Lesewolke

Just another librarian weblog

Information Literacy auf dem #bibtag18


Zum Bloglesen blieb in der letzten Woche keine Zeit – denn es war Bibliothekartag. 🙂 Dafür soll es noch eine kleine Nachlese zur Veranstaltung geben.

Einer der ersten Vortragsblöcke am Dienstag drehte sich um Informationskompetenz. Frau Sauerwein aus Bamberg erläuterte ihr Projekt Framework Information Literacy Lessons (FILL). Framework ist ein Ansatz, der aus dem US-amerikanischen Bereich nach Deutschland geschwappt ist. Es geht hier um einen ganzheitlichen Zugang. Der Vortrag selbst war leider sehr theoretisch (Präsentation). Dank einiger Nachfragen aus dem Publikum ließ sich allerdings ein interessantes Konzept dahinter erahnen. In Bamberg gibt es drei Sitzungen mit den Studierenden, die alle vor ihrer Abschlussarbeit stehen. In der ersten Doppelstunde lernen sie die Bibliothek kennen und erfahren etwas zur Datenbankrecherche. In der zweiten Sitzung sind praktische Übungen angesagt, die fachspezifisch mit der Dozentin der Studierendengruppe abgestimmt wurden. Die Übungen sollen überraschen und für Aha-Effekte sorgen. In der 3. Sitzung findet eine Evaluation statt. Empfehlenswert zum FILL ist auch ein Artikel von Fabian Franke in o-bib 4/2017, der praktische Ideen enthält, die das Konzept verdeutlichen.

Auch bei Simone Kibler ging es um einen theoretischen Ansatz und zwar Threshold Concepts (Präsentation), welche eine andere Sichtweise auf das Lernen zeigen. Dabei wird auch die Phase der Unsicherheit thematisiert, bis es schließlich gelingt, Erkenntnisse zu gewinnen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Threshold heißt nämlich Schwelle. Und diese soll beim Wissenserwerb idealerweise überschritten werden.  Eine Erfolgskontrolle ist jedoch bei solchen Konzepten deutlich aufwendiger, müsste man die Teilnehmer wohl Texte bzw. Essays verfassen lassen, um zu schauen, ob sich etwas „getan“ hat. Zu Threshold-Konzepten schrieb Wilfried Sühl-Strohmenger  einen Beitrag in o-bib 1/2017.

Mit Oliver Renn wurde es deutlich praxisorientierter (Präsentation). Er stellte die Weiterbildungsdienstleistungen des Infozentrums Chemie, Biologie, Pharmazie der ETH Zürich vor. Es werden Coffee Lectures, verschiedene Kurse sowie eine charmante Menükarte für Forschergruppen mit vielen spannenden Themen angeboten (Beispiel Biologie). Und sicher nicht nur für Wissenschaftler interessant – „Infozine : das Magazin für Anwender wissenschaftlicher Informationen„. Ein Tipp für alle, die mal einen Fake-Wissenschaftsartikel für Kurse benötigen – SCIgen, ein Programm welches automatisch unsinnige, wissenschaftlich klingende Beiträge verfasst. Dem Infozentrum geht es auch darum, ihr Zielpublikum auf die Tools und deren Funktionen hinweisen, die in Lehre und Forschung helfen. Die meisten Anwender kennen nämlich nur Windows, Google, Dropbox und PDF-Reader. 😉

Tangen_KIT-Kurs

Eliane Dominok, Diana Tangen: Onlinekurs Informationskompetenz (KIT-Bibliothek), CC-BY 4.0

Für viel Interesse sorgte der Online-Kurs der KIT-Bibliothek. Da freie Plätze in den Präsentveranstaltungen Mangelware wurden, wollte man hier eine Alternative schaffen. Der Kurs aus 6 Modulen ist in die Lernplattform Ilias eingebunden. Die Übungen sind nach Fachbereichen differenziert. Seit dem letzten Wintersemester werden ECTS für die Teilnahme vergeben. Es ist geplant, den Kurs auch für andere Hochschulen zu öffnen. Weitere Pläne, die Ergebnisse der Evaluation, sowie Auszüge aus dem Feedback der Teilnehmer kann man in der Präsentation nachlesen.

Martin Wollschläger von der FH Bielefeld stellte das Sprechstundenangebot der Bibliothek vor. Dabei erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Schreibzentrum. Inzwischen wird das Angebot von den Studierenden sehr gut angenommen. Man kann einen festen Termin vereinbaren oder zu Sprechzeiten erscheinen. Für die Beratung wurden Prinzipien und ein Ablauf festgelegt, der in der Präsentation dargestellt ist. Die Gespräche werden dokumentiert. In einer regelmäßigen Expertenrunde erfolgt ein Austausch dazu. Bei der Beratung geht es vor allem darum, Anregungen zu geben und die Studierenden zu ermuntern, eigene Lösungen zu entwickeln.

Advertisements

Written by lesewolke

18. Juni 2018 um 08:00

Veröffentlicht in Bibliothekartag 2018

Tagged with