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Archive for the ‘Bibliothekskongress 2016’ Category

Videoclip vom #bibtag16

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Inzwischen habe ich noch einen kurzen Videoclip vom Bibliothekskongress erstellt:

 

Außerdem hatte ich folgende Beiträge über die Tage in Leipzig geschrieben:

 

 

Written by lesewolke

20. April 2016 at 07:50

Veröffentlicht in Bibliothekskongress 2016

Methoden bei Kursen und Veranstaltungen #bibtag16

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Folie aus dem Vortrag Bibliothekspädagogik

Folie aus dem Vortrag Bibliothekspädagogik

Mittwoch gegen Mittag drängelten sich Interessierte beim Podium der Verbände, denn Studierende der HTWK Leipzig berichteten von ihren Erfahrungen, die sie bei der praktischen Umsetzung von Methoden der Bibliothekspädagogik gemacht hatten (Präsentationsfolien). Im Schulungskonzept für wissenschaftliche Bibliotheken „Plagiat – (k)ein Problem?!“ wurden beispielsweise Argumente für ein Für und Wider gesammelt, auf Kärtchen geschrieben, an die einzelnen Studierenden verteilt, die diese dann bei einer Wechselrede in zwei Gruppen präsentierten. Advocatus diaboli – so heißt diese Methode. Zur Aufwärmung wurde vorher noch ein Tauziehen veranstaltet.

Abschließend machte Prof. Keller-Loibl, die Verantwortliche der HTWK-Lehrveranstaltungen für Bibliothekspädagogik, deutlich, dass man Methoden sinnvoll einsetzen sollte, und es wichtig ist & bleibt, dass die Teilnehmenden das Gefühl haben, beim Kurs etwas gelernt zu haben. Auch die Studierenden gaben ihre Erfahrungen gern weiter. Zum Beispiel sollte man sich über die Zielgruppe im Klaren sein. Zu viele Methoden in einer Veranstaltung sind keine gute Idee. Außerdem ist es unbedingt empfehlenswert, vorher eine Generalprobe durchzuführen, eventuell mit den eigenen Mitarbeitern. Die Zeitplanung ist nämlich gar nicht so einfach. Und wenn man im Plan etwas ändert: testen!

Fotostory mit PhotoGrid

Fotostory mit PhotoGrid

Apropos Methoden: Mitmachen war beim Workshop Fotostory 2.0: Der Comic zum Bibliothekskongress angesagt. Claudia Philipp von der Computerspielschule hatte reichlich Material vorbereitet. Unter anderem sortierten wir in Gruppen Fotos technischer Geräte nach der geschätzten Verbreitung in Wohnungen und Kinderzimmern verschiedener Altersgruppen. Außerdem versuchten wir uns in Zweigruppen mit einem Tablet und einer Anleitung für die App PhotoGrid an einer eigenen, kleinen Fotostory. Ein Ergebnis aus diesem Workshop ist links im Bild zu sehen. 🙂

Anschließend erfuhren wir einiges von der Aktion „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien„, welches vielfältige Projekte unterstützt. Ein Beispiel dafür war der Workshop „Welche Richtung?„, bei dem Jugendliche mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund ihre Geschichte mit Tablets und Trickfilmelementen gestalteten. Die Ergebnisse kann man in einem Video bei Youtube sehen.

Written by lesewolke

20. April 2016 at 07:35

Social Media & Wissenschaft #bibtag16

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Button zum Test der Typen von Social-Media-Nutzern / Goportis

Button zum Test der Typen von Social-Media-Nutzern / Goportis

Im Jahr 2013 hatte Goportis – Leibniz-Bibliotheksverbund Forschungsinformation eine Studie zur Nutzung von Social-Media-Anwendungen durch Wissenschaftler durchgeführt. Dabei kristallisierten sich vier Typen heraus: Mr Nerd, Mr Tech, Ms Maker sowie Mr Classic. Die Ergebnisse wurden auf dem Bibliothekartag 2014 innerhalb des Workshops Science 2.0 in Bremen vorgestellt. Außerdem konnte man am Stand von Goportis testen, zu welcher Gruppe man selbst gehörte.

