Lesewolke

Just another librarian weblog

Posts Tagged ‘Digitalisierung

Gelesen in Biblioblogs (41.KW’17)

leave a comment »

Der Bericht zur Lage der Bibiotheken 2017/18 ist erschienen, siehe auch Pressemitteilung des dbv (via Fortbildung in Bibliotheken). Darin werden unter anderem und Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Bibliotheken wie digitale Ausstattung, nationale Forschungsinfrastruktur und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefordert sowie gesetzliche Regelungen für den E-Book-Verleih gefordert.

Die Frankfurter Buchmesse stellte den Canute eReader für Blinde vor. „Der Canute ist nun der weltweit erste eReader, der mit 9 Zeilen a 40 Zeichen Texte in aktualisierbare Braille-Schrift abbildet […]“. Mit einem Plugin für Calibre ist es sogar möglich, Texte die in den Formaten PDF, EPUB,  Mobipocket, Word oder TXT zu konvertieren.

Was alles zu beachten ist, wenn eine Bibliothek in ihren Räumen einen Film vorführen möchte, beschreibt Öffentliche Bibliotheken in Bayern (via Fachstelle ÖB NRW). Denn für Vorführrechte werden spezielle Gebühren fällig.

Die Bayerische Staatbibliothek arbeitet nun schon 10 Jahre mit Google zusammen, um gemeinfreie Bücher zu digitalisieren. Dazu gibt es nun die virtuelle AusstellungBücher im Netz“ mit Video und vielen digitalisierten Beispielen (via Archivalia).

Interessante Tagungsberichte (IFLA, WikiCite, Workshops usw.) und Aufsätze (IK-Veranstaltungen, Regelwerke, Open Access uvm.) enthält das Heft 3/2017 von o-bib (via vdb-Blog).

Die Hochschulrektorenkonferenz meldete, dass  wegen den zähen DEAL-Verhandlungen mit den STM-Verlagen bereits deutsche Wissenschaftler ihre Arbeit als Herausgeber oder Editoren von Elsevier-Zeitschriften niederlegen, siehe idw-online (via Archivalia).

Laut einem Beitrag von Jere Odell hat ResearchGate schon begonnen, den Zugang zu Artikeln zu beschränken (auch Open Access), und empfiehlt daher lieber institutionelle Repositorien zu verwenden (via Netbib). Doch wenn ein Verlag Artikel weltweit kostenfrei zugänglich anbietet, bedeutet es eben nicht gleichzeitig, dass man die Artikel herunterladen und beliebig an anderer Stelle erneut veröffentlichen darf. Es sei denn, das wird ausdrücklich erlaubt (z. B. CC-Lizenz bzw. nationale Gesetze). Man kann daher ResearchGate zumindest vorwerfen, dass eine Verlinkung auf den originalen Open-Access-Beitrag nicht vorgesehen ist, sondern der Upload forciert wird.

Ein bisschen Spaß muss auch mal sein, meinte Fortbildung in Bibliotheken und  probierte den Gedichtgenerator Poetron aus. Die Ergebnisse sind schon ziemlich schräg und meist nicht sehr sinnig, aber doch ganz lustig, hier Gedicht Nummer 9987721:

Buch für Bibliothekarin

Es fand sich ein Buch
Auf der Heide fast ruhig
Fast nur sinnvoll
Doch der Pegel
Nicht auf der Heide, doch im Bett
Der war so frei
Und so – ach oweih…

He, Bibliothekarin!
Und ewig glimmen die Wälder…

 

Written by lesewolke

16. Oktober 2017 at 18:00

Gelesen in Biblioblogs (39.KW’17)

leave a comment »

Die Karl-Preusker-Medaille wird in diesem Jahr an Dr. Claudia Fabian, Leiterin der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek verliehen (via vdb). Der BID hebt in seiner Begründung die „sach- und zeitgemäße Vermittlung und Vernetzung in nationalen und internationalen bibliothekarischen Kontexten, „exzellent konzipierte Ausstellungen“ sowie „ihre maßgebliche Beteiligung an dem von der Europäischen Kom­mission geförderten multinationalen Projekt ‚Europeana Regia – eine kollaborative digitale Bibliothek königlicher Handschriften‘ “ hervor.

ZBW Mediatalk berichtete über Forschungsdatenprojekte der ZBW im Zusammenhang mit Open Science. Neben dem beliebten Wegweiser Auffinden. Zitieren. Dokumentieren, der DOI-Vergabe für Forschungsdaten und dem Journal Data Archive betreut die ZBW das DFG-finanzierte Projekt “Generic Research Data Infrastructure“ (GeRDI), dessen Ziel die Vernetzung deutscher Forschungsdatenspeicher ist und in die European Open Science Cloud einfließen soll.

Globolibro stellte Beispiele aus Bibliotheken vor, die sich auch als Labor rund um digitale Technologien sehen.

Ilona Munique (Blog Wega-Team) eröffentlichte ihre Mitschrift der Fortbildung “Lebenslanges Lernen im Beruf: Individuell, virtuell, informell?” und bezieht dies auch auf Bibliotheken (via Fortbildung in Bibliotheken).

Die Zeitschrift BuB veröffentlichte das „Dossier Integration“ als frei verfügbare PDF-Datei, eine Sammlung relevanter Artikel, die von 2015 bis 2017 in der Zeitschrift veröffentlicht wurden (via Fachstelle ÖB NRW).

In einem Urteil vom 27.7.2017 beschäftigte sich das Hanseatisches OLG Hamburg ausführlich mit DIN-Normen und unterstreicht letztlich deren Status als geschützte Sprachwerke (via Archivalia).

 

Written by lesewolke

2. Oktober 2017 at 16:00

Mit dem BIB in Wien

with 3 comments

Die ersten vier Tage im September verbrachte ich mit der Landesgruppe Brandenburg des BIB e.V. in Wien. Zum Bloglesen blieb deshalb natürlich keine Zeit. Aber ich hoffe, mein Erlebnisbericht entschädigt für diesen Ausfall. 😉 Nebenbei lernten wir so einige österreichische Wörter.

