Lesewolke

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Posts Tagged ‘Bibliotheksbenutzung

Gelesen in Biblioblogs (31.KW’16)

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Wie sieht es eigentlich mit der Softwareentwicklung in und für Bibliotheken aus? Dr. Time Borst schildert bei ZBW Mediatalk seine Erfahrungen von typischen Einsatzgebieten, dem Problem dafür geeignete Mitarbeiter zu finden, der Nachhaltigkeit von Projekten bis zur Liste der Entwickler bei Github.

Wird es einen nationalen Vertrag mit Elsevier geben? Wissenschaftliche Einrichtungen aus Deutschland verhandeln im Rahmen des Projektes „DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage“, siehe wisspub.net.

Wenn die eigene Bibliothek das benötigte Buch oder die Zeitschrift nicht hat, hilft meistens die Fernleihe. Wie so etwas funktioniert, zeigt ein Erklärvideo der Hochschulbibliothek Mannheim (via Bibliothekarisch.de).

Wisspub.net sah sich eine Studie an, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ermitteln sollte, wie sich eine Bildungs- und Wissenschaftsschranke wirtschaftlich auswirkt.

Der Absatz von E-Books steigt, der von gedruckten Büchern sinkt? So funktioniert es nun auch wieder nicht, wie ein Beitrag des SRF analysierte (via VÖBBlog). Einen Song für E-Books veröffentlichte die West Vancouver Memorial Library, siehe Video bei Bibliothekarisch.de. 😉

Nun, E-Books kann man wenigstens nicht falsch einsortieren. Um gedruckte Bücher wiederzufinden, die nicht am richtigen Standort stehen, stellte Library Journal einen Roboter vor, der an den Regalen entlang fährt und solche Exemplare selbstständig erkennt (via VÖBBlog).

Auch das Hören von Büchern verbessert die Lesefähigkeit. Basedows1764 Weblog berichtete über Geschäftsmodelle mit Audiobooks für amerikanische Schulbibliotheken.

ZBW Talk listete bei Facebook Open Access Bibliothekszeitschriften auf, VÖBBlog verlinkte auf diesen Beitrag.

So sind sie eben die Bibliotheksleute. Sie können auch im Urlaub nicht an Bibliotheken vorbei gehen ohne einen neugierigen Blick hinein zu werfen. Eliane Blumer und Karsten Schuldt brachten interessante Berichte und tolle Fotos aus Kanada für das Blog Bibliotheken als Bildungseinrichtung mit.

Anfang Juli erschien der Entwurf der DIN 67700 „Bau von Bibliotheken und Archiven – Anforderungen und Empfehlungen für die Planung“ und kann noch mit zum 8.11.2016 über das Norm-Entwurfsportal des DIN e.V. gelesen und kommentiert werden (via Archivalia).

Eine Krawatte mit Bibliotheksmotiven gefällig? Jens Klein löst seine Sammlung auf, siehe Bibliothekarisch.de.

Zum Schluss noch ein bisschen Pokémon inklusive diverser Pannen & Unfälle in einer Infografik bei Bibliothekarisch.de.

Gelesen in Biblioblogs (29.KW’16)

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„Platzticker“, „Platzfinder“ oder „Arbeitsplatz-Ampeln“ – in der Prüfungszeit sind die Studierenden auf der Suche nach freien Plätzen in den Hochschulbibliotheken. Die genannten Angebote sollen dabei helfen, mehr dazu bei Netbib.

Ganz andere Nutzerinteressen beschäftigen die ÖBs. Die Jagd nach den Taschenmonstern ist in vollem Gange und macht auch vor Bibliotheken nicht halt, oder doch?! Die Bibliothek in Nordenham wurde damit berühmt, ihre Einrichtung zur Pokémon-freien Zone zu erklären. Das sorgte für heftige Diskussionen in den Netzwerken und bei Inetbib. Ultrà biblioteka ist kein Freund von „kommerziellen Hypes„, Archivalia titelte „Bibliothek als Spaßbremse„. NRW-Blog meinte, dass man die Monsterjäger nicht ernsthaft vom Spielen abhalten und daher diese „Welle“ auch für die Bibliothek positiv nutzen könne. Im Beitrag sind Ideen für Bibliotheks-Knigge und Informationskompetenz-Veranstaltungen speziell zur Nutzung des Spieles enthalten. Beachtenswert sind außerdem die rechtlichen Erläuterungen des Blogs der Schwenke Rechtsanwaltskanzlei, die auch bei eventuellen Verboten gelten (Stichwort: Nutzung des Logos).

Fandom und Fast Casual als ALA-Trendthemen, auf die NRW-Blog einging. Es bilden sich Fangemeinden (engl. Fandom) für Figuren und Welten, die oft einen literarischen Ursprung haben und verfilmt wurden. Die Vernetzungsmöglichkeiten über das Internet fördern diese Entwicklung enorm. Könnten es auch Zielgruppen für Bibliotheken sein? Fast Casual, aktuell ein Erfolgsrezept einer Restaurantkette, steht für „qualitativ hochwertige Services die unter geringem Zeitaufwand abgerufen werden können„.

Ein StrategiepapierAttraktive Bibliotheken für die Metropole Berlin“ veröffentlichte Ultrà biblioteka und freut sich Meinungen und Kommentare. Ein Interview mit Sonja Bluhm, Dozentin der Fortbildung „Den roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“, führte die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW, siehe NRW-Blog.

Tipps und Tricks für die Erstellung von Infografiken mit MS Powerpoint hat MonitoringMatcher, via NRW-Blog. Eine Linkliste zu weiteren Tools ist ebenfalls im Beitrag enthalten.

 

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25. Juli 2016 at 09:00

Gelesen in Biblioblogs (18.KW’16)

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Die Zentralbibliothek der Hochschule Hannover hat das Konzept Roving librarian getestet. Dabei sind Auskunftsmitarbeiterinnen und – mitarbeiter in den Bibliotheksräumen mit einem Netbook unterwegs, um unabhängig vom Auskunftsplatz Fragen zu beantworten. Ein Artikel in „Informationspraxis“ von Andrea Hofmann und Christian Hauschke berichtete nun von der Durchführung dieses Experiments und seinen Erkenntnissen (via Infobib). Demnach waren die „streunenden Bibliothekarinnen oder Bibliothekare“ hauptsächlich damit beschäftigt, Bibliotheksregeln durchzusetzen (insbesondere zur Ruhe zu ermahnen) und praktische Hilfe am Kopierer zu leisten. Echte Auskunftsfragen kamen selten vor. Daher wurde das Konzept von der Bibliothek schließlich als wenig erfolgreich bewertet.