In der Zwischenzeit wurde eine weitere Studie durchgeführt (1354 gültige Datensätze), bei der ermittelt wurde, was die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den sechs beliebtesten Tools im beruflichen Kontext tun. In ihrem Vortrag berichteten Birte Lindstädt & Doreen Siegfried über die Resultate (Präsentationsfolien). Das meistgenutzte Tool ist mit 84,7 % die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Hier werden Beiträge gelesen, recherchiert und auch Quellen gesichtet. Immerhin 63,4 % nutzen Werkzeuge zum Teilen (vor allem Dropbox) ihrer Präsentationen, Forschungsdaten, Arbeitspapiere aber auch Zeitschriftenartikel und Lehrmaterialien. Berufliche und wissenschaftliche Netzwerke sind bei 55,6 % beliebt (Researchgate, Xing, LinkedIn). Sie werden zur Kontaktpflege, zum Knüpfen neuer Kontakte verwendet. Einfach Präsenz zeigen oder sich über neue Publikationen und Themen informieren sind weitere Nutzungen. Literaturverwaltungsprogramme landeten auf Platz 5 der Social-Media-Tools (38,7 %). Ganz vorn dabei ist hier Citavi (45,3 %), gefolgt von Mendeley (24,8) und Endnote (21,6%). Weitere Infos, Zahlen und eine Auswertung, was die jeweiligen Social-Media-Typen bevorzugen, findet man in der Broschüre „Nutzung von Social-Media-Diensten in der Wissenschaft„.

Ein neues Format zur Verbreitung von Informationen und Literatur testete das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. „Information Push für Ökonomen – Aktuelles Wirtschaftsthema“ so lautete der Titel des Vortrags (Abstract). Monatlich werden einleitende Artikel zu aktuellen Wirtschaftsthemen erstellt (Beispiel) und dazu eine Literaturliste mit frei verfügbarenen Online-Ressourcen sowie passenden Tweets eingeblendet. Diese Internetseite wird dann in sozialen Netzwerken, wie Facebook (Beispiel) oder Twitter (Beispiel) geteilt.

Written by lesewolke

23. März 2016 at 14:30

Lernräume in der Bibliothek #bibtag16

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Um die ganz reale Raumgestaltung drehte sich einem der ersten Vortragsblöcke „Perspektive Lernraum I“, noch vor der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung. Der Trend ging hier zur Einbeziehung der Bibliotheksnutzer. Die „Verwendung der Prototyping-Methode zur Entwicklung von Lernumgebungen“ stellten Claudia Lienhard und Raymond Grenacher vor (Präsentationsfolien). Zwei Arbeitsräume und eine Lounge dienten als Testobjekt. Sie wurden mit vorhandenen Möbeln eingerichtet und dann bei „Observation walks“ beobachtet, ob und wie sie angenommen werden. Dazu kamen eine Feedbackwand und spezielle Interviews mit Fragen: Was gefällt, was fehlt usw. In einem Workshop durften Studierende dann selbst die Einrichtung umgestalten. Was konnte man dabei lernen? Die Nutzung der Räumlichkeiten als ruhiger Ort, als Gruppenarbeitsraum oder Lounge ist abhängig vom Zeitpunkt (hier insbesondere dem Studienablauf). Eine gemütlich eingerichtete Lounge wird auch gern zum Lernen genutzt und nicht nur als geplanter Erholungsraum, denn Studierende mögen es bequem. Tja, und so ein Methodenmix ist ganz schon ressourcenintensiv.

