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Apps und Filme beim #bibcast

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Seit 2014 arbeiten Linda Freyberg und Sabine Wolf aus dem Bereich Informationswissenschaften der FH Potsdam am Projekt mylibrARy. Eine Argumented Reality-App die Bausteine anbietet, welche dann von Bibliotheken für ihre lokalen Bedürfnisse angepasst werden können – das ist das Ziel ihrer Entwicklung (Blog des Projektes). In ihrem Vortrag boten sie einen Blick hinter die Kulissen. Zudem wurden nette Beispiele für jene gezeigt, die sich bisher noch gar nicht mit Augmented Reality beschäftigt haben, wie die TimetravellerApp, die am Berliner Mauerstreifen historische Bilder/Filme zeigt oder die niedlichen Pinguine, die helfen, den Weg zu finden. Und daher lautete der Titel des Vortags auch „Wo geht’s zur Bibliothek? Die Pinguine wissen’s!

Nachdem die Programmierung der App seitens des kommerziellen Partners im Gange war, wurde dieser leider von einer größeren Firma aufgekauft, und das Projekt erlebte einen herben Rückschlag. Inzwischen ist aber ein neuer Partner an Bord. Aktuelle Möglichkeiten sind die Erkennung von ISBN und QR-Codes, auch eine Bilderkennung ist möglich. Beispielsweise kann man per ISBN ermitteln, ob ein Buch in einer umliegenden Bibliothek angeboten wird. Nach einer Bilderkennung vor Ort könnten jeweils passenden Erläuterungen verknüpft werden. Die Rechte an der Nachnutzung hat die aktuelle Entwicklungsfirma. Was die App kosten würde, ob sie sich in bestehende Apps integrieren ließe usw. konnten die Vortragenden noch nicht beantworten.

Den „Beitrag der Universitätsbibliothek zur App der RWTH Aachen University“ erläuterten Dominik Schmitz und Moritz Hübner. Hier wurden Funktionalitäten der Bibliothek, die für die Studierenden wichtig sind, in die bereits bestehende App der Universität integriert. Das reduziert den Aufwand, und die Anwender müssen nicht mehrere Apps herunterladen. Verfügbar ist z.B. eine Kontofunktion, die zeigt, welche Bücher man ausgeliehen hat. Man kann diese sofort über die App verlängern. Wie die Verknüpfung zum Bibliothekssystem technisch funktioniert, wird im Vortrag erklärt. Beim Update des Bibliothekssystems sind schon mal leichte Anpassungen nötig. Weiterhin wird der Direktchat auch für die Bibliothek angeboten und über eine WLAN-Auslastung ermittelt, wo sich wahrscheinlich freie Arbeitsplätze befinden. An der Entwicklung der App waren die Studierenden über einen Ideenwettbewerb beteiligt. Mit einer Raumsuche fing alles an und wird kontinuierlich ausgebaut. 40.000 Installationen zeugen für die Beliebtheit dieser App.

Im Vortrag „Wohin mit meinen Filmen? Nutzerorientierte Dienstleistungen für audiovisuelle Medien aus der Wissenschaft.“ zeigte uns Sven Strobel von der TIB Hannover das TIB|AV-Portal seiner Universität. Denn es ist nicht mehr ungewöhnlich, wissenschaftliche Inhalte über Videos zu vermitteln. Diese zu archivieren, genau inhaltlich zu erschließen und ziterfähig zu machen, ist die Aufgabe dieses wissenschaftlichen Filmportals.

Aufgrund seines Entstehungsprozesses ist das Portal leider nicht Open Source. Wenn das Thema inhaltlich passt (Kernfächer: Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik), dann ist der Upload jedoch nicht auf die TIB beschränkt. Bedenken muss man jedoch die zahlreichen Rechte, die zur Veröffentlichung benötigt werden. Denn meist sind mehrere Personen an der Erstellung beteiligt, es werden Materialien gezeigt und/oder sind Personen zu sehen. Sind alle Rechte geklärt, bietet das Portal tolle Features. Aus dem gesprochen/gezeigten Text sowie den Metadaten werden Begriffe erkannt und mit einer Liste von GND-Begriffen abgeglichen. Diese Begriffe, ihre Synomyme und englischen Übersetzungen sind recherchierbar. Bei den Treffern wird genau angezeigt, in welchem Bereich des Videos das gewünschte Thema auftaucht. Das Video selbst erhält eine DOI. Für eine bestimmte Filmsekunde kann ebenfalls ein Zitierlink erzeugt werden.

Übrigens sind im Moment alle Videos des #bibcast 2016 bei Youtube zu finden und werden dann nach und nach im TIB|AV-Portal eingestellt.

Written by lesewolke

10. März 2016 um 19:15

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