Hochschuldidaktische Maßnahmen zur Vermeidung von Plagiaten erläuterte der HD-Blog der PH Luzern (via Archivalia). Denn wer gute wissenschaftliche Arbeiten ablieferen soll, muss den Studierenden auch Zeit zur Themenfindung und dem Schreiben einräumen, also mehr auf Qualität als auf Quantität setzen. Spezielle Themen und Fragestellungen, die zur Auseinandersetzung mit dem Material anregen, erschweren demnach zusätzlich ein Copy & Paste.

Zahlreiche Videos bei e-teaching.org zeigen Möglichkeiten, wie man die Lehre mit digitalen Elementen anreichern kann (via Fortbildung in Bibliotheken). Mit der Gestaltung von Infografiken beschäftigte sich ein Video bei Bibliothekarisch.de.

Die Zentralbibliothek für Blinde (DZB) startete nun eine Kooperation mit den öffentlichen Bibliotheken in Sachsen, damit Nutzer mit Sehbeeinträchtigungen direkt vor Ort eine deutlich größere Anzahl von Hörbüchern – von etwa 33.000 Stück ist die Rede – zur Verfügung stehen (via Netbib).

In der vierten und letzten Folge der Bibliothekskolumne „Bibliotheken ohne Bücher“ von Library Mistress drehte es sich um Genbibliotheken, Programmbibliotheken und vor allem Musikbibliotheken, die eingespielte Tonfolgen enthalten, welche man später zu einem Musikstück zusammensetzen kann.

Zu der Veranstaltung „Was man als Nicht-Katalogisierer über RDA wissen muss – eine Einführung in das neue Katalogisierungsregelwerk“ sind nun die Audioaufzeichnungen online (via vdb-Blog).

Der Library Systems Report 2016 (Engl.) auf der Seite von American Libraries gibt einen Überblick der Bibliothekssoftwaresysteme, die aktuell auf dem Markt sind (via Netbib).

Eine Zusammenfassung der Open-Access-Entwicklung, die einst als Idee des freien Zugangs zur Literatur begann und sich nun zu einer „Cash Cow“ für Verlage entwickelt, gab Ulrich Herb in seiner Präsentation „Open Access – die Revolution bleibt aus“, siehe VÖBBlog.

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9. Mai 2016 at 09:00

Gelesen in Biblioblogs (4.KW’16)

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Unsere Bibliotheksnutzerinnen und Bibliotheksnutzer kennen sie – die Tricks, wie man Bibliotheksregeln umgeht. Sollten wir die Regeln ändern oder anders erklären? Haben Mahngebühren einen Einfluss auf die Anzahl der Verluste? Mit solchen und anderen Fragen beschäftigte sich Anne Christensen in ihrem Blogbeitrag „Benutzungsregeln & der Lernort Bibliothek“.

Auf den ausführlichen Bericht über die Jahrestagung des Arbeitskreises kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (KRIBIBI) zum Thema Informationsethik verlinkte VÖBBlog. Zum Umgang mit der Bibliotheksethik beklagte Prof. Rösch beispielsweise „dass die zunehmende Ökonomisierung aller Lebensbereiche diesen wichtigen Aspekt bibliothekarischen Handelns immer mehr in den Hintergrund dränge. Die dem Bibliothekswesen früher anhaftende Technikfeindlichkeit sei durch eine Haltung ersetzt worden, alles ungeprüft und kritiklos übernehmen zu wollen, nur weil es neu sei.„. Weitere Aspekte der Tagung gingen unter anderem auf Neutralität und Informationsgerechtigkeit ein.

Um viel Geld dreht es sich bei Verträgen mit großen Wissenschaftsverlagen. Im 2. Teil von „Der ETH-Bereich und Elsevier“ dokumentierte Christian Gutknecht bei wisspub.net die Ereignisse rund um die Begutachtung solcher Verträge.

NRW-Blog sowie das Bibliotheksportal verweisen auf die neue „Richtlinie zur Förderung von Offenen Bildungsmaterialien„, auch online verfügbar. Fortbildung in Bibliotheken empfiehlt darüber hinaus als Einstiegslektüre „Wie offen ist Lernmittelfinanzierung für OER?“ von Leonhard Dobusch . Biboer hat einige Ideen, warum diese Fördermaßnahme auch für öffentliche Bibliotheken interessant sein könnte. Die Frist für die Einreichung von Projektskizzen endet am 13. März 2016.

Ein ausführliches Interview zu den „Grundfragen des Wissenschaftsbloggens“ führte Mareike König mit Klaus Graf im Redaktionsblog von Hypotheses.org (via Netbib). Seiner Meinung nach bieten Blogs die Chancengleichheit, dass die eigene Forschung zur Kenntnis genommen, darauf aufgebaut bzw. widerlegt werden kann. Filtermechanismen schaden eher. Peer review wird zu recht immer mal kritisiert. Außerdem: „Ein Social-Media-Algorithmus nach dem Motto ‚bekannt und beliebt‘ ist nicht weniger verhängnisvoll als die Praxis von renommierten Zeitschriften nur Themen zu nehmen, die ’sexy‘ sind.“ Klaus Graf wirbt zudem dafür, gemeinfreie Digitalisate, die man für die eigene Arbeit erstellt hat, dann unbedingt auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Den persönlichen Blick hinter die Kulissen von Studierenden im Bibliothekswesen in Großbritannien und Irland startete nun der Blog 23 LIS Students (via Netbib).  Im ähnlichen Stil gab es bereits Vorgängeraktionen wie 23 Bibliothekare Englands, Irlands und Wales (siehe About des neuen Blogs).

Am 25. Januar wurde in der Wiener Hofburg die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Dr. Johanna Rachinger mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet (via VÖBBlog).

Die FAZ besuchte „Büchersammler Lagerfeld“ und widmete ihm und seiner Leidenschaft einen ausführlichen Artikel (via VÖBBlog).

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1. Februar 2016 at 09:00

Gelesen in Biblioblogs (32.KW’15)

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Im Blog A growing organism erschien in der letzten Woche ein Beitrag zur Zukunft der Benutzungsabteilung.  Die Nutzerfragen und Veranstaltungen zum Schreiben und Publizieren nehmen zu. „Aber wo lernen wir, Schreib- und Publikationsberatungen  zu machen oder Benutzungsoberflächen zu designen?“ fragte Anne Christensen daher in ihrem Blogbeitrag. Wichtige Themen sind nicht demnach nicht nur die digitalen Ressourcen, Discovery Systeme und die Gestaltung der Lernorte. Wobei digitale Dienste eben ganz andere Kenntnisse erfordern, als viele Bibliothekarinnen und Bibliothekare einst in Studium/Ausbildung erworben haben.

Onleihe – der NRW-Blog machte in einem Beitrag darauf aufmerksam, dass es laut divibib nun auch möglich ist, gelesene E-Books und E-Magazine (außer PDF) vor dem Ablauf der Leihfrist zurück zu geben. Ein gesetzliches Recht, dass Bibliotheken erschienene E-Books erwerben und verleihen dürfen, gibt es allerdings immer noch nicht.  Deshalb reichte die Fraktion einen Antrag dazu im Bundestag ein (siehe dbv, via NRW-Blog). In ländlichen Gegenden des Landes Brandenburg wird es zunehmend schwieriger die gedruckte Literatur von Bibliotheken zu nutzen, denn die Bücherbusse wurden in den letzten Jahres stark reduziert, wie der RBB berichtete.

