Lesewolke

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Gelesen in Biblioblogs (6.KW’16)

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In der letzten Woche fand die 13. Inetbib-Tagung in Stuttgart statt. Geplant ist ein gemeinschaftlich geschriebener Bericht über die Tagung. Darauf sind sicher einige gespannt. Bei Twitter konnte man schon vorab interessante Themen verfolgen, wie die Premiere der mylibrARy-App, Sacherschließung, Urheberrecht usw. Für viel Aufmerksamkeit sorgte die Checkliste für mehr Openness in Bibliotheken, die von allen Interessierten ergänzt werden kann (via Netbib). Bei dem Projekt geht es darum, Ideen für einfache Maßnahmen zu sammeln, die nicht teuer und in maximal 6 Monaten umsetzbar sind. Wie es zu dieser Idee kam erklären die Vortragsfolien von F. Lohmeier. Nutzen und Risiken bei der Auswahl von Discovery-Lösungen stellte Christof Rodejohann u.a. in seinem Vortrag „In die Zukunft steuern“ gegenüber (S. 8), online bei Slideshare. Vor allem ging er natürlich auf die Eigenentwicklung der SLUB Dresden ein.

Für Aufregung sorgte das Interview mit Rafael Ball in der Neuen Zürcher Zeitung. Unter anderem meinte der Leiter der ETH-Bibliothek Zürich: „Um Inhalte zu finden und zu lesen, brauchen Sie heute eben keine Bibliotheken mehr, weil Sie keine gedruckten Bücher mehr brauchen.„. Zudem wunderte er sich über die Aufregung, wenn Gemeindebibliotheken schließen müssten. Die zahlreichen Kommentare zeigten wenig Verständnis für solche Ansichten. Rudolf Mumenthaler machte in seinen Beiträgen „Sind Bibliotheken überflüssig? Eine Replik“ und „Bibliotheksbranche im Umbruch und Aufruhr“ deutlich, dass diese Sichtweise doch sehr oberflächlich ist und die zahlreichen Aktivitäten der Bibliotheken hinsichtlich neuer technischer Entwicklungen völlig ignoriert. Provokante Äußerungen könnten für interne Diskussionen durchaus ein Anreiz sein, sich über neue Wege Gedanken zu machen, wären aber in einer großen Tageszeitung schädlich. Man müsse befürchten, dass sich die Politik bei Sparmaßnahmen auf solche Experteneinschätzungen beruft. Ben Kaden setzte sich im Libreas Blog ebenfalls mit der aktuellen Rhetorik der Bibliotheksleiters der ETH Zürich auseinander. VÖBBlog meinte zu Balls Äußerungen: „wir leben in einer Zeit, wo es wichtig scheint, in den Medien präsent zu sein und wer zündelt, bekommt seinen Auftritt“ und verlinkte auf das Interview Balls mit dem SRF.

Der dbv veröffentlichte einen Animationsfilm zur Interkulturellen Bibliotheksarbeit. Ohne Sprache absolvieren zwei animierte Figuren einen Bibliotheksbesuch, zu sehen auf der Internetseite des dbv (auch als mp4-Download). In den sozialen Netzwerken sorgte der Film im Bibliotheksbereich eher für wenig Begeisterung. Deutlich mehr positiven Zuspruch bekam die Stadtbibliothek Eberswalde für ihren Werbespot. Wie ich finde, ein toller Film, der Lust auf einen Bibliotheksbesuch macht:

 

Text & Blog empfiehlt den ArtikelSocial Media-Aktivitäten wissenschaftlicher Bibliotheken – Ergebnisse einer Bachelorarbeit“ von Anika Pfützner. Er steht zum Peer Review bei der Online-Zeitschrift Informationspraxis bereit und kann dort kommentiert werden. Ein Erklärvideo bei Bibliothekarisch.de geht dem Phänomen Internettrolls ganz wissenschaftlich auf den Grund.

Eine Orientierungshilfe zum Urheberrecht bei Metadaten verfasste iRights.info. Auch in Bibliotheken werden Dokumente erstellt, verteilt & online veröffentlicht, z.B. für Schulungen oder Veranstaltungen. Durch eine Kennzeichnung  mit CC-Lizenzen wäre eine Weiternutzung möglich, meinte biboer und stellte in einem Blogbeitrag die Varianten dar.

Auch die virtuellen Besuche auf Internetseiten von Bibliotheken zählen für die Deutsche Bibliotheksstatistik (Zählpixelverfahren). Jedoch endet die Kooperation der HdM Stuttgart und dem HBZ Ende März 2016 und es wird nach neuen Möglichkeiten gesucht, schrieb NRW-Blog.

Zum Schluss noch ein bisschen Geschichte. Zettelkataloge findet man kaum noch in Bibliotheken. Einst waren sie eine revolutionäre Entwicklung. Gottfried Wilhelm Leibniz hatte in der Herzoglichen Bibliothek von Wolfenbüttel die Bücher aus dem Katalog einzeln auf Zetteln schreiben lassen und diese alphabetisch sortiert. Die Stuttgarter Zeitung widmete  Leibniz einen ausführlichen Artikel, der auch seinen Zettelkatalog nicht unbeachtet ließ (via Netbib).

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