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Tag der Bibliotheken in Berlin & Brandenburg 2017

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Der 6. Tag der Bibliotheken in Berlin & Brandenburg fand am 11. März 2017 in Cottbus statt. Das Motto der Fachtagung lautete „Offenheit und Integration : Menschen und Bibliotheken in Bewegung“. Zu Beginn machten die Brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Frau Münch, der Vizepräsident der BTU Cottbus-Senftenberg, Prof. Dr.-Ing. Koziol, und Berndt Weise als Vertreter der Stadt Cottbus in ihren Grußworten auf die Bedeutung der Bibliotheken aufmerksam.

Eröffnungsvortrag von Thomas Feibel

Thomas Feibel

Sehr unterhaltsam war der Eröffnungsvortrag des Buchautors Thomas Feibel. Der Autor, Journalist, Medienexperte und Preisträger der Karl-Preusker-Medaille 2014 outete sich als „schlechtester Auszubildender aller Zeiten“ in der Bibliothek und hatte einige lustige Anekdoten aus dieser Zeit auf Lager. Und auch wenn er wohl nicht das gelernt hat, was man sich wünschte, nahm er viel aus dieser Phase für sein weiteres Leben mit. Passend zum Thema „Offenheit und Integration“ verwies Thomas Feibel darauf, dass Bibliotheken sich kümmern und auch ein Anlaufpunkt für Menschen sind, die aus anderen Ländern hierher kommen und auf der Suche nach Informationen und der Überwindung von Sprachbarrieren sind.

Minute madness

Minute madness

Um die Auswahl der zu besuchenden Vorträge zu erleichtern, fand eine Minute Madness statt. Alle Referentinnen und Referenten hatten je 90 Sekunden Zeit, um für ihren Vortrag zu werben. Manche hatten sich für diese eineinhalb Minuten viel einfallen lassen.

Dr. Frank Seeliger von der TH Wildau gab den Startschuss für den Innovationspreis für Bibliotheken der Länder Berlin und Brandenburg. Bis zum 30. Juni 2017 können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Brandenburger & Berliner Bibliotheken mit ihrer Projektidee um den mit 10.000 Euro dotierten Preis bewerben. Alle Informationen dazu befinden sich auf der Internetseite der Berlin-Brandenburgischen Stiftung für Bibliotheksforschung e.V.

Vortrag von Silvia Gliem

Vortrag von Silvia Gliem

Im 1. Vortragsblock hatte man die Wahl zwischen drei Vorträgen. So lauschte ich überwiegend Frau Gliem von der BTU Cottbus-Senftenberg. Sie möchte die Kundenkontaktmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, kurz KuKoMAs, in Bibliotheken erforschen. Wie sieht das Spannungsfeld zwischen Kunden- und Unternehmensinteressen aus, und wie kommen diese wichtigen Schlüsselfiguren damit klar. Ergebnisse konnten wir hier noch nicht erfahren, aber Frau Gliem stellte dem Publikum schon mal ein paar Fragen zu ihren emotionalen Empfindungen der letzten Arbeitswoche. Bibliotheken, die gern mal ein Stimmungsbild ihres Teams, welches den Kontakt zu den Bibliotheksnutzerinnen und -nutzern pflegt, erkunden möchten, sind herzlich eingeladen, sich bei Frau Gliem zu melden. Die Umfrage erfolgt über einen Fragebogen.

Buffet

Buffet

In der Mittagspause war natürlich das kostenfreie Buffet der Anlaufpunkt Nummer 1. Das Studentenwerk hatte sich viel Mühe gegeben, um die Gäste zu verwöhnen.

Nach der Pause fiel die Wahl schwer. Aber der kleine Fisch mit der Haifischflosse war einfach zu verlockend. Prof. Dr. Hobohm von der Fachhochschule Potsdam hatte uns schon beim Empfang mit der Frage nach einem Overheadprojektor, manchen noch unter dem Begriff Polylux bekannt, überrascht. Doch die Hörsäle verfügten auch über diese analoge Technik. Inhaltlich drehte es sich um die deutsche Übersetzung des Buches „Expect More : Demanding Better Libraries for Today‘s Complex World“ von Richard David Lankes (Präsentation). Hier geht es darum, den Fokus zunehmend mehr auf die Menschen und nicht auf den Bestand zu legen, denn „unsere Communities sind unser Bestand“. In einem Video kam dann der amerikanische Autor selbst zu Wort.

