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Archive for the ‘Bibliothekartag 2011’ Category

Highlights des 100. Bibliothekartages Berlin 2011

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Viele der zahlreichen Vorträge und Präsentation waren sehr interessant. Über ein paar ausgewählte Beiträge, die ich selbst gehört habe, berichte ich an dieser Stelle schon. Empfehlenswert sind die Linksammlungen der Blogbeiträge zum Bibliothekartag von bibliothekarisch.de und VÖBBLOG sowie die Präsentationen, die nach und nach bei BIB OPUS erscheinen. Die, während des Bibliothekartages erschienenen „Kongress News“ sind ebenfalls online lesbar.

Man konnte jedoch nicht nur Vorträge auf dem Bibliothekartag anhören, sondern noch vieles andere tun. In der Zukunftswerkstatt bot sich die Chance, selbst neue Technikspielereien auszuprobieren, zum Beispiel die Xbox. Ein Zusatzgerät ermöglicht eine direkte Interaktion. Die Figur im Spiel erkennt die eigenen Bewegungen und setzt sie in der virtuellen Umgebung um. So weicht man also vor dem Bildschirm Hindernissen aus, springt darüber, duckt sich und versucht herumfliegende Punkte zu erreichen. Das hat viel Spaß gemacht! This Week in Libraries war ebenfalls zu Gast in der Zukunftswerkstatt. Auf das Video verlinkt Netbib. [Update 03.07.11]: Eine Übersicht der Vorträge mit den entsprechenden Präsentationen, Videos und Fotos der Zukunftswerkstatt ist jetzt ebenfalls online.

Die „Blaue Stunde“ des BIB habe ich auch besucht. Dort trafen sich die Mitglieder des Berufsverbandes auf ein Glas Wein. Ein echtes Highlight war des Festabend im Umspannwerk Kreuzberg, denn Bibliothekare können auch ausgelassen feiern. Man fand kaum Platz auf der Tanzfläche. 🙂

Zum Schluss noch eine kleine Diashow (10 Fotos):

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Was ich sonst auf dem Bibliothekartag 2011 gehört und hier beschrieben habe:

[Update 23.07.2011]: Inzwischen sind weitere Fotos online. Auch die Festschrift zum Bibliothekartag ist erschienen. Frei lesen kann man leider nur das Inhaltsverzeichnis. Nach dem Bibliothekartag ist vor dem Bibliothekartag. Mit einem Video, das Hamburg und seine Bibliotheken vorstellt, wirbt die Hansestadt für den 101. Bibliothekartag 2012 (via NRW-Blog).

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16. Juni 2011 at 06:00

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Bibliothekartag 2011 – Facebook und Co.

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Das war ein Thema, welches mich ganz besonders interessierte, daher wird der Beitrag jetzt auch etwas länger. Am Mittwochnachmittag berichtete Katharina Bergmayr über die Erfahrungen der Büchereien Wien, die schon seit 2009 aktiv in Facebook sind. Für alle, die sich noch nicht damit auskennen, sei an dieser Stelle ihre Präsentation empfohlen, da es dort auch Tipps für einen guten Start gibt. Wichtig für die Betreuung der Seite ist neben der eigenen Begeisterung für Soziale Netzwerke, sich selbst immer über die neuesten Entwicklungen in Facebook zu informieren, sei es in technischer Hinsicht oder inhaltlicher Hinsicht. Wer posten will, muss natürlich wissen, was in seiner Einrichtung so los ist. Die Unterstützung und Zuarbeit von KollegInnen ist an dieser Stelle von Bedeutung. Neben sachlichen Information sind bei den Lesern der Facebookseite der Büchereien der Blick hinter die Kulissen und Fotos von Fundstücken in Büchern beliebt. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Fans viel netter sind, als man denkt, wobei man Beschwerden unbedingt beantworten und Negatives nicht beschönigen sollte.

