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Posts Tagged ‘Interkulturalität

Gelesen in Biblioblogs (10.KW’19)

Einen gelungenen Beitrag über Lernorte entdeckte Fortbildung in Bibliotheken in der Zeitschrift „Weiterbildung“. Darin erläutert Jörn Muuß-Merholz unter anderem „Was die Menschen an (Lern-)Orten mögen“.

Fachstelle ÖB NRW stellte die vier Säulen eines Projektes der Stadtbibliothek Essen vor, bei dem es um „Angebote für Asylsuchende, Migrantinnen und Migranten“ geht.

Eine Grafik der Initiative D21, die die „Social Media Nutzung nach Diensten, Alter und Berufsgruppen“ in Deutschland zeigt, findet man man bei Bibliothekarisch.de.

Die Internetnutzung der Kinder stößt bei Eltern nicht immer auf Begeisterung. Jugend Film Fernsehen e. V. stellte Elternbroschüren online, die Hintergründe erklären und Handlungsempfehlungen geben (via Fachstelle ÖB NRW).

Ein Artikel in der Zeitschrift „MedienPädagogik“ verglich verschiedene Projekte, die Tablets in Kindertagesstätten für konkrete Lernzwecke einsetzten (via Fachstelle ÖB NRW).

Das digithek blog bettete ein Video ein, welches zeigt, wie man mit Google auf dem Computer und Smartphone herausfinden kann, auf welchen Internetseiten ein Bild bereits verwendet wurde. Denn manche ältere Fotos werden in mehreren oder sogar im falschen Zusammenhang genutzt und unterstützen auf diese Weise fehlerhafte oder übertriebene Darstellungen.

In einem Interview mit ZBW-Mediatalk erklärte Lukas Galke, welche Internetanwendungen sich für eine Zusammenarbeit eignen, und welche Kriterien dabei von Bedeutung sind (in Englisch).

Im Blog der TU Berlin ist eine Zusammenfassung des 1. Berliner Rundgespräches Open-Access-Bücher erschienen. Dabei drehte es sich um Möglichkeiten der Finanzierung sowie die Sicherung inhaltlicher und technischer Qualitätsstandards.  Eine aktuelle „Übersicht der Open-Access-Beauftragten an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ findet bei Open Access 2020 DE (via Archivalia).

Aubib befasste sich mit einem Beitrag von Ingeborg Steinmetz zum Thema Innovation. Es werden vier Varianten vorgestellt, die Innovationen fördern. Den Anschluß zu verpassen, kann schließlich fatale Folgen haben.

Prof. Dr. Dirk Lewandowski erklärt Nutzungsstatistische Verfahren“ heißt der Titel eines Youtube-Videos. Wir erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, und wo die jeweiligen Grenzen liegen, siehe Bibliothekarisch.de.

Die Universitätsbibliothek Leipzig schafft zum 2. Mai 2019 ihre Drucker und Kopierer ab (via Archivalia). Dann wir es in den Räumen der Bibliothek nur noch Buchscanner geben. Diese Nutzung ist allerdings kostenfrei.

Gelesen in Biblioblogs (15.KW’18)

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Im WikiRecherche Online“ sammelte Jürgen Plieninger für ein Seminar verschiedene Präsentationen, Handouts und Links zur Illustration, für die Nachnutzung veröffentlicht unter CC-BY 4.0 (via Archivalia).

Lesen.net kündigt an, dass die Onleihe den DRM-Anbieter wechseln wird. CARE (“Content & Author Rights Environment”) heißt das Programm und stammt vom französischen Anbieter TEA (“The eBook Alternative”). Es ist noch nicht klar, ob auch ältere Geräte mit der neuen Software kompatibel sind (via Fachstelle ÖB NRW).

Fortbildung in Bibliotheken verweist auf den frei erhältlichen Web-CLIC-Fragebogen (Deutsch und Englisch) zur Beurteilung von Internetseiten. Die Abkürzung bedeutet „Website-Clarity, Likeability, Informativeness, Credibility“. Entwickelt wurde der Fragebogen von zwei Psychologen der Universität Münster bzw. der Hochschule Osnabrück. Sie freuen sich über eine Nachnutzung und erklären auf ihrer Internetseite, was dabei zu beachten ist.

Im der Disziplin auf-dem-Bildschirm-herumwischen sind wir inzwischen Meister. Aber haben wir noch die Geschicklichkeit zum Basteln und für Handarbeiten? Ausleihulla merkte den Mangel besonders an Projekttagen mit Kindern in der Bibliothek. Deshalb lautet das Fazit des Beitrags: „Lasst die Kinder wieder mehr kreativ sein und rumprobieren mit vielen Materialien! Lasst sie Freundschaftsbänder knüpfen und mit Pappmaschee matschen!„.

Der dbv bietet am 19. und 20. April 2018 das Webinar „Interkulturelle Netzwerke“ an. Dabei soll es darum gehen, warum interkulturelle Veranstaltungen gebraucht werden, wie man sie gestaltet und sich mit Communities vernetzt, siehe Fachstelle ÖB NRW.

Bibliothekarisch.de bettete zwei Videos ein, die Blockchains erklären. Fortbildung in Bibliotheken hat noch weitere Links zum Thema im Angebot.

VÖBBlog stellt das Projekt „Preserving the World’s Rarest Books“ vor. Ziel ist es, die seltensten Bücher in den Bibliotheken zu finden. Das St Andrews-Mellon-Programm soll dabei helfen.

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16. April 2018 at 08:30

Gelesen in Biblioblogs (9.KW’18)

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Wissenschaftliche Bibliotheken 2025 Die Sektion 4 „Wissenschaftliche Universalbibliotheken“ des Deutschen Bibliotheksverbandes veröffentlichte die PublikationWissenschaftliche Bibliotheken 2025“ mit Ist- und Ziel-Szenarien für acht verschiedene Handlungsfelder, u.a. Open Access und neue Formen der Lizenzierung, Publikationsdienstleistungen, Management von Forschungsdaten sowie Förderung digitaler Medien- und Informationskompetenz (via Netbib).

