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IFLA/ALA Webinar Juli 2013: Intellektuelle Freiheit und OPL

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Am 16. Juli 2013 fand das IFLA/ALA webinarNew Librarians Global Connection: best practices, models and recommendations” statt. Die Teilnahme war wie bei Webinaren der letzten beiden Quartale frei für alle Interessierten weltweit. Rund um den Erdball hatten sich Bibliotheksleute vor ihrem Computer eingefunden, um dabei zu sein. Wenn die Aufzeichnung online ist, werde ich an dieser Stelle darauf verlinken.

Im ersten Beitrag von Barbara Jones, der Direktorin des Büros für Intellektuelle Freiheit (OIF) der American Library Association (ALA) ging es um intellektuelle Freiheit für Bibliothekare. In einer Zeit, wo über die Überwachung der Kommunikation durch Geheimdienste in den Medien präsent ist, war es natürlich ein brisantes Thema.

Vortrag zu Intellektueller Freiheit

Vortrag zu Intellektueller Freiheit / Barbara Jones

Barbara Jones berichtete über verschiedene Aktivitäten der IFLA. Im „IFLA-Manifest zu Transparenz, verantwortungsbewußter Regierungsführung und Korruptionsfreiheit“ (deutsche Übersetzung) werden alle BibliothekarInnen dazu aufgefordert, sich für solche Themen auf nationaler und lokaler Ebene verantwortlich zu fühlen. Noch recht neu ist der Professional Codes of Ethics for Librarians, welcher im letzten Jahr herausgegeben wurde.

Ein weiterer Aspekt der Präsentation war die Zensur. In zahlreichen Ländern wird bestimmte Literatur nicht in Bibliotheken angeboten. Wobei es in den USA eher allgemeine Vorschriften gibt. Welche konkreten Titel nicht angeboten werden, wird dort lokal von Schulämtern, Bibliotheksausschüssen, Bibliothekaren, Eltern usw. entschieden. Als problematisch werden insbesondere Bücher angesehen, die sexuelle Themen behandeln (auch Aufklärung), religiöse Empfindungen verletzten könnten, weil sie sich z.B. mit Zauberei o.ä. beschäftigen (wie „Harry Potter“) bzw. nicht dem vorherrschenden religiösen Glauben entsprechen. In Deutschland haben wir da sicher ganz andere Kriterien, die den Menschen in anderen Ländern möglicherweise ebenso merkwürdig erscheinen, wie ihre uns. Barbara Jones setzt sich in ihrer Position jedoch dafür ein, dass man lieber offen mit den Themen und der Literatur umgehen sollte, als einfach Bücher verschwinden zu lassen. Mit einer jährlichen „Banned Books Week“ setzt sich die ALA für den freien Zugang auch zu umstrittener Literatur ein. Dem Schutz der Privatsphäre ist ebenfalls eine eigene Themenwoche gewidmet.

OPL & Weiterbildung / Eva Hornung

OPL & Weiterbildung / Eva Hornung

Den zweiten Vortrag hielt Eva Hornung aus Dublin, Irland. Ihr Thema war die Weiterbildung von BibliothekarInnen in One Person Libraries (OPL). In einem Projekt wurden 30 OPLs in ganz Irland befragt. Als typische Probleme bei der Weiterbildung nannten die Befragten: keine Zeit, kein Geld, kein Kurs erreichbar, niemand den man fragen könnte und den Chef interessiert es auch nicht. Die Weiterbildungsinteressen wurden in 5 Kategorien eingeteilt.

Aus den Ergebnissen leitete man Überlegungen ab, was Bibliotheksschulen, Verbände und die BibliothekarInnen selbst besser machen könnten, beispielsweise informelle Abende, Online-Kurse, Internetplatformen usw. „23 Things for Continuing Professional Development“ wurde ebenfalls empfohlen. Zur Zeit läuft der Selbstlernkurs auch hier in Deutschland in deutscher Sprache unter dem Titel „Ger 23 Mobile Things„, also nicht verpassen!

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Written by lesewolke

18. Juli 2013 um 17:05

Eine Antwort

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  1. […] Lesewolke berichtet vom IFLA/ALA Webinar Juli 2013: Intellektuelle Freiheit und OPL (“New Librarians Global Connection: best practices, models and recommendations”). Eva Hornung (hier die biographische Beschreibung einer CILIP-Konferenz; auf Twitter @evahornung) hielt einen Vortrag über die Weiterbildung von Solo Librarians. […]

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