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Unterwegs entdeckt 2013 – Teil 1: Die Nibelungen

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Zuerst ein dickes Dankeschön an die lieben KollegInnen von Bibliothekarisch.de, die auch in diesem Jahr dafür sorgten, dass die Wochenrückblicke der 22., 23. und 24. Kalenderwoche nicht ausfallen mussten. Ihr habt das wieder ganz toll gemacht!🙂 Diesmal profitiere ich natürlich selbst davon, weil ich trotz längerer Abwesenheit eben einfach mal eine Zusammenfassung lesen kann. Ab der nächsten Woche gibt es dann hier wieder die Blogschau.

Worms, Hagendenkmal am Rhein

Worms, Hagendenkmal am Rhein

Mal weg von Computern und Schreibtischen ging es hinaus an die frische Luft. Was mir dabei im literarischen Sinne begegnete – dazu hier ein kleiner Bericht. In Südhessen und im Osten von Rheinland-Pfalz stolpert man beispielsweise ständig über das Nibelungenlied (siehe auch Wikipedia). Da gibt es Siegfried-, Nibelungenstraßen usw.

Einer der Hauptschauplätze der Geschichte ist natürlich Worms. Hier verliebte sich Siegfried in die hübsche Kriemhild, die beiden heirateten im Dom, ebenso wie Brunhild und Gunther. Tja, und später fand hier der Streit der beiden Königinnen um den Vortritt in den Dom statt und endete mit viel Blutvergießen.

Insgesamt ist die Nibelungensage wohl ein bunter Mischmasch aus wahren Begebenheiten, Personen und Fiktion. Unter anderen ist Terra X in der Reihe „Große Mythen“ dem nachgegangen. Die Burgunden residierten wirklich im Rhein-Donau-Gebiet und wurden von den Römern 278 vertrieben. Der Burgunde Gundobad verzeichnete 516 in einem Volksrecht seine Vorfahren: Gundahar, Godomar & Gislahar (Lippert, Moroni 2008, S. 27-28).

Und dann waren da noch die merowingischen Frankenkönige: Sigibert I. und Ehefrau Brunichildis. Sie trat gern in Männerrüstung auf. Wer denkt da nicht an Brunhild! Bei diesen Merowingern gab es übrigens reichlich Intrigen und verhängnisvolle Leidenschaften. Sigibert wurde dann tatsächlich 575 hinterhältig ermordet (Lippert, Moroni 2008, S. 29). Kein Wunder also, dass sich die Leute davon erzählten, auch wenn es noch keine Zeitungen und Paparazzi gab.

Heute trifft man in der Gegend gleich auf mehrere Quellen, an denen der Mord an Siegfried geschehen sein soll. Ist es bei der Jagd im Odenwald passiert? Der Autor der Sage dachte bei seinen Beschreibungen eventuell an den Lindenbrunnen im heutigen Heppenheim, da Lage und Entfernung hier recht gut passen (Lippert, Moroni 2008, S. 52). Wer gern mal die Nibelungensage aus der Sicht des unbekannten Autors (Stimme: Mario Adorf) erklärt bekommen möchte, geht in das Wormser Nibelungenmuseum. Die Audiotour im historischen Gebäude der Stadtmauer ist wirklich nett gemacht.

Drachen sind ebenfalls sehr angesagt in der Gegend. Verschiedene Geschichten berichten davon. Der Stadt- und Kirchenpartron von Bensheim ist beispielsweise Sankt Georg, der als drachentötender Ritter den Brunnen krönt. Eine Laterne in Heppenheim erzählt die Sage vom Lahntaldrachen, einem Lindwurm, der von einem Jüngling an den Klippen am Rimberg bezwungen wurde, die nun „die Siegfriedsklippen“ heißen.

Ob man den Schatz der Nibelungen, den Hagen angeblich in den Rhein geworfen hat, wohl jemals finden wird? Vielleicht ist aber auch die Geschichte selbst ein Schatz, ein literarischer eben.

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Literaturangabe:
Lippert, Helga ; Moroni, Claudia: Terra X : Große Mythen. Orig.-Ausg., 2. Aufl. München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2008 (dtv premium 24647). – ISBN 978-3-423-24647-7

Written by lesewolke

19. Juni 2013 um 07:00

Veröffentlicht in Unterwegs entdeckt

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