Am Donnerstagnachmittag war Facebook gleich noch einmal Thema in der Zukunftswerkstatt.  Das Interesse war groß, der Raum zu klein. „Luftnot in ‚Paris’“ (= der Name des Raumes)  hieß es bei Twitter. Leider fiel der Vortrag von Frau Schwindt aus. Dafür war Martin Kramer von der Mediothek Krefeld via Skype zugeschaltet, der über sein Leben mit Facebook bereits auf dem BibCamp 2011 in Hamburg ausführlich Rede und Antwort gestanden hatte. Die Erfahrungen der Stadtbibliothek Köln, über welche Constanze Döring berichtete (Update 03.07.11: Präsentation), deckten sich in etwa mit denen von Krefeld und Wien. Deutlich wurde, dass die Motivation der Mitarbeiter, die hier aktiv sind, entscheidend für den Erfolg sind. Einfach irgendjemanden diese Aufgabe zu übertragen, funktioniert bei Sozialen Netzwerken nicht. Kritik an der Einrichtung sollte man durchaus als Chance begreifen, mal zu zeigen, was man kann. Die Stadtbibliothek Köln nimmt außerdem an Twitter teil. Dafür sind extra Abfragen eingerichtet worden, damit man Hinweise und Fragen zur Bibliothek sofort mitbekommt und antworten kann. Das Fazit zur Teilnahme an diesen Netzwerken lautete jedenfalls: „Es lohnt sich!“

Frank Daniel berichtete über das Projekt „Lernort Bibliothek“ des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (Update 03.07.11: Präsentation). Auf die Blogbeiträge dazu habe ich auch in Lesewolke in den letzten Monaten öfter hingewiesen. Als Erkenntnis daraus konnten einige Erfolgsfaktoren formuliert werden: dezentrale Entscheidungsstruktur, Fehler als Weg zum Erfolg, Web-2.0-Tools für interne Arbeitsorganisation, 20 Prozent der Arbeitszeit für Online-Aktivitäten, Einbindung von Community-Werkzeugen in Bibliothekskataloge, Facebook-Workshops.

Einige gute Ideen hatte auch Anne Klug für den Facebookauftritt von Bibliotheken (Update 03.07.11: Präsentation). So könnte man auf Veranstaltungen hinarbeiten und mehrere Posts als kleine Geschichte aufbauen. Und man sollte sich auch mal bei den Fans bedanken. Die Ausarbeitung von Strategien und Redaktionsplänen fand ich dann allerdings etwas übertrieben.

Wie man am besten Leute für Mitmachprojekte im Netz begeistert, interessierte Lambert Heller. Und sicher nicht nur für das Tagging gilt: es „funktioniert nur egoistisch oder für ein ‚echtes‘ Gemeinschaftsprodukt“ (S. 10 der Präsentation). Außer Facebook stellte Lambert Heller spezielle Netzwerke für Wissenschaftler, wie ResearchGate (ähnlich wie Facebook) oder Mendeley vor. Wobei sich letzteres eben sehr gut für persönliche Literaturlisten eignet. Man erfährt, wie oft die Publikationen gelesen wurden oder kann sich sogar alles zu einem bestimmten Thema ansehen (Research papers overview). Da stellt sich die Frage, ob sich Wikipedia nicht auch ausbauen ließe, vor allem weil sich bereits zahlreiche Angaben  Literaturquellen dort befinden (vgl. auch den Blogbeitrag zur Sacherschließung von Literatur in Wikipedia).

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15. Juni 2011 at 06:00

Bibliothekartag 2011 – Über unsere Nutzer

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Um die Vorstellungen und Wünsche der Nutzer von Bibliotheken ging es in einem Block am Mittwochnachmittag (TK1). Auf das Thema stimmte uns Lynn Silipigni Connaway von OCLC ein. Gut gelaunt erklärte sie uns, dass Leute ihre Informationen in Google suchen und sich unter Bibliotheken Einrichtungen vorstellen, die Bücher haben. Da aber Katalogisierer gern für andere Katalogisierer katalogisieren, müsste wenigstens ein Chat in der Katalogsuche angeboten werden. „Keep the gates open“ and „keep it simple“ – lauteten ihre hauptsächlichen Botschaften. Übrigens wüssten schon Schüler, dass man lieber zum Vati geht, wenn man eine Frage hat. Denn er gibt einfach die Antwort, während Mutti erst erklärt, wie man sie bekommt. 😉