Vortrag Marcus Heinrich

Vortrag Marcus Heinrich

Der nächste Vortrag in diesem Block befasste sich mit dem Forschungsdatenmanagement. Marcus Heinrich von der Hochschulbibliothek der TH Brandenburg hatte dazu eine Umfrage an seiner Hochschule durchgeführt und stellte die Ergebnisse vor. Eine einheitliche Archivierung oder gar Veröffentlichung war demnach noch kein Thema. An die Bibliothek dachten die Forscher in diesem Zusammenhang eher nicht. Herr Heinrich sieht es dennoch als Zukunftsthema. So könnten sich Bibliothekare schon in der Antragsphase hinsichtlich der Beratung zu Metadaten und Tools einbringen und sich nach Projektende bei um die Archivierung der Publikationen und Forschungsdaten kümmern.

Im letzten Vortrag des 2. Blockes stellte Frau Quitzsch die Funktionen und Recherchemöglichkeiten des KOBV-Portals vor (Präsentation). In einer praktischen Vorführung gab es Tipps für eine gute Suche und auch Hinweise auf die Schwächen es Programms, wie die Sortierung.

In der Kaffeepause wurde dann munter weiter diskutiert. Und der Kuchen war natürlich auch sehr lecker.

World Café

World Café

Beim letzten Teil des Programms musste man sich dann zwischen einem Vortragsblock zur Arbeit mit Geflüchteten (sowohl Nutzerinnen und Nutzern als auch Berufskolleginnen und -kollegen), zwei Worldcafés und zwei Bibliotheksführungen entscheiden. Das Worldcafé des Arbeitskreises der One Person Librarians (OPLs) hatte für die Vielzahl dieser in Berlin und Brandenburg vorhanden Bibliotheken Karten angefertigt, die nun munter sortiert werden konnten.

Auch die Bibliotheksführungen lockten. Das IKMZ-Gebäude sorgte für tolle Fotomotive. Es ist das Wahrzeichen des Campus der Brandenburgischen Technischen Universität. Das restaurierte Gebäude der ehemaligen Tuchfabrik, in der sich heute die Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus befindet, war ebenfalls schön anzuschauen. Die Kolleginnen hatten viel zu erzählen von früheren Zeiten bis zur heutigen Entwicklung als Lernzentrum, zum auch die Volkshochschule zählt. Besondere Begeisterung riefen die gemütlichen roten Liegen im Lesebereich, der Dschungel für die Kinderliteratur und der Schulungsraum mit den einklappbaren PC hervor.

Einen Eindruck von der Veranstaltung vermittelt das Storify der Tweets. In der Lausitzer Rundschau erschien eine Fotostrecke.

Update zu weiteren Veröffentlichungen:

Fotos von den Bibliotheksführungen

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16. März 2017 at 08:50

Gelesen in Biblioblogs (36.KW’16)

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Stadtbücherei Hilden

Den Titel „Bibliothek des Jahres 2016“ erhält die Stadtbücherei Hilden (via NRW-Blog). In der Pressemitteilung des dbv werden unter anderem ein „neu entwickeltes und aktualisiertes Marketingkonzept mit Bestandsprofil und Veranstaltungskonzept bei klarer Zielgruppenorientierung“ gelobt.

WILA Arbeitsmarkt führte ein Interview mit der Direktorin der Universitätsbibliothek der FAU Erlangen-Nürnberg zum Studium und den heutigen, vielfältigen Aufgaben in Bibliotheken (via vdb-Blog). Eines macht jedoch Kontanze Sölder im Gespräch deutlich: „Wenn jemand nur des gedruckten Buches wegen in einer Bibliothek arbeiten möchte, hat er schon heute ein Problem.

Im Frühjahr 2016 fand in 37 kommunalen öffentlichen Bibliotheken des Regierungsbezirkes Freiburg eine Benutzerumfrage statt (via NRW-Blog). Die Ergebnisse sind online verfügbar.

Globolibro sah sich einen Beitrag von Business Insider UK an, in dem es um die Zukunft der Bibliothek geht – genauer einem Blick ins Jahr 2056. Demnach werden Vernetzung, Beratung und Begleitung weiterhin Aufgaben von Bibliotheken sein.

