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Webinar: New Librarians Global Connection 1/2014

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Trends standen im Mittelpunkt des IFLA/ALA Webinars im 1. Quartal 2014. Der Trend zur Globalisierung beeinflusst zum Beispiel auch das Bibliothekswesen, meinte Donna Scheeder im ersten Vortrag. Wirtschaftsunternehmen agieren global, die Kommunikation kennt keine Landesgrenzen mehr und Gesellschaften werden multikulturell. Das bringt auch Schwierigkeiten mit sich, da sich die Menschen in verschiedenen Zeitzonen aufhalten, unterschiedliche Sprachen sprechen und andere Ideen haben.

Folie von Donna Scheeder

Beitrag der IFLA zur Globalisierung im Bibliothekswesen / Folie von Donna Scheeder

Auch das Bibliothekswesen braucht eine globale Stimme, vor allem für größere Projekte, wie z. B. die Digitalisierung und den Einsatz für ein benutzerfreundliches Urheberrecht. Deshalb versucht die IFLA, das Interesse an internationaler Zusammenarbeit zu fördern. Ein paar Beispiele für internationale Wissensmanagementprojekte: World Digital Libary oder die Biodiversity Heritage Library.

Den IFLA-Trendreport stellte Ellen Broad vor. Der Datenschutz lag Ellen besonders am Herzen. Bibliotheken sollten auch weiterhin sehr darauf achten, dass mit dem Zugang und der Speichermöglichkeit von Texten und Daten sorgfältig umgegangen werden muss. Sie machte uns auf mögliche Gefahren aufmerksam, wie den Kauf der Firma Nest Labs, einen Thermostathersteller, durch Google. Damit könnte das Großunternehmen Daten aus unseren Wohnungen und Gewohnheiten herauslesen (siehe dazu auch Beitrag bei Spiegel Online).

Auf einer Folie zeigte sie schließlich die Ergebnisse einer Umfrage, die im Dezember 2013 erschien: Schätzen die US-Amerikaner trotz der neuen Möglichkeiten ihre Bibliotheken? Das Ergebnis fiel sehr positiv aus und ist auf der Internetseite des Pew Research Center nachzulesen.

Jaap van de Geer widmete sich ebenfalls neuen Technologien, die, wie wir schon gehört hatten, auch immer mehr in die Offline-Welt eindringen. Trend Nummer 1 hieß demnach iBeacon. Für Einrichtungen könnte es zum Beispiel interessant sein zu ermitteln, wie sich Kunden oder Nutzer in Gebäuden bewegen und wo sie sich wie lange aufhalten. Ein Programm namens Viewsy analysiert dies. Weitere Trends waren MOOCs (Online-Kurse mit unbegrenzter Teilnehmerzahl), serviceorientierte Anwendungen und dass inzwischen jeder Inhalte sammelt und verwaltet.

Die Aufzeichnung des Webinars ist bereits online.

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16. Januar 2014 at 08:00

Webinar: New Librarians Global Connection 4/2013

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Über 50 Bibliotheksleute weltweit saßen am 3. Oktober vor ihren PCs und nahmen am IFLA/ALA-Webinars des 4. Quartals 2013 teil. Drei Vorträge waren angekündigt.

CLM and librarians / by Victoria Owen

CLM and librarians / by Victoria Owen

Zuerst sprach Victoria Owen aus Toronto (Kanada). Sie ist die Leiterin des Komitees für Urheberrecht und andere Rechtsangelegenheiten (= Committee on Copyright and other Legal Matters, CLM) der IFLA. In ihrem Vortrag berichtete sie uns über die Aufgaben des CLM. So setzt sich das CLM zum Beispiel gegenüber internationalen Organisationen, wie der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), für bessere Möglichkeiten des Zugangs und der Archivierung von Medien durch Bibliotheken ein. Oft sind sie die einzige Stimme, die für öffentliche Interessen eintritt.