00-Prunksaal_TitelbildEin umfangreiches Programm erwartete uns bei unserem Besuch in sechs großen Wiener Bibliotheken. Unsere erste Station war der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Bücherschränke aus Nussholz, die barocken Prunkgloben, die zahlreichen Marmorstandbilder, die Deckengemälde und die enorme Größe des Saales (77,7 Meter lang, 14,2 Meter breit und 19,6 Meter hoch) versetzen die Besucher in Ehrfurcht.  Kaiser Karl VI. ließ das barocke Bauwerk von 1723 bis 1726 einst für seine Hofbibliothek errichten. Die Statue in der Mitte des Saales soll den Bauherrn darstellen, wenn auch deutlich geschönt. Wir durften einen Blick in zwei uralte Werke werfen. Das Buch „Polygraphiae“ aus dem Jahr 1518 wurde von Johannes Trithemius verfasst, einem Universalgelehrten und Klostervorsteher. Es ist eine Sammlung von Geheimschriften, die teilweise auch in späteren Jahrhunderten angewandt wurden (Digitalisat bei Google Books). „Serpentum et draconum historiae libri duo“ (zwei Bücher der Geschichte der Drachen und Schlangen) von Ulisse Adrovandi aus dem Jahr 1640 enthielt viele, für seine Zeit sicher wissenschaftliche, für uns aber eher kuriose Beschreibungen und Illustrationen (Digitalisat bei AMS Historica und Google Books). Apropos Digitalisate: In Zusammenarbeit mit Google werden auch die gemeinfreien Werke der Österreichischen Nationalbibliothek in einem deutschen Digitalisierungszentrum nach und nach gescannt, soweit es ihr physischer Zustand zulässt. Die 200.000 Bücher im Prunksaal dienen auch sonst nicht nur dekorativen Zwecken, sondern werden auch genutzt. Einen räumlichen Eindruck des Saales bietet die virtuelle Ansicht. Außerdem gibt es regelmäßig Sonderausstellungen. Zur Zeit ist es Der ewige Kaiser, denn am 21. November jährt sich der 100. Todestag des einstigen Monarchen.

Gleich im Anschluss besuchten wir die Wienbibliothek im Rathaus. Sie zählt zu den drei größten wissenschaftlichen Bibliotheken Wiens und sammelt Literatur und Materialien zu der Stadt Wien. Erstmals erwähnt wurde die Bibliothek 1466, denn zu diesem Zeitpunkt musste laut Rechnung ein Schloss „in der librej“ repariert werden. Neben 600.000 Bänden werden auch Handschriften, Plakate, Musikhandschriften, Telegramme und Nachlässe gesammelt. Der Nachlass des Opernkenners und Dramaturgen Marcel Prawy befand sich in unzähligen Plastiktüten (auf österreichisch: Plastiksackerl), siehe dazu auch den netten Beitrag bei Zeit online. Diese Aufbewahrungsmethode sei jedoch nicht zur Nachahmung empfohlen, wie uns Frau Bargmann in ihrem Vortrag erklärte. Für ihre Gäste aus dem Bundesland Brandenburg hatte sie in der Präsentation der vielen Dokumentarten auch Beispiele aus unserer Gegend heraus gesucht. Jeden Monat stellt die Bibliothek Objekte aus ihrer Sammlung zu einem Thema vor. Im August 2016 drehte es sich um Ellen Müller-Preis, die bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles ganz überraschend eine Goldmedaille im Fechten gewann. Bei den digitalen Sammlungen sind besonders die Wiener Adressbücher bei Familienforschern beliebt. Der Lesesaal im historischen Gebäude war sehenswert. Danach schauten wir uns die aktuelle Ausstellung „Tafelkratzer, Tintenpatzer. Schulgeschichten aus Wien“ an. Während die Schulmöbel inspiriert vom „Fliegenden Klassenzimmer“ an der Decke hängen, zeigen die Vitrinen Bücher, Schreibhefte, Spielzeug und allerlei Utensilien zum Schreiben und Lesen lernen.

Am nächsten Morgen fuhren wir zur Universitätsbibliothek Wien. Sie wurde bereits 1365 gegründet und gilt damit als älteste Universitätsbibliothek im deutschsprachigen Raum (mehr zur Geschichte auf der Internetseite der Bibliothek). Auch hier gibt es einen altehrwürdigen Lesesaal, den wir natürlich bestaunten. Die Bibliothek wird auch gern von Filmteams gebucht, besonders für Krimis. Vom Lesesaal führt eine Tür direkt in das mehrstöckige Magazin (österr.: Depot). Hier wird es demnächst eine größere Umbauaktion geben, denn der Brandschutz kann sonst in den niedrigen Räumen, deren Etagen nicht abgeschlossen sind, nicht gewährleistet werden. Das bedeutet natürlich, dass viele Bücher in ein Außendepot umziehen (österr.: übersiedeln) müssen. Neben den sieben Millionen gedruckten Büchern bietet die Bibliothek eine umfangreiche Auswahl von E-Books, E-Journals und Datenbanken (Zahlen: Wir über uns) und hat zahlreiche Angebote zur Unterstützung von Forschung und Lehre. In Österreich werden viele Entscheidungen für wissenschaftliche Bibliotheken zentral vom Österreichischen Bibliotheksverbund (ob vsg) getroffen. Im Moment ist der Umstieg auf das System Alma von Ex Libris im Gange. Das bedeutet viel Aufwand in den einzelnen Einrichtungen.

Die Büchereien Wien decken als öffentliche Bibliothek die literarischen Bedürfnisse der Bevölkerung ab. Die moderne Hauptstelle am Gürtel wurde 2003 eröffnet und liegt nahe des 15. Wiener Gemeindebezirks mit einem hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund. So engagiert sich die Bibliothek sehr für Interkulturalität, bietet eine große Auswahl fremdsprachiger Medien, spezielle Angebote für Deutschlernende und kooperiert mit Veranstaltungsangeboten wie ”Mama lernt deutsch”. Bekannt sind die Büchereien Wien auch für ihre unterhaltsame Facebookseite.

Am späten Nachmittag besuchten wir noch die Bibliothek der Akademie der bildenden Künste in Wien, welche sich im Mezzanin befindet (Zwischengeschoss zwischen Parterre und dem ersten Stock). 1773 fand die Bibliothek der ältesten Kunsthochschule Mitteleuropas ihre erste Erwähnung in einem Satzungsentwurf. Nach Plänen von Theophil Hansen wurde das heutige Akademiegebäude 1877 fertiggestellt und auch von der Bibliothek bezogen. Im langgestreckten Lesesaal ist das Gestaltungskonzept des Architekten bis heute erhalten. Zu der Zeit waren bemalte Decken, die Holzintarsien imitierten, in Mode. Trotz des Charmes vergangener Zeiten kämpft die Bibliothek mit ganz praktischen Platz- und klimatischen Problemen. So manche Ledereinbände leiden unter Austrocknung. Demnächst ist eine Restaurierung der schönen Bibliotheksräume geplant. Bibliotheksbestandserhaltende und raumklimatische Aspekte stehen dabei allerdings weniger auf dem Programm. Zum Abschluss erhielten wir von der Bibliotheksleiterin noch den reich illustrierten Band „Theophil Hansen und die Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien“. Neben Fotos und architektonischen Entwürfen findet sich hier auch eine Bibliotheksordnung von 1850 (S. 27), die unter anderem vorschreibt „Das Pausen wird nur gegen besondere von dem Bibliotheks-Vorstande in jedem einzelnen Falle einzuholende Erlaubnis gestattet, wobei jedoch der Gebrauch von Wachs und getränkten Papieren ausgeschlossen ist.“ Ja, es gab mal Zeiten, wo man Abbildungen nicht einscannen oder kopieren konnte. Einen Beitrag von Beatrix Bastl zu den aktuellen Angeboten der Akademiebibliothek findet man auf dem Publikationsserver e-LiS.

