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Unterwegs entdeckt – Bibliotheken im hohen Norden

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Spitzbergen, Magdalenefjord, Waggonwaygletscher

Spitzbergen, Magdalenefjord, Waggonwaygletscher

Ende Juni war ich in Oslo und Spitzbergen unterwegs. Mein Ziel waren nicht Bibliotheken, sondern eher die tolle Landschaft, Tiere in freier Wildbahn und die Geschichte der norwegischen Entdecker. Aber wenn ich eine Bibliothek sehe, dann wird sie natürlich abgelichtet, und darüber möchte ich nun berichten.

In Oslo standen zwei interessante Museen auf meinem Besichtigungsprogramm. Das berühmte Polarschiff Fram der Norweger wollte ich unbedingt sehen (Original, kein Nachbau). Für das Schiff und drumherum wurde ein eigenes Museum errichtet. Um das Leben an Bord abwechslungsreich zu gestalten – schließlich war man 3 Jahre im arktischen Eis eingeschlossen – hatte Fridtjof Nansen eine Bibliothek mit 600 Titeln, Gemälde für den Salon, eine Drehorgel mit über 100 Liedern uvm. organisiert (Quelle: Erläuterungen im Fram-Museum, 8. Das Leben an Bord). Über Amundsen heißt es, dass er sich auf der langen Seereise mit der Fram zum Südpol mit der Literatur der Gegend befasste, denn der Nordpol (sein ursprüngliches Ziel) war leider gerade erobert, so dass er seine Pläne kurzfristig änderte, das Schiff in den Süden steuerte und dann eben die erste erfolgreiche Expedition zum Südpol anführte.

Thor Heyerdahl, der mit experimentellen Selbstversuchen zeigen wollte, welche seefahrerischen Leistungen mit den Materialien und Methoden antiker Völker möglich gewesen wären, war das zweite Museum gewidmet. Es zeigt sogar eine Wachsfigur des Forschers in seiner Bibliothek. Er hat auch selbst Bücher verfasst und erhielt für seinen Film über die Fahrt des Balsaholzfloßes Kon-Tiki über den Pazifik einen Oskar! Auf der Reise hatte er ein Buch zur Bedienung seines Notsendegerätes (Gibson Girl) dabei. Die Highlights des Museums sind natürlich die Flöße Kontiki, Ra II und das Modell der Tigris.

Der Hauptort Spitzbergens ist Longyearbyen. Er hat ca. 2.000 Einwohner und eine Bibliothek (mit Facebookseite), die sich im Kulturhuset befindet. Leider hatte die Bibliothek gerade geschlossen, und so konnte ich nur einen Blick durch die Glasscheibe werfen.

Als die „nördlichste regelmäßig erscheinende Zeitung der Welt“ gilt laut Wikipedia übrigens die Svalbardposten. Es gibt die Zeitung seit 1948. Außerdem entdeckte ich dort noch „Icepeople : the world’s northernmost alternative newspaper“, deren PDF-Archiv immerhin bis März 2009 zurückreicht.

Doch es ging noch nördlicher auf meiner Reise und zwar bis zum 80 Breitengrad (genauer 80°04.71′). Auch hier musste ich nicht auf eine Bibliothek verzichten, die war nämlich an Bord des Schiffes Plancius. Da konnte man Informationen zu Polarregionen nachschauen oder Romane lesen. Für letzteres blieb jedoch keine Zeit, denn die Natur bot einfach so viel Spannendes zum Schauen. 🙂

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12. Juli 2017 at 07:30

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Unterwegs entdeckt – ein exotischer Bibliotheksbau in der Karibik

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schoelcher-bibliothek-titelEine Bibliothek, welche als Sehenswürdigkeit angepriesen wird, wenn man sich mit den kleinen Antillen und speziell der Insel Martinique befasst (Überseedepartement von Frankreich), ist die Bibliothéque Schœlcher.

Um das exotische Bauwerk, welches so gar nicht zu der restlichen Architektur von Fort-de-France passen will, ranken sich einige Geschichten. So wird in „Karibik, Kleine Antillen“ (1), weiteren Reiseführern und auf einigen Internetseiten behauptet, dass der Bau als Karibischer Pavillon auf der Pariser Weltausstellung 1889 zu sehen war, dann abgebaut und im Hauptort von Martinique wieder aufgebaut wurde. Wikipedia (2) meint, das Gebäude entstand 1886/87 im Pariser Jardin des Tuilleries und gelangte anschließend nach Martinique. Belege scheint es dafür nicht zu geben. Die Internetseite der Bibliothek (3) bestätigt keine dieser Theorien. Nur in einem sind sich alle einig: Pierre-Henri Picq (1833–1911) war der Architekt des Bauwerkes. Die Schœlcher-Bibliothek (3) erwähnt Lucie Briere de l’Isle, die Ehefrau von Pierre-Henri Picq. Sie stammte von Martinique und hatte gute Kontakte, weshalb ihr Mann den Auftrag für den hiesigen Bibliotheksbau bekommen haben soll. Picq gilt auch als Architekt der Kathedrale von Fort-de-France (3).