„Kennen wir unsere Benutzer eigentlich?“ fragten sich Medea Seyder und Antje Michel von der Universitätsbibliothek München und starteten eine Umfrage unter ihren Studierenden. Sie sprachen ganz offen über ihre dabei gemachten Erfahrungen und Probleme und stellten uns schließlich ihre Ergebnisse zum Lernverhalten vor. Danach müssten Studierende in erster Linie Zeit sparen, brauchen unbedingt das Internet, aber auch Bücher und andere Medien. Wichtig ist ihnen eine gute Verpflegung während des Lernens am eigenen Laptop und ein ruhiges Plätzchen. Gut, hin und wieder darf es auch mal Gruppenarbeit sein. E-Medien werden gern genutzt, wenn man sie denn gefunden hatte, woran es eben noch haperte. Wollte man allerdings das gesamte Buch lesen, bevorzugen Studierende dann doch die Druckausgabe. Mit dem Auskunftsservice waren die Befragten sehr zufrieden. Die beiden Vortragenden boten übrigens auch die Nachnutzung ihres Fragebogens an.

Die Hochschule der Medien Stuttgart hatte ebenfalls eine Umfrage durchgeführt, allerdings speziell zum Thema „E-Books in Lehre und Studium“, deren erste Ergebnisse sie präsentierten. Die Suche nach Informationen wird demnach in Google und Wikipedia gestartet. Zumindest die Lehrenden haben elektronische Zeitschriften bereits in ihren Arbeitsalltag integriert, lesen längere Texte aber nicht gern am Bildschirm. E-Book-Reader haben bisher wenig Bedeutung. Sowohl bei Studierenden als auch bei Lehrenden sind gedruckte Büchern nach wie vor beliebt und online lesen zur Zeit eher die „zweite Wahl“, ergaben die ersten Auswertungen der Umfrage.

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14. Juni 2011 at 06:00

Bibliothekartag 2011 – Digitalisierung historischer Zeitungen

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Das Thema klingt jetzt vielleicht erst mal nicht so spannend, ist es aber durchaus. In der einleitenden Präsentation stellte Thomas Bürger von der SLUB fest, dass es keine lückenlose Sammlung der Zeitungsbestände in Deutschland gibt und auch kein nationales Portal der Digitalisierungen. Andere Länder sind da schon weiter. Und die Zeitschriftendatenbank ist zwar eine gute Datenbank für Bibliothekare, aber für Forscher nicht gerade intuitiv zu benutzen. Es gibt also noch viel zu tun.

Die DFG fördert bereits einige Zeitungsprojekte, erfuhren wir im Vortrag von Frau Müller aus der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen. So soll festgelegt werden, was überhaupt benötigt und gewünscht wird. Für digitalisierte Zeitungen ist die Auswahl über einen Kalender oder über eine Volltextsuche wichtig. Die Darstellung könnte mittels DFG-Viewer erfolgen und als Portal das  Zentrale Verzeichniss digitalisierter Drucke (zvdd) genutzt werden. Soweit die Zukunftsvision.

Die Erschließung über Volltexte wird doch als sehr wichtig angesehen, auch wenn diese noch viele Probleme mit sich bringt, erläuterte Günter Mühlberger in seiner Präsentation. Die Schwierigkeiten sind oft ähnlich wie bei den Büchern (Zustand der Publikation, alte Schrifttypen, alte Schreibweisen). Daher hat OCR hier gar keinen guten Ruf : „Sie macht Fehler und das auch noch für jeden sichtbar.“ Wobei eben die Frage lautet, lieber fehlerhaft als gar nicht?! Denn so können bereits viele Inhalte gefunden werden, auf die man sonst nie stoßen würde.

Wie wichtig historische Zeitungen sind, machte der Journalist Ernst Elitz deutlich. Handelt es sich doch um lebendige Zeitgeschichte. Gerade als es noch keinen Film gab und auch später, erfährt man durch dieses Medium, wie die zu der Zeit lebenden Menschen über ihren Alltag und nationale und internationale Ereignisse dachten, kann ihre Sprache und politischen Einstellungen nachvollziehen. Auch angehende Journalisten lernen viel für ihre Arbeit daraus. Auf die Frage, welches denn seine Lieblingszeitung wäre, antwortete der Journalist, dass man verschiedene Zeitungen lesen muss, denn um sich eine eigene Meinung zu bilden, benötigt man unterschiedliche Sichtweisen.