Den Samstagvormittag widmeten wir dem Gelände und der Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 2013 befindet sich die Universität auf dem modernen Campus, der von mehreren Architekturbüros gestaltet wurde. Auffällig ist das orange Gebäude D3 mit den Holzlamellen aus Weißtanne. Wir besuchten auch das rostfarbene Teachingcenter TC/D1 mit der Mensa und das schwarz-weiße Gebäude D2, welches auch Räume enthält, die komplett schwarz sind. Besonders neugierig waren wir natürlich auf die Bibliothek = Library and Learning Center (LC). Schon von außen beeindruckend, zeigt sich im Foyer ein futuristischer Bau, welcher an ein Ufo erinnert. Die schicke, neue Bibliothek hat bequeme Sitzecken und einen Lesesaal mit toller Aussicht auf den Prater. Die WU-Bibliothek ist die größte wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek im deutschsprachigen Raum und bietet neben 634.000 gedruckten Büchern auch viele elektronische Ressourcen (mehr zum Bestand). Die Online-Tutorials des Projektes Fit4Research helfen Bibliotheksbenutzern, sich im Informationsdschungel zu orientieren. Die Anleitungen stehen in deutscher und englischer Sprache unter der CC-Lizenz By 4.0 zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

Wir bedanken uns natürlich ganz herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die uns bei interessanten und unterhaltsamen Führungen, Vorträgen und Gesprächen ihre Bibliotheken und Angebote vorstellten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nachtrag: Inzwischen gibt es hier bei Lesewolke auch einen Film über diese Reise.

Written by lesewolke

7. September 2016 at 08:00

Gelesen in Biblioblogs (23.KW’16)

leave a comment »

Die Ergebnisse der Abstimmung Top10 für mehr Openness in Ihrer Bibliothek sind online (via Netbib). Auf Platz 1 landete „Schulungsmaterialien veröffentlichen“, gefolgt von „Open Data Policy für Digtalisate“ und „Fotos mit CC-Lizenz“.

Till Kreutzer schreibt auf der Seite IGEL über neue Vorstöße der Verleger ein erweitertes Leistungsschutzrecht für Verlage unter dem Begriff „verwandtes Schutzrecht“(“neighbouring right for publishers”) als Gesetzesinitiative bei der EU einzubringen und geht auf die weitreichenden negativen Folgen ein (via Netbib & Archivalia).

Die IFLA hat ihren Strategieplan für die Jahre 2016 – 2021 veröffentlicht (via Infobib). Die Universität Graz veröffentlichte eine Umfrage, die das aktuelle Berufsbild BibliothekarIn ergründen möchte (via VÖBBlog).

Schöne Fotos und einen englischsprachigen Beitrag über die Kinder- und Jugendbibliothek in Oslo (speziell für 10-15jährige) veröffentlichte TheOsloBook (via Basedow1764). Eine Broschüre mit Literaturempfehlungen für den Deutschunterrricht veröffentlichte Jugend-Literatur Dreieich (via Basedow1764).

Zum 500. Geburtstag der Ulmer Stadtbibliothek kamen neun Bücherbusse aus baden-württembergischen Städten. Über dieses Ereignis schrieb die Augsburger Allgemeine (via Fahrbibliothek.de).

In einem Blogbeitrag geht Herr Larbig auf die Unterschiede von analogen und digitalen Büchern ein (via Archivalia). Dabei meint er, dass die vielbeschworene Haptik eher das Problem der Tiefe des Buches ist, also die Orientierungshilfe, wie dick das Buch vor und nach der gerade aufgeschlagenen Seite ist. Zudem muss man sich beim Lernen mit elektronischen Texten umgewöhnen. Das sollte seiner Meinung nach auch Thema in Schulen sein, die nach seiner Einschätzung „oft so handeln, als ginge die Digitalisierung wieder weg, als handele es ich bei ihr um einen »Schnupfen«, der kommt und wieder geht.“.

Die Infografik „Berühmte Tiere in der Literatur“ ist bei Bibliothekarisch.de gefunden.

Hinweis: Der nächste Wochenrückblick erscheint erst wieder für die 27. Kalenderwoche.

Gelesen in Biblioblogs (22. KW’16)

leave a comment »

Bevor man mit einer Infrastruktur für Metadaten beginnt, sollte man sich die Ersteller- und Anwendergruppen anschauen und konkrete User-Stories sammeln, meinte Adrian Pohl in seinem neuesten Beitrag zu Metadatenservices im Blog Uebertext und hatte auch gleich Beispiele für solche Anwendergeschichten parat.

Für die digitale Ausleihe über Bibliotheken gibt es die US-Plattform Overdrive nun auch im deutschsprachigen Raum, meldete das Börsenblatt (via NRW-Blog).

Auf die neugestaltete Zeitungsplattform digiPress der BSB München machte zkbw aufmerksam. Ebenfalls online ist die digitale Sammlung der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften (OLB) in Görlitz (via Zkbw), wenn auch „Ohne vernünftige Sortiermöglichkeit“ wie Archivalia bemängelte. Ich hatte bei meiner Suche zudem recht häufig „[Kein Titel]“ in der Trefferliste. Davon abgesehen ist es eine Fundgrube für Geschichtsinteressierte und Genealogen.

Der Jahresbericht der Deutschen Nationalbibliothek ist online verfügbar (via VÖBBlog). Offene Metadaten und die RDA-Einführung prägten das Jahr 2015.

Eine Infografik zur Verwendung von Schriftarten teilte Bibliothekarisch.de.

Zum Trost für alle, die ebenfalls bei Kursen und Vorträgen immer mal mit Technikproblemen kämpfen, hier ein Link zum Techniktagebuch von Kathrin Passig (via Fortbildung in Bibliotheken).

Written by lesewolke

6. Juni 2016 at 09:00

Gelesen in Biblioblogs (3.KW’16)

with one comment

Über den Projektkurs LibraryLab an der HTW Chur berichtete Infoswiss Chur. Zahlreiche technische Anwendungen für ein Makerspace wurden vorgestellt und sind im Beitrag aufgelistet. Eine Internetseite zu den Konzepten und Anwendungen ist in Planung.

MylibrARy lädt dazu ein, Beiträge für #VisDom2016 einzureichen. Beim 2. Symposium an der FH Potsdam „Visualisierung von Daten und Informationen“  dreht es sich um Technologietrends, der Funktion der Bibliothek als Ort und das Berufsbild des Bibliothekars/der Bibliothekarin.

Internetseiten unterliegen meist ständiger Veränderung. Das Internet Archive versucht mittels Momentaufnahmen, verschiedene Versionen dauerhaft verfügbar zu machen. Ein Beitrag von Forbes (Engl.) schaut hinter die Kulissen der Internet Archive Wayback Machine (via Archivalia).