Die Internetseite Wissenschaftsjahr 2018 verlinkte auf eine Studie, die die Auswirkung der Nutzung von Social Media auf Schulnoten untersuchte (via Fortbildung in Bibliotheken). Die gute Nachricht lautet, dass eine intensive Nutzung sich nicht automatisch negativ auswirkt. Nur gleichzeitig chatten und Hausaufgaben erledigen, das funktioniert nicht besonders gut.

Q-Thek in der Stadtbücherei Düren hat ihre 2. Etage umgestaltet und beschreibt in einem Blogbeitrag der Fachstelle ÖB NRW genau, was wie angeordnet wurde. In einem weiteren Beitrag der Öffentlichen Bibliothek Remscheid dreht es sich um Angebote zur Sprach- und Integrationsförderung.

Ausleihulla stellte beim Jurytreffen der Jugend-Literatur in Dreieich (JuLiD) fest, dass perfekte Heldinnen oder ein Helden heute weniger angesagt sind. Junge Leser wünschen sich Hauptpersonen, die „in ihre eigene vielseitige Welt“ passen.

Eine Broschüre der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen im Regierungspräsidium Karlsruhe stellt Bilderbuch-Apps vor (via Fachstelle ÖB NRW).

Zum Schluß noch ein paar Kuriositäten. Zauberhaft ist das Skriptorium eines Klosters aus Legosteinen, siehe Iter Austriacum via Archivalia. Eine Bibliotheksauswahl, die mal gar nicht nach optischen Gründen erfolgte, sind die fünf Einrichtungen, die trotz schwieriger Bedingungen geöffnet haben, siehe The Guardian (via Archivalia). Welche Bibliotheksabteilung hat den schwersten Job? Librarian Problems beantwortet es mit Filmszenen (via Netbib). 😉

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5. März 2018 at 10:00

Gelesen in Biblioblogs (2.KW’18)

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Die Landesfachstelle München stellt bei ihren Materialien einen Jahresplaner für die Aktions- und Präsentationsplanung für Bibliotheken als Exceldatei und PDF zum Download bereit (via Fachstelle ÖB NRW).

Die Stadtbibliothek Kreuztal konzipierte die Veranstaltung „Escape the Library“ und beschreibt die Vorbereitung und Durchführung im Blog der Fachstelle ÖB NRW. Bei Live Escape Games muss eine Gruppe verschiedene Rätsel lösen, um einen Raum in einer bestimmten Zeit verlassen zu können.

Die Fachstelle ÖB NRW veröffentlichte in der letzten Woche mehrere Beiträge zum Thema Integration. Sie wurden von den Stadtbibliotheken Kreuztal, Viersen, Nettetal und Münster verfasst.

Die AG Leseförderung und die dbv-Kommission Kinder- und Jugendbibliotheken ruft Bibliotheken auf, besonders gute Vorleserinnen und Vorleser zu nomieren, siehe Jugendbibliothek 21.

Wisspub.net hat sich Artikelgebühren (APCs) für wissenschaftliche Zeitschriften angeschaut und zwar konkrete Beispiele, bei denen der Artikel trotzdem nicht Open Access ist. Publizieren kann ein teures Vergnügen sein!

Welche digitalen Trends werden das Jahr 2018 bestimmen? ZBW Mediatalk ging in einem Beitrag dieser Frage nach.

Das Layout des Bibliotheksportals wurde komplett erneuert (via Fachstelle ÖB NRW). Zugegeben, ich finde diese Designs wegen ihrer Unübersichtlichkeit auf normalen Computerbildschirmen einfach nur furchtbar.

Monika Ziller ist gerade in US-amerikanischen Bibliotheken unterwegs, um dort mehr über die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erfahren. Im Blog BII stories bloggt sie über ihre Erkenntnisse (via Netbib).

Ein Flickr-Album zeigt in schwarz-weiß-Fotos die Mitarbeitenden einer Bibliothek  – Workplace Portraits (via Netbib). Der Beobachter stellt die 5 schönsten Bibliotheken der Schweiz vor (via VÖBBlog).

Hat der Pirat Blackbeard Bücher gelesen? In einer Kanone seines Schiffes fand man Schnipsel aus dem Buch von Edward Cooke: „A voyage to the South Sea, and round the world, perform’d in the years 1708, 1709, 1710, and 1711“ (via VÖBBlog). 😉

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15. Januar 2018 at 09:00

Gelesen in Biblioblogs (1.KW’18)

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RSWK reloaded – Verbale Sacherschließung im Jahr 2018“ – um die Entwicklungen in diesem Bereich des Bibliothekswesens dreht sich der Beitrag der Professorin Heidrun Wiesenmüller auf der Seite des BuB. Netbib verlinkte in diesem Zusammenhang auch gleich auf die aktuelle Ausgabe der „Regeln für die Schlagwortkatalogisierung“.

Wie funktioniert die Lizenzierung elektronischer Medien in Hochschulbibliotheken? Gibt es einen Zwang zu Open Access? Wen begünstigen die neuen Regelungen im Urheberrecht? Die Universitätsbibliothek Leipzig räumt in einem Blogartikel mit Vorurteilen auf: „Open-Access-Kritik im Faktencheck“ (via Archivalia). Hapke-Weblog berichtete ausführlich über den HOOU Workshop zu „Open Access“ auf der Campus Innovation 2017 (mit vielen weiterführenden Links zum Thema). Am 1. Januar 2018 wurden übrigens wieder Werke zahlreicher Künstler gemeinfrei, siehe Netbib.

Der Tagungsband „E-Science-Tage 2017 : Forschungsdaten managen“ ist online (via Archivalia).

Die Bibliothek hat geschlossen, aber man braucht gerade Lesestoff. Für solche Fälle bietet die Stadtbibliothek Stuttgart einen Bücherschrank an, der immer zugänglich ist und mit dem Bibliotheksausweis bedient wird, siehe Beitrag im Schwäbischen Tagblatt (via Archivalia).

Basic Thinking erklärt, was man für einen erfolgreichen Podcast beachten sollte. Fortbildung in Bibliotheken erinnerte sich in dem Zusammenhang unter anderem an die OPL-Checkliste 27 „Anleitung zur Erstellung eines Podcasts anhand des Netbib-Podcastes „.