Das Massachusetts Institute of Technology entwickelte eine Methode mit der man dünne Bücher lesen kann, ohne sie aufzuschlagen. Wie das funktioniert, erklärt ein Beitrag von Science ORF.at (via VÖBBlog).

Viele Werke, die geschützt sind, werden zwar nicht mehr verlegt, können aber wegen den ungeklärten Rechten auch nicht digitalisiert werden. Das erschwert/verhindert die Nutzung. Martin Kretschmar ging in einem Interview mit iRights.info ausführlich auf die Probleme ein (betrifft lt. Beitrag nach 50 Jahren 90% der herausgegebenen Werke) und wünscht sich „eine Regel […], wie man sie aus dem internationalen Markenschutzrecht kennt. Wird eine geschützte Marke eine bestimmte Zeit lang nicht genutzt, kann der Rechteinhaber sie verlieren.″.

Der Börsenverein stellt seine Shop-Plattform Buchhandel.de ein.“ schrieb Buchreport (via Infobib). Die Umsätze des Portals buchhandel.de, welches bereits 1997 initiert wurde, entsprachen nicht den Erwartungen.

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: eine ungleiche Besteuerung gedruckter Bücher, Zeitschriften etc. zu E-Books und E-Journals widerspricht nicht dem Gleichbehandlungsgesetz, siehe Pressemitteilung (via VÖBBlog).

Mit Artikelgebühren in Deutschland befasste sich „A study of institutional spending on open access publication fees in Germany“ von Najko Jahn und Marco Tullney, siehe Telepolis, via wisspub.net.

Folgende interessante Broschüren sind erschienen:

Laut NRW-Blog ist die Gesamtauswertung der Deutschen Bibliotheksstatistik 2015 nun online verfügbar.

Die Landesgruppe Brandenburg des BIB e.V. war Anfang September in sechs großen Wiener Bibliotheken zu Gast. Mein Bericht dazu erschien in der letzten Woche. 🙂

Foto: Fachstellen für Öffentliche Bibliotheken NRW bei Flickr, CC-Lizenz: BY-SA 2.0

 

 

Gelesen in Biblioblogs (5.KW’16)

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Illustration TwitterAm 2. Februar 2016 fand der #EDchatDE Nummer 113 statt. Bei diesem Twitterchat, der jede Woche Dienstag von 20-21 Uhr durchgeführt wird, treffen sich Twitterer, die sich für Bildungsthemen interessieren. Das Thema in dieser Woche lautete “Die Bibliothek und das Lernen der Zukunft”. Das rief auch einige Twitterer aus dem Bibliothekswesen auf den Plan. Ich war ebenfalls neugierig auf diesen Twitterchat. Die neun Fragen wurden bereits im Vorfeld im Blog von #EDchatDe veröffentlicht. Es war gar nicht so einfach, schnell mitzulesen und noch etwas beizutragen (hier kurz ein paar Tweets als Storify).

ZBW-Talk sah sich Snapchat an. Hier handelt es sich um ein Tool, welches vor allem zum Teilen von Fotos und Videos (Filmlänge max. 10 Sekunden) genutzt wird. Nach 24 Stunden werden die geteilten Inhalte gelöscht. Beliebt ist das Netzwerk besonders bei Jugendlichen. Birgit Fingerle hat ihrem Beitrag auch einige Ideen für den Einsatz für Bibliotheken parat: „Tutorials, ein Blick hinter die Kulissen, den Einsatz von Bibliotheksservices live demonstrieren, Reisen oder die oben genannten Berichte von Veranstaltungen.“ Eine Infografik zur Nutzung von Snapchat teilte Bibliothekarisch.de.

Das Institut für Demoskopie Allensbach veröffentlichte nun die Ergebnisse einer Befragung zur Zukunft der Bibliotheken in Deutschland (via NRW-Blog). Die zahlreichen Grafiken werden die Erwartungen und Erfahrungen der Nutzer und Nichtnutzer an öffentlichen Bibliotheken dargestellt.

Globolibro berichtete über die Cedar Rapids Public Libray im Bundesstaat Iowa (USA). Für eine bessere Zukunftplanung führte die Bibliothek eine Interviewrunde mit 40 Bürgern vor Ort durch.