Um die Zukunft es Wissenschaftsurheberrechts geht es in einem Beitrag der FAZ, der recht einseitig die Position der Verlage vertritt (via Archivalia).

Lesen, Beispiel von PixabayDie Idee, jeden Freitag auf Public-Doman-Schätze wie Gemälde, Karten, Bilder, Bücher oder Musikstücke zu verlinken (= Gemeinfreitag), stammt von Moritz Hoffmann (siehe dazu auch Netbib & Schmalenstroer).

Eine Little Free Library kann zum Beispiel im Vorgarten stehen. Wer möchte, darf sich ein Buch herausnehmen. Das muss er auch nicht zurück bringen, sondern sollte dafür ein anderes Buch dort deponieren. Die Neue Zürcher Zeitung berichtete über diesen Trend, der seinen Anfang in den USA nahm und inzwischen eine offizielle Internetseite hat (via Archivalia). Laut der Weltkarte gibt es derzeit sieben Little Free Libraries in Deutschland und fünf in der Schweiz.

Farb- und Stilberatung als Weiterbildung für Bibliothekarinnen und Bibliothekare?! Das sorgte für einige ironische Kommentare bei Twitter. Utrà biblioteka veröffentlichte eine Zusammenstellung.

Foto: CC0 – ein Beispiel für ein gemeinfreies Foto von Pixabay.

 

Gelesen in Biblioblogs (41.KW’15)

leave a comment »

Eine Übersicht mit Unterrichtsmaterialien und Kinderbüchern zu Migration und Flucht veröffentlichte die Büchereizentrale Schleswig-Holstein (via NRW-Blog). Auch die Akademie für Lesefördung Niedersachsen nahm sich diesem Thema an und sammelte zahlreiche Links (ebenfalls via NRW-Blog).

Der Südpol Verlag hatte zum Poster-Spruch-Wettbewerb 2014 aufgerufen (via NRW-Blog). Mit 453 Stimmen siegte „Braucht dein Kopf ‘ne Leckerei, steck ihn in die Bücherei!“ Das Gewinnerposter können Bibliotheken kostenfrei anfordern und drei weitere Poster herunterladen.

Bereits zur Geburt könnte es nun für Kinder in Schottland einen Bibliotheksmitgliedschaft geben. Die Regierung investiert gerade 80.000 Pfund in die verschiedene bibliotheksspezifische Projekte für Kinder, siehe Bibliotheksportal (via NRW-Blog).

„Ist die Bibliothek ein Dritter Ort?“ lautete die Fragestellung in einem Seminar an der HTW Chur. Dazu erschien ein Artikel von Corinna Haas, Rudolf Mumenthaler & Karsten Schuldt in der Zeitschrift Informationspraxis, welcher nun auf sein Open Peer Review wartet. Nach einer Analyse der Literatur teilten sich die Studierenden in Gruppen auf, um die Kriterien in verschiedenen Bibliotheken zu überprüfen.

Die Deutschen Forschungsgemeinschaft hat Ende September die “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten” (PDF) verabschiedet, siehe Wisspub.net. Außerdem sah sich Christian Gutknecht einen Beitrag an, der sich mit Open-Access-Zeitschriften im Journal Citation Report Science beschäftigte. In acht Kategorien führt demnach sogar ein OA-Journal die Liste an. Insgesamt waren 955 Zeitschriften (11 Prozent) auch im DOAJ verzeichnet. DeGruyter will nun ab 2016 das oft kritisierte Douple-dipping-Problem angehen. Liegt der Anteil der Open-Access-Artikel bei 5% oder höher, soll der Subskriptionspreis der Zeitschrift im Folgejahr proportional gesenkt werden (siehe deGruyter, via VÖBBlog).

Die Staatbibliothek zu Berlin hat nun einen Blog zum Thema Inkunabeln und stellt dort nach eigenen Angaben „interessante Ergebnisse aus der täglichen bibliographischen Arbeit am Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW)“ vor (via bibliotheca.gym). Von Archivalia gab es Kritik an der Umsetzung.

Mit dem Ausbildungsberuf FaMI setzte sich Stefanie Weiß im VdA-Blog auseinander und wünscht sich unter anderem eine schnellere Reaktion seitens der Berufschule auf Veränderungen im Praxisbereich, stärkere Zusammenarbeit sowie eine ständige Anpassung von Methoden und Inhalten.

Ein Überlebens-ABC für den Semesterstart – Fortbildung in  Bibliotheken hat so einige Ideen, wie man körperlich (= Teil 1) und seelisch (= Teil 2) gut durchstartet.

Gelesen in Biblioblogs (24.KW’15)

leave a comment »

 

Auf die BachelorarbeitInformationsberatung als zeitgemäßes Dienstleistungskonzept für wissenschaftliche Bibliotheken” von Claudia Julia Keller verlinkte Infobib. Hier geht es darum, genau dann Unterstützung anzubieten, wenn diese benötigt wird. Auf drei Praxisbeispiele (Wissensbar der SLUB Dresden, Helpdesk Lern- und Arbeitstechniken an der KIT-Bibliothek, Learning Center der Universitätsbibliothek Mannheim) wird näher eingegangen.

Zur geplanten Urheberrechtsnovelle in Österreich verfasste schrieb KRIBIBI eine ausführliche Stellungnahme, siehe VÖBBlog. Die Computerwelt schimpfte lt. VÖBBlog vor allem über die Speichermedienabgabe und das Leistungsschutzrecht. Es soll nun auch in Österreich eingeführt werden, obwohl es schon in Deutschland eher Schaden, aber keinen Nutzen brachte. IRights.info berichtete über das neue Gesetz. Nach der Einführung in Deutschland wurde schnell klar, dass die Marktmacht von Google durch das Gesetz eher noch gestärkt wurde, denn eine Nichtanzeige der Treffer von Presseverlagen, brachte diesen einen finanziellen Schaden. Deshalb gaben viele eine kostenfreie Lizenz an Google, um nicht aus der Anzeige verbannt zu werden (siehe auch Telepolis).

Reed-Elsevier, Springer Nature, Wiley-Blackwell, Taylor & Francis und Sage sind die fünf Verlage, die 50 Prozent aller akademischen Artikel publizieren. Das bringt Gewinnspannen bis 40 Prozent. Eine Studie zu dieser Problematik ist im Juni in PLOS ONE erschienen. Robert Czepel, (science.ORF.at) meinte dazu „Erstens sollten die wissenschaftlichen Fachgesellschaften beginnen, ihre Studien wieder selbst zu publizieren, so wie es auch in historischen Zeiten üblich war. Und zweitens sollte man den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen – Stichwort „Open Acess“ – weiter fördern.“ (via VÖBBlog).

VÖBBlog verlinkte auf die aktualisierte Ausgabe der Publikation „Rechtliche Rahmenbedingungen für Digitalisierungsprojekte und Gedächtnisinstitutionen“ der Servicestelle Digitalisierung.