Offensiver ging die UB Rostock bei ihrem Konzept „Innenarchitekt auf Zeit: Bibliotheksbenutzer richten sich ein“ vor (Präsentationsfolien). Hier sollten die für das Projekt angeworbenen Studierenden selbst entscheiden und bei einem festen Budget sowohl Möbel aussuchen als auch die Gestaltung entscheiden. Dabei stand ein Innenarchitekt hilfreich zur Seite und beantwortete Fragen, was welche Einrichtung bewirken könnte. Natürlich muss auch das Gebäudemanagement Entwürfe absegnen (Sicherheit, Brandschutz usw.). Die Studierenden wurden mit Büchergutscheinen und einer Umsetzungsgarantie motiviert. Für dieses Konzept sprach laut Jens Ilg, dass es hier wirklich um gelebte Kundenorientierung handelt. Die Nutzer konnten ihre Gestaltungsenergie gleich ausleben und wünschten sich tatsächlich Tische, die man kombinieren und verschieben kann. Außerdem waren Bilder von/für Studierende und Grünpflanzen gewollt. Da letztere auch gepflegt werden müssen, wurden Pflanzenpatenschaften eingerichtet. Das klappte mal mehr mal weniger gut. Haken dabei sind die regelmäßige Pflege aber auch, dass nicht jede Pflanze an allen Standorten gedeiht. Das Ergebnis der Einrichtung war insgesamt konservativer, als man dies erwarten konnte. Es gab auch Gegenargumente. Man trifft nie alle Geschmäcker. Die Methode ist aufwendiger als selbst zu entscheiden und hatte zudem den Nebeneffekt, dass die Nutzer auch bei anderen Themen aktiver wurden und mehr Feedback gaben. 😉

Lernraum-Navigator / Christoph Ackermann, Folie 8

Lernraum-Navigator / Christoph Ackermann, Folie 8

Mit der Suche nach einem passenden Lernraum befasste sich Christoph Ackermann (Präsentationsfolien). Der Lernraum-Navigator ermöglicht die Suche nach einem geeigneten Lernort. Vorher mussten die Lernorte katalogisiert werden. Welche Möglichkeiten sich hier anbieten, zeigt die Beispielfolie. Die häufigste Anfragen lauteten später: Wo darf man mit Essen / Tasche lernen. Neben Verboten könnten nämlich Regeln auch postitive Hinweise enthalten, wie in Beispielen anderer Bibliotheken zu sehen war.

Um die Durchsetzung von Regeln drehte sich der Vortrag „Was tun, wenn der Platz nicht reicht? oder die Verwaltung des Mangels“ von Ute Engelkenmeier & Gerd Richter (Präsentationsfolien). Thema war hiervor allem die Nutzung von Parkscheiben, damit Plätze nicht unnötig belegt werden.  Nutzer hatten sich darüber beschwert. Unter dem Namen „Für ein faires Miteinander“ wurde daraufhin intensiv mittels Öffentlichkeitsarbeit auf die Nutzung von Parkscheiben speziell in der Prüfungszeit hingewiesen und begründet, dass es um gleiche Chancen auf einen Arbeitsplatz geht. Die MitarbeiterInnen wurden in die Planung einbezogen, Vorgesetzte beteiligten sich ebenfalls an dieser unangenehmen Aufgabe. Bei Rundgängen zu zweit (wegen möglicher Konflikte) wurden die Sachen von Nutzern, die keine Parkscheibe benutzt oder die halbe Stunde überzogen hatten, beseite gelegt +  Hinweiszettel. Ein wichtiger Effekt dabei: andere Nutzer sehen, dass wirklich etwas passiert, wenn die Regeln nicht eingehalten werden.