M. Bakr berichtet auf der Seite des Goethe-Instituts von seinem Praktikum in der Bibliothek, der Gruppe „Meet & Talk“, und wie ihm die Nutzung der Bibliothek bei der Integration geholfen hat (via Fachstelle ÖB NRW).

IFLA’s New Professionals Special Interest Group (NPSIG) startete eine Umfrage nach gewünschten Webinar-Themen (via Fortbildung in Bibliotheken). 100 Punkte sind insgesamt zu vergeben, die man auf ein oder mehrere Themen aufteilen kann.

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8. Januar 2018 at 09:00

Gelesen in Biblioblogs (39.KW’17)

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Die Karl-Preusker-Medaille wird in diesem Jahr an Dr. Claudia Fabian, Leiterin der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek verliehen (via vdb). Der BID hebt in seiner Begründung die „sach- und zeitgemäße Vermittlung und Vernetzung in nationalen und internationalen bibliothekarischen Kontexten, „exzellent konzipierte Ausstellungen“ sowie „ihre maßgebliche Beteiligung an dem von der Europäischen Kom­mission geförderten multinationalen Projekt ‚Europeana Regia – eine kollaborative digitale Bibliothek königlicher Handschriften‘ “ hervor.

ZBW Mediatalk berichtete über Forschungsdatenprojekte der ZBW im Zusammenhang mit Open Science. Neben dem beliebten Wegweiser Auffinden. Zitieren. Dokumentieren, der DOI-Vergabe für Forschungsdaten und dem Journal Data Archive betreut die ZBW das DFG-finanzierte Projekt “Generic Research Data Infrastructure“ (GeRDI), dessen Ziel die Vernetzung deutscher Forschungsdatenspeicher ist und in die European Open Science Cloud einfließen soll.

Globolibro stellte Beispiele aus Bibliotheken vor, die sich auch als Labor rund um digitale Technologien sehen.

Ilona Munique (Blog Wega-Team) eröffentlichte ihre Mitschrift der Fortbildung “Lebenslanges Lernen im Beruf: Individuell, virtuell, informell?” und bezieht dies auch auf Bibliotheken (via Fortbildung in Bibliotheken).

Die Zeitschrift BuB veröffentlichte das „Dossier Integration“ als frei verfügbare PDF-Datei, eine Sammlung relevanter Artikel, die von 2015 bis 2017 in der Zeitschrift veröffentlicht wurden (via Fachstelle ÖB NRW).

In einem Urteil vom 27.7.2017 beschäftigte sich das Hanseatisches OLG Hamburg ausführlich mit DIN-Normen und unterstreicht letztlich deren Status als geschützte Sprachwerke (via Archivalia).

 

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2. Oktober 2017 at 16:00

Gelesen in Biblioblogs (9.KW’17)

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Die ETH-Bibliothek hat ihre neue PlattformExplora – die Erlebniswelt der ETH“ gestartet . Dort werden spezielle Themen aufgegriffen und in einem Wechsel aus Bildern, Videos und Texten anschaulich dargestellt. Storytelling nennt sich dieses Konzept (via digithek blog). Und das ist eher selten: „Die gezeigten Abbildungen aus den Beständen der ETH-Bibliothek sind frei zugänglich und können hochaufgelöst heruntergeladen und weiterverwendet werden.“ (Quelle: Explora, Über uns).

WiFi4EU heißt die Initiative der Europäischen Union, welche dazu gedacht ist, „einen freien Internetzugang an öffentlichen Plätzen wie Bibliotheken, Parks oder öffentlichen Gebäuden zu realisieren.“ (siehe auch Fachstelle ÖB NRW). Um dieses Ziel zu erreichen sind ca. 120 Millionen Euro eingeplant.

Die Fachstelle ÖB NRW stellte das interkulturale Projekt „Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Medien und mehr aus der Stadtbibliothek Dormagen“ vor. Hierbei handelt es sich um eine Vielzahl von Aktivitäten, angefangen beim Bestandsaufbau mit Beteiligung der Kooperationspartner bis zu gezielten Veranstaltungen.

Wie steht es mit der Weiterbildung bei älteren Bibliotheksmitarbeiteinnen und -mitarbeitern? Das Wega-Team beschäftigte sich von Ende Januar bis Anfang März in einer mehrteiligen Reihe ausgiebig mit der Bachelorarbeit von Annett Burkhardt, die für ihre Umfrage 196 wissenschaftliche Bibliotheken in Hamburg anschrieb (via Bibtexte).

Christian Heise probierte Open Science aus. Seine Doktorarbeit war während des Schreibprozesses jederzeit online einsehbar. ZBW-Mediatalk interviewte ihn zu seinen Erfahrungen mit dieser offenen Methode.

Kapselschriften berichtete ausführlich über das Symposium „Rechtsquelle Wikipedia? : Praxis – Fiktionen – Standards”.

Wie erkennt man falsche Informationen – sogenannte  „Fake News”? Eine Grafik der IFLA gibt Tipps (via Archivalia). Sie wird dort in zahlreichen Sprachen angeboten.

Die „Regeln für die Schlagwortkatalogisierung“ wurden überarbeitet und stehen nun online zur Verfügung (via VÖBBlog).

Bibliotheksratte trug Fundstücke aus der Twitterwelt zum Thema Bibliothek zusammen – die Twitterlieblinge Teil 10. 🙂

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6. März 2017 at 10:00

Gelesen in Biblioblogs (5.KW’17)

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costa-magica_bibliothek

Costa Magica, Bibliothek

Nach einer längeren Pause – ich war dem winterlichen Deutschland entflohen – gibt es heute wieder einen Rückblick auf die Themen der bibliothekarischen Blogs der letzten Woche. Auf Bibliotheken musste ich trotzdem nicht verzichten. Auch auf dem Kreuzfahrtschiff gab es eine kleine Bibliothek, in die ich zumindest mal einen Blick geworfen habe. Einen richtig spektakulären Bibliotheksbau mitten in der Karibik stelle ich dann am Mittwoch vor.