Wer die Podiumsdiskussion zum Thema Datenschutz und Privatsphäre auf dem 104. Bibliothekartag in Nürnberg verpasst hat, kann diese nun online anschauen – siehe Netzwerk Bibliothek (via NRW-Blog). Den Hinweis auf den Webtalk „Ist das rechtens? Teilen und Urheberrecht„, ein Video der Bundeszentrale für politische Bildung, bettete Netbib ein.

Buchcover aus der Sammlung der British Library bei Flickr

Buchcover aus der Sammlung der British Library bei Flickr

Der freie Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen war ebenfalls ein Thema in der letzten Woche. „Welcher Verlag erlaubt was?“ hieß ein Beitrag des neuen Open-Access-Blogs der TU Berlin (via Archivalia).

ZBW-Mediatalk widmete sich der Kommunikation von Wissenschaftlern mittels Twitter und bietet Guidelines für Wirtschaftswissenschaftler zum Download an. Die Tipps beruhen auf den Erfahrungen von neun aktiven Twitteren aus dem ökonomischen Bereich und sind sicher auch für Forscher anderer Fachrichtungen interessant.

Doch auch das Bibliothekswesen selbst ist ein Forschungsgebiet. Um dies zu unterstützen wurde im Juni 2015 die Berlin-Brandenburgische Stiftung zur Förderung der Bibliotheks-Forschung gegründet, siehe Internetseite (via Netbib).

Auf die riesige und frei nutzbare Sammlung gemeinfreier Buchillustrationen der British Library, sortiert in Alben auf Flickr, verlinkte VÖBBlog. Laut einem Artikel von Zeit online sind Nutzer der Plattform Flickr eingeladen, beim Taggen zu helfen.

 

Gelesen in Biblioblogs (19.KW’15)

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Aktueller Hinweis: Lesewolke macht gerade eine Pause. Wer die Wochenrückblicke vermisst, schaut einfach mal bei Bibliothekarisch.de vorbei.

Für Fans der Katalogisierung: das neue Heft der Online-Zeitschrift 027.7 mit Beiträgen zum Thema „RDA – Resource description & access“ ist erschienen.

Jan Frederik Maas beantwortete in einem Interview mit ZBW-Talk Fragen zur überarbeiteten Rechercheplattform Beluga der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. In Beluga 3.0 kann man nun nach mehreren Millionen lizensierten elektronischen Aufsätzen suchen.

Geld spielt beim Bibliotheksmanagement eine wichtige Rolle. „Wie viel Betriebswirtschaftslehre verträgt die Bibliothek?“ fragte Ulrich Naumann deshalb in seinem Essay zum Vortrag beim Berliner Bibliothekswissenschaftlichen Kolloquium des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU Berlin, welches frei online zugänglich ist (via BibTexte).

Menschen die gar kein Geld haben und obdachlos sind, nutzen Bibliotheken beispielsweise, um sich einfach mal aufzuwärmen. Das bringt natürlich auch Probleme, wie die Berliner Woche berichtete (via NRW-Blog).

In Indonesien besucht Ridwan Sururi mit seinem Pferd Luna und einer Bücherbox regelmäßig einige Dörfer, damit dort die Menschen überhaupt die Möglichkeit zum Lesen haben (via Fahrbibliotheken). Dabei träumt Mr. Sururi von einer richtigen Bibliothek direkt vor seinem Haus: „I hope I can have a small library in front of my house,“ he says. „But I know it is only a dream.“, schrieb BBC News.

„Read someone like a book“ – englischsprachige Redewendungen, die das Wort book oder books enthalten, stellte eine Infografik vor, siehe Bibliothekarisch.de. 🙂

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11. Mai 2015 at 08:00

Gelesen in Biblioblogs (7.KW’15)

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An den deutschen Hochschulen ist Prüfungszeit. Da wird man an der Auskunft auch schon mal gefragt, ob man wüsste, wo es noch freie Stühle gebe. Obwohl die Studierenden dank Digitalisierung nicht zwingend in der Nähe von Bücherregalen kleben müssten, ist die Bibliothek als beliebter Lernort eher in der Gunst gestiegen. „Mit der Digitalisierung der Medien entstehe parallel eine steigende Nachfrage nach Umgebungen, in denen der Mensch gerade nicht allein sei.“ lautet eine der möglichen Erklärungen eines Artikels auf den Seiten der Helmholtz-Gemeinschaft (via Netbib).

Auf zwei Beispiele unschöner Nutzungsmöglichkeiten machte Netbib aufmerksam. Die Berliner Woche berichtete über die Entscheidung der Wohnungseigentümergemeinschaft gegen die Aufstellung von Bänken vor der Humboldt-Bibliothek des Tegeler Zentrums, da der Platz „oft von Jugendlichen für Trinkgelage genutzt“ wurde. Und Bibliothekarin in Berlin Neukölln zu sein, scheint jedenfalls kein Traumjob zu sein. Das machte ein Artikel im Tagesspiegel deutlich, und benannte u.a. „Sex auf der Toilette, Brandstiftung, Beleidigungen und unflätiges Benehmen„. Besonders schwierig sei die Situation für die Mitarbeiterinnen, „da insbesondere die männlichen Jugendlichen (mit Migrationshintergrund) sich von Frauen nicht in die Schranken weisen lassen“.

Mit ernsthaften Problemen kämpft zur Zeit der Berufsverband BIB e.V. Ultrà Bibliotheka war bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Köln dabei und schreib einen Blogbeitrag (& Nachtrag) über die Vorgänge.

Vier Tipps für bessere Facebookseiten erläuterte Christoph Deeg in seinem Blog. Demnach sollte man nicht mit Fachbegriffen um sich werfen, immer den Mehrwert für den Leser im Blick haben und sich klar darüber sein, dass es sich um eine geschäftliche Kommunikation handelt. Darüber hinaus muss jeder Post für sich allein verständlich sein, denn „Niemand schaut sich Facebookseiten an!„.

NRW-Blog ging auf einen Beitrag des SEM Post ein, nach dem Internetseiten, die nicht mobil optimiert seien, bei mobilen Google-Anfragen schlechter gerankt werden.

Archivalia testete Österreichische Museums- und Bilddatenbanken (Links enthalten) u.a. hinsichtlich Auflösung, Permalink, Nachnutzungshinweisen, Sharing sowie Feedbackfunktion und fand das Ergebnis insgesamt keineswegs befriedigend.