Olaf Eigenbrodt, Baubeauftragter an der Universitätsbibliothek Hamburg, ging in seiner Präsentation auf die Gestaltung von Bibliotheken als vielseitige Plätze ein und zeigte zahlreiche Beispiele. Ursprünglich konzentriert auf ihre Mediensammlungen kamen inzwischen neue Anforderungen auf die Bibliotheken zu. Trotzdem ist die „gute, alte Bibliothek“ nicht tot, denn als Anlaufpunkt, um Medien zu erhalten oder still zu lernen, wird sie immer noch benötigt. Doch zunehmend dienen Bibliotheken als Treffpunkt und Lernort für kleine und große Gruppen. Darüber hinaus müssen sie auch auf virtuelle Bedürfnisse eingehen. Um diesen neuen Anforderungen gerecht zuwerden, sollten Bibliotheken unbedingt voneinander lernen:

Libraries as cultural houses / by Olaf Eigenbrodt

Libraries as cultural houses / by Olaf Eigenbrodt

Die Zukunftsperspektiven der Bibliotheken aus brasilianischer Perspektive betrachtete Moreno Barros. Wir staunten, dass es allein in Rio de Janeiro drei Bibliotheksschulen gibt und dort jährlich über 400 neue BibliothekarInnen ihre Ausbildung beenden. Während der Zugang zu Bibliotheken in städtischen Gebieten recht gut ist, sieht es auf dem Lande deutlich schlechter aus. Die jungen BibliothekarInnen in Brasilien gehen auch schon mal auf die Straße, kämpfen für die Wiedereröffnung von Bibliotheken und sind verrückt nach Facebook. Für 2020 wünschte sich Moreno unter anderem, dass jede Schule eine eigene Schulbibliothek bekommt.

Natürlich konnte man auch als Teilnehmer/in aktiv werden:

Allen, die mehr zu einzelnen Themen wissen möchten, sei die Aufzeichnung des Webinars empfohlen.

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9. Oktober 2013 at 06:00

IFLA/ALA Webinar Juli 2013: Intellektuelle Freiheit und OPL

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Am 16. Juli 2013 fand das IFLA/ALA webinarNew Librarians Global Connection: best practices, models and recommendations” statt. Die Teilnahme war wie bei Webinaren der letzten beiden Quartale frei für alle Interessierten weltweit. Rund um den Erdball hatten sich Bibliotheksleute vor ihrem Computer eingefunden, um dabei zu sein. Wenn die Aufzeichnung online ist, werde ich an dieser Stelle darauf verlinken.

Im ersten Beitrag von Barbara Jones, der Direktorin des Büros für Intellektuelle Freiheit (OIF) der American Library Association (ALA) ging es um intellektuelle Freiheit für Bibliothekare. In einer Zeit, wo über die Überwachung der Kommunikation durch Geheimdienste in den Medien präsent ist, war es natürlich ein brisantes Thema.

Vortrag zu Intellektueller Freiheit

Vortrag zu Intellektueller Freiheit / Barbara Jones

Barbara Jones berichtete über verschiedene Aktivitäten der IFLA. Im „IFLA-Manifest zu Transparenz, verantwortungsbewußter Regierungsführung und Korruptionsfreiheit“ (deutsche Übersetzung) werden alle BibliothekarInnen dazu aufgefordert, sich für solche Themen auf nationaler und lokaler Ebene verantwortlich zu fühlen. Noch recht neu ist der Professional Codes of Ethics for Librarians, welcher im letzten Jahr herausgegeben wurde.

Ein weiterer Aspekt der Präsentation war die Zensur. In zahlreichen Ländern wird bestimmte Literatur nicht in Bibliotheken angeboten. Wobei es in den USA eher allgemeine Vorschriften gibt. Welche konkreten Titel nicht angeboten werden, wird dort lokal von Schulämtern, Bibliotheksausschüssen, Bibliothekaren, Eltern usw. entschieden. Als problematisch werden insbesondere Bücher angesehen, die sexuelle Themen behandeln (auch Aufklärung), religiöse Empfindungen verletzten könnten, weil sie sich z.B. mit Zauberei o.ä. beschäftigen (wie „Harry Potter“) bzw. nicht dem vorherrschenden religiösen Glauben entsprechen. In Deutschland haben wir da sicher ganz andere Kriterien, die den Menschen in anderen Ländern möglicherweise ebenso merkwürdig erscheinen, wie ihre uns. Barbara Jones setzt sich in ihrer Position jedoch dafür ein, dass man lieber offen mit den Themen und der Literatur umgehen sollte, als einfach Bücher verschwinden zu lassen. Mit einer jährlichen „Banned Books Week“ setzt sich die ALA für den freien Zugang auch zu umstrittener Literatur ein. Dem Schutz der Privatsphäre ist ebenfalls eine eigene Themenwoche gewidmet.