Vor 70 Jahren erschien das 1. Buch über Pippi Langstrumpf! NRW-Blog machte auf die Jubiläumsseite des Oetinger-Verlages + Gewinnspiel aufmerksam.

Ein tolle Idee – die Weltkarte mit den Orten, an denen Romane spielen:

Einige Fotos aus Bibliotheken in der Schweiz – unter anderen Klosterbibliothek Einsiedeln – brachte ich von meiner Urlaubsreise mit. Einen Bericht + Diashow gab es hier bei Lesewolke. 🙂

Written by lesewolke

15. Juni 2015 at 08:00

Gelesen in Biblioblogs (16.KW’15)

leave a comment »

emma_slogan_klDas Highlight der letzten Woche war natürlich das 8. BibCamp, welches von der HTWK Leipzig super organisiert wurde. Die Blogbeiträge dazu sammelt wie immer Bibliothekarisch.de. Übrigens stellte das Orga-Team zu den einzelnen Sessions jeweils Studierende, die mitschrieben: einfach die Notizzettel in den Plänen anklicken. Ein ganz dickes Dankeschön dafür! 🙂

In einem Urteil zu elektronischen Leseplätzen entschied der Bundesgerichtshof zugunsten der Nutzerinnen und Nutzer von Bibliotheken (via NRW-Blog). Demnach ist die Digitalisierung erlaubt. Außerdem verkündete der BGH in seiner Pressemitteilung: „Ein Ausdrucken oder Abspeichern von an elektronischen Leseplätzen bereitgestellten Werken kann in vielen Fällen als Vervielfältigung zum privaten oder sonstigen eigenen Gebrauch nach § 53 UrhG zulässig sein.“

Im ZBW-Workshop „The Future of Scholarly Communication in Economics” wurde über die Tendenzen in der wissenschaftlichen Kommunikation diskutiert, siehe ZBW-Talk. Kritisiert wurde unter anderem, dass es noch so lange dauert, bis eine eingereichte Publikation erscheint und Rankings das Publikationsverhalten beeinflussen. Der Hinweis in Newslettern und die Vernetzung gewinnen an Bedeutung und tragen dazu bei, dass Veröffentlichungen häufiger zitiert werden.

Spiegel online berichtete über die Methoden der Omni-Scriptum-Verlagsgruppe (via Netbib & VÖBBlog). Hier werden im Print-on-Demand-Verfahren Abschlussarbeiten ohne jede qualitative Vorausauswahl und Überarbeitung veröffentlicht und damit hohe Zahlen von Buchtiteln erreicht. Die Verlagsgruppe kam übrigens schon früher in die Schlagzeilen mit Büchern, die tatsächlich aus Wikipedia-Beiträgen bestanden (mehr dazu bei Wikiwand). Bibliotheken meiden beim Buchkauf diese Verlage. Der dubiose Ruf schadet damit leider auch gelungenen & wichtigen Arbeiten, weshalb im Artikel Akademikern mit Ambitionen empfohlen wird, den Verlockungen dieser unkomplizierten, zuschussfreien Publikation zu widerstehen. Wer gern gelesen werden will, dem steht zudem das Internet offen. „Alle Abschlussarbeiten und Dissertationen online“ – dafür plädierte 2013 Klaus Graf  in einem Vortrag (siehe Archivalia), als er sich ebenfalls mit der Frage guter & schlechter Büchern im Zusammenhang mit den VDM-Verlagen (gehören zu Omni-Scriptum) beschäftigte.

Auf die Möglichkeiten, die Hangouts für die Kommunikation mit Kunden bieten, wie Live FAQs, Fan Interviews, Vorstellungsrunden, ging die Karrierebibel ein (via Fortbildung in Bibliotheken). Darüber hinaus gibt es viele praktische Tipps zum Hintergrund, Licht, Kleidung usw.

Wie sich Bücher sortieren würden und worüber sie sich beim Besitzer beschweren  – das war das Thema im BibComic. 😉

Gelesen in Biblioblogs (14.KW’15)

leave a comment »

Die bayerische Landesfachstelle bietet auf ihrer Internetseite die Rubrik Generation Plus an, um öffentliche Bibliotheken mit Tipps zur geeigneten Medienpräsentation, Barrierefreiheit, Veranstaltungen und speziellen Services zu unterstützen (via NRW-Blog).

Christof Rolker sah sich die digitalen Sammlungen mit gemeinfreien Inhalten verschiedener Bibliotheken sowie deren Lizenzierung an (via Archivalia). Offensichtlich ist es noch nicht zu allen Einrichtungen durchgedrungen, dass zwar die Datenbank selbst urheberrechtlich geschützt sein kann, man jedoch kein Recht darauf hat, für die darin veröffentlichten, gescannten Einzeldokumente gemeinfreier Werke einschränkende Lizenzen zu vergeben (siehe dazu „Digitalisierung gemeinfreier Werke durch Bibliotheken“ von Till Kreutzer).

Ein tolles Erklärvideo zur Literaturrecherche für Studienanfänger hat die Hochschulbibliothek Karlsruhe bei Youtube veröffentlicht (via Bibliothekarisch.de):

 

Bibliothekarisch.de erläuterte in einem Blogbeitrag die Neuerungen bei OpenBiblioJobs. Es gibt nun wieder eine Kartendarstellung der offenen Stellen (also bitte beim beim Eingeben von Stellen die Postleitzahl nicht vergessen). Außerdem ist eine tabellarische Übersicht mit verschiedenen Features verfügbar.

Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung des BIB e.V. zur Zukunftsfähigkeit des Vereins sind online (via NRW-Blog).

Die bibliothekarische Garderobe ist Thema des Tumblr-Blogs „Librarian Wardrobe“ (via Netbib). Wer möchte, kann dort auch ein eigenes Foto hochladen. In der 286. Episode von BibComics entdeckten Bücher andere und sich selbst. Aprilscherze bibliothekarischer Einrichtungen sammelte Bibliothekarisch.de. 😉

Gelesen in Biblioblogs (13.KW’15)

leave a comment »

Netbib verwies auf auf einen Beitrag der Zeit über eine neue Plattform für Doktoranden. Neben der Suche nach Doktorarbeiten ab 1960, bietet das Portal die Kommunikationsmöglichkeiten eines sozialen Netzwerkes. Ob Thesius wohl eine Change hat? Netbib ist skeptisch, denn es gibt schon gute Netzwerke für Wissenschaftler, die auch nach der Promotion weiter genutzt werden können.

Praktische Beispiele zu Bibliotheksangeboten für Flüchtlinge und Asylbewerber sammelte das Bibliotheksportal (via NRW-Blog).

Auf die Bachelorarbeit von Marcus Heinrich (FH Potsdam) zum Thema „Die Bibliothek als attraktiver Lernraum“ verlinkte Fortbildung in Bibliotheken.