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23. März 2016 at 08:50

Autorenidentifikationssysteme beim #bibtag16

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Katalogisierer kennen das Problem: die eindeutige Zuordnung von Publikationen zu einer bestimmten Autorin oder einem Autor in der Normdatei. Schwierig wird es bei der Abkürzung von Vornamen, dem Wechsel der Einrichtung oder gar Namensänderungen (z.B. durch Heirat, Scheidung). Die Open Researcher Contributor Identification Initiative rief mit ORCID (= Open Researcher and Contributor ID) eine internationale Plattform ins Leben, wo sich jeder Forschende kostenfrei registrieren kann, einen Identifikator erhält und seine Publikationen verknüpfen kann. Josh Brown, Regionaler Direktor für Europa, erklärte, dass es bereits viele Partner gibt und inzwischen auch Zeitschriften bei der Artikeleinreichung eine ORCID verlangen. Übrigens bietet die Plattform auch Privateinstellungen (public, limited, private) für die eingebenen Daten.

Heinz Pampel berichtete über die Pläne von ORCID DE. Die Europäische Kommission, Wissenschaftsorganisationen und der Wissenschaftsrat empfehlen die Nutzung der ORCID. Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft startet deshalb ab dem 1.5.2016 ein Projekt zur Etablierung in Deutschland. Neben den Projektpartnern Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Deutsche Nationalbibliothek und Universitätsbibliothek Bielefeld konnten einige Hochschulen und Institutionen als Kooperationspartner gewonnen werden. Es soll eine zentrale Anlaufstelle mit Ansprechpartnern, Webseite, Webinare, Workshops usw. geschaffen und geprüft werden, ob ein nationales Konsortium sinnvoll wäre. Weitere Informationen zum Vorhaben enthalten die Präsentationsfolien, die Projektbeschreibung sowie der frei zugängliche Artikel „ORCID – Offener Standard zur Vernetzung von Forschenden“ von Heinz Pampel und Martin Fenner.

Hartmann, Sarah: ORCID und GND, Folie 7

Hartmann, Sarah: ORCID und GND, Folie 7

Sarah Hartmann von der Deutschen Nationalbibliothek erläuterte, welche Überlegungen es innerhalb des Projektes ORCID DE zur Verknüpfung der ORCID mit der GND (Gemeinsame Normdatei) gibt. So könnte beispielsweise automatisch ein Eintrag in der GND angelegt werden, sobald es eine neue ORCID gibt (siehe Folie). Beim Matching der Daten müssten neben den Personendaten auch zugehörige Publikationen herangezogen werden. Dabei würden eventuell Veröffentlichungen aus ORCID, BASE, dem DNB-Bestand sowie weiteren Bibliotheksbeständen eine Rolle spielen.

Doch wie bringt man die Hochschulangehörigen dazu, sich für ORCID zu entscheiden. Torsten Reimer vom Imperial College London, einem institutionellen Mitglied bei ORCID, hatte eine radikale Methode parat (Präsentationsfolien). Alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seiner Einrichtung wurden darüber informiert, dass für sie eine ORCID angelegt wird und konnten bis zu einen festgesetzten Termin widersprechen. Von 4.000 Leuten hatten 25 Forschende Vorbehalte, davon nur ein einziger wegen der Privatsphäre. Die Verlinkung der ORCID mit dem Universitätssystem musste dann allerdings von den Forschenden selbst erfolgen. Die Aktion wurde über Flyer, Departments, die Bibliothek und Social Media verbreitet und von Universitätsleitung und Rechtsabteilung unterstützt. Wichtig ist es, per Mail wirklich nur kurz und knapp zu kommunizieren – vier Absätze sind schon zu viel. Da auch regelmäßig neue Forschende dazu kommen, reicht eine einmalige Aktion nicht, so die Erkenntnisse dieses Versuchs.

Martin Fenner stellte schließlich in seinem Beitrag fest, dass die Software vieler Repositorien bereits ein Datenfeld zum Eintrag des ORCID enthält, wenn es auch aktuell nicht überall angezeigt wird. Mit einer zunehmenden Verbreitung und Bekanntheit dieses Identifiers wird die Sichtbarkeit zunehmen.

Update 26.5.16: Alle Präsentationsfolien wurden auf der Internetseite der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) veröffentlicht.