Die Banque Numérique du Patrimoine Martinique, das Portal für das Kulturerbe Martiniques, geht näher auf die Geschichte der Bibliothek ein (4). Demnach versprach Victor Schœlcher (1804–1893) seine private Sammlung von 9.000 Büchern und 250 Musikalien zu spenden, wenn in der Kolonie eine öffentliche Bibliothek gebaut würde. Das geschah, und er hielt sein Versprechen. Viktor Schœlcher wird heute noch in Martinique und Guadeloupe verehrt, weil er dort die Sklaverei abschaffte.

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Auf der Weltausstellung in Paris 1889 war allerdings tatsächlich ein der Bibliothek sehr ähnliches Bauwerk zu sehen, nämlich das Maison de la belle Jardiniere (5). Dieses Gebäude wurde wohl wirklich abgebaut und dann in Santiago de Chile als Museo Artequin genutzt. Einige Quellen schreiben es ebenfalls Picq zu, beispielsweise das Artequin selbst (6) oder die Schœlcher-Bibliothek (3). Eine andere Quelle erwähnt Moisant, Laurent, Savey als Architekten des Chile-Pavillons (7).

Update 13.02.2017: Die Spur führt nun doch nach Paris.

Eine Illustration aus der Zeitschrift „La construction moderne“ (leider ohne Jahres- und Heftangabe), brachte mich dann auf die Idee, an der Stelle weiterzuforschen. Und tatsächlich, Mitte des Jahres 1887 wurde in dieser Zeitschrift eine dreiteilige Artikelreihe mit dem Titel „La Bibliothéque Schoelcher“ veröffentlicht und inzwischen digitalisiert. So hieß es in der Ausgabe vom 11. Juni 1887 (8), dass der Pavillon, dessen Architekt Mr. H. Picq ist, in diesem Moment am Place du Carrousel an der Stelle der ehemaligen Tuileries in Paris zu sehen wäre. Bauunternehmer waren die Moreau Brüder. Der Beitrag bestätigt, dass es darum ging, eine Bibliothek für dem Bestand zu finden, den Victor Schoelcher angeboten hatte. Einen Holzbau im Stile der bisherigen Gebäude in Fort-de-France wollte man wegen der Erdbeben- und Brandgefahr für diesen Schatz nicht bauen. Der Rat des Departments Martinique bewilligte für einen Neubau einstimmig 300.000 Francs.

In der nächsten Ausgabe (9) wird berichtet, dass die provisorische Montage der Bibliothek in Paris beschlossen wurde und der Staat für diesen Zweck die Tuilerien angeboten hätte. Teil 3 der Artikelreihe (10) lobte die Fertigungsmöglichkeiten solcher Metallbaukonstruktionen fernab vom Zielort. Wann der Abtransport nach Martinique erfolgte, und ob der Pavillon zur Zeit der Weltausstellung 1889 noch in Paris oder bereits in Fort-de-France stand, habe ich bisher nicht herausgefunden.

Doch zurück zur Schœlcher-Bibliothek, die sicher nicht nur als spektakuläres Bauwerk wahrgenommen werden will, sondern sich als öffentliche Bibliothek um Leseförderung kümmert, Veranstaltungen & Ausstellungen anbietet und sich für den Zugang zu Informationen einsetzt. Darüber hinaus erfüllt sie Archivierungsaufgaben, sammelt historischer Dokumente und Literatur rund um Martinique und Victor Schœlcher sowie Manuskripte und historische Postkarten aus dem 17.-19. Jahrhundert (4).

Quellen:

(1) Brockmann, Heidrun ; Quack, Ulrich: Karibik, Kleine Antillen. 10. Aufl. Dormagen : Iwanowski, 2015

(2) Bibliothéque Schoelcher. – fr.wikipedia.org

(3) Pierre-Henri Picq. – Bibliotheque Schoelcher

(4) The Schœlcher library. – Banque Numérique des Patrimoines Martiniquais

(5) Historia de Artequin. – Artequin.cl

(6) Pabellón París. – Artequin.cl

(7) Exposition Universelle de Paris 1889: Chili. – Worldfair.info

(8) La Bibliothéque Schoelcher. In: La Construction Moderne (1887), Nr. 24, S. 417, online verfügbar

(9) La Bibliothéque Schoelcher. In: La Construction Moderne (1887), Nr. 25, S. 426, online verfügbar

(10) La Bibliothéque Schoelcher. In: La Construction Moderne (1887), Nr. 26, S. 438, online verfügbar

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8. Februar 2017 at 09:00

Unterwegs entdeckt 2016 – Kunsthaus Usedom

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10-Kunsthaus (4)_klIm Urlaub auf Usedom fiel uns ein Prospekt in die Hände, in welchem auf eine Bücher-Baum-Tausch-Bibliothek hingewiesen wurde. Gemeint war keine Bibliothek über Baumarten, wie ich sie in der Xylothek in Kassel gesehen hatte, sondern ausgesägte Nischen in Baumstämmen dienen hier als Regale, geschützt von einem Dach aus Schilfrohr. Das machte mich neugierig und so fuhren wir zum Kunsthaus im Hinterland Usedoms direkt an der Straße, zwischen Neppermin und Mellenthin. Schon von weitem leuchtete uns das rote Haus entgegen. Dort befindet sich nicht nur die kurios arrangierte Büchersammlung sondern auch eine Ausstellung mit Bildern regionaler Künstlerinnen, Fotos und ein Bistro. Regelmäßig gibt es künstlerische Veranstaltungen, wie den Sonntags-Piano-Brunch.