Die Deutsche Nationalbibliothek unterzeichnete im Februar eine Rahmenvereinbarung zur Digitalisierung vergriffener Werke, die vor 1966 in Deutschland veröffentlicht wurden (via NRW-Blog). Die DNB wird nun einen Dienst einrichten, „der privilegierten Institutionen die Recherche und Beantragung vergriffener Druckwerke über die zuständigen Verwertungsgesellschaften erleichtern soll. Sie übernimmt dabei Entgegennahme, Prüfung und Weiterleitung der Lizenzierungsanträge.“ (siehe Pressemitteilung der DNB).

Das neueste Ausgabe „Internetrecht“ von Prof. Dr. Thomas Hoeren ist online, meldete Archivalia.

VÖBBlog stellte das Buch zum Facebookauftritt der Bücherein Wien vor: „Wo stehen hier die E-Books?“ Autorin: Monika Reitprecht. „Librarian problems“ heißt ein Tumblr-Blog, welches kurze Szenen aus Film- und Fernsehen in animierter GIF-Endlosschleife zeigt, die Situationen aus dem Bibliotheksalltag darstellen (via Netbib). Und Mental_floss hatte kuriose Ideen, was man mit alten Katalogkästen so anstellen könnte. 😉

Written by lesewolke

30. März 2015 at 07:00

Tag der Bibliotheken in Berlin und Brandenburg 2015

leave a comment »

Eigentlich sollte diese Veranstaltung bereits Anfang November 2014 stattfinden. Sie wurde allerdings durch den Streik bei der Deutschen Bahn abgesagt. Auch dieses Mal drohte wieder ein Bahnstreik, der dank der Rückkehr der streitenden Parteien an den Verhandlungstisch zum Glück kurzfristig abgewendet wurde.

Bibliotheksführung

Kurz vor 10 Uhr stand ich also am 28. Februar 2015 vor der Staatsbibliothek zu Berlin. Denn vor Beginn der Veranstaltung wurden Führungen durch die Bibliothek angeboten. Hans Scharoun, einer der berühmtesten Architekten Deutschlands, hatte diesen Bau entworfen, der 1978 feierlich eröffnet wurde. Große offene Räume, Lichtpyramiden und die Milchglaskuppeln lassen diese Bibliothek noch heute sehr modern wirken (mehr zur Architektur & Kunst am Bau auf den Seiten der Staatsbibliothek zu Berlin).

Diashow aus der Bibliotheksführung, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Eröffnungsvortrag

Inzwischen waren auch die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingetroffen, und wir fanden uns zum Eröffnungsvortrag ein. Dirk Knipphals, Literaturredakteur bei der „taz“, hatte sich gut auf seine bibliothekarischen Zuhörerinnen und Zuhörer vorbereitet und hielt einen netten, unterhaltsamen Vortrag. Neben eigenen Erfahrungen von der Buchmesse und Erinnerungen an den Lesezirkel, streute er auch die Vermittlung von Informationskompetenz ein (um uns eine Freude zu machen).

Eröffnungsvortrag, Zeichnung von Sophia Halamoda

Eröffnungsvortrag, Zeichnung von Sophia Halamoda

Begeistert und von späteren Vortragenden gern aufgegriffen wurden die „leuchtenden Augen“ von Eltern & Kinder, die gern an ihre Bibliothek denken, oder bei der Rückbesinnung an lange Aufenthalten während der Studienzeiten. Öfter zitierte er aus John Williams‘ Roman „Stoner“ . Die Hauptfigur, ein Landwirt an der Uni,  entdeckte die Literatur und blieb an der Hochschule (siehe auch Rezension in der taz). Während des Vortrags zeichnete Sophia Halamoda auf wunderbare Weise eine Zusammenfassung des Gesagten.

1. Vortragspanel „Best Practice“: Informationskompetenzvermittlung & Kooperationen

Vier Vorträge waren für dieses Thema angesetzt. Cornelia Stabrodt und Marion Mattekat gingen vor allem auf die Kooperation von Bibliothek und Volkshochschule ein. In Cottbus sitzen beide Einrichtungen in einem Haus und wurden unter dem Dach Lernzentrum Cottbus zusammengefasst. Dafür wurde technisch aufgerüstet (um auch computerorientierte Kurse anzubieten), ein Corporate Design entworfen und ein gemeinsamer Servicebereich für Anmeldungen VHS-Kurse/Bibliothek angelegt. Mit dem Bildungsforum Potsdam ging man einen ähnlichen Weg (Beitrag zum BIB-Besuch im Bildungsforum mit Diashow). Auch hier sind Volkshochschule und Bibliothek sowie die Wissenschaftsetage unter einem Dach. Grundsätzlich wurde festgehalten, dass diese Kooperationen die Bedeutung und Sichtbarkeit der Einrichtungen bezüglich Geldgebern und poteniellen Nutzern/Kunden erhöhen. Praktisch besteht die Zusammenarbeit außerdem darin, auch auf die VHS-Kurse angepasste Medien anzubieten. Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Volkshochschulen und Bibliotheken in Brandenburg ist „Interkulturelle Begegnungen an öffentlichen Lernorten“. Für Menschen, die aus anderen Ländern aus verschiedensten Gründen nach Deutschland kommen, sollen hier Anlaufpunkte geschaffen werden.

Um verschiedene Kooperationen drehte sich auch der Vortrag von Anne Helbig & Dirk Wissen. Der Leiter der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt/Oder berichtete über die Veranstaltungsreihe „Das Leben erzählen“ (in Zusammenarbeit mit dem Verein „My life – erzähle Zeitgeschichte“), dem Spiel der Autorennationalmannschaften Deutschland & Polen auf dem Stadtfest und der Kooperation mit einem Fotografen, der dann im Gegenzug Hochzeitsfotos auf dem Balkon der Einrichtung machen darf. Anne Helbig, zeitweise Praktikantin in dieser Bibliothek, fand hier das Thema ihrer Masterarbeit und betrachtete „Bibliothek als Partner : Chancen und Risiken durch Kooperation“ in wissenschaftlicher Hinsicht.

Viele schöne Fotos und spannende Erlebnisse brachte den Bibliothekarinnen und Bibliothekaren das ProjektWir Kinder aus Hohenschönhausen – Fotostory 2.0„, einer Kooperation der Anna-Seghers-Bibliothek, der Hort der Matibi-Grundschule und der MEDIA TO BE e.V.

TutorialIm letzten Vortrag des Panels berichtete Carla Freise über die Entstehungs des Tutorials für Schüler (CC BY-NC-ND 4.0) , ein Projekt des Netzwerkes Informationskompetenz Berlin/Brandenburg (NIK-BB) in Kooperation mit der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM). Kurze, einführende Erläuterungen zur Themenfindung, der Recherche und dem Schreiben sollen Schülern und Studienanfängern helfen und die Nachfrage nach Kurswünschen an Hochschulen – insbesondere für Schüler – wieder etwas reduzieren. Wir erfuhren, dass die Studierenden des 3. Semesters im Bibliothekswesen doch einige Mühe hatten, einfache, verständliche Texte für Anfänger zu verfassen, der Betreuungsaufwand nicht zu unterschätzen sei und leider der Wunsch nach viel Interaktion im Tutorial weitestgehend ignoriert wurde. Trotzdem fanden die Kolleginnen des NIK-BB die Zusammenarbeit mit der Hochschule gut und würden es wieder tun.

