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Gelesen in Biblioblogs (10.KW’16)

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Im Vorfeld des 6. Bibliothekskongresses fand in der letzten Woche Webinare zu einigen abgelehnten Beiträgen statt. Die Aufzeichnungen wurden bei Youtube hochgeladen und jeweils auf der Internetseite des entsprechenden #bibcast Vortrages eingebunden. Zahlreiche spannende Themen wurden behandelt. Beispielsweise ging Bernhard Mittermaier in seinem Vortrag der Frage nach, vor welchen konkreten Herausforderungen Bibliotheken beim Umstieg von der Subskription von Zeitschriften zu der Finanzierung über Artikelgebühren (Gold Open Access) stehen und machte Lösungsvorschläge (mein Blogbeitrag dazu). Passend dazu veröffentlichte die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Open-Access-Gold der Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen „Empfehlungen zur Open-Access-Transformation“ (via Archivalia). Neben vielen weiteren Themen drehte es sich bei den Vorträgen auch um die Entwicklung/Mitabeit an Apps sowie die Vorstellung des TIB|AV-Portals (ebenfalls ein Blogbeitrag). Bereits seit letzter Woche wird die Liste mit Beiträgen rund um den 6. Bibliothekskongress bei Bibliothekarisch.de aktualisiert.

Dem „Phänomen der ständigen Wiederholungen in der bibliothekarischen Debatte“ ging Karsten Schuldt in seinem Vortagsskript „Neo-70er. Oder: Bibliotheken werden nicht getrieben, sie erfinden nur ständig die 1970er neu“ nach (13. Inetbib-Tagung Stuttgart, 12.2.16). In einem Blogbeitrag bei Bibliotheken als Bildungseinrichtung schaute er sich die Themen und Untergangsängste der Bibliotheken in der Vergangenheit an und empfahl in dieser Hinsicht gelassener zu werden und sich bei Veränderungen über realistische Begründungen klar zu werden. Es sollte nicht nur einfach darum gehen, ja nicht unmodern zu sein/werden. Denn „Die Vergangenheit wird als unmodern, falsch und krisenhaft bezeichnet – und das auch schon seit den 1970ern, auch da finden Sie Texte, wo behauptet wird, die Bibliothek sei bislang ein „Bücherspeicher“ gewesen, aber jetzt, 1970, müsste das anders werden, sonst würde die Bibliothek untergehen, was solche Argumente nur noch komischer macht, wenn Jahrzehnte später wieder behauptet wird, die Bibliothek sei bislang ein „Bücherspeicher“ gewesen und würde untergehen, wenn sie sich nicht verändert. Weil: Entweder stimmt das Argument nicht und die Bibliothek ist oder war nie dieser „Bücherspeicher“ oder sie ist schon längst untergegangen.

Klaus Graf testete die Mailauskunft von 10 wissenschaftlichen Bibliotheken und veröffentlichte seine Ergebnisse im Blog Archivalia.

Eine Infografik, die verschiedene Schutzmaßnahmen für das Smartphone empfiehlt, bettete Bibliothekarisch.de ein. Dort findet man ebenfalls ein Video, welches in 3 Minuten das Internet der Dinge erklärt.

Fünf Vorteile die eine Verbreitung von Materialien unter einer CC-Lizenz für die Autoren selbst bringen – Stichwort: Open Ecuational Resources, stellte wb-web zusammen (via biboer).

Auf der Veranstaltung “70 Jahre bibliothekarische Ausbildung in Hamburg” hielt Arne Tiedemann eine Festrede zu RDA, die man sich bei Youtube (Teil 1, Teil 2) ansehen kann (via Fortbildung in Bibliotheken) 😉

Written by lesewolke

14. März 2016 at 09:00

Apps und Filme beim #bibcast

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Seit 2014 arbeiten Linda Freyberg und Sabine Wolf aus dem Bereich Informationswissenschaften der FH Potsdam am Projekt mylibrARy. Eine Argumented Reality-App die Bausteine anbietet, welche dann von Bibliotheken für ihre lokalen Bedürfnisse angepasst werden können – das ist das Ziel ihrer Entwicklung (Blog des Projektes). In ihrem Vortrag boten sie einen Blick hinter die Kulissen. Zudem wurden nette Beispiele für jene gezeigt, die sich bisher noch gar nicht mit Augmented Reality beschäftigt haben, wie die TimetravellerApp, die am Berliner Mauerstreifen historische Bilder/Filme zeigt oder die niedlichen Pinguine, die helfen, den Weg zu finden. Und daher lautete der Titel des Vortags auch „Wo geht’s zur Bibliothek? Die Pinguine wissen’s!

Nachdem die Programmierung der App seitens des kommerziellen Partners im Gange war, wurde dieser leider von einer größeren Firma aufgekauft, und das Projekt erlebte einen herben Rückschlag. Inzwischen ist aber ein neuer Partner an Bord. Aktuelle Möglichkeiten sind die Erkennung von ISBN und QR-Codes, auch eine Bilderkennung ist möglich. Beispielsweise kann man per ISBN ermitteln, ob ein Buch in einer umliegenden Bibliothek angeboten wird. Nach einer Bilderkennung vor Ort könnten jeweils passenden Erläuterungen verknüpft werden. Die Rechte an der Nachnutzung hat die aktuelle Entwicklungsfirma. Was die App kosten würde, ob sie sich in bestehende Apps integrieren ließe usw. konnten die Vortragenden noch nicht beantworten.