Unser Interesse an dem Kunstwerk aus Baumstämmen und Büchern blieb nicht unbeobachtet. Wir kamen mit der Inhaberin und Initiatorin des Kunsthauses ins Gespräch. Karola Glaser kaufte nach ihrem Arbeitsleben das schon länger leerstehende Haus und beschloss, sich nun endlich mal künstlerischen Dingen zu widmen. Denn zum Lesen und Musizieren hatte ihr bis dahin einfach die Zeit gefehlt.

Ihr Lesestübchen sollten wir uns doch ansehen, meinte die nette Berlinerin. Weiter hinten im Garten befindet sich nämlich ein kleiner Wohnwagen, in dem es sich herrlich stöbern lässt. Auch die aktuelle Ausstellung mit vielen Ostsee-Impressionen im Kunsthaus selbst war durchaus sehenswert.

Das Kunsthaus Usedom ist ein Geheimtipp für alle, die abseits vom Touristentrubel offen für alternative Entdeckungen und nette Begegnungen sind. Carlo & Gustav, die zwei großen Hunde auf dem Anwesen, sind übrigens ebenso freundlich wie ihre Besitzerin.

Nach dieser Sommerpause gibt es am nächsten Montag hier wieder wie gewohnt die Wochenschau der bibliothekarischen Blogs.

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4. Juli 2016 at 09:00

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Leipziger Buchmesse 2016 #lbm16

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Logo Leipziger MesseSchon am Leipziger Hauptbahnhof war heute deutlich zu spüren, dass etwas Besonderes in Leipzig stattfindet. Auf dem Bahnsteig drängelten sich so viele Menschen, dass gar nicht alle in die S-Bahn Richtung Messe passten. Schließlich gut angekommen, stürzte ich mich ins Gewühl. Es gibt auf der Buchmesse durchaus reichlich Bücher zu sehen. Das ist aber lange nicht alles. Gleich in Halle 1 erwartete mich Manga-Comic. Neben den Comics in Buchform sah ich dort Kleider, Stofftiere, Figuren, Computerspiele und vieles mehr aus einer mir bis dahin recht unbekannten Welt. Einige Kids hatten sich sogar entsprechend ihrer Lieblingsfiguren verkleidet.

Erstaunlich fand ich den doch recht großen und gut besuchten antiquarischen Bereich. Wertvolle Bücher, Comis und Vorführungen zu Druckverfahren brachten die Besucher zum Staunen. Schönes und Lustiges aus Pappe und Papier fand sich in verschiedenen Bereichen der Messe.

Dann blieb ich in der Hörspiel-Arena hängen. Initiatoren und Teilnehmer eines Berliner Volkshochschulkurses (Link), bei dem Hörspiele erdacht und mit professioneller Anleitung umgesetzt werden, erzählten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen beim Schreiben, Spielen im Tonstudio und der Anreicherung mit Geräuschen. Die kurzen Einspieler  zeigten eine ganz erstaunliche Qualität. Vom actionreichen Zombie-Gruselschocker „Return“ bis zur Niederlausitzer Sage „Die Mittagsfrau“ reichte die Themenvielfalt.

Auch Buchautoren lasen aus ihren Werken vor, unter anderem von Verlagen unabhängige Autoren. Bastian Schneider fesselte meine Aufmerksamkeit mit ein paar schönen Ausschnitten aus seinem Buch „Vom Winterschlaf der Zugvögel“. Wie es funktioniert, wenn man als Indie-Autor erfolgreich über soziale Medien für sich und seine Werke wirbt, erklärten die Autorin Marah Woolf und der Self-Publishing-Experte Matthias Matting in einer Gesprächsrunde und beantworteten viele Fragen.

Natürlich entdeckte ich auch sonst viel Interessantes für Kreative und solche, die es gern konsumieren: Stände unzähliger Verlage, Bücher anderer Länder, Schul-, Jugend- und Kinderbücher, Literatur für Musikinteressierte und Musizirende sowie Fotobücher. An so einem Buchmessetag kann man sich jedenfalls ganz schön müde laufen.

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17. März 2016 at 20:10

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BIB-Sommerspezial – BUGA in Brandenburg

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Rosenrad auf dem Marienberg

Rosenrad auf dem Marienberg

Die Bundesgartenschau in der Havelregion war unser diesjähriges Ziel für einen Ausflug abseits der Bibliothekswelt – dem Sommerspezial der Landesgruppe Brandenburg BIB e.V. Die BUGA 2015 ist auf fünf Standorte verteilt. Wir entschieden uns für die Domstadt Brandenburg.