2. Vortragspanel „Best Practice“: Erfolgreiche Förderanträge & Marketingprojekte

Best Practice, Zeichnung: Sophia Halamoda

Best Practice, Zeichnung: Sophia Halamoda

Über das Kompetenzzentrum für Lizenzierung informierte uns Ursula Stanek. Mit Sitz in Berlin und Göttingen soll es die Fachinformationsdienste (FID) bei der Lizenzierung und Bereitstellung digitaler Medien unterstützen. Dieses Angebot wurde bereits von 29 FIDs genutzt, da es bezüglich der vielfältigen Varianten der Lizenzierung elektronischer Ressourcen doch noch viel Unklarheiten gibt. Ansonsten bleibt es hier spannend, da die FIDs mit großen Nutzergruppen erst in diesem Jahr an den Start gehen.

Das Projekt Europeana Newspaper stellte Hans-Jörg Lieder vor. Hier erfolgte die Kooperation auf internationaler Ebene. 10 Millionen Seiten historischer Zeitungen verschiedener Länder (zu beachten: das Urheberrecht) wurden digitalisiert. Einige Tools mussten extra für das  Projekt entwickelt werden, z. B. Named Entity Recognition (NER), um Personennamen, Orte und Institutionen im Volltext zu lokalisieren und suchbar zu machen (mehr im Europeana Blog). Überhaupt machte die Texterkennung in den alten Zeitungstexten viele Schwierigkeiten und wer hier auf Perfektion aus sei, könne gleich aufgeben, hörten wir.

Einen lebendigen Einblick in FaMI-Projekte, die an der TH Wildau durchgeführt werden, vermittelte uns Nicole Kusserow. „Schmökern in den ersten Advent“ heißt eine Veranstaltung, die die Auszubildenden planen und durchführen (u.a. mit Quiz, Abendessen, Übernachtung). Ein weiteres Projekt ist der Sticker Shock. Dabei wird den enormen Kosten von Medien (z.B. wissenschaftlicher Zeitschriften und Datenbanken) einem Vergleichsobjekt entgegengestellt (Fahrzeug, Reise o.ä.). Die Idee dazu stammt von der Bibliothek der Cornell Universität.

In einer großangelegten Studie wurden Berliner Bibliotheksnutzer und Nichtnutzer nach ihrer Meinung und ihre Interessen befragt. So halten 96% der Nutzer und 90% der Nichtnutzer öffentliche Biblitoheken für ein wichtiges Angebot. Die persönliche Beratung wurde sehr positiv eingeschätzt. Alle Ergebnisse zu NuMoB – Nutzungsmonitoring in Bibliotheken findet man auf der Internetseite zur Studie.

Podiumsdiskussion: Veränderungen im Bestandsmanagement am Beispiel der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)

Dieses Thema sorgte bereits seit Ende 2014 für viel Aufregung, wovon die Leitung der ZLB, als auch die Ersteller des Gutachtens Prof. Cornelia Vonhof und Prof. Dr. Konrad Umlauf völlig überrascht wurden. Sogar die Medien beschäftigten sich mit dem geplanten Bestandskonzept (z.B. taz, Berliner Kurier & RBB), Verdi kritisierte es, und inzwischen wurde eine Open Petition ins Leben gerufen. Zustimmung für das Konzept kam vom dbv Berlin. In einem Blogbeitrag kritisierte Ultrà Biblioteka eben diese offene Positionierung, da hier finanzielle Interessen bei der Auslagerung von Dienstleistungen an die ekz nicht auszuschließen seien.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Auf dem Podium in Berlin ging der Moderator Dr. Werner die Punkte der Kritiker durch und befragte Managementdirektor Volker Heller & Prof. Dr. Konrad Umlauf nach ihren Argumenten dazu. Heller hoffte durch eine Erwerbung mittels Standing Order auf freiwerdende Ressourcen für Service und Innovation. Er versicherte, dass der Vorwurf, Büchern auszusondern, die zwei Jahre nicht verliehen wurden, frei erfunden wäre. Umlauf machte deutlich, dass er dem Sachverstand der 300 Lektoren der ekz vertraue, definitiv keine Gefälligkeitsgutachten mache und schon seit jeher auf einen praxisorientierten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen bedacht sei. Dass dafür Fremdleistungen in Anspruch genommen würden, wäre noch nicht einmal besonders originell.

Eine vermutete, heiße Diskussion mit dem Publikum blieb weitesgehend aus. Erst ganz zum Schluss kam der Hinweis auf das Gegengutachten, eine Kritik daran, dass Gegenstimmen nicht auf das Podium eingeladen waren sowie der Hinweis auf die Sitzung dazu im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses am 2.3.15 (taz berichtete).

Weitere Infos:

Grafiken: Ein herzliches Dankeschön an die Illustratorin Sophia Halamoda (ihre Internetseite) für die Erlaubnis zum Fotografieren und Posten der grafischen Mitschriften! 🙂

Gelesen in Biblioblogs (7.KW’15)

leave a comment »

An den deutschen Hochschulen ist Prüfungszeit. Da wird man an der Auskunft auch schon mal gefragt, ob man wüsste, wo es noch freie Stühle gebe. Obwohl die Studierenden dank Digitalisierung nicht zwingend in der Nähe von Bücherregalen kleben müssten, ist die Bibliothek als beliebter Lernort eher in der Gunst gestiegen. „Mit der Digitalisierung der Medien entstehe parallel eine steigende Nachfrage nach Umgebungen, in denen der Mensch gerade nicht allein sei.“ lautet eine der möglichen Erklärungen eines Artikels auf den Seiten der Helmholtz-Gemeinschaft (via Netbib).

Auf zwei Beispiele unschöner Nutzungsmöglichkeiten machte Netbib aufmerksam. Die Berliner Woche berichtete über die Entscheidung der Wohnungseigentümergemeinschaft gegen die Aufstellung von Bänken vor der Humboldt-Bibliothek des Tegeler Zentrums, da der Platz „oft von Jugendlichen für Trinkgelage genutzt“ wurde. Und Bibliothekarin in Berlin Neukölln zu sein, scheint jedenfalls kein Traumjob zu sein. Das machte ein Artikel im Tagesspiegel deutlich, und benannte u.a. „Sex auf der Toilette, Brandstiftung, Beleidigungen und unflätiges Benehmen„. Besonders schwierig sei die Situation für die Mitarbeiterinnen, „da insbesondere die männlichen Jugendlichen (mit Migrationshintergrund) sich von Frauen nicht in die Schranken weisen lassen“.

