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Archive for the ‘Bibliothekskongress 2019’ Category

Highlights auf dem #bibtag19

Pepper

Wie immer gab es ein Wiedersehen mit vielen guten Bekannten der Bibliothekswelt. Bei der Eröffnungsveranstaltung hörten wir verschiedene Reden. Neben anderen sprach die Prinzessin Laurentin der Niederlande. Sie zeigte sich erstaunlich gut informiert und forderte die Bibliotheksleute auf, nicht schüchtern zu sein, sondern die wichtigen Entscheider ihrer Stadt persönlich kennen zu lernen! Haben Sie denn schon die Mobilfunknummer des Bürgermeisters? Für musikalische Stimmung sorgten die Cakewalkin‘ Babies.

Im Laufe des Kongresses wurden tolle Projekte ausgezeichnet, zum Beispiel beim Best-Practice-Wettbewerb Informationskompetenz. Er stand 2019 unter dem Motto „Gamen, Zocken, Daddeln… Spielerische Wege der Förderung von Informationskompetenz in Bibliotheken“. Auf Platz 1 landete die Stadtbibliothek Berlin-Mitte „Das verschollene Manuskript″. Die Teilnehmer müssen im Stil eines Escape-Rooms verschiedene Rätsel lösen. Der Raum ist schon auf Monate ausgebucht. Platz 2 ging an die „Fakehunter“ der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. An praktischen Beispielen sollen hier Schüler lernen, Artikel nach ihrer Seriosität zu beurteilen. Den 3. Platz erhielt „Lost in Antarctica“, ein Spiel das schon beim letzten Bibliothekartag für viel Aufsehen sorgte.

Auf dem Podium der Verbände wurden die Zukunftsgestalter 2019 ausgezeichnet. Den Preis teilten sich zwei Projekte. Der Online-Kurs „Data EDUcation an der UDE“ (Universität Duisburg-Essen) erhielt einen Preis. Hier lernen die Studierenden, wo man nach Statistiken recherchieren und wie man diese nutzen kann. Die Mitarbeit und Nachnutzung wird angestrebt, siehe BibBlog der Universität Duisburg-Essen. „Make it – mobiles Makerspace für Schulen“ der Stadtbibliothek Greven erhielt ebenfalls diesen Preis. Die verschiedenen Tool werden sowohl direkt bei Workshops in der Bibliothek eingesetzt als auch an Schulklassen verliehen werden. Wie man den Umgang lernt, wurde gefragt. Einfach selbst ausprobieren, mal mit auf einen Kindergeburtstag nehmen – dann sprudeln die Ideen.

In der Moritzbastei zeigten die Bibliothekswelt mal wieder, dass sie ausgelassen feiern kann. Maria König Kapelle rockte die Tonne und schrieb anschließend bei Facebook (mit Video): „Der totale Abriss gestern Abend in der Moritzbastei! 🎉 Ihr werdet mit jedem Mal immer nur noch verrückter, ihr wilden Teilnehmer des Bibliothekartag Bibliothekskongress Leipzig. Es war soooo schön mit euch. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal. 😍“ Dieses Kompliment können wir der Kapelle gern zurückgeben.

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29. März 2019 at 08:15

Veröffentlicht in Bibliothekskongress 2019

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Mit Zahlen steuern – #bibtag19

Um die Entwicklung von eUsage, einem Modul der geplanten Bibliothekssoftware Folio drehte es sich im ersten Vortrag (Abstract). Dabei sollten die gewünschten Counter-Statistiken der lizenzierten E-Medien bei den Verlagen automatisch heruntergeladen, und dann über das Modul in den Formaten xml, JSON oder csv angeboten werden.

COUNTER Code of Practice Release 5 in der Praxis / Irene Barbers. Bibliothekskongress 2019, S. 6

Irene Barbers erklärte in ihrem Vortrag die Counter-Statistiken und zwar insbesondere die Unterschiede von Counter Release 5 zur Version 4. Die Folien sind bereits online. Die PDF und HTML-Nutzung wird nicht mehr getrennt ausgegeben, da es hier oft zu einer doppelten Zählung kam. Es wird zwischen Investigations (also auch Inhaltsverzeichnisse, Abstracts usw.) und Requests (Volltexte) unterschieden. Darüber hinaus wird zusätzlich eine Nutzung gezählt, auch wenn eine Person in der Session mehrere Kapitel eines E-Books anklickt. Das soll die Zahlen realistischer machen. Bisher haben JSTOR und J-STAGE umgestellt. Weitere Anbieter werden sicher folgen.