Den „Beitrag der Universitätsbibliothek zur App der RWTH Aachen University“ erläuterten Dominik Schmitz und Moritz Hübner. Hier wurden Funktionalitäten der Bibliothek, die für die Studierenden wichtig sind, in die bereits bestehende App der Universität integriert. Das reduziert den Aufwand, und die Anwender müssen nicht mehrere Apps herunterladen. Verfügbar ist z.B. eine Kontofunktion, die zeigt, welche Bücher man ausgeliehen hat. Man kann diese sofort über die App verlängern. Wie die Verknüpfung zum Bibliothekssystem technisch funktioniert, wird im Vortrag erklärt. Beim Update des Bibliothekssystems sind schon mal leichte Anpassungen nötig. Weiterhin wird der Direktchat auch für die Bibliothek angeboten und über eine WLAN-Auslastung ermittelt, wo sich wahrscheinlich freie Arbeitsplätze befinden. An der Entwicklung der App waren die Studierenden über einen Ideenwettbewerb beteiligt. Mit einer Raumsuche fing alles an und wird kontinuierlich ausgebaut. 40.000 Installationen zeugen für die Beliebtheit dieser App.

Im Vortrag „Wohin mit meinen Filmen? Nutzerorientierte Dienstleistungen für audiovisuelle Medien aus der Wissenschaft.“ zeigte uns Sven Strobel von der TIB Hannover das TIB|AV-Portal seiner Universität. Denn es ist nicht mehr ungewöhnlich, wissenschaftliche Inhalte über Videos zu vermitteln. Diese zu archivieren, genau inhaltlich zu erschließen und ziterfähig zu machen, ist die Aufgabe dieses wissenschaftlichen Filmportals.

Aufgrund seines Entstehungsprozesses ist das Portal leider nicht Open Source. Wenn das Thema inhaltlich passt (Kernfächer: Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik), dann ist der Upload jedoch nicht auf die TIB beschränkt. Bedenken muss man jedoch die zahlreichen Rechte, die zur Veröffentlichung benötigt werden. Denn meist sind mehrere Personen an der Erstellung beteiligt, es werden Materialien gezeigt und/oder sind Personen zu sehen. Sind alle Rechte geklärt, bietet das Portal tolle Features. Aus dem gesprochen/gezeigten Text sowie den Metadaten werden Begriffe erkannt und mit einer Liste von GND-Begriffen abgeglichen. Diese Begriffe, ihre Synomyme und englischen Übersetzungen sind recherchierbar. Bei den Treffern wird genau angezeigt, in welchem Bereich des Videos das gewünschte Thema auftaucht. Das Video selbst erhält eine DOI. Für eine bestimmte Filmsekunde kann ebenfalls ein Zitierlink erzeugt werden.

Übrigens sind im Moment alle Videos des #bibcast 2016 bei Youtube zu finden und werden dann nach und nach im TIB|AV-Portal eingestellt.

Written by lesewolke

10. März 2016 at 19:15

Das Ende der Zeitschriftenabos? Gold Open Access beim #bibcast 2016

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Inzwischen habe ich mir nun wenigstens mal eine Videoaufzeichnung eines Vortrag des #bibcast angesehen und zwar „Gold Open Access verändert Bibliotheken – ein Call-To-Action“ / Bernhard Mittermaier [Update: Präsentationsfolien]. Es ist ja schon so viel über Open Access geredet und geschrieben worden, doch hier handelte es sich um eine klare, sachliche Auseinandersetzung mit ganz praktischen Fragen und Problemen, die auf Bibliotheken zukommen, wenn hauptsächlich Open Access veröffentlicht wird. Ein absolut empfehlenswerter Vortrag! Eine Zusammenfassung bietet das Etherpad. Aber da es wohl nicht dauerhaft gespeichert wird, habe ich mich trotzdem für einen Überblicksbeitrag entschieden.

Bernhard Mittermaier, Leiter der Bibliothek des Forschungszentrums Jülich, rechnete in seinem Vortrag vor, dass wir 2023 bei 50% und 2027 bei 100 Prozent angekommen wären, wenn die Entwicklung in Richtung Open Access so fortschreitet wie in den letzten 2 Jahrzehnten. Das zumindest der überwiegende Teil auf Gold Open Access umsteigt, ist gar nicht so utopisch. Bereits jetzt werden Offsetting-Verträge mit einem Ausgleich von Artikel- und Subskriptionsgebühren geschlossen (Niederlande, Österreich, Großbritannien). Die Vergabe von Forschungsgeldern ist immer öfter an eine spätere OA-Veröffentlichung gekoppelt. Die Max Planck Digital Library hat ermittelt, dass sich ein globaler Umstieg auf Open Access durchaus lohnen würde, siehe Hinweis auf die Studie von 2015. Das könnte eine Bedrohung für wissenschaftliche Bibliotheken bedeuten, die sich weiter hauptsächlich auf die Subskription von Zeitschriften konzentrieren.