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21. März 2016 at 10:30

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Offene Metriken für wissenschaftliche Daten #bibtag16

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In seiner Einleitung erklärte Daniel Beucke einiges zu offenen Metriken (Präsentation). Bekannt sind diese auch unter dem Begriff Altmetrics. Wobei „alt“ hier für alternativ steht. Die bisherigen Messungen basieren auf dem Impact Factor der Zeitschrift, in welcher der Wissenschaftler es geschafft hat, seinen Artikel zu platzieren. Dieser Faktor sagt also eigentlich etwas über die Beliebtheit der Zeitschrift aus und nichts über die konkrete Forschungsleistung des Artikelautors. Bekannterweise gibt es zahlreiche weitere Kritikpunkte am Journal Impact Factor (JIF). Neuerdings beschäftigen sich daher einige kommerzielle (Altmetric, Plum, Impactstory) und freie (Crossref, Plos, Lagotto) Anbieter mit Altmetrics, also Statistiken zur Verbreitung von Artikeln über soziale Netzwerke und Downloads. Arbeitsgruppen bei NISO und COAR versuchen Standards festzulegen, was und wie gezählt wird.

NISO veröffentlichte beispielsweise dazu den Entwurf Altmetrics Data Quality Code of Conduct, den man noch bis zum 31. März 2016 kommentieren kann, wie wir von Martin Fenner (Präsentation) dem 2. Redner dieses Vortragsblocks erfuhren. Er arbeitet mit an Lagotto, einer Software die Open Source sein soll, bei die Ermittlung der Werte transparent ist und sich bei der Messung ebenso wie Altmetric vor allem auf DOIs konzentriert. Stephan Büttgen von EBSCO stellte Plum Analytics vor. Dabei werden verschiedenste Veröffentlichungsarten und Identifikatoren herangezogen.

Gernot Deinzer von der Universitätsbibiothek Regensburg (Präsentation) sah sich die Downloads vom Repositorium der Hochschule an und stellte fest, dass vor allem Hochschulschriften heruntergeladen werden, für Zweitpublikationen gilt dies deutlich weniger. Meist gelangen die Leser über andere Universitätsseiten oder Wikipedia zu den Veröffentlichungen, eher selten über den Bibliothekskatalog. Interessant könnte auch der EZB-Linkingdienst werden, um darüber eine Weiterleitung zu Artikeln zu zählen.

In der abschließenden Diskussion wurden Altmetrics eher als zusätzliche Messung und nicht als Alternative zum JIF gesehen. Die ermittelten Zahlen sollten angeboten werden. Eine Interpretation muss den Forschenden selbst überlassen werden. Obwohl diese ähnlich problematisch ist, wie beim JIF. Aufmerksamkeit erregen bedeutet nicht immer, dass Ergebnisse als positiv angesehen werden. Gerade umstrittene Thesen können viele Zitationen und Verlinkungen nach sich ziehen. Zur Zeit können zudem nur Portale in die Messung einbezogen werden, die eine API-Schnittstelle haben. Das gilt z. B. nicht für Researchgate, einem gern genutzten Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Weiterhin benötigen Dokumente, die in die Messung eingehen, einen Identifier, idealerweise eine DOI. Außerdem wurde eine größere Verbreitung der Anzeige von Nutzungsstatistiken in Repositorien gewünscht, bei Zweitpublikationen am liebsten zusätzlich diejenigen vom Original. Bewertungen der Leser (z.B. Sterne) für Beiträge könnten eine weitere Form der Messung sein. Allerdings gelten diese als etwas abschreckend für Autoren.

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21. März 2016 at 10:00

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Gelesen in Biblioblogs (11.KW’16)

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Messe Leipzig

Messe Leipzig

In der letzten Woche war der 6. Bibliothekskongress in Leipzig. Eine Sammlung der Blogbeträge findet man wie immer bei Bibliothekarisch.de. Einige Präsentationen sind bereits auf dem OPUS-Server des BIB zu finden. Überrascht war ich davon, dass überwiegend Abstracts eingestellt wurden. Auf einem Repositorium hätte ich nur Volltexte/Folien erwartet. Deshalb hier noch ein Filterversuch.