In einer Stellungnahme zum Entwurf des Bibliotheksgesetzes in Schleswig-Holstein sieht der Börsenverein des Deutschen Buchhandelt die Mitwirkung wissenschaftlicher Bibliotheken bezüglich Open Access „so, dass die Bibliotheken ausschließlich vorhandene OA-Angebote von Institutionen und Verlagen erschließen, nicht jedoch selbst OA-Initiativen ergreifen.“ (via Netbib). Im Gegensatz dazu wünscht sich Dr. Tobias Wulf in seinem Blogbeitrag „Open Access – eine optimistischere Perspektive“ von den Universitäten und Forschungsorganisationen „nutzerInnenfreundliche (!) Repositorien und goldene Open Access-Plattformen“ sowie „unermüdliche Beratung und Überzeugungsarbeit“ (via Archivalia).

Bei Deutschlandradio Kultur erläuterte Kolja Mensing, warum die Buchpreisbindung für E-Books eher ungünstig ist (via Archivalia). Denn bei zu hohen Preisen werden die Leser immer mehr dazu übergehen, Flatratangebote zu nutzen.

Architektonisch sehenswert, aber leider nicht ganz dicht ist die Philologische Bibliothek der Freien Universität Berlin. Über einen Dachschaden, der aktuell nur mit vielen kleine Eimern aufzufangen ist, berichtete die Berliner Morgenpost (via VÖBBlog).

Grafik: OpenClipartVectors bei Pixabay (Lizenz: cc0)

Gelesen in Biblioblogs (8.KW’15)

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KundInnenorientierung – eine Verbesserung für die Bibliotheksbesucher oder mehr Aufmerksamkeit für die Bibliothek? Ultrà Biblioteka zeigte am Formulierungsbeispiel der Projektziele eines Bibliothekartagsabstracts, wo die Unterschiede liegen. An dem Beitrag von Rafael Ball in der Festschrift zum 65. Geburtstag von Dr. Rolf Griebel, in dem der Autor erklärte, warum sich die  Leser zu Kunden entwickelt haben, hat Ultrà Biblioteka ebenfalls einiges auszusetzen.

Das Projekt „Lokale Medienkompetenz-Netzwerke für Familien“ hat nun in einer Broschüre die Ergebnisse veröffentlicht. Am Beispiel von lokalen Netzwerken verschiedener Institutionen wurde eine Checkliste erarbeitet und praktische Anwendungen vorgestellt (via NRW-Blog).

Prof. Dr. Roland Jost erläuterte in der Reihe „Beiträge zur Leseförderung in der Jugendarbeit“, warum Comics sich für die Leseförderung eignen (via NRW-Blog).

Auf die nun online verfügbaren Materialien und Videomitschnitte zur Fachtagung „Digitale Medien: Chancen für das Lesen“ verwies NRW-Blog.

Mit der E-Book-Leihe in Europa befasste sich eine Studie des Beratungshauses Civic Agenda in Zusammenarbeit mit den Bibliotheksverbänden von Belgien und den Niederlanden (via NRW-Blog).

ZBW-Talk stellte in der letzten Woche das EU-Projekt EEXCESS vor. Diese Empfehlungssoftware will in ersten Testanwendungen automatisch passende Fachliteratur anbieten, während man in Google Docs oder WordPress Texte verfasst.

Klaus Graf beschwerte sich in Archivalia über Katalogisierungsregeln, die nicht genau erkennen lassen, was denn nun auf dem Titelblatt steht und nach denen meist nur ein Herausgeber angegeben wird. Letzteres kann übrigens zu Irritationen bei der Suche führen, wenn die Reihenfolge der Herausgeber bei den unterschiedlichen Auflagen nicht identisch ist.

Netbib bietet eine Sammelbestellung für einen USB-Stick an, der wie ein Katalogkasten gestaltet ist. Witzige Idee! 😉

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23. Februar 2015 at 08:00

Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern #bib7

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Eine Session betitelten wir mit embedded librarian. Genau genommen ging es nicht direkt um die Bibliothekarin oder den Bibliothekar, die/der im Forscherteam integriert ist, die benötigte Literatur besorgt, bei urheberrechtlichen Fragen und dem Publizieren hilft.

Das Problem, welches wir diskutierten, drehte sich darum, wie man mit den Forschern ins Gespräch kommt, erfährt was sie benötigen und zielgerichtet auf Angebote der Bibliothek aufmerksam machen kann.