Auf die Probleme von Scans machte David Kriesel in seinem sehr unterhaltsamen und gut verständlichen Vortrag aufmerksam. Denn wer glaubt, dass ein Scan so eine Foto des Originals sei, ist im Irrtum. Durch Komprimierung gab es 8 Jahre Fehler (insbesondere bei Zahlen) beim Scannen mit Xerox-Geräten (via Netbib). Aus bibliothekarischer Sicht möchte man da beinahe fragen, womit denn die Verlagsarchive naturwissenschaftlicher  Zeitschriften und Bücher gescannt wurden?

 

 

Wissenschaftliche Bibliotheken in der digitalen Welt beim #bibtag14

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Am Mittwochnachmittag fand der Vortragsblock „Wissenschaftliche Bibliotheken in der digitalen Welt“ statt und startete mit einer erfrischenden Vorstellung der Web 2.0-Angebote des SuUB Bremen, die sehr aktive in verschiedenen Netzen ist, wie ­Facebook, Twitter, Flickr, Youtube, Foursquare und Instagram (Update 23.06.14: Link zu den Vortragsfolien). Rachel Ellis machte deutlich, dass es nicht genügt, einfach präsent zu sein. Wichtig ist die Vernetzung und Interaktion, z. B. mit der Universität, der Stadt usw. Wenn diese Posts & Tweets teilen, erhöht sich die Reichweite und oft entdecken Fans/Follower dabei das Angebot des SuUB und abonnieren dies ebenfalls.

Es gibt viel positives Feedback für die Aktivitäten des Social Media Teams – welches nicht aus Digital Natives besteht, wie Frau Ellis betonte – in den Netzwerkes .Als jedoch Gebühren für externe Nutzer eingeführt wurde, gab es auch die Kritik eines verärgerten Nutzers, jedoch nicht auf den Seiten des SuUB. Diese griff diese Kritik trotzdem offen auf und traf auf Verständnis und positives Feedback der Fans. Followerpower gab es bei einer Einrichtung eines Geocache-Station.

Das Social Media Team der SuUB wird von den Mitarbeitern unterstützt. Außer einem internen Ideenblock gibt es kaum Regelungen. Internettipps waren die Gruppe Biblioadmin bei Facebook und die Internetseite von David Lee King.

Lesetipp: Über den Vortrag von Rachel Ellis berichtete auch Bibliotheksnews.

Angela Barth-Küpper und Isabell Leibing stellten das Projekt „Blended Library“ der UB Konstanz vor. Dabei sollte erforscht werden, ob ein interaktiver Tisch ein Angebot für Bibliotheken sein könnte. So ein Multitouch-Table könnte für die Recherche nach Medien eingesetzt werden. Es zeigte sich, dass boolesche Operatoren durch Visualisierung verständlicher werden. Tokens für Tastaturen und Filter helfen dabei. Die Trefferliste könnte man dann ausdrucken oder besser per QR-Code auf das eigene mobile Gerät bringen. Klar wurde jedoch auch, dass neue Oberflächen durchaus eine Anleitung benötigen. Nicht gleich das erste Tischmodell erfüllte, was es versprach, nicht in jedem Punkt hatten Forscher und Anwender die gleichen Vorstellung. Aber die Kommunikation wurde gelobt und man hofft, die Ergebnisse und Erfahrungen für eine reale Umsetzung zu nutzen.

Lesetipp: Einen weiteren Bericht zu diesem Vortrag veröffentlichte Bibliotheksnews.

Ein ganzes Paket virtueller Anwendungen, die mit dem realen Raum verknüft werden, stellte Angela Leichtweiß von der  UB Mannheim vor (Update 12.06.2014: Link zur Präsentation). Um den Standorthinweis zu visualisieren, kann der Nutzer auf einen 3D-Lageplan aufrufen. Außerdem wird die Lehrbuchsammlung virtuell auf drei großen Touchscreens dargestellt. Bei der Druckausgabe sieht der Nutzer den Standort, beim E-Book kann er den QR-Code einscannen. Diese Angebot wird auch genutzt. Problematisch bei hängenden Bildschirmen mit Bedienfunktion kann die Höhe werden, z.B.für Rollstuhlfahrer.

Ampel für freie Leseplätze (Folie aus der Präsentation von Angela Leichtweiß, UB Mannheim)

Ampel für freie Leseplätze (Folie aus der Präsentation von Angela Leichtweiß, UB Mannheim)

Für besonders viel Interesse beim Publikum sorgte die Ampel, welche anzeigt, ob es noch freie Plätze in den Lesebereichen gibt. Realisiert wird dieser über eine Analyse der Auslastung des WLANs in den einzelnen Bereichen. Beachtet werden muss, dass zu bestimmten Zeiten eventuell auch Plätze belegt sind, und das Netz nicht genutzt wird (z.B. Mittagspause).

Ein drittes Beispiel für virtuelle Anwendungen war UB-Chat, an dem 40 MitarbeiterInnen beteiligt sind (jeder damit 2-3x pro Monat), die es am Arbeitsplatz neben ihrer Arbeit bewältigen. Es kommen ca. 4-5 Chatanfragen pro Tag. Obwohl es nun nicht so viele Fragen gibt, förderte die umfassende Teilnahme der vielen MitarbeiterInnen den Austausch über Benutzerfragen.

In Planung ist ein UB-Spiel für Studierende des 1. Semesters. Die UB Mannheim setzt auch QR-Codes ein, stellte aber fest, dass diese nicht so sehr genutzt werden.

Nun sind Chats und andere Angebote schon in einigen Bibliotheken angekommen. Ein radikales Konzept setzten die Bibliotheken der Technischen Universität München um. Man schaffte die reale Auskunft ab und setzte auf e-only-Auskunft (Update 17.06.14: Link zur Präsentation). Eine Ausleihtheke gibt es jedoch weiterhin. 26 KollegInnen aus dem Infoteam sind daran beteiligt und können morgens wählen, für welches Angebot sie zur Verfügung stehen. Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme durch die Benutzer ist die Internettelefonie (tgl. 13 Anrufe), der Chat mittels Libraryh3lp (tgl. 15 Chatanfragen), Skype mit Stationen über Tokbox (weniger als 10 Fragen pro Monat), SMS (ebenfalls weniger als 10 Fragen pro Monat), und E-Mail über OTRS (tgl. 27 Mails). Stefanie Blum-Effenberger stellte fest, dass man das Freizeitverhalten nicht eins zu eins auf die Kommunikation mit öffentlichen Einrichtungen übertragen könnte, wie die geringe Akzeptanz von Skype und SMS zeigte. Man prüft, ob Whatsup eine Möglichkeit wäre.

Auch über eine möglichst hohe Qualität der Auskünfte machte man sich in Mannheim Gedanken. Jeden Montag schickt ein Mitarbeiter des Auskunftsteam eine Übungsfrage an die anderen. Außerdem finden Webinar über Adobe Connect statt, die z.B. den Umgang mit neuen Datenbanken schulen. Einmal pro Jahr gibt es eine professionelle Schulung. Die Englischkurse der Universität werden ebenfalls gern genutzt.