Für Bibliothekare sind diese Metriken beispielsweise interessant, um zu entscheiden, welche Lizenzen weiterlaufen und welche storniert werden können. Die Universitätsbibliothek Kassel berechnet beispielsweise den Wert für eine Nutzung (Abstract). Ist diese angesichts der Lizenzkosten derzeit teurer als 100 Euro, wird eine Abbestellung erwogen. Die Lehrstühle können ihr Veto einlegen, müssten dann aber selbst die Kosten übernehmen. Mit dieser Methode sollen Mittel für neue Lizenzierungen frei werden, die nach 2 Kalenderjahren ebenfalls auf ihren Kosten-Nutzen evaluiert werden. Nun klingt das zwar sehr vernünftig, hat aber den Haken, dass Abb- und Neubestellungen eher kleinere Verlage treffen, denn es gibt die großen, fächerübergreifenden Verträge, bei denen keine Einzelentscheidungen möglich sind und die eine großen Teil des jährlichen Erwerbungsetats ausmachen. Die gedruckten Zeitschriften sind mangels statistischer Nutzungserfassung (Präsenzbestand) von der Evaluation ausgenommen.

Interessieren sich Wissenschaftler eigentlich für Metriken? Damit beschäftigt sich gerade eine Studie der SUB Göttingen (Abstract). Zumindest den Journal Impact Factor kennen viele Forschende, auch wenn sie nicht genau wissen, wie die Zahlen zu stande kommen. Zeitschriften mit hohem JIF sind angesagt, weil die Publikation dort gefordert wird und Prestige verspricht. Altmetrics wird dageben nicht vertraut, seitens der Wissenschaftler zeigen sie eher Popularität an, sind manipularbar und schlecht vergleichbar. Bei den Zahlen zu Zitationen wurde der Wunsch geäußert, dass man auch sieht, wie oft positiv oder negativ zitiert wurde. Die Empfehlung hinsichtlich der Metriken lautete, dass es Forschende unbedingt lernen und verstehen sollten, was hinter den Metriken steckt. Obwohl das Wort „Metriken“ im Weiterbildungsangebot kein Zugpferd ist. Darüber hinaus kann das Interesse am Thema auch dadurch geweckt werden, dass beispielsweise die Publikationsserver Metriken anzeigen.

Im Wikiversum wirken“ (Folien) hatte eher indirekt mit Statistiken zu tun. Bei einem Serverumzug der Online-Publikationen der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) gab es Nachfragen zu fehlerhaften Links in Wikipedia. Tatsächlich kam und kommt über die Hälfte der Zugriffe besonders auf bildungshistorische Schriften eben aus der Online-Enzyklopädie. Das weckte das Interesse. Die Links einer bestimmten Institution zu finden ist dort trotzdem nicht einfach, da es unterschiedliche Darstellungsformen bei Links gibt. In den Folien wird dies gut dargestellt. Die Online-Dokumente wurden jedenfalls gefunden und zitiert. Die Mitarbeiter nahmen dies zum Anlaß, Wikipedia in einem Workshop besser zu verstehen und eventuell auch mal den ein oder anderen falschen Link zu ihren Dokumenten zu korrigieren. Persistente Identifier sind auch für die Zitation in Wikipedia nützlich.

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28. März 2019 at 08:45

Rahmenbedingungen für Informationskompetenz auf dem #bibtag19

Das Konzept „Bibliotheken als Lernräume“ der TU Braunschweig analysiert bei den Lernsituationen und -plätzen stets die folgenden Punkte: Inhalte, Subjektpositionen, Wissen/Praktiken und Materialitäten. Das klingt etwas abstrakt. In den Folien sind jedoch einige Beispiele enthalten, die diese Punkte mit Leben füllen. Einmal mit der Technik vertraut, soll es auch Überlegungen für mögliche, neue Szenarien erleichtern.

