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Die Archäologische Bibliothek in Berlin

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ältestes Buch aus dem 15. Jh. - Erläuterungen zur Bibel

Ältestes Buch aus dem 15. Jh.

Im Archäologischen Zentrum der Staatlichen Museen zu Berlin ist die Archäologische Bibliothek untergebracht. Unsere Landesgruppe sah sich den modernen Neubau, der 2012 eröffnet wurde, am 15. März 2018 an. Er befindet sich unweit der Museumsinsel und direkt gegenüber des Grimm-Zentrums der HU Berlin. Bereits 2007 hatte das Stuttgarter Büro Harris & Kurrle Architekten den Realisierungswettberwerb für sich entschieden (Gebäudefotos siehe competionline).

In der Archäologischen Bibliothek wurde die Literatur der Antikensammlung, des Museums für Islamische Kunst, des Museums für Vor- und Frühgeschichte, des Vorderasiatischen Museums und des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung zusammengeführt. Zuvor mussten alle Bücher eine einheitliche Klassifikation erhalten. Man entschied sich für die Regensburger Verbundklassifikation (RVK), die in vielen wissenschaftlichen Bibliotheken verbreitet ist. Aber hier zeigte sich, dass sie bei Spezialsammlungen durchaus ihre Schwächen hat. Dr. Franz Bischoff, der Leiter der Bibliothek, musste sich einiges einfallen lassen, damit die Literatur der deutschen Bundesländer oder die zahlreichen Götter verschiedener Kulturen wie gewünscht thematisch beieinander stehen. Diese systematischen Anpassungen für archäologische Bestände können auch von anderen Bibliotheken nachgenutzt werden.

Circa 150.000 Bände, davon 6.000 historische Werke, stehen dem Benutzer zur Verfügung. 10 bis 20 Leser besuchen täglich die Präsenzbibliothek. Eine Voranmeldung wird empfohlen. Museumsmitarbeiter können auch außerhalb der Öffnungszeiten hinein und Bücher an ihren Arbeitsplatz mitnehmen. Dafür werden Vertreterzettel eingestellt.

Die Bibliothek verfügt über einige Arbeitskabinen und einen Studiensaal, der speziell für Forscher vorgesehen ist, die Tontafeln mit Keilschriften lesen möchten. In den Regalen steht die dazu passende Literatur.

Im Magazin warteten dann berühmte Werke im Original auf uns: ein Tafelband der „Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien“ von Carl Richard Lepsius (Digitalisat der UB Halle), der  „Atlas trojanischer Alterthümer: Photographische Berichte über die Ausgrabungen in Troja“ von Heinrich Schliemann (Digitalisat der UB Heidelberg) und die „Description de l’Égypte“ (Digitalisat der UB Heidelberg). Die umfangreiche französische Text- und Bildsammlung entstand als Ergebnis der ägyptischen Expedition Napoléon Bonapartes (1798–1801) und löste einen Ägypten-Hype in Europa aus. Das älteste Buch der Bibliothek stammt aus dem 15. Jahrhundert und erläutert Bibeltexte. Seine Leser haben es mit zahlreichen Anmerkungen versehen.

Ungewöhnlich – auch im Magazin sind die Bücher nach RVK aufgestellt und nicht nach numerus currens. Das erleichtert den Austausch, falls Teile der Bestände zeitweise in die Freihand umgesetzt werden.

Wir bedanken uns herzlich für die Einblicke in diese interessante Bibliothek mit den strahlend weißen Decken, Böden und Regalen, die uns der Bibliotheksleiter persönlich vorstellte und uns ausführlich die Herausforderungen schilderte, die eine Zusammenführung von Beständen in einen Neubau so mit sich bringen.

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Written by lesewolke

20. März 2018 um 08:00

Veröffentlicht in Bibliotheksbesichtigung

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