Ein Nachteil, der sich aus der Nachfrage aus dem Publikum ergab, wurde jedoch deutlich: Oft arbeiten Nutzer mit ihren eigenen Geräten. Während sie dann das Personal vor Ort bei Rechercheproblemen durchaus auf ihren Bildschirm schauen lassen, ist das bei einer virtuellen Hilfe eben nicht möglich.

Dr. Sabine Gehrlein von der  UB Heidelberg berichtet von den Aktivitäten der Bibliothek bezüglich der Publikation von elektronischen Zeitschriften (Update 23.06.2014: Link zu den Vortragsfolien). Dafür wird das Open Journals System (OJS) eingesetzt. Inzwischen werden 24 Journals angeboten. Der Aufwand für die Bibliothek besteht vor allem in der intensiven Beratung für die Wissenschaftler, die eine solche Zeitschrift veröffentlichen möchten. Wenn geklärt ist, wie der Workflow & Qualitätssicherung ablaufen, das Layout aussehen,m Finanzierung und Inhalte gesichert und ein Softwaretraining durchgeführt wurde, sind die Herausgeber dann selbst verantwortlich. Allerdings bemüht sich die Bibliothek, um eine gute Sichtbarkeit der Inhalte. Die Artikel werden in den Bibliothekskatalog aufgenommen und sind so auch auf Verbundebene auffindbar. Ein Anreiz für die Wissenschaftler wäre die Einbindung in disziplinäre Nachweisorgane und steht deshalb auf der To-Do-Liste der Bibliothek.

Im letzten Vortrag dieses interessanten Blocks erklärte uns Jan Neumann vom hbz, was Open Educational Resources (OER) sind, und warum Hochschulbibliotheken sich dringend damit befassen sollten. Eine Infrastruktur, die Lehrmitteln verwaltet, die mit einer offenen Lizenz ins Netz gestellt werden können und damit zum Verwenden und Anpassen an lokale Bedürfnisse freigegeben sind. Aufgaben für Bibliotheken könnten sein: die Bewußtseinsbildung für dieses Thema, Herstellung/Management/Bereitstellung von OER und einer Metadatenstandardisierung. Dazu muss ermittelt werden, wo es an der Hochschule bereits solche Materialien gibt und wer diese erstellt. „Bauen Sie ein OER-Repositorium und eine Community of Practice!“ rief Jan Neumann auf. Seine Präsentation ist bereits online verfügbar.

Gelesen in Biblioblogs (22.KW’14)

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Die unabhängige Open-Access-Zeitschrift mit dem Titel „Informationspraxis“ ist in Planung. Ein erstes Treffen der Aktiven und solchen, die es werden wollen, findet auf dem Bibliothekartag in dieser Woche statt. Schon seit 2012 gibt es Überlegungen zu einer Open-Access-Zeitschrift für unseren Bereich (siehe dazu auch #newLIS 2014 reloaded bei Bibliothekarisch.de). Auf die Ankündigung und Mitmach-Aufforderung verwiesen unter anderem Archivalia, VÖBBlog. Lambert Heller, Rudolf Mumenthaler, Gabriele Fahrenkrog und Dörte Böhner erklärten jeweils in ihren Blogbeiträgen, warum die Fachcommunity diese Zeitschrift benötigt und sie sich dafür engagieren.

Der Verein Deutscher Bibliothekare will im Herbst 2014 ebenfalls eine OA-Online-Fachzeitschrift herausbringen, so die Ankündigung im vdb-Blog.

In der letzten Woche fand bereits der Bibliothekskongress in Österreich statt. Die Vorträge sind nun online.

Und auch wenn der 103. Deutsche Bibliothekartag erst morgen beginnt, haben einige Blogger schon Beiträge in Vorfreude auf das Ereignis veröffentlicht, gesammelt bei Bibliothekarisch.de. In dieser Woche werden sicher noch viele Blogbeiträge dazu kommen. Außerdem findet man dort alle wichtigen Links, wie Twitterwall, Hashtag und Facebookgruppe.

Sollten öffentliche Bibliotheken auch am Sonntag geöffnet haben? Dazu wurde Ende März 2014 eine Expertenanhörung durchgeführt. Die Beiträge sind nun online auf der Seite des BIB e.V. einsehbar (via NRW-Blog). Unter anderem hatten die Stadtbibliothek Bremen und die Interkulturelle Familienbibliothek Mönchengladbach die Sonntagsöffnung getestet und berichteten über Erfahrungen und Umfrageergebnisse.

Die Stiftung Lesen hat eine Online-Veröffentlichung zum ehrenamtlichen Engagement in der Leseförderung herausgegeben (via NRW-Blog).

Für die Gestaltung von Büchertischen interessierten sich Die Töchter Regalias und zeigten zwei Beispiele aus einer Londoner Buchhandlung.

Es gibt einen neuen Blog der dbv-Kommission für interkulturelle Bibliotheksarbeit mit Informationen und Medientipps (via NRW-Blog).

Wie sieht wohl der Anteil der Bücher im eigenen Bücherregal aus, den man wirklich gelesen hat, lesen möchte, nie lesen wird … . Ein Cartoon macht es visuell deutlich (via VÖBBlog). 😉

Written by lesewolke

2. Juni 2014 at 08:00

Gelesen in Biblioblogs (49.KW’13)

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Im 21. Jahrhundert kommt man schnell an benötigte Literatur?! Also, so einfach ist das nun auch wieder nicht. Karsten Schuldt lies uns in seinem Blogbeitrag bei Bibliotheken als Bildungseinrichtung an seinen Erlebnissen in deutschen und Schweizer Bibliotheken teilhaben.

Station mit Locher, Heftklammerer und Schneidemaschine

Station mit Locher, Heftklammerer und Schneidemaschine

„Haben Sie einen Locher/Tacker?“ ist eine beliebte Frage von Studierenden. Auf einen Beitrag von College & Research Libraries News zum Leben und Sterben von Heftklammermaschinen in wissenschaftlichen Bibliotheken verwies Library Mistress und verlinkte auf das Foto einer Station mit Bürogeräten der Loughborough University Library (siehe rechts).

Über den „Raum der Stille“ in der geschäftigen Universitätsbibliothek Tübingen berichtete ein Online-Artikel der Stuttgarter Zeitung (via Netbib).

Mit dem Thema Inklusion in Bibliotheken setzte sich Wolfgang Kaiser in Bibliothekarisch.de auseinander. Dazu gehört neben barrierefreien Zugängen zum Gebäude und auf den Internetseiten auch ein Literaturangebot in leichter Sprache, damit die Bibliothek von vielen Nutzern der unterschiedlichsten Voraussetzungen genutzt werden kann.

