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Learning Everywhere – Michael Stephens in Berlin

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Michael Stephens in der ZLB

Michael Stephens in der ZLB

Am Montagabend hielt Michael Stephens in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin seinen Vortrag „Learning Everywhere – Transformative Libraries & Services“.

Viele schöne, positive Beispiele hatte der Bibliothekswissenschaftler aus den USA mitgebracht. Aber ich möchte sie hier nicht aufzählen, schließlich will ich den ZuhörerInnen anderorts auf der Deutschlandtour nicht die Spannung verderben. 😉 Nur soviel: In Michael Stephens Vorstellung sind zukünftige Bibliotheken Orte, die Technologien bereit stellen und den Menschen, die sie besuchen, die Möglichkeit geben, auf vielfältige Weise kreativ zu sein. Sie sammeln auch Medien von und über Menschen aus der Umgebung, weil sie dieses kulturelle Erbe für ebenso wertvoll halten und damit auch die Bindung zur Einrichtung stärken. Und die Bibliotheken tun dies – zur Erinnerung: wir sind hier schließlich bei Michael Stephens – ALLES MIT GANZ VIEL HERZ! Und er schaffte es wieder problemlos, eine menschliche Seite des Bibliothekswesens rüber zu bringen, die berührt und überhaupt nicht kitschig wirkt, sondern einfach, als müsste es eben so sein.

Learning everywhere! Michael Stephens hatte vor allem öffentliche Bibliotheken dabei im Blick. Und weil ich nicht ja zu viel verraten will, an dieser Stelle ein eigenes Beispiel aus dem Hochschulbereich, an welches ich mich in diesem Zusammenhang erinnerte. Studierende lernen nämlich schon überall. Sie diskutieren Aufgaben in Facebookgruppen, laden Dokumente in Dropbox, um gemeinschaftlich darauf zuzugreifen und verabreden im sozialen Netzwerk einen konkreten Zeitpunkt, an dem sie sich an einem bestimmten Tisch in der Bibliothek zum gemeinsamen Lernen einfinden. Für sie ist diese Grenzüberschreitung zwischen der realen und virtuellen Welt ganz normal.

Doch während sich die Technologien und Arbeitsweisen rasant entwickeln, tun sich Bibliotheken oder besser die Leute, die dort arbeiten bzw. das Sagen haben, noch schwer damit, solche Dinge schnell zu verstehen, aufzugreifen und mit ihren Services zu begleiten. Und daher lautete das Fazit der anschließenden Diskussion eben, dass sich im diesbezüglichen „Denken der Bibliotheken“ zwar schon etwas verändert, aber leider sehr, sehr langsam.

Um ein Teil der neuen Lernmethoden zu sein, müssen wir laut Stephens unter anderem bereit sein

  • in und außerhalb unserer (Bibliotheks-)Welt zu lernen,
  • Verbindungen zu knüpfen,
  • anderen etwas beizubringen,
  • den physischen Platz Bibliothek zu verlassen und nicht darauf zu warten, dass jemand auf uns zukommt.

Update: Videoaufzeichnung auf Vimeo & Vortragsfolien

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Written by lesewolke

24. Oktober 2012 um 06:00

Veröffentlicht in Bibliothek der Zukunft

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