Was bedeutet die kritische Betrachtung von Informationskompetenz? Hapke-Weblog sah sich das Thema näher an, ging auf Unterschiede zwischen klassischer und kritischer Informationskompetenz ein und verlinkte dabei auf zahlreiche Quellen.

In einem Positionspapier widmete sich das EKZ dem Berufsbild in Bibliotheken und stellte 6 Punkte auf. Unter anderem heißt es: „Es reicht nicht aus, „Buchmenschen“ für Bibliotheken zu gewinnen – wir benötigen offene, kommunikationsorientierte und wandlungsbereite Kolleginnen und Kollegen!“  (via Fachstelle ÖB NRW)

Der „Global Digital Report 2017“ verrät, wie viele Menschen was und wie oft die bekanntesten Netzwerke nutzen und welche Kommunikationsgeräte sie einsetzen (via Fachstelle ÖB NRW). In der Präsentation findet man auch direkt die Ergebnisse für Deutschland.

Eva Bunge, Eva May und Christine Niehoff sind die Preisträger des Innovationspreises 2017. Ihre Themen listete B.I.T. online auf (via Fachstelle ÖB NRW).  Veranstaltungen, die für Leute aus Bibliotheken im Jahr 2017 interessant sein könnten, listete ZBW-Talk auf.

Fortbildung in Bibliotheken machte auf das bundesweite ProgrammLesestart für Flüchtlingskinder“ aufmerksam. Dazu zählt ein Lesestart-Set für Vorschulkinder, die Ausstattung von Erstaufnahmeeinrichtungen mit Lese- und Medienboxen sowie einem Seminiarprogramm für dort tätige Personen.

Den morgendlichen Lauf um die besten Plätze in der Uni-Bibliothek Innsbruck zeigt ein Video bei VÖBBlog. 😉

Gelesen in Biblioblogs (48.KW’16)

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advent-calendar-525684_640Eine Linkliste der diesjährigen über 140 „Mehr oder minder Bibliothekarischen Adventskalender“ veröffentlichte Bibliothekarisch.de. Da ist sicher wieder für jeden etwas dabei. Vielen Dank für diesen tollen Service! Eine schöne Weihnachtsgeschichte veröffentlichte Rainer Pörzgen in seinem Blog Bibliothekar.de. 🙂

Hängt die Qualität eines Buches wirklich davon ab, ob es in einem Verlag veröffentlicht wurde oder nicht?! Ein Blogbeitrag in Veras Welt zeigt die Schwierigkeiten von Selbstpublishern im Belletristikbereich. Oft werden sie bei Verbänden und Preisverleihungen von vornherein ausgeschlossen. Archivalia erinnerte in diesem Zusammenhang an einen eigenen Beitrag, der zeigt, wie viele wissenschaftliche Texte aus rein formalen Gründen nicht ernst genommen werden.

Walther Umstätter meinte in Inetbib, dass Informationskompetenz in heutigen Zeiten auch dazu missbraucht wird, Falschinformationen zu verbreiten. M. Ulmer verwies in dieser Hinsicht auf die Verbreitung von Informationen zum Rahmenvertrag zum §52a UrhG.

Über ihren Besuch der Hartford Public Library in Connecticut berichtete Inka Jessen in Librarian in Residence. Die Bibliothek bietet zahlreiche Serviceangebote zur Integration von Migranten.

Auf einen Beitrag von ÖB_multikulturell zum IFLA/UNESCO- Manifest zur multikulturellen Bibliotheksarbeit verlinkte Netbib. Vorgestellt wird ein Baukasten, der zahlreiche Materialien enthält und kostenfrei heruntergelanden werden kann.

Die Vernetzung von Informationen auf Internetseiten mit der Gemeinsamen Normdatei war das Thema eines Blogbetrags bei Deutsch-Jüdische Geschichte digital (via Archivalia). Dabei kann es gelingen, „die durch die GND (bzw. Entity Facts) gelieferten Informationen (Lebensdaten, Wirkungsorte, Werke, Berufe, in Verbindung stehende Personen …) möglichst nutzbringend und interaktiv sichtbar zu machen.

Wenn das Jahr vorbei ist, werden wieder Zahlen zu Beständen, Nutzern und Serviceangeboten gefordert. Die Veränderungen im Fragebogen der Deutschen Bibliotheksstatistik 2016 listete NRW-Blog auf.

Die Vorzüge von Infografiken zeigt eine Infografik bei Bibliothekarisch.de. Sie machen Dinge verständlich, überzeugen und prägen sich gut ein.

Mit den Auswirkungen struktureller Änderungen kämpft die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, wie der Personalrat berichtete (via Archivalia).Unfreiwilliger Fernsehstar bei der Satiresendung Extra 3 wurde die Universitätsbibliothek Freiburg, siehe VÖBBlog. Dort belegte sie gleich alle drei Plätze der irrsten Universitätsbibliotheken in Deutschland.

Illustration: Pixabay, Public Domain

Gelesen in Biblioblogs (43.KW’16)

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„Die neuen Heldinnen und Helden der Bibliotheken“ – so hieß ein Beitrag bei welt.de, der anläßlich des Tages der Bibliotheken 2016 gern geteilt wurde. Der Text stammt vom dbv und wurde als Advertorial veröffentlicht (via Archivalia & VÖBBlog). „Mich irritiert dennoch, dass die Presse (zumindest die Welt) anscheinend nur gegen Zahlung bereit ist, sich mit Bibliotheken zu befassen…„, schrieb Ulrich Herb bei Inetbib. Denn ein Advertorial, so lernten wir, ist laut Wikipedia eine „Werbeanzeige, die den Anschein eines redaktionellen Beitrages erwecken soll.“.

Im Blog Medienpädagogik erläutert detailliert ein Veranstaltungsformat, bei dem Schüler einen Trailer für ein Jugendbuch erstellen können (via Fortbildung in Bibliotheken). Neben einem Arbeitsblatt, welches hilft, inhaltliche Gestaltungselemente zu finden, sind praktische Tipps (z.B. Videoerstellung, Musikquellen) enthalten.