Eine andere Möglichkeit der Reaktion auf das zu erwartende Szenario ist die offensive Auseinandersetzung mit dieser Entwicklung. Doch warum sollte sich eine Bibliothek statt um Abos nun um Artikelgebühren kümmern? Die Antwort liegt in der besseren Verhandlungsposition gegenüber Verlagen und der Aushandlung von Rabatten. Auch hier könnten Konsortien zum Einsatz kommen, und zwar am besten gleich auf nationaler Ebene.

Die Bibliothek des Forschungszentrums Jülich sieht die Zukunft in der Bearbeitung der Article Processing Charges (APCs) . Knapp 300 Rechnungspositionen für Zeitschriftentitel würden zukünftig durch 2000 Artikelrechnungen abgelöst. Das wäre ein erheblicher Mehraufwand, der hoffentlich bald durch die Entwicklung standardisierter, maschinenlesbarer Rechnungen & Datenlieferungen aufgefangen wird. Das DFG-Projekt INTAKT beschäftigt sich damit.

Aber das ist längst nicht das einzige Folgeproblem. Vermutlich ist zeitweise mit einem starken Anstieg der Dokumentlieferungen zu rechnen, denn eine Umverlagerung der Kosten durch Abbestellungen von Abonnements ist nicht unrealistisch.

Die Verantwortung über die Kostenzuweisung sieht Mittermeier bei der Universitätsleitung. Sie muss entscheiden, ob es einen Publikationsfond in einer festgelegten Summe gibt, Artikelgebühren jeweils nur bis zu einer bestimmten Höhe gezahlt werden oder alles nach oben offen ist. Unklar ist, wie die Autoren und Verlage auf solche Vorgaben reagieren könnten.

Neben der Artikelverwaltung ist es weiterhin wichtig, dass sich Bibliotheken um die Zugangsinformationen in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek kümmern. Doch für welche Zeitschriften ist eine Einrichtung zuständig und wertet zudem Statistiken aus, wenn (fast) alles grün ist? Als Kriterien wurden im Vortrag z.B. eine Auswahl relevanter Titel genannt, weil eigene Wissenschaftler darin publizieren oder daraus zitieren oder wenn die Einrichtung diese tatsächlich noch abonniert. Die Frage der Langzeitarchivierung – nicht alle Verlage gibt es ewig – muss ebenfalls geklärt werden.

Abschließend machte Mittermaier auf ein weiteres Aufgabengebiet aufmerksam, dem bibliothekarischer Know-How gut tun würde: das Forschungsdatenmanagement. Er empfiehlt zusätzlich einen Datenkurator, der zwischen Bibliothek, Wissenschaft und IT vermittelt. Als Anreiz für die Nutzung eines zentralen Systems wurde die Weiterverwendung der Daten bei interdisziplinären Forschungen genannt.

Written by lesewolke

8. März 2016 at 20:30

Gelesen in Biblioblogs (8.KW’16)

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Die Internetseite zum #bibcast 2016 ist online. Live oder zum späteren Anschauen werden vom 7.-12. März 2016 interessante Vorträge, die es leider  nicht in das Programm des Bibliothekskongresses 2016 geschafft hatten, ausgestrahlt. Die Zuschauer können während der Übertragung per Chat Fragen stellen (via Netbib).

Dass Open Educational Resources auch Werbung für das eigene Unternehmen sein können, wird im YAEZ Whitepaper deutlich (via Übertext blog). Diese Publikation basiert auf der Master-Thesis von Johanna Schmidt (Hochschule der Medien Stuttgart, Studiengang Elektronische Medien) und listet u.a. Erfolgsfaktoren für unternehmensfinanzierte OER auf. Ein praktisches Beispiel sind die Unterrichtsmaterialen „Vernetzte Mobilität„.

Computerspiele und wissenschaftliche Bibliotheken?! ZBW-Blog geht in einem Beitrag auf die Möglichkeiten der Gamification in diesem Bereich ein und empfiehlt zum Beispiel, solche Elemente in Schulungen einzusetzen.

NRW-Blog machte auf die Internetseite „Boys & Books“ aufmerksam. Hier gibt es Lesetipps für Jungen zwischen 6 und 18 Jahren.

BiblioViel:) sah sich die Programme der Parteien der Bundesländern, in denen demnächst Wahlen stattfinden,  hinsichtlich ihrer Aussagen zu Bibliotheken an: Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.

Auf die Masterarbeit „Die Lust zur Ordnung“ von Christina Köstner-Pemsel verlinkte VÖBBlog. Darin dreht es sich um die Geschichte und Gegenwart von Bibliothekarinnen in wissenschaftlichen Bibliotheken. Eine Infografik zum Thema „12 Dinge, die einem bei Shhhhhh! durch den Kopf schießen“ ist bei Bibliothekarisch.de zu sehen.

Written by lesewolke

29. Februar 2016 at 09:00