Der erste Anlaufpunkt unserer BUGA-Führung war der Marienberg. Einen Naturpark gab es hier schon 1899, weshalb die historische Gestaltung berücksichtigt werden musste (mehr zur Geschichte des Marienbergs). Weithin sichtbar ist die denkmalgeschützte Friedenswarte von 1974, die auf den Grundmauern des Bismarckturmes errichtet wurde. Auf den ehemaligen Behältern  der Wasserwerke findet man nun den Heidegarten und das Rosenrad. Sogar Wein wird wieder angebaut. Das wurde bereits in früheren Jahrhunderten getan, wenn auch der Geschmack eher für Spottlieder sorgte. 😉

Das Gebäude der Klosterkirche St. Johannis dient der BUGA als Halle mit wechselnden Ausstellungen (mehr dazu). „Pflanzen ein Geschenk des Himmels“ lautete das Thema der 25. Kalenderwoche.

Das ehemalige Schiffswerftgelände am Packhof wurde für die BUGA komplett umgestaltet. Die fünf stilisierten, bepflanzten „Schiffe“ Gustav, Andreas, Lina Marie, Nordstern und Luise fallen sofort ins Auge. Sie wurden mit viel Einfallsreichtum als Themengärten gestaltet. Im Kajütengarten der Nordstern (einst der 3. Dampfer der Werft Wiemann) fand sich dann tatsächlich ein Bücherregal. Es erinnert an den Botaniker Christian Konrad Sprengel. Er erforschte im 18. Jahrhundert den Zusammenhang von Insekten und Pflanzen hinsichtlich der Bestäubung und soll mit seinem Werk sogar Charles Darwin inspiriert haben.

Nach einem Mittagessen fuhren wir mit dem Fahrgastschiff Pegasus noch einmal am Packhof vorbei bis zum kleinen und großen Beetzsee (z.B. wie wir mit der Reederei Nordstern).

Doch eine Bundesgartenschau ist natürlich in erster Linie ein farbenfrohes Fest zum Schauen, deshalb darf hier eine Diashow nicht fehlen:

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24. Juni 2015 at 08:00

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Unterwegs entdeckt 2015 – Bibliotheken in der Schweiz

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Klosterbibliothek Einsiedeln

Klosterbibliothek Einsiedeln

In dem kleinen Wallfahrtsort Einsiedeln befindet sich ein großes Benediktinerkloster. Innerhalb einer Führung hat man die Möglichkeit, den Großen Saal der Klosterbibliothek zu betreten. Im Rokokostil gebaut, war der Aufenthalt in so einer altehrwürdigen, schönen Bibliothek ein feierlicher Moment. Bereits seit über 1000 Jahren wurden hier zuerst Manuskripte und später Bücher gesammelt. Trotz der Erhaltung vieler Traditionen im Mönchskloster gibt es eine Internetseite, wo auch Digitalisate einige Handschriften verlinkt sind.

Aktuell wird in der Bibliothek eine Sonderausstellung über die Reisetätigkeit der Benediktiner gezeigt (Flyer). Ja, auch Mönche gingen ihrerzeit auf Reisen und erwarben im Auftrag ihres Abts das ein oder andere Buch. Ihr Lieblingsziel war Italien. In Rom hofften sie auf Vergebung ihrer Sünden oder studierten an italienschen Universitäten. Das „Itinerarium Einsidlense“, eine Handschrift aus dem 9. Jahrhundert, gilt als der erste Reiseführer Roms. Neben ihrer Begeisterung für religiöse und kulturelle Stätten, blieb ihnen auch das Leben der Einheimischen nicht fremd und ein  St.Galler Benediktiner brachte den Spruch mit „Magna bruocoli, vedi Napoli e poi muori, ben’mio! – Broccoli essen, Neapel sehen, und dann sterben, mein Lieber!

Bibliothek im Kornhaus, "Tauschstelle" für Besucher

Bibliothek im Kornhaus, „Tauschstelle“ für Besucher

Eigentlich stand nur die Stiftsbibliothek in Einsiedeln in meinem Reiseprogramm. Während einer Stadtführung entdeckte ich noch die Kornhausbibliothek Bern und nutzte anschließend die freie Zeit, um mal einen kurzen Blick hinein zu werfen. Wie bereits aus dem Namen erkennbar, wurde das Gebäude ursprünglich als Kornspeicher 1711 – 1715 erbaut und dient jetzt als Kulturzentrum. Im Treppenhaus sah ich dieses kleine Häuschen, welches die Besucher zum Tausch ihrer eigenen Bücher nutzen können „Nimm eins – bring eins“. Die Kornhausbibliothek ist die Hauptstelle der Öffentlichen Bibliotheken von Bern (Internetseite der Bibliothek).

Zufällig entdeckte ich außer der tollen Sicht über Bern noch die Bibliothek im Rosengarten, eine Zweigstelle der Kornhausbibliotheken. Allerdings war dieser Lesepavillion gerade geschlossen, trotz strahlendem Sonnenschein.

Am Hauptplatz steht das älteste Haus von Zermatt (1730 als Kaplanei erbaut). Darin findet man die Gemeindebibliothek dieses touristisch geprägten Ortes (ein netter Bericht über diese Bibliothek). Die kleinen Räume in dem Holzhaus sind hübsch gestaltet. Eine Besonderheit im Bestand ist die Sammlung zum Alpinismus. In dem legendären Bergsteigerort mit Blick auf das Matterhorn, passt es natürlich perfekt.