Mit ernsthaften Problemen kämpft zur Zeit der Berufsverband BIB e.V. Ultrà Bibliotheka war bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Köln dabei und schreib einen Blogbeitrag (& Nachtrag) über die Vorgänge.

Vier Tipps für bessere Facebookseiten erläuterte Christoph Deeg in seinem Blog. Demnach sollte man nicht mit Fachbegriffen um sich werfen, immer den Mehrwert für den Leser im Blick haben und sich klar darüber sein, dass es sich um eine geschäftliche Kommunikation handelt. Darüber hinaus muss jeder Post für sich allein verständlich sein, denn „Niemand schaut sich Facebookseiten an!„.

NRW-Blog ging auf einen Beitrag des SEM Post ein, nach dem Internetseiten, die nicht mobil optimiert seien, bei mobilen Google-Anfragen schlechter gerankt werden.

Archivalia testete Österreichische Museums- und Bilddatenbanken (Links enthalten) u.a. hinsichtlich Auflösung, Permalink, Nachnutzungshinweisen, Sharing sowie Feedbackfunktion und fand das Ergebnis insgesamt keineswegs befriedigend.

Auf die Probleme von Scans machte David Kriesel in seinem sehr unterhaltsamen und gut verständlichen Vortrag aufmerksam. Denn wer glaubt, dass ein Scan so eine Foto des Originals sei, ist im Irrtum. Durch Komprimierung gab es 8 Jahre Fehler (insbesondere bei Zahlen) beim Scannen mit Xerox-Geräten (via Netbib). Aus bibliothekarischer Sicht möchte man da beinahe fragen, womit denn die Verlagsarchive naturwissenschaftlicher  Zeitschriften und Bücher gescannt wurden?

 

 

Gelesen in Biblioblogs (44.KW’14)

leave a comment »

VÖBBlog meldete, dass am 30. Oktober 2014 die „Datenbank zu verwaisten Werkenin Betrieb genommen wurde. Zuständig ist das Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM).

Die Norwegische Nationalbibliothek hat nun eine Stelle geschaffen, die speziell dafür zuständig ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schulen, wie man für Wikipedia schreibt, inklusive der Verlinkung zu den Literaturquellen der Nationalbibliothek, mehr dazu im Bibliotheksportal (via NRW-Blog).

Die neue InternetseiteIch bin ein Leseheld“ will Jungen zeigen, „welche Bücher cool und spannend sind“ (via NRW-Blog).

Jugendbibliothek21 fasste in einem Blogbeitrag die wichtigsten Ergebnisse der Vorlesestudie 2014 zusammen, z.B. dass „90% der Kinder zu Hause davon erzählen, wenn ihnen außerhalb der Familie (Kita, Schule oder anderswo) vorgelesen wird […]“.

Taylor & Francis veröffentlichte ein Whitepaper zur Nutzung von Social Media durch Bibliotheken, die auf Umfragen basieren (via Netbib). Darin wird vor allem der aktuelle Stand untersucht. Neben Diagrammen zu Lieblingstools findet man zahlreiche Zitate der Befragten zu dem Thema.

Wer ein Googlekonto hat, kann VideoNotes nutzen. Der Dienst ermöglicht es, Notizen während des Anschauens von Videos von Youtube oder Vimeo zu verfassen. Klickt man diese später an, gelangt man sofort an die entsprechende Stelle im Video – das Tool der Woche im Blog der Zukunftswerkstatt.

Birgit Fingerle griff im ZBW-Mediatalk das Thema Shareeconomy auf, fragte sich, warum man dabei selten an Bibliotheken denkt, und ob es eher eine Chance oder ein Risiko ist.

Auf eine Bibliotheksrundreise durch Kamerun und die Konferenz des kamerunischen Bibliotheks-, Archivs-, Dokumentalisten- sowie Museographenverbandes (ABADCAM) nahmen uns 4 Beiträge im Blog Bibliotheken als Bildungseinrichtung mit.

In der letzten Woche war Halloween. In einem Video der Bibliothek der RMIT University in Australien wird gezeigt, wie man dort mit der Zombieinvasion umgeht (siehe Bibliothekarisch.de).  Unheimlich wurde es auch bei einer Halloween-Lesung von Erich Steinhauer. Er gab der Berliner Zeitung ein Interview zu Mumien in Bibliotheken (via VÖBBlog). Gegen das Böse kämpfen die „Librarians“ in der gleichnamigen Serie von TNT. Den Trailer gibt es bei Text & Blog. 😉

Gelesen in Biblioblogs (42.KW’14)

leave a comment »

Über den Europeana Newspaper Workshop in London berichtete Text & Blog. Auch in Österreich war die Europeana ein Thema, nämlich beim Europeana Newspapers Project Information Day (via Archivalia). Monika Lehner verwies in ihrem Beitrag bei Mind the gap(s) auf eigene, praktische Erfahrungen bei der Forschung mit alten Zeitungen und fand die Digitalisate nicht so überragend.

Mit ihrer „Handreichung: Rechtliche Rahmenbedingungen für Digitalisierungsprojekte von Gedächtnisinstitutionen“ wollen Weitzmann und Klimpel Hilfe für Museen & Archive bei der Veröffentlichung von Digitalisaten bieten (siehe auch iRights.info). Archivalia entdeckte jedoch einige Kritikpunkte bei dieser Broschüre.

Das Schweizer Bundesgericht in Lausanne muss nun in letzter Instanz entscheiden, wie weit die Dienstleistungen von Bibliotheken beim Versand von Zeitschriftenartikeln gehen dürfen. In einem Gastbeitrag bei iRights.info erklärte Prof. Dr. Monika Dommann, warum die Ausnahmeregeln für Bibliotheksdienste beibehalten werden müssen (via VÖBBlog).

Der vdb meldete, dass die Vortragsfolien der Veranstaltung „Wissenschaftliche(r) Bibliothekar(in) – Anforderungen und Perspektiven“ nun online verfügbar sind.

In der Landtagsbibliothek

In der Landtagsbibliothek

Über ihre Erfahrungen aus einem Workshop zur Erstellung kreativer Inhalte berichtete in der letzten Woche die Stadtbibliothek Elsdorf im NRW-Blog.

Mit einem beeindruckenden Foto aus dem Lesesaal der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg startete ein Artikel der Tiroler Tageszeitung online zum Film „Kathedralen der Kultur“ (via VÖBBlog), in dem es auch um die Geschichte dieser Bibliothek und ihrer Bücher geht.

Sehr modern zeigte sich die Bibliothek des Brandenburgischen Landtages, wenngleich die Außenfassade historisch gestaltet wurde. Mein Bericht über den Besuch unserer Landesgruppe in diesem Gebäude ist hier bei Lesewolke zu finden.

 

Written by lesewolke

20. Oktober 2014 at 06:50