Außerdem wurden einige Projekte größerer Bibliotheken vorgestellt, wie die Erstellung der digiPress-Plattform der BSB München und die Sammlung der Deutschen Nationalbibliothek. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur historische Zeitungen eine Herausforderung sind, sondern auch aktuelle Online-Zeitungen einige Probleme bei der Archivierung mit sich bringen, da sie sich dynamisch verändern, Audio- und Videodateien enthalten können. Und wie macht man das überhaupt, als Screenshot oder Textdatei?! Nicht alle Verlage archivieren übrigens ihre Artikel ordentlich. Da sind also immer noch die Bibliotheken sehr gefragt, nicht nur als „Findbuch“.

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12. Juni 2011 at 10:00

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Bibliothekartag 2011 – Mobile Anwendungen für Bibliotheken

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Sehr innovativ startete der Block „Immer und überall erreichbar – Mobile Dienste im Bibliotheksumfeld“ (Donnerstag, TK9) mit dem erfrischenden Vortrag von Christoph Deeg. Er stellte einige verrückte Apps für Smartphones vor, wie beispielsweise das Auffinden versteckter Dinge mittels Geocaching (eine Art Schnitzeljagd) oder das gegenseitige Zuwerfen digitaler Fotos und machte deutlich, dass es nicht reicht, eine mobile Variante des Bibliothekskataloges anzubieten. Da müssten sich die Bibliotheken schon mehr einfallen lassen. Die Grundvoraussetzung für diesen kreativen Prozess ist, erstmal selbst herum zuspielen und die Möglichkeiten zu entdecken für Bibliotheksanwendungen, die Spaß machen. Außerdem kann man auch von seinen Bibliotheksbesuchern eine Menge lernen, zum Beispiel bei einem Smartphonehappening. Da treffen sich Leute und zeigen sich gegenseitig ihre Lieblingsapps, lernen sich persönlich kennen und helfen sich eventuell gegenseitig, oder wenn es gut läuft, vielleicht sogar der Bibliothek. Auf dem Bibliothekartag gab es übrigens auch so ein Smartphonehappening. Nur man kann eben nicht überall gleichzeitig sein. Die Vorschläge von C. Deeg, was es braucht, damit Bibliotheken bei mobilen Anwendungen up to date werden, standen auf einer Folie der Präsentation, siehe Foto.

Nach diesem Feuerwerk wurde es erstmal sachlicher. Die Bayerische Staatsbibliothek hat neben dem Bibliothekskatalog weitere Apps im Angebot. Seit einem Jahr gibt es „Famous Books“, komplette Digitalisate von 50 kostbaren Drucken und Handschriften der Bibliothek, beispielsweise dem Nibelungenlied, der Gutenbergbibel uvm., die speziell für iPad/iPhone-Anwendungen aufbereitet wurden. Ob das wirklich einer liest?! Jedenfalls steht diese App auf Platz 19 im Appstore, und wenn man nur Bücher betrachtet sogar auf Platz 2, wusste Klaus Ceynowa zu berichten. Und weil es so gut ankommt, gibt es seit Mai 2011 schon ein neues App in diesem Stil und zwar „Oriental Books“ oder vollständig „Oriental Treasures of the Bavarian State Library“, u.a. Koranhandschriften (Update 13.10.11: Artikel im Bibliotheksforum Bayern 2011, Heft 3). Ein weiteres App ließ die BSB anläßlich des 125. Todestages von König Ludwig II. in Bayern erstellen. Das Augmented Reality App blendet zu den Bauwerken, die im Zusammenhang mit dem König stehen, passend Informationen und 3D-Modelle ein uvm. (Update 27.09.11: Link zur Informationsseite der Bayerischen Staatsbibliothek).