Im Erfahrungsaustausch kam das Beispiel, sich für die Kontaktaufnahme im Vorfeld die aktuellen Projekte des Lehrstuhls anschauen, einen Termin ausmachen, Kekse mitnehmen und die Wissenschaftler an ihrem Arbeitsplatz besuchen. Auch ein Hausservice wird schon angeboten und gern angenommen.

Das Angebot einer kollegialen Runde hatte dagegen nicht funktioniert. Treffen sollten problembezogen sein, damit Forschende das Gefühl haben, der Zeitaufwand lohnt. Ob nach diesen Erfahrungen ein Mittagessenpartnertausch Wissenschaftler – Bibliothekar funktionieren würde (Original: z.B. Chef – Azubi), erscheint fraglich.

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30. September 2014 at 19:45

Veröffentlicht in BibCamp 2014

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Gelesen in Biblioblogs (31.KW’14)

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Das Heft 2/2014 der „Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare“ ist online erschienen (via VÖBBlog). In einem Beitrag wird z.B. eine Postkartenaktion der UB Wien vorgestellt, die versucht, die Bibliotheksnutzer für die alltäglichen Probleme wie Lärm, Taschenverbot usw. auf nette Art aufmerksam zu machen. Dr. Otto Oberhauser hat sich mit der Geschichte und Entwicklung von deutschsprachigen Open-Accesszeitschriften für das Bibliothekswesen auseinandergesetzt. Der Artikel ist übrigens ein guter Einstieg in die aktuelle Inetbib-Debatte um  das Open-Access-Publizieren in den Bibliotheks- und Informationswissenschaften. Ben Kaden fasste diese Diskussion im Libreas Blog zusammen. Ausgelöst wurde der Meinungsaustausch durch die Ablehnung des Projektantrages für die Open-Access-Zeitschrift/Publikations-, Informations- und Kommunikationsplattform EIS – European Information Science.

Jugendbibliothek21 veröffentlichte die Ergebnisse einer Umfrage zum Fortbildungsbedarf in der Kinder- und Jugendbibliotheksarbeit. Für Meinungen und weitere Anmerkungen wurde ein öffentliches Etherpad angelegt.

Die Landesfachstelle für Öffentliche Bibliotheken Bayern aktualisierte im Juni 2014 ihre Empfehlungsliste für Konsolenspiele (via NRW-Blog).

Manchmal müssen Anfragen von Nutzern  mit Nein beantwortet werden. Ein Liste für solche Fälle hat die Swiss Army Libary angelegt. Das ist eine „Gute Idee, zur Nutzerforschung …“ meinte Melanie von netzphilosophieren (via Infobib).

Die Bibliothek der Zukunft stellte Tom Gauld in einem Cartoon vor, siehe Bibliothekarisch.de.

In einem ausführlichen Podcast berichtete Sebastian Wilke (Blog LIS Traveler) über seine ersten sechs Monate in Doha und der Arbeit in der Nationalbibliothek von Qatar (Engl.).

Neue Ansätze der Nutzungsforschung beim #bibtag14

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Aus dem Vortrag "Kommunikation im Netz" vom Jens Wonke-Stehle, Isabella Meinecke

Aus dem Vortrag „Kommunikation im Netz“ vom Jens Wonke-Stehle, Isabella Meinecke

„Kommunikation im Netz“, so dass erste Vortragsthema, ist nicht in erster Linie ein Frage von Techniken und Strategien sondern von der Begeisterung der Menschen, die dahinter stehen. Ihre eigene  Begeisterung für Twitter als Lernort und Kontaktbörse brachten Jens Wonke-Stehle und Isabella Meinecke sehr gut rüber. Der Erfolg oder Misserfolg der Social-Media-Aktivitäten hängt damit vor allem an den MitarbeiterInnen, die dahinter stehen und das Bild der Einrichtung im Netz gestalten. Als besonders positives Beispiel wurde die Vorstellung der Arbeitsaufgaben von Markus Trapp aus der Stabi Hamburg im nichtbibliothekarischen Blog „Was machen die da?“ erwähnt.  Jeder kommuniziert wohl lieber mit einem Menschen, als der abstrakten Vorstellung von einer Einrichtung. Noch ein paar Zahlen aus dem Vortrag über die Nutzung der Bibliotheken von Web 2.0-Varianten: 85% Blog, 48% Facebook, 39% Twitter.