Eine Übersicht von „Video-Tutorials zu Open Access und Open Data“ veröffentlichte Publisso der ZB Med. Neben dem eigentlichen Link sind in der Tabelle Angaben zur Länge, Sprache und der Lizenz enthalten, gefunden bei Archivalia. Das Blog Archivalia widmete sich ausgiebig der Open Access Woche und publizierte nach eigenen Angaben 16 Beiträge zu diesem Thema, siehe Rückblick mit vielen Links.

Welche Bedingungen werden benötigt, damit sich digitales Publizieren und der freie Zugang zu den Veröffentlichungen durchsetzten kann? Im Rahmen des Programms „Eine Woche Zeit“ zum Thema „Konzepte wissenschaftlichen Publizierens im digitalen Zeitalter“ entstanden 10 Thesen, siehe Hypotheses Redaktionsblog.

Ein Beitrag bei dhmuc fragt „Wie permanent sind Permalinks?„. Hier werden auch die verschiedenen Arten von Links (permanente Identifikatoren, Direktlinks, Kurzlinks sowie aussagekräftige Links) und ihre Einsatzgebiete näher erläutert. Ein Peer Review ist ausdrücklich erwünscht. Der Artikel soll dann in der Online-Zeitschrift Informationspraxis erscheinen (via Archivalia).

Infografiken sehen schön aus. Aber wie recherchiert man nach darin enthaltenenen Texten? Die Forschungsgruppe Knowledge Discovery der ZBW entwickelte ein Verfahren zur Text-Extraktion: „es wendet eine neuartige Kombination von Methoden aus Bildverarbeitung und Data Mining an, die mit minimaler manueller Eingabe auskommt.„, siehe ZBW Mediatalk.

Die „digitale Bildungsrevolution“ – kommt er nun doch noch – der Paradigmenwechsel? Shift geht in einem ausführlichen Beitrag auf Akteure und Methoden ein und fragt sich, ob kritisches Denken noch gelernt/gelehrt wird oder alles im Klausurtraining endet (via Fortbildung in Bibliotheken). Letzteres ist wiederum ebenfalls ein Problem für die Wirtschaft „Sie braucht einerseits gescheitere, vielfältig fähigere, selbstständig denkendere und komplexere Aufgaben bewältigende Arbeitskräfte […]. Andererseits dürfen diese Arbeitskräfte nicht auf dumme Ideen kommen und etwa zu sehr selbstbeauftragt eigenmächtig lernen […]“ .

Librarian in Residence war in der letzten Woche in der New York Public Libary zu Gast, erkundigte sich dort nach Bibliotheksangeboten für Migranten und listete diese auf.

Gelesen in Biblioblogs (41.KW’16)

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Bibliotheken, die selbst Open Access leben, z.B. Schulungsmaterialien veröffentlichen, Fotos zur Weiternutzung freigeben, Open Access publizieren uvm., können sich nun um ein Open Library Badge bewerben (via Archivalia). Mindestens drei von zehn Kriterien müssen erfüllt sein. Das Open Library Badge macht die Offenheit der Einrichtung auch nach außen sichtbar.

Das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft äußerte sich nun in einer Pressemitteilung zum Rahmenvertrag zur Vergütung von Ansprüchen für Nutzungen nach § 52a UrhG (via Archivalia). Darin werden Aufwand und Kosten des Vertrages dargelegt. In Folge dessen sei zu erwarten, dass Hochschulen eher auf elektronische Semesterapparate verzichten werden: „Die Studierenden werden wenn überhaupt kopierte und ausgedruckte Vorlagen in Aktenordnern erhalten; sie werden auf Selbsthilfe angewiesen sein oder auf die Suche in Google oder Wikipedia verwiesen. Die Qualität der Ausbildung wird drastisch sinken.„.

Eine „Dramatische Verschlechterung bei der Arbeit mit Google Books“ beklagte Archivalia. Demnach sind zahlreiche Snippets von Büchern verschwunden. Das reduziert die Treffer bei Suchanfragen. Andere Leser konnten diese Erfahrungen bestätigen.

Librarian in Residence stellte die Queens Library in New York vor (Teil 1, Teil 2), die sich besonders im Bereich der interkulturellen Bibliotheksarbeit engagiert. Die Bibliothek hat Bestände vieler Sprachen und bietet kostenlose Kurse und Veranstaltungen für Erwachsene vor allem in Englisch, Lesen/Schreiben an. Auch eine mehrsprachige Internetseite und Übersetzungshilfen für den Bibliotheksalltag gehören zum Programm.

Das Themenheft „An verschwundenen Orten“ des Evangelischen Literaturportals erläutert nicht nur politische Hintergründe verschiedener Länder Afrikas und Vorderasiens sondern stellt auch empfehlenswerte Romane dieser Länder vor, siehe NRW-Blog.

Ein Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung erläuterte, wie man mit der Open-Source-Software Twine Erzählungen mit verzweigten Handlungen erstellen kann (via NRW-Blog). Der Leser trifft dabei hin und wieder Entscheidungen, die sich darauf auswirken, welcher Handlungsstrang weitergeführt wird. Das kann auch dazu anregen, beim nächsten Mal zu probieren, was passiert, wenn man eine andere Wahl trifft. Die Grundidee stammt aus den 80er Jahren, als Spielbücher auf den Markt kamen, die dann jedoch mit dem Aufkommen von Computerspielen in Vergessenheit gerieten.

Die Deutschen und das E-Book (Infografik von Statista_com, CC BY-ND

Die Deutschen und das E-Book (Infografik von Statista_com, CC BY-ND

Einen wesentlichen Schritt weiter, als Texte lediglich auf elektronischen Geräten lesbar zu machen, ging das Projekt „adaptable Books“ (via NRW-Blog), vorgestellt in der Leseprobe der Zeitschrift JuLIt 2/2016. Hier wurden zusammen mit Drittklässlern einer Münchner Grundschule andere mediale Elemente, wie Audio-/Videodateien oder Sachtexte integriert und somit E-Books geschaffen, die speziell den Bedürfnissen der Schüler angepasst waren.