Bibliotheken sollten auch an ausländische Nutzergruppen denken. Das BiblioteksCenter for Integration (SBCI) in Aarhus erwirbt zentral fremdsprachige Literatur für die öffentlichen Bibliotheken in Dänemark. Deutsche Bibliotheken können ebenfalls über SBCI bestellen, müssten dann allerdings die Versandkosten tragen, schrieb BuB (via NRW-Blog).

Netbib erläuterte, wie man mit Hilfe von Suchmaschinen eine Stichwortsuche auf den Seiten von Open-Access-Zeitschriften startet (falls es dort keine eigene Suchfunktion gibt).

Was passiert eigentlich, wenn sich die Bibliotheksbenutzer nicht an das Urheberrecht halten? Und welche Pflichten haben Bibliotheksmitarbeiter, um dies zu verhindern? Markus Andreas Lohmann geht in der 337. Berliner Handreichung „Zivilrechtliche und strafrechtliche Sanktionen bei unerlaubter Vervielfältigung eines urheberrechtlich geschützten Werkes“ u.a. auf diese Fragen ein (via Bibtexte).

Im Oktober 2013 wurde DIN 1505-2 „Titelangaben von Dokumenten; Zitierregeln“ zurückgezogen. Was bietet der international gültige Nachfolger DIN ISO 690:2013-10? Infobib hat in diese neue Norm zu Zitierregeln geschaut und den Passus gefunden, dass Zeitschriftentitel abgekürzt werden dürfen, wenn kein „Risiko der Mehrdeutigkeit“ besteht. Ist das wirklich eine gute Idee?

Internetseiten und Seiten in sozialen Netzwerken sind in vielen Bibliotheken inzwischen nicht mehr wegzudenken. Ein Beitrag von NRW-Blog beschäftigte sich nun mit der Frage, mit welchen Zielen Bibliothekskunden die entsprechenden Internetseiten besuchen, und was sie bei Seiten in sozialen Netzwerken erwarten.

Foto: Loughborough University Library bei Flickr (Lizenz: CC-By 2.0)

Gelesen in Biblioblogs (17.KW’13)

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Der Artikel mit einer öffentlichen Kritik über die „Studie: Ursachen und Gründe zur Nichtnutzung von Bibliotheken“ (April 2012) in der Zeitschrift BuB (auch online) sorgte für viel Diskussionstoff in der Inetbib (siehe auch Netbib sowie Update 30.4.13: Zusammenfassung der Diskussion bei Bibliothekarisch.de). Blogleser mag diese Aufregung ein Jahr nach Erscheinen der Studie überrascht haben. Denn Karsten Schuldt bemängelte in Bibliotheken als Bildungseinrichtung schon Ende April 2012 ausführlich Qualität & Nutzen dieser Nichtnutzerstudie (meiner Meinung nach treffender als der BuB-Artikel). Eine Empfehlung auf den letzteren Beitrag gab es auch im Plan3t.

Martin Kramer besuchte eine Veranstaltung aus der Reihe “geeks@cologne” in der Stadtbibliothek Köln mit Themen aus der aktuellen Forschung. Der Bericht in Martins Blog zeigt, wie Bibliotheken heute auch präsent sein können.

Über ein Augmented Reality Game in der Toronto Public Library berichtete NRW-Blog. Die Idee basiert auf dem Roman „Fahrenheit 451„, welcher in einem fiktiven Land spielt, wo es verboten ist, Bücher zu lesen und zu besitzen. In dem Spiel der Bibliothek ruft man zum Widerstand auf und stellt den Lesern Aufgaben.

Während die Angebote (auch zur Bildung) im Internet immer zahlreicher werden, und immer mehr Menschen dieses nutzen, zieht bereits ein neues Problem auf. Bisher war es egal, welche Inhalte man über die Internetverbindung nutzen wollte, könnte das ein Ende haben und die Kosten von der Anwendung abhängen, Stichwort Netzneutralität (ausführlich bei Netzpolitik.org erklärt, siehe auch Text & Blog mit kurzem Video). Unter anderem über die gesellschaftlichen Probleme, die durch eine Begrenzung des Downloadvolumens erst geschaffen werden, bloggte Christoph Deeg im Kulturbeutel:

Wenn die Telekom beginnt, die Internetgeschwindigkeit zu drosseln, dann erdrosselt sie letztlich das Weiterkommen unserer Kultur. Sie spaltet unsere Gesellschaft in zwei Gruppen: diejenigen, die es sich leisten können, die digitale Welt zu nutzen, mit ihr zu arbeiten, sich weiter zu bilden, sich zu vernetzen etc. und diejenigen, die ausgesperrt sind.“

KatalogschrankHektor Haarkötter widmete einen ausführlichen Beitrag bei Telepolis der Geschichte der Zettelkästen. Schon vor der Erfindung des Computers versuchten Menschen und Bibliotheken die wachsende Menge an Informationen zu verwalten (via Infobib). Demnach versuchte Gottfried Freiherr van Swieten, Bibliothekar der Wiener Hofbibliothek, mittels Zetteln und 7 Helfern, denen er die schriftliche Anleitung „Unterricht und Anweisung für diejenigen, so die Titel und Bücher abschreiben sollen“ gab, Ordnung in die Bücher zu bringen. Auch aus ökonomischen Gründen machte man sich dann einfach nicht mehr die Mühe, alle Inhalte von den Zetteln in Bücher zu übertragen. Und so wurde er zum ersten Zettelkatalog in einer Bibliothek. Wirklich eine schöner Beitrag anläßlich der Marbacher Ausstellung „Zettelkästen. Maschinen der Phantasie“.

Ben Kaden sah sich ein paar Bücher an, in denen Bibliothekarinnen & Bibliothekare eine Rolle spielen und die man trotzdem eher selten in Bibliotheken findet, nämlich erotische bzw. pornographische Literatur. Dabei bemängelte er im Libreas Blog, dass den meisten Werken Einfallsreichtum und Sinnlichkeit fehlt.

Und so lange wir noch alle Youtube schauen können, hier der Link auf einen Beitrag bei Bibliothekarisch.de mit dem Video des Harlem Shake in der Universitätsbibliothek Greifswald. 😉

Inetbib 2013 – Nutzerwünsche und soziale Aspekte

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Aussagen über Nutzer

Aussagen über Nutzer

Viele Bibliotheken sind durchaus kundenorientiert und versuchen ihre Angebote an den Nutzer zu bringen. Das bedeutet nicht, dass wir es diesen immer sehr leicht machen, wie uns Anne Christensen in ihrem Vortrag „Und was erwarten wir von unseren NutzerInnen?“ (online bei Slideshare) vor Augen führte.