Viele Zahlen hatte Timo Glaser bei seiner Analyse der Twitteraktivitäten von Bibliotheken auf Lager (Update: 10.06.14: Link zur Präsentation). Immerhin 71 Prozent der untersuchten Tweets waren manuell erstellt. Man kann auch automatische Tweets posten, aber bitte nicht um Mitternacht, denn um diese Zeit werden sie nicht gelesen, wie die nicht vorhandenen Reaktionen zeigten. Beim Twittern geht es nicht nur darum, selbst Inhalte zu produzieren. Das Folgen von Accounts, die für die Nutzer interessante Inhalte bieten könnten, retweeten, antworten sind Aktivitäten, die entscheidend zur Akzeptanz beitragen können.

Web 2.0 kann auch bedeuten, Anwender direkt bei der Metadatenerstellung zu beteiligen. Das geschah beim dänischen Projekt LARM Audio Research Archive. Wissenschaftler annotierten Audiodateien. Dr. Elke Greifeneder erforschte dieses Projekt und stellte ihre Ergebnisse vor (Link zur Präsentation). Ob die Erstellung oder Bereitstellung von Daten für die Öffentlichkeit durch Anwender auch funktioniert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Müssen, kein Interesse, kein für sich selbst erkennbarer Nutzen, fehlendes Vertrauen verhindern solch eine Beteiligung.  Nicht gegen alles gibt es Mittel. Darum ist es um so wichtiger, die sogenannten Poweruser, also Aktive, die sich stark engagieren, unbedingt ernst zu nehmen. Mancher Verbesserungswunsch wurde schon damit abgeschmettert, dass es zu kompliziert, schwierig umzusetzen und eine große Aufgabe sei. Alles kein Grund, die Probleme nicht anzugehen, meinte Frau Greifeneder. Denn wenn man ein Jahr nicht putzt, stände man auch vor einer großen Aufgabe. Ihr Motto: „Es ist Zeit zu putzen!“ Es war ein sehr lebendiger Vortrag, der deutlich machte, worauf es ankommt.

 

Gelesen in Biblioblogs (10.KW’14)

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Einen wirklich guten Ruf haben und den Etat zusammengestrichen zu bekommen kann man beides auf einmal haben.“ stellte Karsten Schuldt in Bibliotheken als Bildungseinrichtung fest und geht auf ein Programm in Pennsylvania ein, welches sich für Schulbibliotheken einsetzte. Eine aktive Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern, um diese für die reale Situation zu sensibilisieren könnte ein möglicher Weg aus der Finanzkrise sein.

Viel Lob, aber auch Kritik gab es von den Studierenden für die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg in TestbildTV – dem monatlichen Campusmagazin für Hamburg, siehe Netbib. 😉

29 Kolummnen von Michael Casey und Michael Stephens, die ursprünglich im Zeitraum 2007 – 2009 im “Library Journals” erschienen, wurden nun als freies E-Book „The Transparent Library“ veröffentlicht, PDF-Version und Dropbox-Kindle-Version (via Bibliothekarisch.de).

Vor allem öffentliche Bibliotheken haben es nicht leicht mit den Möglichkeiten, die die Verlage bezüglich E-Books bieten. Dörte Böhner veröffentlichte bei Bibliothekarisch.de eine Diskussion, die die Probleme der Onleihe verdeutlicht.

Auf den Seiten des ekz sind Vortrags-Audios und Skripte der Veranstaltung „Chancen 2014: Erfolgsfaktor Bibliotheksstrategie“ online (via NRW-Blog und Blog Chancen 2014).

Für Vortrage gibt es jetzt Prezi, Präsentationen bei denen fröhlich rein- und rausgezoomt wird, auch auf Deutsch, meldete Fortbildung in Bibliotheken.

Wie lebt man als Bibliothekarin im südschwedischen Kristianstad? Fragen über ihre Lebensweise, Ansichten und den Alltag beantwortete Marta Ondrus in Brandeins und Netbib titelte dazu „Europa? Überaltert und gesetzt.“

Ganz anders liegen die Interessen von Lambert Heller. Im Newsletter der TIB Hannover berichtete er über Open Science Lab und über den Workshop Book Sprints, bei dem in 3-5 Tagen mehrere Autoren an einem Buch schreiben (via Netbib).

