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Unterwegs entdeckt 2015 – Bibliotheken in der Schweiz

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Klosterbibliothek Einsiedeln

Klosterbibliothek Einsiedeln

In dem kleinen Wallfahrtsort Einsiedeln befindet sich ein großes Benediktinerkloster. Innerhalb einer Führung hat man die Möglichkeit, den Großen Saal der Klosterbibliothek zu betreten. Im Rokokostil gebaut, war der Aufenthalt in so einer altehrwürdigen, schönen Bibliothek ein feierlicher Moment. Bereits seit über 1000 Jahren wurden hier zuerst Manuskripte und später Bücher gesammelt. Trotz der Erhaltung vieler Traditionen im Mönchskloster gibt es eine Internetseite, wo auch Digitalisate einige Handschriften verlinkt sind.

Aktuell wird in der Bibliothek eine Sonderausstellung über die Reisetätigkeit der Benediktiner gezeigt (Flyer). Ja, auch Mönche gingen ihrerzeit auf Reisen und erwarben im Auftrag ihres Abts das ein oder andere Buch. Ihr Lieblingsziel war Italien. In Rom hofften sie auf Vergebung ihrer Sünden oder studierten an italienschen Universitäten. Das „Itinerarium Einsidlense“, eine Handschrift aus dem 9. Jahrhundert, gilt als der erste Reiseführer Roms. Neben ihrer Begeisterung für religiöse und kulturelle Stätten, blieb ihnen auch das Leben der Einheimischen nicht fremd und ein  St.Galler Benediktiner brachte den Spruch mit „Magna bruocoli, vedi Napoli e poi muori, ben’mio! – Broccoli essen, Neapel sehen, und dann sterben, mein Lieber!

Bibliothek im Kornhaus, "Tauschstelle" für Besucher

Bibliothek im Kornhaus, „Tauschstelle“ für Besucher

Eigentlich stand nur die Stiftsbibliothek in Einsiedeln in meinem Reiseprogramm. Während einer Stadtführung entdeckte ich noch die Kornhausbibliothek Bern und nutzte anschließend die freie Zeit, um mal einen kurzen Blick hinein zu werfen. Wie bereits aus dem Namen erkennbar, wurde das Gebäude ursprünglich als Kornspeicher 1711 – 1715 erbaut und dient jetzt als Kulturzentrum. Im Treppenhaus sah ich dieses kleine Häuschen, welches die Besucher zum Tausch ihrer eigenen Bücher nutzen können „Nimm eins – bring eins“. Die Kornhausbibliothek ist die Hauptstelle der Öffentlichen Bibliotheken von Bern (Internetseite der Bibliothek).

Zufällig entdeckte ich außer der tollen Sicht über Bern noch die Bibliothek im Rosengarten, eine Zweigstelle der Kornhausbibliotheken. Allerdings war dieser Lesepavillion gerade geschlossen, trotz strahlendem Sonnenschein.

Am Hauptplatz steht das älteste Haus von Zermatt (1730 als Kaplanei erbaut). Darin findet man die Gemeindebibliothek dieses touristisch geprägten Ortes (ein netter Bericht über diese Bibliothek). Die kleinen Räume in dem Holzhaus sind hübsch gestaltet. Eine Besonderheit im Bestand ist die Sammlung zum Alpinismus. In dem legendären Bergsteigerort mit Blick auf das Matterhorn, passt es natürlich perfekt.

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Written by lesewolke

10. Juni 2015 at 07:00

Gelesen in Biblioblogs (50.KW’12)

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Medinfo machte auf den Artikel „The library and the campus visit“ in College & Research Libraries News aufmerksam. Lindsay Miller gibt darin Empfehlungen, wie sich Bibliotheken stärker an Tagen einbringen können, an denen Schüler den Campus besuchen, um sich über die Studienmöglichkeiten zu informieren. Die Campustour sollte genutzt werden, um die Rolle der Bibliothek im Studium vorzustellen. Dazu ist eine gute Vorbereitung nötig: sich in die Organisation der Campustour einbringen, aktuelle Informationen für alle Beteiligten (auch für das Auskunftspersonal), Geschichten, Insidertipps und ein ordentlicher Gesamteindruck.

Tame the Web stellte letzte Woche die provokative These auf, dass Bibliotheken keinen Social-Media-Plan brauchen. Wichtiger wäre es, ständig Neues zu lernen und den eigenen Auftritt dementsprechend zu ändern und anzupassen. Natürlich könnte man auch permanent an dem Plan herumändern, aber das kostet eben auch Zeit. Allgemeine Richtlinien werden jedoch als nützlich angesehen.

Über den ViFa-Workshop im November 2012 in Hannover hat Michael Hohlfeld im Webis-Blog einen ersten ausführlichen Bericht verfasst. Hier wird deutlich, dass wohl noch niemand eine tolle Lösung hat, wie es gelingen könnte, die Portale in den potentiellen Fachkreisen zu etablieren.

Bibliothekarisch.de beschäftigte sich mit der Zeitungskrise und verwies u.a. auf den Artikel “Die Lebenslügen der Digitalen Avantgarde und der Verlage” von Stephan Dörner.

Wer sich für Klosterbibliotheken und deren Digitalisate interessiert, sollte unbedingt den Blogbeitrag von K. Graf bei Hypotheses.org lesen.

Ein echtes Weihnachtsgeschenk machte uns Rainer Pörzgen mit der wundervollen bibliothekarischen WeihnachtsgeschichteDie Weihnachtsfee„. Ein dickes Dankeschön dafür!

Bevor es nun richtig besinnlich wird, heißt es Tanzen üben für Silvester. Diesmal im Gangnam Library Style. Die passenden Videos findet man im VÖBBlog. 😉 An dieser Stelle eines davon:

Damit endet für dieses Jahr die Reihe „Gelesen in Biblioblogs“. Den nächsten Wochenrückblick gibt es dann für die 1. Kalenderwoche 2013. Lesewolke wünscht fröhliche Weihnachen und einen guten Rutsch ins neue Jahr!