OPL & Weiterbildung / Eva Hornung

OPL & Weiterbildung / Eva Hornung

Den zweiten Vortrag hielt Eva Hornung aus Dublin, Irland. Ihr Thema war die Weiterbildung von BibliothekarInnen in One Person Libraries (OPL). In einem Projekt wurden 30 OPLs in ganz Irland befragt. Als typische Probleme bei der Weiterbildung nannten die Befragten: keine Zeit, kein Geld, kein Kurs erreichbar, niemand den man fragen könnte und den Chef interessiert es auch nicht. Die Weiterbildungsinteressen wurden in 5 Kategorien eingeteilt.

Aus den Ergebnissen leitete man Überlegungen ab, was Bibliotheksschulen, Verbände und die BibliothekarInnen selbst besser machen könnten, beispielsweise informelle Abende, Online-Kurse, Internetplatformen usw. „23 Things for Continuing Professional Development“ wurde ebenfalls empfohlen. Zur Zeit läuft der Selbstlernkurs auch hier in Deutschland in deutscher Sprache unter dem Titel „Ger 23 Mobile Things„, also nicht verpassen!

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18. Juli 2013 at 17:05

Gelesen in Biblioblogs (16.KW’13)

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Auf dem BibCamp in Nürnberg (Sessionplan) waren Discovery-Systeme ein heißes Thema (Mitschrift). Horst Prillinger hatte dann das Verhältnis von BibliothekarInnnen zu diesen Systemen in einem wundervollen Blogbeitrag zusammengefasst. A Growing Organism griff die Discovery-Beziehungskrise auf und begründete schließlich am letzten Samstag in einem Beitrag „Warum BibliothekarInnen bei Discovery mitmischen sollten, trotz allem„.

Adrian Pohl befasste sich im Übertext:Blog mit dem Antrag „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB)„, den die DFG Mitte März bewilligt hatte. Dabei vermisste er konkrete Aussagen zur technischen Umsetzung und der geplanten Systemarchitektur. Jedenfalls denkt man nicht daran, eine eigene Cloudlösung zu entwickeln, sondern setzt auf die Systeme von OCLC und Ex Libris. Eigentlich hatte die DFG-Ausschreibung „Herstellerunabhängigkeit“ gefordert.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, zu Kongressen in andere Länder zu reisen, um dort KollegInnen zu treffen. Dafür gibt es eine, wie ich finde, gelungene Alternative. Die IFLA New Professionals Special Interest Group bietet gemeinsam mit der American Library Association (ALA) vierteljährlich ein weltweites Webinar mit ca. 3 Vorträgen an, an dem jeder mit Internetanschluss kostenfrei teilnehmen kann (siehe auch mein Beitrag zu New Librarians Global Connection 1/2013). In der letzten Woche sprach Sinikka Sipilä (Finnland), die bereits gewählte, nächste IFLA-Präsidentin, über die IFLA. Susanne Riedel (Dtl.) erklärte, warum auch für Bibliothekarinnen lebenslanges Lernen so wichtig ist. Und Kate Byrne (Australien) berichtete über ihre Erfahrungen bei der Einrichtung des International Librarians Network. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung (ca. 1 h) kann man auch nachträglich im Netz anschauen. Für Eilige gibt es ein Storify. Wie es sich anfühlt, in einem Webinar einen Vortrag vom heimischen Soja zu halten, beschrieb Kate Byrne später in einem Blogbeitrag.

Apropos Storify. Noch nichts davon gehört?! Hier handelt es sich um kleine Geschichten, die mit vorhandenen Medien angereichert werden, z.B. Bildern  und Tweets. Tolle Beispiele dafür sind BibCamp-Storifies Humorsession von Sandra Dahlhoff und das LEGO-Prototyping von NPSIG. 😉 Und Tipps, wie man kreativ bleibt, hatte Netzwertig auf Lager.

VÖBBlog meldete, dass die Digital Public Library of America (DPLA) online ist. Analog zur Europeana werden hier Fotografien, Bücher, Filme und vieles mehr frei zugänglich angeboten. Und wer keine Lust hat, zwei Mal zu suchen, nutzt DPLA/Europeana Query.

53 Seiten umfasst die 75. Ausgabe des ZKBW-Dialogs (via Steuereules Weblog). Themen sind unter anderem der Referentenentwurf des Bundesjustizministerium zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes, Fernleihe, Open Data und zahlreiche Aktivitäten einzelner Bibliotheken zu Open Access. Es ist nur schade, dass die Ersteller offensichtlich nicht in der Lage sind, eine Dokumentstruktur mit Lesezeichen anzulegen, damit man die einzelnen Themen gezielt anklicken kann.