Im Anschluss an den Kongress fand gleich das nächste große Ereignis statt – die Leipziger Buchmesse (mein Beitrag dazu).

Medinfo meldete, dass die ZB Med Köln bis 2019 abgewickelt werden soll. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft vermisste in seiner Einschätzung demnach „insbesondere ein überzeugendes Forschungskonzept, auf dessen Grundlage die digitalen Angebote weiterentwickelt werden könnten.“ und kritisierte mangelnde Zusammenarbeit mit nahegelegenen Hochschulen. Infobib verlinkte auf die Pressemitteilung der ZB Med. Inzwischen gibt es weitere Meinungen dazu. Bibliothekarisch.de fasste dies in einer Annotierten Linkliste R.I.P ZB MED zusammen.

Der Hype um E-Books ist verflogen“ meinte futurezone. Schneeschmelze realivierte diese Einschätzung, denn in der S-Bahn sieht man häufig, dass E-Book-Reader und Tablets zum Lesen genutzt werden. Dazu kann ich nur anmerken, ich lese selbst wieder mehr, seit ich einen E-Book-Reader habe, bin aber trotzdem ein schlechter Kunde, wenn es um den Kauf von E-Books geht. Bisher genügen mir meist die Onleihe oder kostenfreie Angebote.

Wenn man im Lizenzhinweisgenerator den Link eines Wikipedia-Artikels eingibt, dann erscheinen zugehörige Bilder. Nach der Bildauswahl werden die Nutzungswünsche abgefragt und ein passender Lizenznachweis erstellt, den man dann in dann verwenden kann (via Fortbildung in Bibliotheken).

Eine nette Szene zum Zettelkatalog fand Haferklees Ausblicke bei Commissario Brunetti. Ob Bibliothekare wohl heute im digitalen Zeitalter gesünder leben? In einem Zeitungsbeitrag von 1853 verwies man tatsächlich auf zahlreiche Fälle, die dem Wahnsinn verfallen waren, siehe VÖBBlog.

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21. März 2016 at 08:30

Apps und Filme beim #bibcast

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Seit 2014 arbeiten Linda Freyberg und Sabine Wolf aus dem Bereich Informationswissenschaften der FH Potsdam am Projekt mylibrARy. Eine Argumented Reality-App die Bausteine anbietet, welche dann von Bibliotheken für ihre lokalen Bedürfnisse angepasst werden können – das ist das Ziel ihrer Entwicklung (Blog des Projektes). In ihrem Vortrag boten sie einen Blick hinter die Kulissen. Zudem wurden nette Beispiele für jene gezeigt, die sich bisher noch gar nicht mit Augmented Reality beschäftigt haben, wie die TimetravellerApp, die am Berliner Mauerstreifen historische Bilder/Filme zeigt oder die niedlichen Pinguine, die helfen, den Weg zu finden. Und daher lautete der Titel des Vortags auch „Wo geht’s zur Bibliothek? Die Pinguine wissen’s!

Nachdem die Programmierung der App seitens des kommerziellen Partners im Gange war, wurde dieser leider von einer größeren Firma aufgekauft, und das Projekt erlebte einen herben Rückschlag. Inzwischen ist aber ein neuer Partner an Bord. Aktuelle Möglichkeiten sind die Erkennung von ISBN und QR-Codes, auch eine Bilderkennung ist möglich. Beispielsweise kann man per ISBN ermitteln, ob ein Buch in einer umliegenden Bibliothek angeboten wird. Nach einer Bilderkennung vor Ort könnten jeweils passenden Erläuterungen verknüpft werden. Die Rechte an der Nachnutzung hat die aktuelle Entwicklungsfirma. Was die App kosten würde, ob sie sich in bestehende Apps integrieren ließe usw. konnten die Vortragenden noch nicht beantworten.