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10. Juni 2015 at 07:00

Auslandsaufenthalte beim #bib8

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Bibliothek der Chalmers Hochschule Göteborg

Bibliothek der Chalmers Hochschule Göteborg

Rebecca interessierte sich dafür, welche Möglichkeiten es für MitarbeiterInnen der Bibliotheken gibt, auch nach einer abgeschlossenen Ausbildung ein Praktikum im Ausland zu machen (ausführliche Mitschrift Se33). Zwei Erfahrungsberichte gab es zu dem Programm Erasmus Staff Mobility, welches inzwischen unter der Bezeichnung Erasmus Plus weitergeführt wird. Hier können Bibliotheken der Partneruniversitäten für ein Praktikum angefragt werden. Möglich sind Aufenthalte von 3 Tagen bis 6 Wochen. Ein Sprachkurs vorab wird ebenfalls von Erasmus finanziell gefördert. Vereinsmitglieder des BIB e.V. haben die Möglichkeit sich über BIB-Exchange für ein Auslandspraktikum zu bewerben, mehr dazu auf der Internetseite.

Das Bibliotheksportal liefert zahlreiche Kontaktadresssen für Praktika und verweist auf das Programm Librarian in Residence, welches 1x jährlich zwei Plätze in US-amerikanischen Bibliotheken anbietet. Im gleichnahmigen Blog berichten die TeilnehmerInnen dieses Programmes über ihre Erfahrungen.

Auch die SeiteFörderprogramme für den internationalen Fachaustausch“ des BID hat Informationen zu diesem Thema.

Rechtzeitig planen heißt die Devise, wie aus der Diskussion deutlich wurde. Denn zuerst muss man seinen Arbeitgeber überzeugen (besonders bei längeren Reisen), viel Papierkram erledigen, Anreise und Unterkunft organisieren. Eine Hürde besteht zudem darin, eine Bibliothek zu finden, die Praktikanten nimmt. Denn seitens der aufnehmenden Bibliothek ist der Aufwand ebenfalls nicht zu unterschätzen: Formulare, Einsatzpläne und KollegInnen, die sich mit den Praktikanten beschäftigen. Teilweise sind Einrichtungen in dieser Hinsicht schon stark ausgelastet. Daher kam der Tipp, auch osteuropäische Bibliotheken in Betracht zu ziehen.

Ein Auslandspraktikum lohnt sich auf jeden Fall! Da sind sich ehemalige TeilnehmerInnen einig. Neue Eindrücke und manch andere Sicht auf eigene – bisher selbstverständlich erscheinende – Vorschriften und Abläufe, bieten Denkanstöße für die Arbeit in der Heimatbibliothek. Oft ist das Interesse der MitarbeiterInnen der Praktikumsbibliotheken groß und damit ein spannender Erfahrungsaustausch gegeben. Manchmal werden Kontakte sogar später weiter gepflegt.

Nach der Arbeit und am Wochenende hat man dann die Gelegenheit, die Stadt und seine Umgebung zu erkunden. Diese Chance und das schöne Wetter habe ich natürlich bei meinem Erasmuspraktikum 2009 in Göteborg (Schweden) gern genutzt und einen kleinen Film gedreht. 🙂

 

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22. April 2015 at 07:00

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Gelesen in Biblioblogs (15.KW’14)

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Bibliothek des NRCC

Bibliothek des NRCC

Zuerst einen ganz lieben Gruß an Bibliothekarisch.de, die in den letzten vier Wochen die Blogschau übernommen haben, während ich mich dem bunten, nichtbibliothekarischen Leben in Indien gewidmet habe. Eine Bibliothek fotografierte ich jedoch wenigstens von außen, sogar mit heiliger Kuh. Es handelt sich hier um die Bibliothek des National Research Centre on Camel bei Bikaner.

So, nun aber zurück zwischen Regale und in die Welt der elektronischen Medien. Ein Filmbetrag von HRonline sowie eine Infografik, die eine Onlinebefragung von Jugendlichen zur Facebook-Nutzung auswertet, teilte Bibliothekarisch.de. Die Erwachsenen fanden das Netzwerk in der Schule nicht sinnvoll bzw. würden es lieber ganz verbieten. Allerdings gaben 75 Prozent der Schüler an (7.-10. Klasse), dass die Eltern keine Gespräche mit ihnen führen, was man nicht posten sollte.

Im März 2014 fand in Hannover die Veranstaltung „E-Books in wissenschaftlichen Bibliotheken“ statt. Der TIB-Blog berichtete über die einzelnen Vorträge (wie Geschäftsmodelle, Lizenzrecht, Bearbeitung, Akzeptanz der E-Books) und verlinkte jeweils auf die Folien, die sich auf der Seite des VDB befinden.

Auf einen gelungenen Artikel von Thomas Schwencke bei Allfacebook.de machte Archivalia aufmerksam. Hier wird die Rechtslage zur Nutzung von Texten grundlegend und leicht verständlich erklärt.