Nicht nur Open E-Books können für die Darstellung und Integration in Bibliothekskataloge ein Problem sein (siehe 8. Kalenderwoche), schlimmer sieht es noch bei den Open Educational Resources (OER) = offenen Lern- und Lehrmaterialien aus, meinte OpenBibBlog. Am besten eignen sich demnach noch die Daten von YouTube. Spannend sind die Erfahrungen bei der Übertragung in KUG-Katalog.

In eigener Sache:  Ab der nächsten Woche übernimmt Bibliothekarisch.de  dann für eine Weile die Wochenrückblicke. Ein Dankeschön an die Kolleginnen und Kollegen. 🙂

Gelesen in Biblioblogs (8.KW’14)

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Die meisten Hochschulbibliotheken sind Orte, die gern zum Lernen genutzt und besonders zu Prüfungszeiten überbevölkert werden. Und die Studierenden haben einiges dabei: Unterlagen, Schreibzeug, Laptops, Wasserflaschen … . Die Taschen und Rucksäcke dürfen in den meisten Bibliotheken nicht mit rein. Da heißt es umpacken in Körbe o.ä., falls denn noch welche da sind. Die Universitätsbibliothek Lüneburg hat nun diese Regel aufgehoben. Auch die Universitätsbibliothek Leipzig schaffte bereits die ungeliebte Garderobenpflicht ab, doch nicht zur Begeisterung aller Nutzer, wie die Diskussion im Blog zeigt (via Netbib).

Wer schon mal eine Hochschulbibliothek zu Prüfungszeiten gesehen hat, wird sich wohl über diese Frage wundern: „Braucht die Bibliothek noch einen Raum?“ Alexander Grossmann sprach sich in einem Leserbrief in Tagesspiegel eindeutig dagegen aus und meint vor allem den Neubau der Zentralbibliothek. Außerdem war der Professor schon seit 10 Jahren in keiner Bibliothek mehr. Ben Kaden hat sich im Libreas Blog die Argumente mal genauer angesehen.

Fragen wir doch mal unsere Nutzer, warum sie in unsere Bibliothek kommen! Einen praktischen Vorschlag zur ganz einfachen, analogen Umsetzung hat Bibliothekarisch.de bei Tumblr gefunden.

Und was wird gern gelesen? Jeden Monat veröffentlicht die bayerische Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken eine Hitliste, der am meisten ausgeliehenen Bücher, aus einer anderen Bibliothek (via NRW-Blog).

Nachdem Lib{cache in der letzten Woche die Twitteraktivitäten der öffentlichen Bibliotheken untersucht hatte, waren nun die Universitätsbibliotheken dran.

Noch keine Ahnung wie Twitter genau funktioniert?! Wilma’s gelungenes Videotutorial und Links zu anderen Anleitungen gab des bei Bibliothekarisch.de.

In einem Artikel im Bibliotheksdienst, der als Open Access gekennzeichnet ist, ging Rudolf Mumenthaler der Frage nach, warum Bibliotheken kaum Open E-Books in ihren Katalog aufnehmen. Neben Zweifeln an der Qualität und der Integration in Pakete sind es vor allem mangelnde Webseiten, auf man vom Katalogeintrag dann verlinken müsste. Die HTW Chur plant nun eine Plattform, auf der Open E-Books bibliotheksgerecht gespeichert werden können (via Netbib).

Seit dem 01.01.21014 gibt es einen neuen Rahmenvertrag zur „Betreiberabgabe für Kopiergeräte„. Laut NRW-Blog erfolgt keine pauschale Vergütung seitens Bund/Ländern mehr, sondern die Hochschulen müssen dem Vertrag beitreten, wenn sie Kopiergeräte der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Bibcomic stellte fest, dass die Informationsflut in den 1993 – 2003 – 2013 eher physisch geschrumpft ist.

Leiden Sie an Bibliophilie? Eine Grafik mit den eindeutigen Anzeichen für diese „Krankheit“ teilte Bibliothekarisch.de. 😉

Written by lesewolke

24. Februar 2014 at 08:05

Gelesen in Biblioblogs (6.KW’14)

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Zum 10. Geburtstag von Facebook gratulierte Mareike König mit einem ausführlichen Blogbeitrag bei Zeitgeschichte online vor allem in Bezug zur Wissenschaft. Archivalia sah den Hype um das soziale Netzwerk differenzierter, schätzt eher Gruppen und kritisierte die Vorfilterung im Newsfeed. Ich nutze übrigens schon lange Freundeslisten und bekomme nach Wunsch alles Abonnierte angezeigt, zudem vorsortiert. Christoph Deeg gratulierte ebenfalls in seinem Blog und befasste sich zu diesem Anlaß mit der Frage, inwieweit Institutionen überhaupt kompatibel mit der neuen Kommunikationskultur sind.

