Lesewolke

Just another librarian weblog

Mit dem BIB in der Abt. Bestandserhaltung und Digitalisierung der Staatsbibliothek zu Berlin

leave a comment »


Staatsbibliothek, Innenhof

Staatsbibliothek, Innenhof

Um die Erhaltung historischer Bestände und deren Digitalisierung in der Staatsbibliothek zu Berlin drehte es sich bei der Fachbesichtigung unserer Landesgruppe Brandenburg (BIB e.V.) im April 2012. Beide Arbeitsbereiche sind hier in einer Abteilung zusammengefasst. Am Haus Unter den Linden 8 wird zur Zeit fleißig gebaut. Wir besuchten den frisch restaurierten Teil, in den die Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung erst kürzlich eingezogen ist.

So eine richtige Vorstellung, was zu einer Restaurierung alter Medien alles gehören kann, hatte ich vorher nicht. Bei schlecht erhaltenen Exemplaren müssen schon mal die Einzelteile auseinandergenommen, eventuell unsachgemäße Reparaturspuren entfernt und Ersatzpapierstücke extra hergestellt werden. Dabei darf natürlich nichts von der noch vorhandenen, oft sehr fragilen, originalen Substanz zerstört werden. Eine Arbeit, die neben viel Geduld, Liebe zum Detail auch spezielle Kenntnisse und die entsprechende Labortechnik erfordert. Da wundert es nicht, dass der Bedarf hier größer ist, als die Möglichkeiten zur Wiederherstellung. Eine Zusammenarbeit erfolgt auch mit WissenschaftlerInnen, die sich manchmal nicht nur für Inhalte interessieren, sondern auch dafür, woraus die Farbpigmente der Tinte bestehen. Wer möchte, kann auch Patenschaften für Restaurierungen übernehmen und wird dafür im Werk mit einem Exlibri verewigt. In erster Linie werden Bestände restauriert, die für Ausstellungen im eigenen Haus oder anderer Institutionen benötigt werden. Auch der Realisierung der Ausstellungen helfen die ExpertInnen oft mit, bauen Buchwippen, Passepartouts, dokumentieren den Zustand der Objekte und kontrollieren die Bedingungen vor Ort. Das kostet Zeit, die dann leider für die Restauration weiterer Schriften fehlt, wie uns die stellvertretende Abteilungsleiterin mit Bedauern erklärte.

Wenn es dann notwendig ist, alte Schriften zu zerlegen, werde diese auch möglichst gleich und mit allen notwendigen Vorsichtsmaßnahmen digitalisiert. Neben der Sicherung und dem Schutz eigener, uhrheberrechtsfreier Bestände wird auch im Rahmen von Drittmittelprojekten, wie der Mitarbeit an der Digitalisierung, der im deutschen Sprachraum erschienen Drucke aus dem 16./17. oder 18. Jahrhundert, und im Auftrag von Nutzern digitalisiert. Letztere müssen diesen Service zwar bezahlen, aber er ist trotzdem beliebt. Einmal digitalisierte Werke werden frei im Internet veröffentlicht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es war eine sehr spannende Führung, die eine Bibliothekswelt zeigte, die man so in den meisten Bibliotheken, in denen man sich vor allem auf die Bereitstellung und Ausleihe aktueller Medien konzentriert, nicht kennenlernen kann. Wir bedanken uns herzlich bei Andreas Mälck und Julia Bispinck-Roßbacher für ihre Erklärungen sowie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich so geduldig über die Schulter schauen ließen.

About these ads

Written by lesewolke

24. April 2012 um 06:00

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 66 Followern an