Gedruckte Bücher sind bei deutschen Lesern nach wie vor sehr beliebt. Sie schrecken auch vor dicken Wälzern mit mehr als 500 Seiten nicht zurück, wie zwei Infografiken von Statista zeigen (gefunden bei Bibliothekarisch.de).

Conan the Librarian – da traut sich keiner mehr, Bibliotheksregeln zu ignorieren oder unqualifizierte Fragen zu stellen, siehe Bibliothekarisch.de. 😉

Grafik: Statista_com, Lizenz: CC BY-ND

Gelesen in Biblioblogs (39.KW’16)

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Medinfo machte auf den Beitrag zur „Usability-Untersuchung des neuen ZB MED-Suchportals LIVIVO“ in der Online-Zeitschrift GMS Medizin — Bibliothek — Information aufmerksam. Hier wurde auf Probleme bei der Nutzung des Suchportals wie fehlende Funktionen, Störfaktoren wie zu große Darstellung der einzelnen Treffer auf der Liste sowie Misserfolge bei der Lösung der Aufgaben. Beispielsweise „scheiterten noch 50% von ihnen daran, bereits gesetzte Suchfilter wieder zu entfernen.„.

Und wenn die literarischen Angaben nicht hundertprozentig stimmen? Finden die Rechercheprofis die Fehler? Archivalia testete die Mailauskunft von 11 deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken und vergab Schulnoten.

Wenn Roland Reuß für die FAZ eine Schimpftirade schreibt, dann ist das Thema natürlich Open Access. Die Open-Access-Strategie des BMBF (siehe 38. KW’16) erboste den Wissenschaftler.  „Immerhin scheint er wieder etwas mehr Engagement in seine sprachlichen Bilder und Schöpfungen zu stecken“ bescheinigte Libreas Blog dem Pamphlet. Blogschreiber Ben Kaden zeigte sich trotzdem wenig beeindruckt vom Inhalt und meinte: „Im Jahr 2016 ist dieser Popanz auch mit 5.0 allerdings so einschüchternd wie ein Spuk unterm Riesenrad.“, denn neue, klare Argumente wird man nicht entdecken.

Mit der Bewertung von Forschungsergebnissen beschäftigte sich Ulrich Herb. In einem Vortrag verglich er verschiedene Messmethoden, wie den Journal Impact Factor, Hirsch-Index, Altmetrics und Google Scholar, siehe Scinoptica.

Automatisch erzeugte Peer Reviews durch eine Software? Das probierten Wissenschaftler der Universität Triest.  Die Wissenschaftler im Test waren in 25 Prozent der Fälle mit den Schlussfolgerungen des Fake Reviews einverstanden, obwohl die Sätze automatisch aus Texten echter Reviews entnommen und neu zusammengestellt wurden, schrieb Times Higher Education und bezieht sich dabei auf den Konferenzbeitrag (nicht frei verfügbar) der International Cross Domain Conference, CD-ARES 2016 zu diesem Experiment (via Infobib).

Die Koordinierungsstelle Netzwerk Stiftungen und Bildung veröffentlichte die BroschüreFörderprogramme zur Integration von Neuzugewanderten durch Bildung„, aufgeteilt in Bundes- und Länderprogramme (via NRW-Blog).

Bereist im 9. Jahrhundert gab es die Al-Qarawiyyin-Universität in Fes (Marokko). Nach mehreren Jahren Restaurierung öffnet nun die Bibliothek und soll damit die älteste noch bestehende Bibliothek sein, schreibt The Guardian (via Archivalia).

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4. Oktober 2016 at 09:00

Mit dem BIB in Wien

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Die ersten vier Tage im September verbrachte ich mit der Landesgruppe Brandenburg des BIB e.V. in Wien. Zum Bloglesen blieb deshalb natürlich keine Zeit. Aber ich hoffe, mein Erlebnisbericht entschädigt für diesen Ausfall. 😉 Nebenbei lernten wir so einige österreichische Wörter.

00-Prunksaal_TitelbildEin umfangreiches Programm erwartete uns bei unserem Besuch in sechs großen Wiener Bibliotheken. Unsere erste Station war der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Bücherschränke aus Nussholz, die barocken Prunkgloben, die zahlreichen Marmorstandbilder, die Deckengemälde und die enorme Größe des Saales (77,7 Meter lang, 14,2 Meter breit und 19,6 Meter hoch) versetzen die Besucher in Ehrfurcht.  Kaiser Karl VI. ließ das barocke Bauwerk von 1723 bis 1726 einst für seine Hofbibliothek errichten. Die Statue in der Mitte des Saales soll den Bauherrn darstellen, wenn auch deutlich geschönt. Wir durften einen Blick in zwei uralte Werke werfen. Das Buch „Polygraphiae“ aus dem Jahr 1518 wurde von Johannes Trithemius verfasst, einem Universalgelehrten und Klostervorsteher. Es ist eine Sammlung von Geheimschriften, die teilweise auch in späteren Jahrhunderten angewandt wurden (Digitalisat bei Google Books). „Serpentum et draconum historiae libri duo“ (zwei Bücher der Geschichte der Drachen und Schlangen) von Ulisse Adrovandi aus dem Jahr 1640 enthielt viele, für seine Zeit sicher wissenschaftliche, für uns aber eher kuriose Beschreibungen und Illustrationen (Digitalisat bei AMS Historica und Google Books). Apropos Digitalisate: In Zusammenarbeit mit Google werden auch die gemeinfreien Werke der Österreichischen Nationalbibliothek in einem deutschen Digitalisierungszentrum nach und nach gescannt, soweit es ihr physischer Zustand zulässt. Die 200.000 Bücher im Prunksaal dienen auch sonst nicht nur dekorativen Zwecken, sondern werden auch genutzt. Einen räumlichen Eindruck des Saales bietet die virtuelle Ansicht. Außerdem gibt es regelmäßig Sonderausstellungen. Zur Zeit ist es Der ewige Kaiser, denn am 21. November jährt sich der 100. Todestag des einstigen Monarchen.