Das geht oft schon mit den Passwörtern los, die komplizierter sind, als die PIN-Codes einer EC-Karte, obwohl es hier um deutlich weniger sensible Daten geht (siehe dazu auch Artikel „Besser geschützt als Fort Knox“ von Henning Klauß in BuB 2013,Heft 2, S. 95). Auch der Blick auf so manchen Linkresolver (siehe auch Screenshots bei Netbib) mag für viele unserer Nutzer eher verwirrend als hilfreich sein. Und eigentlich sind wir schon enttäuscht, wenn sich der Nutzer schnell mit den ersten Buchergebnissen zufrieden gibt und gar nichts weiter über Datenbanken und deren Recherchemöglichkeiten und den vielen Dingen, die uns sonst noch einfallen, wissen will. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen sollten uns zumindest bewusst sein. Nutzer sind halt meist pragmatisch und ergebnisorientiert. Da heißt es „good enough“ statt perfekt. Auch sonst plädierte Anne Christensen für eine weniger auf Verbote orientierte Bibliothek, die mehr auf selbstverantwortliches Handeln setzt.

Maren Krähling besuchte die USA, schaute, wie dort Bibliotheken auf ihre Nutzer eingehen und berichtete in ihrem erfrischenden Vortrag „Join the Conservation“ darüber (Update 18.4.2013: Link zu den Folien). Gemeinsam in den wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken, die sie besuchte, waren der Respekt vor dem Nutzer und die Vorstellung, dass die Bibliothek jeweils ein Teil der Gemeinschaft ist. Wichtig dabei ist, auch die eigenen Grenzen zu kennen, z. B. bei der Queens Public Library in Form einer Demographiebibliothekarin, die aus der Bibliothek hinaus in die Community geht, um herauszufinden, für welche Gruppen, auch zahlreiche fremdsprachige, Literatur benötigt wird. Ein schönes Beispiel fand ich auch die Bibliothek des Rutgers University, die sich durch Studierende beraten lassen und diese Arbeit wertschätzen.

=> Mehr zum Nachlesen über diese beiden Vorträge findet man sich im Open Knowledge Pad von Dörte Böhner sowie im Blogbeitrag von Hatori Kibble.

Nicht nur in den USA haben es öffentliche Bibliotheken mit sehr verschiedenen Nutzergruppen zu tun. Auch in Deutschland gibt es Bevölkerungsschichten, die im Vergleich zum Durchschnitt ungünstige Ausgangsbedingen haben, sei es, weil sie finanziell schlechter gestellt sind, Sprachbarrieren existieren, in einem wenig gebildeten Umfeld leben oder keinen Internetzugang haben. Karsten Schuldt machte in seinem Vortrag „Hilft die Bibliothek wirklich gegen den Digital Divide bei Sozial Schwachen?“ auf diese vielfältigen Möglichkeiten aufmerksam, die meist die Bildungschancen verschlechtern. Für Bibliotheken bedeutet dies, dass solche Nutzer mit sozial schwachem Hintergrund auch mit ganz anderen Bedürfnissen und Fragen in die Bibliothek kommen. Man kann oft nicht vorhandene Technik und entsprechende Kompetenzen im Umgang voraussetzen, sondern müsste hier einfache Einstiegsangebote schaffen, um Ängste abzubauen, Neugier zu wecken, gemeinsam zu lernen sowie dabei auf konkrete Interessen achten.

=> Zu diesem Vortrag gibt es ebenfalls eine Mitschrift von Dörte. Update 18.4.2013: Link zu den Folien

Written by lesewolke

14. März 2013 at 07:00

Gelesen in Biblioblogs (8.KW’12)

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Der Elsevier-Boykott ist weiterhin ein Thema in den Blogs. So stellte Wisspub.net fest, dass es bereits über 7.000 Unterzeichner des Aufrufs gibt und inzwischen auch deutsche Wissenschaftler dazu zählen. Außerdem findet man im Beitrag eine Übersicht der Presseartikel zu diesem Thema und eine Verlinkung zum Blogbeitrag von Günter M. Ziegler, der das Problem auf den Punkt bringt. Auch Netbib widmete sich dem Boykott und verweist auf eine Liste der teuersten Zeitschriften der Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie. Doch, das sind tatsächlich die Preise für ein Jahresabo! Wer bis jetzt meinte, Fachbücher wären teuer, oder was haben die denn bloß alle mit Elsevier, der sollte jetzt klarer sehen.

In einer ausführlichen Rezension von Molly Flashpohlers Abhandlung „Engaging First-year Students in Meaningful Library Research“ widmete sich LIBREAS Blog den Erkenntnissen der amerikanischen Autorin und Bibliothekarin, die sich mit dem gleichen Problem herumärgert, welches man hier auch kennt, und zwar dass die Studierenden die Ressourcen der Bibliothek nicht in ihren Forschungsprozess einbeziehen.

Mit didaktischen Hintergründen zum richtigen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigte sich die Universität Erfurt und stellt umfangreiche Lehrmaterialien bereit (via NRW-Blog). Wer sich mehr für kurze Lernhäppchen interessiert, schaut sich das Video an, welches von explainity in Kooperation mit der UB Lüneburg erstellt wurde, Titel: „Recherche in der Bibliothek einfach erklärt“. Da lernt man in knapp 4 Minuten, was es eigentlich mit den einzelnen Publikationsformen auf sich hat (via Bibliothekarisch.de). So vermittelt man heute Informationskompetenz! Empfehlenswert!

Über den Innovationspreis für Movers & Shakers, den die Zeitschrift „Library Journal“ bereits seit 2003 vergibt, berichtet Bibliothekarisch.de und verweist auf die neue gleichnamige Ausschreibung für den deutschsprachigen Bibliotheksbereich, gestiftet vom Verlag De Gruyter in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V.

Was wollen Nutzer über Bibliotheken in Social Media wissen. Netbib hat einen Artikel des Kulturmanagement-Blog gelesen und überlegt, was die Erkenntnisse für Bibliotheken bedeuten. Apropos Social Media: anlässlich der närrischen Zeit, die letzte Woche zu Ende ging, verfasste Christoph Deeg eine schöne Satire, die die Gegenargumente, die im Zusammenhang mit Social Media und Gaming oft verwendet werden, auf den Karneval münzt. 😉

Bei allen virtuellen Vernetzungen: In der Prüfungszeit herrscht Platzmangel in vielen Bibliotheken, und damit sind ganz reale Stühle und Tische gemeint. Außerdem hätten die Studierenden gern rund um die Uhr die Möglichkeit, in der Bibliothek zu lernen (Hinweise auf Zeitungsartikel dazu siehe Netbib).

Written by lesewolke

27. Februar 2012 at 06:00

Gelesen in Biblioblogs (1.KW’12)

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Das neue Jahr begann Plan3t.info gleich mit einem Blogartikel , der sich darum dreht, ob sich die Vorstellungen und Kenntnisse von BibliothekarInnen überhaupt mit der Realität und aktuellen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung decken.  Die Idee kam Lambert Heller als er die Meinung von Jens Mittelbach zum Recherch-o-Mat im Blog Minority Report sah, die wirklich lesenswert ist und zum Nachdenken anregt. Auch der Hapke-Weblog interessierte sich in der ersten Januarwoche für Informationskompetenz  und verlinkte auf drei Examensarbeiten, die 2011 zu diesem Thema  erschienen sind.