Auf einen Online-Artikel von Dresdner Neueste Nachrichten verwies Netbib. Darin wird angeprangert, dass die SLUB Dresden Honorarverträge mit Studierenden abschließt, um Personalkosten zu sparen (via Netbib).

Einen ausführlichen Beitrag über die (Nicht-)Anerkennung von Schulbibliotheken vor allem an den Schulen selbst veröffentlichte Basedow1764 und fordert trotzdem oder gerade deshalb mehr Lobbyarbeit.

Welche Apps sind für Jugendliche besonders wichtig? Ist der Spaßfaktor hoch? Und wie sieht es eigentlich mit dem Datenschutz aus? Handysektor hat dazu eine Liste veröffentlicht (via NRW-Blog). Zu den einzelnen Apps gibt es eine ausführliche Bewertung inklusive kurzem Erklärvideo. Das hilft sicher nicht nur Jugendlichen!

 

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14. April 2014 at 07:00

Märchenhaftes zu Weihnachten

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Es waren einmal zwei Brüder. Sie wohnten in einer großen Stadt und verdienten ihr täglich Brot als Bibliothekare in der kurfürstlichen Bibliothek. Und weil sie Vergnügen an alten Geschichten hatten, ließen sie sich von den Leuten der Gegend Märchen erzählen. Damit diese nicht vergessen wurden, schrieben die zwei Brüder die Märchen nieder. Wenn sie nun auch gestorben sind, ihre berühmten Märchen leben bis heute fort.

Hin und wieder gelangen in heutigen Zeiten Reisende in diese zauberhafte Gegend, in der einst die Geschichten entstanden:

Mehr zu diesem Thema bei Lesewolke: Unterwegs entdeckt 2013 – Teil 2: Grimms Märchen (Beitrag vom 20. Juni 2013 mit Diashow)

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18. Dezember 2013 at 08:00

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Unterwegs entdeckt 2013 – Teil 3: Holzbibliothek

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Schildbachsche Holzbibliothek

Schildbachsche Holzbibliothek

Einen kleinen Beitrag möchte ich an dieser Stelle einer Kuriosität widmen, die mir im Naturkundemuseum Kassel begegnete. Dort stand ich plötzlich vor einer echten Holzbibliothek (Xylothek). Die Schildbachsche Holzbibliothek (1771 – 1799) im Ottoneum wurde im 18. Jahrhundert von Carl Schildbach (1730 – 1817) erstellt und soll sogar die erste dieser Art sein.

Jeweils ein Kasten, der in Buchform gestaltet wurde, zeigt alle Bestandteile einer Baumart: Holz, Rinde, Blätter, Früchte usw. Die Idee und den Aufbau hat der naturbegeisterte Oeconomiedirector von Wilhelm IX. von Hessen-Kassel in der „Beschreibung einer Holz-Bibliothek : nach selbst gewähltem Plan“ schriftlich festgehalten:

„Diese kurze Beschreibung erhält die Eigenschaften meiner Holzbibliothek, der ich noch hinzufüge, daß sie durch unermüdlichen Fleiß, praktisches Forschen und wiederhohlte Verbesserung zu dem Grad der Vollkommenheit gebracht ist, in welchem sie sich nun befindet.“ (S. 7)

Auf den Seiten des Naturkundemuseums ist anschaulich dargestellt, wie so ein Holzbuch aufgebaut ist. Weiterhin gibt es eine Liste der „Baumbücher“, die man dort bestaunen kann. Also wer mal dort in der Nähe ist, das Museum lohnt nicht nur wegen der Holzbibliothek. Im Bereich Sammlungsgeschichte gibt beispielsweise auch eines der ältesten Herbare Europas (Herbar Ratzenberger). Außerdem sieht man einen nett gestalteten Bereich zur Erdgeschichte und noch bis zum 6. Oktober 2013 die Sonderausstellung „Monster? : Nessie, Bigfoot und Kraken auf der Spur“. Ursprünglich als Theatergebäude konzipiert, wurde das Ottoneum bald für die landgräfliche Kunst- und Naturaliensammlung umgebaut und zwischenzeitlich auch als Hochschule genutzt.

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22. Juni 2013 at 09:30

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Unterwegs entdeckt 2013 – Teil 2: Grimms Märchen

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Im Urwald Sababurg

Im Urwald Sababurg

Es war einmal in Nordhessen. Da lebten zwei Brüder die sich für Literatur interessierten und anfingen, Märchen zu sammeln. Über 200 Jahre ist es nun her, als der 1. Band der „Kinder- und Hausmärchen“ (inzwischen Weltdokumentenerbe) erschien. Und weil sich zudem der Todestag von Jakob Grimm zum 150. Mal jährt, ist Grimm-Jahr. Dazu wurde die Ausstellung „Expedition Grimm 2013“ in der documenta-Halle in Kassel eingerichtet. Neben Exponaten wie Erstausgaben und Erinnerungsstücken gibt es auch einen Bereich zum Mitmachen. Hier kann man Rätsel lösen, echte alte Ausgaben mit weißen Handschuhen durchblättern und sich in einem „lebenden Buch“ über Hintergründe und Geschichte ihrer Arbeit informieren.