Den „Beitrag der Universitätsbibliothek zur App der RWTH Aachen University“ erläuterten Dominik Schmitz und Moritz Hübner. Hier wurden Funktionalitäten der Bibliothek, die für die Studierenden wichtig sind, in die bereits bestehende App der Universität integriert. Das reduziert den Aufwand, und die Anwender müssen nicht mehrere Apps herunterladen. Verfügbar ist z.B. eine Kontofunktion, die zeigt, welche Bücher man ausgeliehen hat. Man kann diese sofort über die App verlängern. Wie die Verknüpfung zum Bibliothekssystem technisch funktioniert, wird im Vortrag erklärt. Beim Update des Bibliothekssystems sind schon mal leichte Anpassungen nötig. Weiterhin wird der Direktchat auch für die Bibliothek angeboten und über eine WLAN-Auslastung ermittelt, wo sich wahrscheinlich freie Arbeitsplätze befinden. An der Entwicklung der App waren die Studierenden über einen Ideenwettbewerb beteiligt. Mit einer Raumsuche fing alles an und wird kontinuierlich ausgebaut. 40.000 Installationen zeugen für die Beliebtheit dieser App.

Im Vortrag „Wohin mit meinen Filmen? Nutzerorientierte Dienstleistungen für audiovisuelle Medien aus der Wissenschaft.“ zeigte uns Sven Strobel von der TIB Hannover das TIB|AV-Portal seiner Universität. Denn es ist nicht mehr ungewöhnlich, wissenschaftliche Inhalte über Videos zu vermitteln. Diese zu archivieren, genau inhaltlich zu erschließen und ziterfähig zu machen, ist die Aufgabe dieses wissenschaftlichen Filmportals.

Aufgrund seines Entstehungsprozesses ist das Portal leider nicht Open Source. Wenn das Thema inhaltlich passt (Kernfächer: Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik), dann ist der Upload jedoch nicht auf die TIB beschränkt. Bedenken muss man jedoch die zahlreichen Rechte, die zur Veröffentlichung benötigt werden. Denn meist sind mehrere Personen an der Erstellung beteiligt, es werden Materialien gezeigt und/oder sind Personen zu sehen. Sind alle Rechte geklärt, bietet das Portal tolle Features. Aus dem gesprochen/gezeigten Text sowie den Metadaten werden Begriffe erkannt und mit einer Liste von GND-Begriffen abgeglichen. Diese Begriffe, ihre Synomyme und englischen Übersetzungen sind recherchierbar. Bei den Treffern wird genau angezeigt, in welchem Bereich des Videos das gewünschte Thema auftaucht. Das Video selbst erhält eine DOI. Für eine bestimmte Filmsekunde kann ebenfalls ein Zitierlink erzeugt werden.

Übrigens sind im Moment alle Videos des #bibcast 2016 bei Youtube zu finden und werden dann nach und nach im TIB|AV-Portal eingestellt.

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10. März 2016 at 19:15

Das Ende der Zeitschriftenabos? Gold Open Access beim #bibcast 2016

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Inzwischen habe ich mir nun wenigstens mal eine Videoaufzeichnung eines Vortrag des #bibcast angesehen und zwar „Gold Open Access verändert Bibliotheken – ein Call-To-Action“ / Bernhard Mittermaier [Update: Präsentationsfolien]. Es ist ja schon so viel über Open Access geredet und geschrieben worden, doch hier handelte es sich um eine klare, sachliche Auseinandersetzung mit ganz praktischen Fragen und Problemen, die auf Bibliotheken zukommen, wenn hauptsächlich Open Access veröffentlicht wird. Ein absolut empfehlenswerter Vortrag! Eine Zusammenfassung bietet das Etherpad. Aber da es wohl nicht dauerhaft gespeichert wird, habe ich mich trotzdem für einen Überblicksbeitrag entschieden.

