Lesewolke

Just another librarian weblog

Über den Tellerrand – als Bibliothekarin bei der Genealogica


Ich hatte mir bisher wenige Gedanken gemacht, ob und wo sich Familienforscherinnen und -forscher treffen. Mitte Januar gab es dann eine Anfrage über die Inetbib, ob nicht jemand aus dem Bibliotheksbereich bei einer virtuellen Messe namens Genealogica beraten möchte.

Bei der Nacht der kreativen Köpfe 2017 (einem Veranstaltungsformat in Cottbus) hatte ich an der Station unser Universität schon mal einen kurzen Vortrag zu diesem Thema gehalten. Außerdem habe ich mich sporadisch tatsächlich immer mal mit Genealogie befasst bzw. meinen Vater dabei unterstützt. Also das passte einfach. Das sah auch das Organisationsteam so: „… der Vortrag, den Sie beschreiben, wäre genau einer, den wir einbinden möchten.“. Prompt war ich ein Teil des Programms der Genealogica.

Ein paar Tage bevor die Messe startete, wurden zwei Termine für einen Techniktest angeboten. Da ich bisher nur von Zoom gehört, aber keine praktischen Erfahrungen damit hatte, war ich natürlich sehr dankbar dafür. Hier traf ich bereits auf andere motivierte Vortragende. Mit einem guten Gefühl und meinem „Mysterium Bibliothek – so funktioniert die Recherche!“ startete ich in die virtuelle Veranstaltung. Das Interesse war groß und die Präsentation auch später noch gefragt. Zur gemeinsamen Überraschung und Freude war auch eine Kollegin aus dem Bibliotheksbereich anwesend, die dort ebenfalls einen Vortrag hielt. So trifft man sich wieder.

Ich hatte zudem eine Freikarte erhalten und nutzte diese ausgiebig, um mich auf der Messe umzuschauen und andere Vorträge anzuhören, direkt oder später. Zum Glück wurden diese nämlich aufgezeichnet und waren noch einige Tage online. Eine prima Idee – wie ich fand. Beispielsweise wusste ich gar nicht, wie viele Grabsteinprojekte es gibt. Es gab viele Tipps, wie man richtig in Archiven nachfragt. Die beruflichen Aktivitäten der Ahnen können bei der Suche ebenfalls helfen, beispielsweise in Zeitschrifen und Unternehmensarchiven. Übrigens bloggen auch Ahnenforscher und organisieren eine #afstunde bei Twitter.

Auf ein paar nette Features möchte ich noch eingehen. Eine Social Media Wall ist nicht unbekannt, aber immer schön anzuschauen. Begeistert hat mich die Idee der Plauderecke via Wonder. Dort konnten sich die Teilnehmer außerhalb des Programms treffen und kommunizieren. Das ist eine echte Empfehlung für Onlineveranstaltungen! Die Kaffeeecke sozusagen. Ebenfalls cool: eine Karte zum Eintragen der Forschungsorte. Für bibliothekarische Veranstaltungen könnte ich mir gut eine Karte vorstellen, an die die Teilnehmer pinnen, in welcher Bibliothek sie arbeiten oder früher mal waren.

Ein Foto der Twitterer kann man übrigens auch online machen:

Fazit: Ich habe meine Vortragsskills geübt, Tools kennengelernt, neue Suchmöglichkeiten der Familienforschung erschlossen, hatte eine schöne Zeit und habe vor allem viele neue Leute kennengelernt. Das ist in diesen Zeiten ja alles andere als normal. Ein großer Dank geht an die tolle und sehr professionelle Organisation!

Written by lesewolke

19. Februar 2021 um 13:35

Veröffentlicht in Gelesen in Biblioblogs