Außer mit Märchen beschäftigten sich die Brüder mit der deutschen Grammatik, Mythologie und Sagen, arbeiteten als BIBLIOTHEKARE (ja, wirklich) in Kassel und waren Professoren in Göttingen, wo sie als Mitverfasser (Göttinger Sieben) gegen die Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover protestierten und dafür entlassen wurden. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lud später die Brüder nach Berlin ein, wo sie Mitglieder der Preußischen Akademie der Wissenschaften wurden und an der Universität zu Berlin lehrten.

In Kassel befindet sich außerdem das Brüder Grimm-Museum (Palais Bellevue) mit einer ständigen Ausstellung. Man kann dort u. a. viele Illustrationen der Märchen aus allen Zeiten bestaunen und ebenfalls Zeugnisse aus dem Nachlass von Grimms Erben sehen.

Die Gegend ist wohl nicht ohne Grund eine Märchenheimat. Viele Märchen spielen im Wald. Nördlich von Kassel gibt es den wohl meist fotografierten Wald „Urwald Sababurg“. Hier kann man alte Buchen und Eichen bestaunen, die sicher die Fantasie der Bewohner anregten.

Die Sababurg selbst gilt als das Dornröschenschloß. Einst feierte man hier rauschende Feste, dann wurde es still um die Burg, die langsam überwucherte. Die Burgherren waren zu Kurfürsten aufgestiegen und residierten nun in anderen Schlössern. Heute ist hier ein Hotel mit Restaurant. Wir sahen im Gewölbekeller der Sababurg Carlo Ghirardelli und Stefan Becker vom Spielraum-Theater als Brüder Grimm in dem Lesetheaterstück „Die Grimmschen Märchen von Liebe und Erotik“, informativ, lustig und sehr unterhaltsam zugleich. Und wer es noch nicht wusste, dem wurde deutlich, dass die Grimms nicht einfach nur sammelten, sondern die Märchen auch für ein bürgerliches Publikum und kindgerecht aufbereiteten. Was so im Volk erzählt wurde, war nicht immer jugendfrei. Auch kamen die Märchen durchaus nicht ausschließlich aus deutschen Landen. Einige davon erzählte man sich in ähnlicher Form auch in Italien oder Frankreich.

Wer einem echten Wolf begegnen möchte, geht einfach in den Tierpark Sababurg mit den weitläufigen Gehegen. Nun, die Wölfe fressen sicher nicht aus der Hand, die Damhirsche allerdings schon. Auf der Deutschen Märchenstraße liegt auch Trendelburg. Dort gibt es den Rapunzelturm mit dem Rapunzelzopf.

Richtige Prinzessinnen und Prinzen lebten im Schloss Wilhelmshöhe nahe Kassel und spazierten einst durch den schönen Bergpark. Landgraf Wilhelm IX. von Hessen Kassel, der Mittelalterfan war, ließ sich sogar im Park eine hübsche Burgruine, die Löwenburg, bauen.

Update: 18.12.2013: Mein Film über die Heimat von Dornröschen, Rotkäppchen und Rapunzel ist jetzt online (4:39 min mit dt. und engl. Untertitel).

Update: 24.07.2015: Laut einer Pressemitteilung der Universität Kassel sind die Kinder- und Hausmärchen der 1. Auflage (1812/15) und 2. Auflage (1819/22) nun online verfügbar.

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20. Juni 2013 at 13:30

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Unterwegs entdeckt 2013 – Teil 1: Die Nibelungen

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Zuerst ein dickes Dankeschön an die lieben KollegInnen von Bibliothekarisch.de, die auch in diesem Jahr dafür sorgten, dass die Wochenrückblicke der 22., 23. und 24. Kalenderwoche nicht ausfallen mussten. Ihr habt das wieder ganz toll gemacht! 🙂 Diesmal profitiere ich natürlich selbst davon, weil ich trotz längerer Abwesenheit eben einfach mal eine Zusammenfassung lesen kann. Ab der nächsten Woche gibt es dann hier wieder die Blogschau.

Worms, Hagendenkmal am Rhein

Worms, Hagendenkmal am Rhein

Mal weg von Computern und Schreibtischen ging es hinaus an die frische Luft. Was mir dabei im literarischen Sinne begegnete – dazu hier ein kleiner Bericht. In Südhessen und im Osten von Rheinland-Pfalz stolpert man beispielsweise ständig über das Nibelungenlied (siehe auch Wikipedia). Da gibt es Siegfried-, Nibelungenstraßen usw.

Einer der Hauptschauplätze der Geschichte ist natürlich Worms. Hier verliebte sich Siegfried in die hübsche Kriemhild, die beiden heirateten im Dom, ebenso wie Brunhild und Gunther. Tja, und später fand hier der Streit der beiden Königinnen um den Vortritt in den Dom statt und endete mit viel Blutvergießen.

