03.07.11: Präsentation). Auf die Blogbeiträge dazu habe ich auch in Lesewolke in den letzten Monaten öfter hingewiesen. Als Erkenntnis daraus konnten einige Erfolgsfaktoren formuliert werden: dezentrale Entscheidungsstruktur, Fehler als Weg zum Erfolg, Web-2.0-Tools für interne Arbeitsorganisation, 20 Prozent der Arbeitszeit für Online-Aktivitäten, Einbindung von Community-Werkzeugen in Bibliothekskataloge, Facebook-Workshops.

Einige gute Ideen hatte auch Anne Klug für den Facebookauftritt von Bibliotheken (Update 03.07.11: Präsentation). So könnte man auf Veranstaltungen hinarbeiten und mehrere Posts als kleine Geschichte aufbauen. Und man sollte sich auch mal bei den Fans bedanken. Die Ausarbeitung von Strategien und Redaktionsplänen fand ich dann allerdings etwas übertrieben.

Wie man am besten Leute für Mitmachprojekte im Netz begeistert, interessierte Lambert Heller. Und sicher nicht nur für das Tagging gilt: es „funktioniert nur egoistisch oder für ein ‚echtes‘ Gemeinschaftsprodukt“ (S. 10 der Präsentation). Außer Facebook stellte Lambert Heller spezielle Netzwerke für Wissenschaftler, wie ResearchGate (ähnlich wie Facebook) oder Mendeley vor. Wobei sich letzteres eben sehr gut für persönliche Literaturlisten eignet. Man erfährt, wie oft die Publikationen gelesen wurden oder kann sich sogar alles zu einem bestimmten Thema ansehen (Research papers overview). Da stellt sich die Frage, ob sich Wikipedia nicht auch ausbauen ließe, vor allem weil sich bereits zahlreiche Angaben  Literaturquellen dort befinden (vgl. auch den Blogbeitrag zur Sacherschließung von Literatur in Wikipedia).

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Written by lesewolke

15. Juni 2011 um 06:00

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  1. […] Haensch, Liane: Bibliothekartag 2011 – Facebook und Co., Lesewolke […]

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