Didaktik-Rad / Frank Waldschmidt-Dietz
CC-BY 4.0

Speziell für die Gestaltung von Kursen ist das Didaktik-Rad gedacht. Frank Waldschmidt-Dietz meinte selbstbewusst, dass diese Checkliste gleich die Didaktfortbildung ersetzt. Insbesondere zu Techniken und Methoden gibt es sicher mehr zu wissen, aber für die generelle Planung einer Veranstaltung bietet das Didaktik-Rad doch viele Anregungen und Überlegungen, die man vorab unbedingt anstellen sollte (Link zur Internetseite). Eine umfangreiche Dokumentation ist in Arbeit. Die Zuschauer erlebten neben der Information auch Interaktion (Nachbar befragen, Padlet). Der Aufbau des Rades wurde schließlich am Beispiel eben dieses Vortrages erläutert (siehe auch Folien). Ein wichtiger Punkt auf der Liste: „Besichtigen Sie Räume vorab!”. Auch ein Pädagoge gruselt sich nämlich besonders vor Technikpannen. 😉

Die Universitätsbibliothek der Technische Universität München bietet ein umfanreiches Kursprogramm, welches sich mit einigen Themen speziell an Forschende richtet, wie Bibliometrie, Publizieren, unseriöse Zeitschriften, Forschungsdatenmanagement usw. (Abstract). Außerdem gibt es Sprechstunden zu verschiedenen Themen. Auf Wunsch werden Kurse auch thematisch angepasst oder gekürzt bei Veranstaltungen dargeboten (Open Science Tage). Im Graduiertenkurs sind sogar Kurse intergriert – hier gibt es Punkte für die Teilnahme.

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27. März 2019 at 08:45

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Social Media Walk #bibtag19walk beim #bibtag19

Das Highlight am Dienstagmorgen war auf jeden Fall der Social Media Walk. Nele Wächter und Melanie Lührs von der Stadtbücherei Frankfurt am Main stellten das Konzept vor (Folien). Die Bücherei war vom Social Media Club Frankfurt angesprochen worden, und so kam es zur Kooperation. Interessierte konnten sich beim Club um eine Teilnahme an dem Walk bewerben.

Video des Social Media Walks in Frankfurt am Main bei Youtube – #stabue_frankfurt_smcffm

Bedingungen für die 25 Plätze sind ein eigener Social-Media-Kanal, bei dem berichtet wird sowie das Einverständnis zur Veröffentlichung von Fotos/Videos auf denen die Teilnehmenden zu sehen sind. Für den Walk muss ein Hashtag formuliert werden, der dann bei den Posts genutzt wird. Er sollte nicht zu lang bzw. Kompliziert sein. Werden längere Wege zu Fuß zurückgelegt, sollte man das vorab kommunizieren. Eine Pause einzuplanen kann ebenfalls nützlich sein. Erläuterungen zu den Stationen sind zwar erwünscht, aber besser kurz gehalten. Der Vortragende muss wissen, dass Fotografierende oft nicht bereit sind, länger zuzuhören.

Kongresszentrum Leipzig

Bei Bibliotheken kann es problematisch sein, während der Öffnungszeiten zu walken, denn die normalen Besucher darf man nicht einfach ablichten. Ein Blick in Bereiche, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind, bereichert den Walk.

Risiken wurden ebenfalls nicht verschwiegen, z.B. schlechtes Wetter, wenn man auch draußen unterwegs ist, technische Probleme (Techniker in Rufweite haben), es kommen mehr Teilnehmende als angekündigt oder negative Posts.

Letztendlich ist es eine schöne Art der Öffentlichkeitsarbeit, die zum einen die Bekanntheit der Einrichtung verbessert, aber auch zu neuen Kooperationen führen kann. In Frankfurt finden beispielsweise die Veranstaltungsreihe Blogbembel statt.

Und auf jeden Fall macht so ein Walk sehr viel Spaß. Da es ein Hands on Lab war, wurde das nämlich gleich auf dem Kongress praktisch ausprobiert. Wir bekamen alle einen Beutel (damit wir uns nicht verlieren) und Infos an verschiedenen Stationen. Dabei entdeckten wir Kunst am Bau, die manchem noch gar nicht aufgefallen war und fotografierten fleißig (siehe Twitter, Facebook, Instagram).

Written by lesewolke

26. März 2019 at 08:42