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10. Juni 2011 at 18:52

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Bibliothekartag 2011 – Digitalisierung des kulturellen Erbes

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Als ersten Block am Mittwoch besuchte ich „Digitalisierung des kulturellen Erbes“ mit vielen verschiedenen Beiträgen. Auf einige möchte ich kurz näher eingehen. Zuerst ging es um die Digitalisierung in den Weimarer Kunst- und Bauhhochschulen. Das Einscannen erfolgt jedoch durch einen externen Anbieter, jeweils im TIFF-Format zur Archivierung und als JPEG zur Präsentation. Für den Workflow wird die browserbasierte Software Goobi eingesetzt. Die Bestände sind über Google auffindbar und in der Europeana recherchierbar.

Die Europeana war noch in zwei weiteren Beiträgen das zentrale Thema. Eine Hilfe für Bibliotheken, die sich mit ihren digitalisierten Beständen in diese europäische Datenbank einbringen wollen, bietet die EuropeanaLocal an. Es klang zumindest so, als wäre es nicht schwierig. 🙂 Ein weiteres Best-Practice-Netzwerk, das diese Datenbank voranbringen soll, ist EuropeanaConnect. Dort kann man insbesondere bei der Bereitstellung von Audiodateien Beratung erwarten. Auch mit Linked Open Data wird bereits experimentiert.

So einfach ist es allerdings gar nicht, ordentliche Digitalisate zu erzeugen. Was man alles beachten muss, zeigte Mark-Oliver Fischer in seiner anschaulichen Präsentation. Gerade bei älteren Texten mit älteren Schriften und von unseren Gewohnheiten abweichender Rechtschreibung hat so manche Software Probleme. Dem widmet sich das Projekt Impact (IMProving ACcess to Text).

Ein sehr schönes Projekt stellte Margret Schild mit dem Digitalen Kunst- und Kulturarchiv Düsseldorf (d:kult) vor (Präsentation). Verschiedene Kultureinrichtungen geben ihre Bestände in eine einheitliche Datenbank ein, die aus verschiedenen Modulen besteht, um den unterschiedlichen Anforderungen von Objekten, Personen, Medien, Ereignissen, Ausstellungen und Literatur gerecht zu werden. Spannend ist, dass man die Datensätze verknüpfen kann, z. B. ein erfasstes Kunstobjekt und die Publikation, in der es beschrieben wird.

Im letzten Jahr startete ein Langzeitprojekt (2010-2024) an der SUB Göttingen zur Digitalisierung der Materialien zu Johann Friedrich Blumenbach (1752 – 1840). Der Universalgelehrte hatte auch zahlreiche internationale Kontakte zu Wissenschaftlern seiner Zeit, was ihn für die Forschung interessant macht. So soll die Aufbereitung dabei helfen, die Erkenntnisprozesse im 18. und frühen 19. Jahrhundert und die Vernetzung der Forscher untereinander besser zu verstehen. Als Forschungsumgebung wird TextGrid verwendet, welches auch eine gute Anpassung der Schemata für die Metadaten der Textteile, Zeichnungen, 3D-Digitalisate von Objekten ermöglicht.

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8. Juni 2011 at 23:40

Bibliothekartag 2011 – Exzellenzinitiative und Ausbildung

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Der Nachmittag begann mit einem leckeren Stück Kuchen, Swets feierte sein 110. Firmenjubiläum. Inzwischen hatte sich der Konferenzbereich im Estrel deutlich gefüllt.

Ich hörte mir zwei Vorträge zur Exzellenzinitiative der Hochschulen statt. Gespannt war ich auch darauf, wie es sich auf Bibliotheken auswirkt. Leider ging es im entsprechenden Beitrag des Vortragenden der Bibliothek des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) mehr um die Geschichte, den Zusammenschluss der Einrichtungen, den strukturellen Aufbau und aktuelle Serviceleistungen. Nur eine Folie drehte sich um die Exzellenzinitiative und da gab es wenig Positives zu berichten. Die Bibliothek erhielt nichts von den Mitteln, sondern verlor durch Neueinstellung von Wissenschaftlern noch etwas von ihrer Geschäftsfläche, obwohl die Studierendenzahlen durch das wachsende Renommee anstiegen.

Dann ging ich zum Stand der Wissenschaftlichen Bibliotheken Berlin und Brandenburgs, denn dort war ich für eine Stunde Betreuung eingeteilt. Besonders interessant fand ich es, Kolleginnen aus anderen Bibliotheken zu treffen, die man sonst sicher nie kennengelernt hätte.