Gleich im Anschluss besuchten wir die Wienbibliothek im Rathaus. Sie zählt zu den drei größten wissenschaftlichen Bibliotheken Wiens und sammelt Literatur und Materialien zu der Stadt Wien. Erstmals erwähnt wurde die Bibliothek 1466, denn zu diesem Zeitpunkt musste laut Rechnung ein Schloss „in der librej“ repariert werden. Neben 600.000 Bänden werden auch Handschriften, Plakate, Musikhandschriften, Telegramme und Nachlässe gesammelt. Der Nachlass des Opernkenners und Dramaturgen Marcel Prawy befand sich in unzähligen Plastiktüten (auf österreichisch: Plastiksackerl), siehe dazu auch den netten Beitrag bei Zeit online. Diese Aufbewahrungsmethode sei jedoch nicht zur Nachahmung empfohlen, wie uns Frau Bargmann in ihrem Vortrag erklärte. Für ihre Gäste aus dem Bundesland Brandenburg hatte sie in der Präsentation der vielen Dokumentarten auch Beispiele aus unserer Gegend heraus gesucht. Jeden Monat stellt die Bibliothek Objekte aus ihrer Sammlung zu einem Thema vor. Im August 2016 drehte es sich um Ellen Müller-Preis, die bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles ganz überraschend eine Goldmedaille im Fechten gewann. Bei den digitalen Sammlungen sind besonders die Wiener Adressbücher bei Familienforschern beliebt. Der Lesesaal im historischen Gebäude war sehenswert. Danach schauten wir uns die aktuelle Ausstellung „Tafelkratzer, Tintenpatzer. Schulgeschichten aus Wien“ an. Während die Schulmöbel inspiriert vom „Fliegenden Klassenzimmer“ an der Decke hängen, zeigen die Vitrinen Bücher, Schreibhefte, Spielzeug und allerlei Utensilien zum Schreiben und Lesen lernen.

Am nächsten Morgen fuhren wir zur Universitätsbibliothek Wien. Sie wurde bereits 1365 gegründet und gilt damit als älteste Universitätsbibliothek im deutschsprachigen Raum (mehr zur Geschichte auf der Internetseite der Bibliothek). Auch hier gibt es einen altehrwürdigen Lesesaal, den wir natürlich bestaunten. Die Bibliothek wird auch gern von Filmteams gebucht, besonders für Krimis. Vom Lesesaal führt eine Tür direkt in das mehrstöckige Magazin (österr.: Depot). Hier wird es demnächst eine größere Umbauaktion geben, denn der Brandschutz kann sonst in den niedrigen Räumen, deren Etagen nicht abgeschlossen sind, nicht gewährleistet werden. Das bedeutet natürlich, dass viele Bücher in ein Außendepot umziehen (österr.: übersiedeln) müssen. Neben den sieben Millionen gedruckten Büchern bietet die Bibliothek eine umfangreiche Auswahl von E-Books, E-Journals und Datenbanken (Zahlen: Wir über uns) und hat zahlreiche Angebote zur Unterstützung von Forschung und Lehre. In Österreich werden viele Entscheidungen für wissenschaftliche Bibliotheken zentral vom Österreichischen Bibliotheksverbund (ob vsg) getroffen. Im Moment ist der Umstieg auf das System Alma von Ex Libris im Gange. Das bedeutet viel Aufwand in den einzelnen Einrichtungen.

Die Büchereien Wien decken als öffentliche Bibliothek die literarischen Bedürfnisse der Bevölkerung ab. Die moderne Hauptstelle am Gürtel wurde 2003 eröffnet und liegt nahe des 15. Wiener Gemeindebezirks mit einem hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund. So engagiert sich die Bibliothek sehr für Interkulturalität, bietet eine große Auswahl fremdsprachiger Medien, spezielle Angebote für Deutschlernende und kooperiert mit Veranstaltungsangeboten wie ”Mama lernt deutsch”. Bekannt sind die Büchereien Wien auch für ihre unterhaltsame Facebookseite.

Am späten Nachmittag besuchten wir noch die Bibliothek der Akademie der bildenden Künste in Wien, welche sich im Mezzanin befindet (Zwischengeschoss zwischen Parterre und dem ersten Stock). 1773 fand die Bibliothek der ältesten Kunsthochschule Mitteleuropas ihre erste Erwähnung in einem Satzungsentwurf. Nach Plänen von Theophil Hansen wurde das heutige Akademiegebäude 1877 fertiggestellt und auch von der Bibliothek bezogen. Im langgestreckten Lesesaal ist das Gestaltungskonzept des Architekten bis heute erhalten. Zu der Zeit waren bemalte Decken, die Holzintarsien imitierten, in Mode. Trotz des Charmes vergangener Zeiten kämpft die Bibliothek mit ganz praktischen Platz- und klimatischen Problemen. So manche Ledereinbände leiden unter Austrocknung. Demnächst ist eine Restaurierung der schönen Bibliotheksräume geplant. Bibliotheksbestandserhaltende und raumklimatische Aspekte stehen dabei allerdings weniger auf dem Programm. Zum Abschluss erhielten wir von der Bibliotheksleiterin noch den reich illustrierten Band „Theophil Hansen und die Bibliothek der Akademie der bildenden Künste Wien“. Neben Fotos und architektonischen Entwürfen findet sich hier auch eine Bibliotheksordnung von 1850 (S. 27), die unter anderem vorschreibt „Das Pausen wird nur gegen besondere von dem Bibliotheks-Vorstande in jedem einzelnen Falle einzuholende Erlaubnis gestattet, wobei jedoch der Gebrauch von Wachs und getränkten Papieren ausgeschlossen ist.“ Ja, es gab mal Zeiten, wo man Abbildungen nicht einscannen oder kopieren konnte. Einen Beitrag von Beatrix Bastl zu den aktuellen Angeboten der Akademiebibliothek findet man auf dem Publikationsserver e-LiS.