Bernhard Mittermaier, Leiter der Bibliothek des Forschungszentrums Jülich, rechnete in seinem Vortrag vor, dass wir 2023 bei 50% und 2027 bei 100 Prozent angekommen wären, wenn die Entwicklung in Richtung Open Access so fortschreitet wie in den letzten 2 Jahrzehnten. Das zumindest der überwiegende Teil auf Gold Open Access umsteigt, ist gar nicht so utopisch. Bereits jetzt werden Offsetting-Verträge mit einem Ausgleich von Artikel- und Subskriptionsgebühren geschlossen (Niederlande, Österreich, Großbritannien). Die Vergabe von Forschungsgeldern ist immer öfter an eine spätere OA-Veröffentlichung gekoppelt. Die Max Planck Digital Library hat ermittelt, dass sich ein globaler Umstieg auf Open Access durchaus lohnen würde, siehe Hinweis auf die Studie von 2015. Das könnte eine Bedrohung für wissenschaftliche Bibliotheken bedeuten, die sich weiter hauptsächlich auf die Subskription von Zeitschriften konzentrieren.

Eine andere Möglichkeit der Reaktion auf das zu erwartende Szenario ist die offensive Auseinandersetzung mit dieser Entwicklung. Doch warum sollte sich eine Bibliothek statt um Abos nun um Artikelgebühren kümmern? Die Antwort liegt in der besseren Verhandlungsposition gegenüber Verlagen und der Aushandlung von Rabatten. Auch hier könnten Konsortien zum Einsatz kommen, und zwar am besten gleich auf nationaler Ebene.

Die Bibliothek des Forschungszentrums Jülich sieht die Zukunft in der Bearbeitung der Article Processing Charges (APCs) . Knapp 300 Rechnungspositionen für Zeitschriftentitel würden zukünftig durch 2000 Artikelrechnungen abgelöst. Das wäre ein erheblicher Mehraufwand, der hoffentlich bald durch die Entwicklung standardisierter, maschinenlesbarer Rechnungen & Datenlieferungen aufgefangen wird. Das DFG-Projekt INTAKT beschäftigt sich damit.

Aber das ist längst nicht das einzige Folgeproblem. Vermutlich ist zeitweise mit einem starken Anstieg der Dokumentlieferungen zu rechnen, denn eine Umverlagerung der Kosten durch Abbestellungen von Abonnements ist nicht unrealistisch.

Die Verantwortung über die Kostenzuweisung sieht Mittermeier bei der Universitätsleitung. Sie muss entscheiden, ob es einen Publikationsfond in einer festgelegten Summe gibt, Artikelgebühren jeweils nur bis zu einer bestimmten Höhe gezahlt werden oder alles nach oben offen ist. Unklar ist, wie die Autoren und Verlage auf solche Vorgaben reagieren könnten.

Neben der Artikelverwaltung ist es weiterhin wichtig, dass sich Bibliotheken um die Zugangsinformationen in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek kümmern. Doch für welche Zeitschriften ist eine Einrichtung zuständig und wertet zudem Statistiken aus, wenn (fast) alles grün ist? Als Kriterien wurden im Vortrag z.B. eine Auswahl relevanter Titel genannt, weil eigene Wissenschaftler darin publizieren oder daraus zitieren oder wenn die Einrichtung diese tatsächlich noch abonniert. Die Frage der Langzeitarchivierung – nicht alle Verlage gibt es ewig – muss ebenfalls geklärt werden.

Abschließend machte Mittermaier auf ein weiteres Aufgabengebiet aufmerksam, dem bibliothekarischer Know-How gut tun würde: das Forschungsdatenmanagement. Er empfiehlt zusätzlich einen Datenkurator, der zwischen Bibliothek, Wissenschaft und IT vermittelt. Als Anreiz für die Nutzung eines zentralen Systems wurde die Weiterverwendung der Daten bei interdisziplinären Forschungen genannt.

Written by lesewolke

8. März 2016 at 20:30