Stand der Wiss. Bibliotheken in Berlin und Brandenburg

Stand der Wiss. Bibliotheken in Berlin und Brandenburg

Gleich nebenan begann danach die nächste Session: Berufsbild heute und morgen. Natürlich war ich neugierig, was Prof. Hobohm über die Fernweiterbildung und die Erfahrungen der FH Potsdam aus dem ersten Kurs sagen würde. Ein weiterer Vortrag stellte den Masterstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft“ der FH Köln vor. Aus den Projekten der Studierenden ist das Buch „MALIS Praxisprojekte 2011″, Band 35 der Reihe B.I.T.online INNOVATIV entstanden, welches man auch online lesbar kann.

Da noch ein bisschen Zeit war, flitzte ich in die Zukunftswerkstatt und lies mir die E-Book-Reader zeigen, die man sonst nur von Bildern und Beschreibungen im Internet kennt. Vielen Dank übrigens an die nette Kollegin, die geduldig alle Fragen beantwortete. [Update 19.06.2011]: Inzwischen ist dazu auch ein Beitrag im Blog der Zukunftswerkstatt erschienen.

Der Abend endete mit einem wunderschönen Treffen mit Studienfreundinnen und einer großen Pizza im La Terrazza. 🙂

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8. Juni 2011 at 12:15

Bibliothekartag 2011 – KIBA Lounge

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Der 100. Bibliothekartag hat begonnen. Wie schon die Schreiber von Libreas Blog vor mir, hatte nun auch ich das Estrel gefunden. Ich war extra zeitig aufgestanden, da mich das Programm der KIBA Lounge am Vormittag interessierte. Teilweise bekam ich noch etwas vom Vortrag von Prof. Büttner mit, der über die Forschungsaktivitäten der FH Potsdam berichtete. Insbesondere ging es um neue Spezialisierungsgebiete wie den Umgang mit Forschungsdaten. Ein Projekt beschäftigte sich beispielsweise mit wissensbasiertem Klimadatenmanagement (wibaklimada), ein weiteres mit einem Werkzeugkasten für die Entwicklung von neuen Ideen in der Forschung (DataCreativity Tools).

Im Vortrag von Karsten Schuldt und Matti Stöhr [Update: Präsentation] ging es um Unkonferenzen (auch BarCamp genannt) im Bibliotheksbereich. Bereits zum 4. Mal fand dieses Jahr das BibCamp statt, wird laut Evaluation auch in den Leitungsebenen zunehmend anerkannt und die Teilnahme gefördert. Und weil gerade so viele Bibliotheksleute in Berlin sind, soll es am Freitag hier eine Unkonferenz geben und zwar den frei<tag>.

Tom Becker erläuterte in seinem Beitrag, warum Theorie und Praxis im Bibliothekswesen viel besser zusammen arbeiten und beidseitig davon profitieren könnten. Da er selbst aus der Praxis kommt und nun in der Lehre angekommen ist, hatte er gleich einige Beispiele parat. So könnten Evaluationen von Webseiten oder Online-Tutorien, die Bibliotheken gern hätten und aber keine Ressourcen dafür haben, von Studierendengruppen erarbeitet werden. Mindestens neue Anregungen und Ansätze zur Optimierung würden auf jeden Fall dabei entstehen. Solche Potentiale, von denen sowohl die Theorie als auch die Praxis profitiert, werden bisher viel zu wenig genutzt.

Um die Mittagszeit trafen die radfahrenden Bibliothekare ein. Sie sind von Kopenhagen bis Berlin geradelt. Alle Achtung! Und wie ich heute im Vortrag zu Unkonferenzen gelernt habe, zählt das auch als eine Unkonferenz.

CCycling for libraries

Cycling for libraries

Das war mein Dienstagvormittag auf dem Bibliothekartag. Sobald Präsentationen online sind, werden diese in den Berichten ergänzt. Alle Blogberichte zum Bibliothekartag sammelt bibliothekarisch.de.

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7. Juni 2011 at 22:15

Veröffentlicht in Bibliothekartag 2011

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