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Inetbib 2013 – Internetseiten und Kataloge verbessern

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Verschiedene Vorträge beschäftigten sich mit der Nutzbarkeit der Internetangebote von Bibliotheken. Schonungslos aber mit Humor berichtete Prof. Dr. Ursula Schulz vom Department Information der HAW Hamburg über ihre Erfahrungen aus 10 Jahren Usability-Evaluation virtueller Fachbibliotheken (Abstract).

Ein wesentliches Problem ist oft die Verwendung von Fachbegriffen, mit denen die Anwender nichts anfangen können: lieber Volltext statt URL, Bücher aus anderen Bibliotheken bestellen statt Fernleihe. Nützliche Labels anstelle korrekter Labels lautet das Motto! Webdesigner mögen vielleicht lieber schlagkräftige Einzelwörter, aber die Verständlichkeit sollte Vorrang haben.

Auch die Anzeige unserer Katalogsätze ist für Nutzer oft alles andere als übersichtlich. Es geht bei Bibliotheksangeboten im Netz nämlich nicht um uns, sondern das Anliegen der Kunden. Sinnvoll wären auch unterschiedliche Einstiege für verschiedene Zielgruppen. Und gleich noch ein Fazit der Expertin. Wenn man sich bemüht, überregionale Angebote zu schaffen, sollten sich diese nicht auf Europa beschränken, sondern wirklich international sein.

Prof. Schulz meinte eindringlich, gleich bei der Entwicklung neuer Angebote die Kunden einzubeziehen und die Nutzbarkeit zu testen. Die, die darunter leiden werden, sollten im Vorfeld gefragt werden. In der Entwicklungsphase ist es außerdem noch viel einfacher, externe Sichtweisen einfließen zu lassen.

=> Über diesen Vortrag schrieb auch Hatori Kibble. Update 18.4.2013: Inzwischen gibt es auch einen Konferenzbeitrag von Ursula Schulz auf dem Repositorium der TU Dortmund.

Die MitarbeiterInnen des Bibliotheks- und Informationssystem Oldenburg hatten offensichtlich schon von solchen Dingen gehört und diese bei der Einführung von Primo und der Überarbeitung der Internetseite im Einsatz. Nun berichtete Kerstin Schoof in „Digitale Dienstleistungen und ihre Nutzung“ von den Erfahrungen, vor allem von Videofeedbacks (Abstract). Dabei werden Nutzer beim Lesen und Navigieren auf der Internetseite gefilmt, während sie ihr Handeln und ihre Überlegungen laut kommentieren.

Das Ziel bestand natürlich darin, schon während der Entwicklung zu testen, ob die Nutzeroberfläche inituitiv und von der Wortwahl verständlich wäre. Und bei Kommentaren, wie „Das ist auch super, wenn man es weiß.“ weiß man dann eben gleich, wo noch Verbesserungen nötig sind. Durch zu viele aufgeklappte Filtermöglichkeiten fühlten sich Probanden auch etwas überfordert.

=> Weitere Informationen dazu und zu weiteren Evaluationsmethoden sind im Open Knowledge Pad sowie bei Hatori Kibble enthalten. Update 18.4.2013: Link zu den Folien von Schoof/Diekmann.

Folie aus Wachgeküsst / Brenner, Lorenz

Folie aus Wachgeküsst / Brenner, Lorenz

Das Anliegen des märchenhaften Vortrags „Wachgeküsst: Die Geschichte vom aktiven Katalognutzer“ von Simon Brenner & Miriam Lorenz war nicht das Finden von Informationen sondern um das Mitmachen der Bibliotheksnutzer (Abstract). Bisher neigten Bibliothekskunden kaum dazu, angebotene Bewertungs- und Rezensionstools auch aktiv zu bedienen. Um bereits einen Datenpool zu haben, nutzte ein Projekt der Fachhochschule Köln, an welchem sich 24 Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen beteiligten, die Informationen von LibraryThing. Aber man wollte die eigenen Nutzer nun ebenfalls bewegen, Rezensionen beizusteuern, welche jeweils in allen teilnehmenden Bibliotheken sichtbar sind. Tatsächlich gelang es bisher über 2500 Rezensionen zu erreichen. Und wer glaubt, dass automatisch die größeren Einrichtungen mit höherer Nutzerzahl hier vorn lagen, wurde eines besseren belehrt. Die zweitkleinste Einrichtung lag mit 500 Rezensionen vorn. Der persönliche Einsatz der 2 1/2 Mitarbeiterinnen hatte dies erreicht. Auch Sommerleseclubs und Kooperationsprojekte mit Schulen waren in einigen Einrichtungen von Erfolg gekrönt.

=> An dieser Stelle ebenfalls wieder der Hinweis auf die virtuelle Mitschrift von Dörte Böhner und einen Blogbeitrag von Hatori Kibble. Update 13.3.13: Auch im Vortrag „Auf dem Weg zum interaktiven Bibliothekskatalog in Öffentlichen Bibliotheken“ Dirk Ehlen, Bibliothekskongress Leipzig waren die 24 ÖBs in NRW und LibraryThing for Libraries noch einmal das Thema (siehe Mitschrift von Dörte, letzter Vortrag im Block). Update 18.4.2013: Nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam gestaltet sind die Folien des Wachgeküsst-Vortrags, die man nun auch online anschauen kann.

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Written by lesewolke

12. März 2013 um 07:00

2 Antworten

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  1. […] Liane: Inetbib 2013 – Internetseiten und Kataloge verbessern, Lesewolke [Udate, […]

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  2. Na klar sind einige Funktionen sehr gut, wenn man sie kennt und damit umgehen kann. Für den Otto-Normal-Benutzer sollten komplizierte Optionen vielleicht optional zur Verfügung stehen und stattdessen sollten ihm die einfachsten Funktionen angeboten werden. Käme so vielleicht hin.

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    Boris Schneider

    5. April 2013 at 15:25


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