In einem aktuellen Urteil hat das Landesgericht Bielefeld den Gebrauchtverkauf von elektronischen Büchern für urheberrechtswidrig erklärt (via Inetbib).

Webinar: New Librarians Global Connection 1/2013

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Zu den Dingen, die man als Bibliothekarin unbedingt mal ausprobiert haben sollte, zählt meiner Meinung nach ein Webinar. Am 15. Januar 2013 bot die IFLA New Professional Special Interest Group eines aus der Reihe „New series of free quarterly webinars„. an. Es war gar nicht schwierig, daran teilzunehmen: Link angeklickt, Name eingetragen, Guest-Button gedrückt und schon ist man eine von TeilnehmerInnen aus vielen Ländern. Drei interessante Vorträge wurden angeboten.

Gene Tan, Direktor der Nationalbibliothek Singapore, stellte unter anderem das Singapore Memory Project vor. Dort werden Erinnerungen, die im Kontext zu Singapore stehen gesammelt und veröffentlicht, ob als Video, Bild, Audiodatei oder Text. Inzwischen wird es auch als App angeboten. Solche Aktionen bringen laut Tan die Menschen zusammen. Erinnerungen über die Region zu sammeln, ist schon eine tolle Sache. Ein bisschen hat es mich auch an die nette Jubiläumsaktion „Wir sind ein Jahrgang“ der Deutschen Nationalbibliothek zum 100. Geburtstag erinnert.

Heikki Marjomaa aus der Stadtbibliothek Helsinki fragte, wie man in der Bibliothekswelt kreativ sein könne, und meinte, man solle neben der eigenen Fachkenntnis auch die der Nutzer einbinden. Laut Heikki muss man dafür aber des Blickfeld für neue Gruppen erweitern. So bietet die Library 10 auch eine Vinyl-Bar an, wo man Schallplatten digitalisieren kann. Und wer schon immer etwas über bestimmte Musikstile wissen wollte, fragt den Personal Music Trainer. 80 Prozent der Veranstaltungen werden laut Heikki dort übrigens von Kunden organisiert. Einen guten, deutschsprachigen Artikel über die erstaunliche „Library 10“ fand ich in den Büchereiperspektiven 2/2011. Ein Spezialgebiet von Heikki sind Spiele. Dabei helfen Netzwerke, wie Facebookgruppen. Die Nordic Gamebrarians tauschen sich über aktuelle Entwicklungen aus und wer Hilfe benötigt, hat gute Chancen, dass jemand schon damit in Berührung kam und eine Lösung kennt.

Zahlreiche Tipps, wie man internationale Bibliothekarin wird, gab uns Robin Kear, Liaison Librarian at the University of Pittsburgh. Oberstes Gebot „Connect, connect, connect!“ und dabei deutlich machen, welche Interessen man vorrangig verfolgt. Außerdem hilft es Konferenzen zu besuchen, in Organisationen aktiv zu sein (z.B. IFLA), sich mit BibliothekarInnen in anderen Einrichtungen auszutauschen, wie beispielsweise beim Projekt Sister Library für Kinder- und Jugendbibliotheken. Auf einer Folie ihrer Präsentation hat Robin Kear zusammengefasst, was man alles in der eigenen Einrichtung bewegen kann:

Kear-4

Günstig ist es außerdem, den Horizont zu erweitern und Bibliotheken in anderen Ländern bei längeren (z.B. als Volunteer) oder kürzeren Aufenthalten kennen zu lernen. Im Chat machte passend noch jemand auf die deutsche Organisation „BI-International“ aufmerksam. Manche Hochschulen bieten übrigens Austauschprogramme als Erasmus Staff Mobility für HochschulmitarbeiterInnen an. Das gilt auch für Bibliothekarinnen. Wer kann, sollte sich diese tolle Erfahrung nicht entgehen lassen, wie ich aus eigenem Erleben weiß. 🙂 Was kann man laut Robin noch tun?! Bloggen, Twittern, Beiträge für ein internationales Publikum schreiben, Sprachkenntnisse verbessern und eine offene Tür für Besucher aus anderen Ländern haben.

Update 19.01.2013: Die Aufzeichnung vom Webinar ist nun online (Dauer: ca. 1 Stunde).

Written by lesewolke

16. Januar 2013 at 06:00