Viel Mühe machte sich Ben Kaden und veröffentlichte im Blog LIBREAS.Library Ideas einen Rückblick auf wichtige Publikationen in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft, die im Jahr 2011 erschienen sind. Es handelt sich hierbei nicht um eine Liste, sondern eher um eine Analyse der Trends der Themen und Meinungen des Fachgebietes (mit Verlinkungen zu den Publikationen). Der Beitrag wurde von der bloglesenden Fachwelt mit Interesse aufgenommen. Deshalb gab es zu den Anmerkungen der Kollegen noch einen Nachtrag.

Auf den ArtikelMarketing in OPL-Bibliotheken“ von Sabine Köhrer-Weisser in GMS Medizin – Bibliothek – Information 2011 verweist Med-Info.

Eine durchsichtige Tasche, die man einfach mit in die Bibliothek nehmen darf (kein lästiges Umpacken mehr),  bietet die Universitätsbibliothek Konstanz an (via Netbib).

OpenBibBlog entdeckte eine Bachelorarbeit von Julian Frick, die sich mit Facettierungsmöglichkeiten in Bibliothekskatalogen beschäftigt und so eine bessere thematische Suche nach Informationsressourcen ermöglichen soll.

Um die Mitarbeit von Nutzern bei der Sammlung von Metadaten drehte sich die Umfrage von Hercher, Ruhl und Sack, deren Ergebnisse Quo vadis nutzergenerierte Metadaten? nun online sind. Karsten Schuldt hat die Publikation gelesen und seine Meinung dazu im Libreas-Blog veröffentlicht.

Für Geschichtsinteressierte wird im Artikel im Tagesspiegel „Mitmachen kann jeder: Wie Bibliotheken das Web 2.0 nutzen“ auf interessante Projekte verwiesen, wie Gedächtnis der Nation (Zeitzeugeninterviews zu Ereignissen der jüngeren deutschen Geschichte), Europeana 1914-1918 (einer Sammlung Dokumenten rund um den Ersten Weltkrieg) sowie Interviews und Schriftstücken zur NS-Zwangsarbeit.

Netbib meldete, dass das Literaturverwaltungsprogramm Bibliographix mit der neuesten Version 9 nun als Freeware angeboten wird.

Das Bullshit-Bingo zu Internet, Web 2.0 und Wissenschaft hat Archivalia veröffentlicht. Eine schöne Sammlung der gängigen Ausreden und Sprüche, die man in diesem Zusammenhang von Fortschrittsmuffeln so hört. Denn es stimmt wohl leider, wenn Gunter Dück meint: „Es wird oft gehadert, warum Deutschland keine Amazons und Googles erzeugt… Das liegt daran, dass wir das Alte noch irgendwie retten wollen und auf Anpassung hoffen statt das Neue zu fördern.“ (Quelle: Fragenkatalog für die öffentliche Anhörung am 12. Dezember 2011 zum Thema: „Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt“ S.3)

PaperC entdeckte „Etwas für die Seele”: Bookshelf Porn. Dort gibt es neben einer Menge Büchregalen noch den Tipp: „Date a girl who reads. […]”. 😉

Gelesen in Biblioblogs (50.KW’11)

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Weihnachtsgruss 2011„Gemeinschaftliche informelle Ideenproduktion quer über Dienstgrade und Institutionszugehörigkeiten hinweg wird heute dringender denn je benötigt.“ schrieb Lambert Heller auf der Internetseite des Goethe-Instituts und berichtete über bibliothekarische BarCamps, wie dem BibCamp, welches 2011 bereits zum 4. Mal stattfand. Und zumindest dort wird gelebt, was man sich generell im Bibliothekswesen wünschen würde: Offenheit und Interesse für neue Technologien und Spaß am gemeinschaftlichen Lernen.

Netbib verlinkte auf zwei Artikel in „Der Westen“, die ein neues Wahlpflichtfach für SchülerInnen in Oberhausen vorstellen. Die SchülerInnen gehen in die Bibliothek und werden zu Bibliotheks-Scouts ausgebildet. Davon profitieren durchaus beide Seiten, erfahren die BibliothekarInnen doch die Meinungen der Jugendlichen zum Bestand und zu Veranstaltungen.

Ob jedoch der Berufswunsch BibliothekarIn eine gute Idee ist, daran kommen nach der Verabschiedung der neuen Entgeltordnung Zweifel auf, bestehen doch so gut wie keine Aufstiegsmöglichkeiten und die starke Veränderung der Tätigkeiten, die die elektronischen Angebote und Dienstleistungen mit sich bringen, blieb völlig unberücksichtigt (via NRW-Blog).

Bei der Migration der Katalogdaten der KOBV-Bibliotheken in den B3Kat wurde Mable+, eine Java-gestützte Open-Source-Software zur formalen Prüfung von Katalogdaten und Fehleranalyse eingesetzt. Die Software ist nun zum Download freigegeben und soll weiterentwickelt werden, damit auch andere Datenformate (z.B. MARC) unterstützt und Dubletten erkannt werden (via NRW-Blog).

Auch für ganze Bibliothekssysteme gibt es Open-Source-Software. In Bib-Blog erklärt Holger Büch im 1. TeilKoha für Einsteiger”, wie man dieses System installiert: Schritt für Schritt mit Screenshots. Weitere Erläuterungen sollen folgen (via Infobib).

Wer dachte, der Wunsch nach Kataloganreicherung mit Inhaltsverzeichnissen, Browsing, Suchen auf Basis von Ähnlichkeiten oder vorher genutzten Titeln wären Erkenntnisse der Nutzerforschung der 21. Jahrhundert, der ist auf dem Holzweg. Schon 1964 stellte sich Don R. Swanson den elektronischen Katalog der Zukunft so vor, zu einer Zeit als Bibliothekskataloge noch flächendeckend aus Karteikärtchen in Holzkästen bestanden (gefunden in A growing organism).

„Web 2.0 – Ängste von Chefs und Mitarbeitern“ war das Thema meines Dezember-Blogbeitrags in Plan3t. Ich hatte mir nämlich den Mitschnitt der Session „Chef 2.0 – Wie überzeuge ich meine Vorgesetzten von Social Media“ (startCamp 2011) angehört. Gerade wenn man selbst wenig Ängste im Web 2.0 hat, ist es doch wichtig zu wissen, was die anderen so beschäftigt. Sehr nützlich fand ich übrigens die Handlungstipps bei Kritik an Einrichtungen, die sich dem Dialog im Web 2.0 stellen.

Das war die letzte Folge „Gelesen in Biblioblogs“ für das Jahr 2011! Lesewolke wünscht allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!