Den Samstagvormittag widmeten wir dem Gelände und der Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien. Seit 2013 befindet sich die Universität auf dem modernen Campus, der von mehreren Architekturbüros gestaltet wurde. Auffällig ist das orange Gebäude D3 mit den Holzlamellen aus Weißtanne. Wir besuchten auch das rostfarbene Teachingcenter TC/D1 mit der Mensa und das schwarz-weiße Gebäude D2, welches auch Räume enthält, die komplett schwarz sind. Besonders neugierig waren wir natürlich auf die Bibliothek = Library and Learning Center (LC). Schon von außen beeindruckend, zeigt sich im Foyer ein futuristischer Bau, welcher an ein Ufo erinnert. Die schicke, neue Bibliothek hat bequeme Sitzecken und einen Lesesaal mit toller Aussicht auf den Prater. Die WU-Bibliothek ist die größte wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek im deutschsprachigen Raum und bietet neben 634.000 gedruckten Büchern auch viele elektronische Ressourcen (mehr zum Bestand). Die Online-Tutorials des Projektes Fit4Research helfen Bibliotheksbenutzern, sich im Informationsdschungel zu orientieren. Die Anleitungen stehen in deutscher und englischer Sprache unter der CC-Lizenz By 4.0 zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

Wir bedanken uns natürlich ganz herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die uns bei interessanten und unterhaltsamen Führungen, Vorträgen und Gesprächen ihre Bibliotheken und Angebote vorstellten.

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Nachtrag: Inzwischen gibt es hier bei Lesewolke auch einen Film über diese Reise.

Written by lesewolke

7. September 2016 at 08:00

Gelesen in Biblioblogs (28.KW’16)

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Das Pokémon-Fieber macht auch vor Bibliotheken nicht halt. #Bibliotheken online erklärte daher, „wie man Pikachu für Bibliotheksmarketing nutzt„. Christoph Deeg schrieb in seinem Blog ebenfalls ausführlich über die Taschenmonster und gab viele praktische Tipps für Bibliotheken.

Die Ausgabe 1/2016 der Zeitschrift „Informationspraxis“ ist online und enthält Beiträge zum Lernort, Open Educational Ressources, Videospielturnieren, Roving Librarian u.v.m. Wer mal schnell auf dem Smartphone in die Zeitschrift  „BuB“ schauen möchte, kann dies jetzt mit der neuen App tun, siehe auch NRW-Blog. Für Mitglieder des Berufsverbandes BIB e.V. ist die Nutzung kostenfrei (Anleitung).

Interkulturelle Bibliotheksprojekte findet man bei Twitter unter dem Hashtag #bib4all (via VÖBBlog). Auf eine Literaturliste mit Empfehlungen zu den Themen Migration, Asyl, Flüchtlinge, Kinder, Jugendliche, Erwachsene verlinkte Basedow1764 Weblog.

Das Motto des 106. Deutschen Bibliothekartages 2017 in Frankfurt am Main lautet „Medien – Menschen – Märkte“. Das Call for Papers ist online und enthält Infos zu den Themenkreisen und Terminen (via Netbib).

Umfangreiche Unterlagen, um RDA im Selbststudium zu erlernen, findet man im RDA-Wiki. Neben PDFs gibt es auch Powerpoints mit Text & Ton (via NRW-Blog).

Thomson Reuters verkaufte die Datenbank „Web of Science“ an die Investmentunternehmen Onex und Baring Asia. Ob bzw. welchen Einfluss das auf die Weiterentwicklung der Datenbank hat, bleibt abzuwarten, meinte Medinfo.

Die Entscheidung, welches Buch man als nächstes liest, kann auch von der Zeit abhängen, die man übrig hat. Eine Infografik bei Bibliothekarisch.de zeigt bekannte Bücher und wie viele Lesestunden man einplanen sollte.

Written by lesewolke

18. Juli 2016 at 09:14

Gelesen in Biblioblogs (20.KW’16)

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Der Deutsche Bibliotheksverband veröffentlichte eine Stellungnahme zur möglichen Schließung der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (via Archivalia & NRW-Blog). Bei Bibliothekarisch.de findet man den Aufruf zur Demonstration am 24.05.2016, ab 9 Uhr des Demobündnisses zur Rettung der ZB Med.

Das Multidisciplinary Digital Publishing Institute (MDPI) in Basel hat eine Plattform eingerichtet, wo man Preprints unabhängig vom Fachgebiet hochladen kann (via Archivalia).

„Aktiver Dialogtyp“ oder „Verschlossener heimatverbundener Typ“? Fortbildung in Bibliotheken stellte verschiedene Typen hinsichtlich ihrer Erwartungshaltung zu Information & Kommunikation vor. Die Ergebnisse stammen aus einer Studie der Universität Hohenheim (siehe auch Mitteilung bei idw-online), die Bürger hinsichtlich ihrer Erwartungen bei Energiethemen befragte und könnten auch für Bibliotheken interessant sein.

Die vorläufigen Daten der Deutschen Bibliotheksstatistik 2015 sind nun online verfügbar (via NRW-Blog). Der Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. veröffentlichte die Nominierungsbroschüre 2016 zum kostenlosen Download (via NRW-Blog).

Ich muss zugeben, bisher noch gar nicht vom Social Science Research Network gehört zu haben. Nach Mendeley wurde es nun ebenfalls von Elsevier aufgekauft (via Infobib). Die Frage bleibt, ob das eine gute Entwicklung ist. Scinoptica schrieb „Interessant scheint auch, dass mit SSRN ein ehedem nicht-kommerzielles Open-Access-Angebot zu einem kommerziellen Verlag zieht, so ähnlich wie bei der Zeitschriftengruppe Living Reviews, die vor knapp einem Jahr von der Max Planck Digital Library zu Springer überging.“.

Die OPL-Checkliste Nr. 20In Weblogs schreiben“ wurde von Jürgen Plieninger überarbeitet (via Netbib).

Laut einem Artikel bei Focus, …  (via NRW-Blog). Wer sich in den USA speziell über Bibliotheksangebote für Einwanderer informatieren will, kann sich bei Librarian in Reference bis zum 10. Juni 2016 um ein Stipendium dafür bewerben.

„Kaufst du noch, oder leihst du schon?“ einen stimmungsvollen Imagefilm für ihre Gemeindebibliothek erstellten die Schüler der Gesamtschule Brüggen, siehe NRW-Blog.