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Unterwegs entdeckt – Bibliotheken im hohen Norden

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Spitzbergen, Magdalenefjord, Waggonwaygletscher

Spitzbergen, Magdalenefjord, Waggonwaygletscher

Ende Juni war ich in Oslo und Spitzbergen unterwegs. Mein Ziel waren nicht Bibliotheken, sondern eher die tolle Landschaft, Tiere in freier Wildbahn und die Geschichte der norwegischen Entdecker. Aber wenn ich eine Bibliothek sehe, dann wird sie natürlich abgelichtet, und darüber möchte ich nun berichten.

In Oslo standen zwei interessante Museen auf meinem Besichtigungsprogramm. Das berühmte Polarschiff Fram der Norweger wollte ich unbedingt sehen (Original, kein Nachbau). Für das Schiff und drumherum wurde ein eigenes Museum errichtet. Um das Leben an Bord abwechslungsreich zu gestalten – schließlich war man 3 Jahre im arktischen Eis eingeschlossen – hatte Fridtjof Nansen eine Bibliothek mit 600 Titeln, Gemälde für den Salon, eine Drehorgel mit über 100 Liedern uvm. organisiert (Quelle: Erläuterungen im Fram-Museum, 8. Das Leben an Bord). Über Amundsen heißt es, dass er sich auf der langen Seereise mit der Fram zum Südpol mit der Literatur der Gegend befasste, denn der Nordpol (sein ursprüngliches Ziel) war leider gerade erobert, so dass er seine Pläne kurzfristig änderte, das Schiff in den Süden steuerte und dann eben die erste erfolgreiche Expedition zum Südpol anführte.

Thor Heyerdahl, der mit experimentellen Selbstversuchen zeigen wollte, welche seefahrerischen Leistungen mit den Materialien und Methoden antiker Völker möglich gewesen wären, war das zweite Museum gewidmet. Es zeigt sogar eine Wachsfigur des Forschers in seiner Bibliothek. Er hat auch selbst Bücher verfasst und erhielt für seinen Film über die Fahrt des Balsaholzfloßes Kon-Tiki über den Pazifik einen Oskar! Auf der Reise hatte er ein Buch zur Bedienung seines Notsendegerätes (Gibson Girl) dabei. Die Highlights des Museums sind natürlich die Flöße Kontiki, Ra II und das Modell der Tigris.

Der Hauptort Spitzbergens ist Longyearbyen. Er hat ca. 2.000 Einwohner und eine Bibliothek (mit Facebookseite), die sich im Kulturhuset befindet. Leider hatte die Bibliothek gerade geschlossen, und so konnte ich nur einen Blick durch die Glasscheibe werfen.

Als die „nördlichste regelmäßig erscheinende Zeitung der Welt“ gilt laut Wikipedia übrigens die Svalbardposten. Es gibt die Zeitung seit 1948. Außerdem entdeckte ich dort noch „Icepeople : the world’s northernmost alternative newspaper“, deren PDF-Archiv immerhin bis März 2009 zurückreicht.

Doch es ging noch nördlicher auf meiner Reise und zwar bis zum 80 Breitengrad (genauer 80°04.71′). Auch hier musste ich nicht auf eine Bibliothek verzichten, die war nämlich an Bord des Schiffes Plancius. Da konnte man Informationen zu Polarregionen nachschauen oder Romane lesen. Für letzteres blieb jedoch keine Zeit, denn die Natur bot einfach so viel Spannendes zum Schauen. 🙂

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Written by lesewolke

12. Juli 2017 um 07:30

Veröffentlicht in Unterwegs entdeckt

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