Insgesamt ist die Nibelungensage wohl ein bunter Mischmasch aus wahren Begebenheiten, Personen und Fiktion. Unter anderen ist Terra X in der Reihe „Große Mythen“ dem nachgegangen. Die Burgunden residierten wirklich im Rhein-Donau-Gebiet und wurden von den Römern 278 vertrieben. Der Burgunde Gundobad verzeichnete 516 in einem Volksrecht seine Vorfahren: Gundahar, Godomar & Gislahar (Lippert, Moroni 2008, S. 27-28).

Und dann waren da noch die merowingischen Frankenkönige: Sigibert I. und Ehefrau Brunichildis. Sie trat gern in Männerrüstung auf. Wer denkt da nicht an Brunhild! Bei diesen Merowingern gab es übrigens reichlich Intrigen und verhängnisvolle Leidenschaften. Sigibert wurde dann tatsächlich 575 hinterhältig ermordet (Lippert, Moroni 2008, S. 29). Kein Wunder also, dass sich die Leute davon erzählten, auch wenn es noch keine Zeitungen und Paparazzi gab.

Heute trifft man in der Gegend gleich auf mehrere Quellen, an denen der Mord an Siegfried geschehen sein soll. Ist es bei der Jagd im Odenwald passiert? Der Autor der Sage dachte bei seinen Beschreibungen eventuell an den Lindenbrunnen im heutigen Heppenheim, da Lage und Entfernung hier recht gut passen (Lippert, Moroni 2008, S. 52). Wer gern mal die Nibelungensage aus der Sicht des unbekannten Autors (Stimme: Mario Adorf) erklärt bekommen möchte, geht in das Wormser Nibelungenmuseum. Die Audiotour im historischen Gebäude der Stadtmauer ist wirklich nett gemacht.

Drachen sind ebenfalls sehr angesagt in der Gegend. Verschiedene Geschichten berichten davon. Der Stadt- und Kirchenpartron von Bensheim ist beispielsweise Sankt Georg, der als drachentötender Ritter den Brunnen krönt. Eine Laterne in Heppenheim erzählt die Sage vom Lahntaldrachen, einem Lindwurm, der von einem Jüngling an den Klippen am Rimberg bezwungen wurde, die nun „die Siegfriedsklippen“ heißen.

Ob man den Schatz der Nibelungen, den Hagen angeblich in den Rhein geworfen hat, wohl jemals finden wird? Vielleicht ist aber auch die Geschichte selbst ein Schatz, ein literarischer eben.

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Literaturangabe:
Lippert, Helga ; Moroni, Claudia: Terra X : Große Mythen. Orig.-Ausg., 2. Aufl. München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2008 (dtv premium 24647). – ISBN 978-3-423-24647-7

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19. Juni 2013 at 07:00

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Bibliotheken in abgelegenen Gebieten

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Ich habe nun nicht nach Bibliotheken gesucht, aber wenn mir bei meiner Reise durch Ecuador eine „über den Weg gelaufen ist“, machte ich natürlich schon ein Foto. 😉

Im Bergnebelwald
Über holprige Wege schaukelten wir in einem Kleinbus zur Maquipucuna Lodge im Bergnebelwald, nördlichwestlich von Quito. Dort sah ich zu meiner Überraschung tatsächlich ein Bücherregal, welches sich Bibliothek nannte. Es stand unweit der Bar mit gemütlichen Sitzgelegenheiten. So konnte man, während man einen Cocktail trank, nebenbei zum Beispiel in großen Naturführern blättern und schauen, welche Pflanzen und Tiere man bei der Regenwaldwanderung schon entdeckt hatte. Diese Möglichkeit haben wir gern genutzt.

Bergnebelwald in Ecuador

Bergnebelwald in Ecuador

Bibliothek in der Lodge Maquipucuna

Bibliothek in der Lodge Maquipucuna

Im Amazonasdschungel
Es führt nicht mal eine Straße dorthin. Mit dem Boot erreichten wir die Yachana Lodge am Río Napo, einem Zufluss des Amazonas. Am „Platz des Lernens“, so die Bedeutung des indianischen Kichwa-Wortes Yachana, findet man eine Minibibliothek inklusive zwei Internetrechnern, auch wenn der Strom in der Lodge nur von 18 bis 22 Uhr zur Verfügung steht. Wer ein mobiles Gerät dabei hatte, konnte den Zugang über WiFi nutzen. Fortschrittlich!

Yachana-Lodge am Río Napo

Yachana-Lodge am Río Napo

Yachana Lodge, Bibliothek

Yachana Lodge, Bibliothek

Ab dieser Woche werde ich dann auch wieder in die Biblioblogs schauen und zusammen tragen, was ich lesenswert finde. Ein Dankeschön an meine Vertretung bei Bibliothekarisch.de.

Written by lesewolke

18. Juni 2012 at 06:00

Unterwegs in Thüringen : Umweltbibliothek des BUND

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Eigentlich bin ich in der letzten Woche eher zufällig über eine, wie ich finde, recht ungewöhnliche Bibliothek gestolpert. Beim Besuch des Naturgartens des Ortsverbandes BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) in Bad Langensalza stand ich plötzlich vor der Tür der Umweltbibliothek und durfte mal einen Blick hinein werfen:

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Written by lesewolke

22. September 2010 at 04:00