„Wenn Harry Potter eine akademische Arbeit wäre“ [eig. Übersetz.]  – ein fiktiver Briefwechsel über Veröffentlichungsbedingungen zwischen zwischen Autorin und Verlag, erfunden von Mike Taylor (in Engl.) und gefunden von Archivalia – lesenswert!

Die Diskussion zu #newLIS geht in eine neue Runde. Brauchen wir eine neue Open-Access-Zeitschrift im Bibliothekswesen? Dörte Böhner fasste den Stand bei Twitter in einem Storify zusammen (siehe dazu auch Beitrag bei Bibliothekarisch.de).

Wie gestaltet man ein wissenschaftliches Poster, beispielsweise um Forschungsergebnisse auf einer Konferenz vorzustellen? Scicommbobulate gibt in einer Prezi-Präsentation Tipps, worauf man unbedingt achten sollte (via Fortbildung in Bibliotheken).

Im Suhrkamp-Blog Logbuch schimpfte F. Forssman auf E-Books und Leute, die es mögen. Wobei für einige Probleme, die Anwender mit E-Books haben, doch eindeutig die Verlage verantwortlich sind (via Infobib).

Einen Vorteil gedruckter Bücher nutzte eine Chemnitzer Buchhandlung. Sie machten  Fotos von ihren Kunden mit deren Lieblingsbüchern und stellten diese nette Sammlung bei Tumblr ins Netz (via Basedow1764).

„Triff die Menschen dort, wo sie sind, und nicht wo wir sie gern hätten!“ [eigene Übers.] meinte Brian Kenney in seiner Kolumne (auch nachzulesen bei Tame the Web / Blog von Michael Stephens), mahnte, flexibel auf aktuelle Entwicklungen und Fragen einzugehen und die Angebote dementsprechend weiterzuentwickeln (via NRW-Blog).

Dem Bedürfnis der Studierenden, sich in einer besonderen Aktion ihrem Studium zu widmen, kam die Fachbereichsbibliothek für Wirtschaftswissenschaften und Mathematik der Universität Wien nach und veranstaltete die 6. Nachtschicht@UB. Eine Fotostrecke im uni:view Magazin erzählte von dieser Nacht (via VÖBBlog).

Auf einen interessanten Beitrag zu virtuellen Lerncommunites (z. B. bei MOOCs) verwies Fortbildung in Bibliotheken. Karlheinz Pape erklärte in seinem Blog, warum es so schwierig ist, zum Mitmachen anzuregen und welche Rahmenbedingungen erfolgversprechend sein könnten.

Nicht nur das Krümelmonster eckte mit dem Wunsch an, in der Bibliothek Kekse zu essen. Ein Video bei Bibliothekarisch.de zeigt die fatalen Folgen für Unbelehrbare … 😉

Gelesen in Biblioblogs (45.KW’13)

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Für viel Wirbel sorgte zum Wochenanfang der Beitrag von Kathrin Passig in der Zeit. Sie machte sich über die Zukunft der Bibliotheken Gedanken und hält Bibliotheken für Papiermuseen. Gleich mehrere Bibliotheksblogger hielten dagegen. Schneeschmelze geht z.B. weniger zum Schmökern und für Zufallsfunde in die Bibliothek, „sondern um gezielt auf bestimmte Informationen zuzugreifen, die es anderweitig entweder gar nicht oder nur zu Mondpreisen gibt.“ Zufallsfunde sind auch für K. Graf von Archivalia kein Grund Bibliotheken hervorzuheben, die Bewahrung von Altbeständen dagegen schon. Ben Kaden vom Libreas Blog sieht eher Forschungsbedarf in der Tatsache „Überraschend ist, dass das Vorhandensein heimischer Breitbandzugänge ebenso wenig wie frühere Medienkonkurrenten so viele Menschen nicht davon abhält, doch ab und an in die Bibliothek zu gehen.“ Er meint, dass digital und Papier ganz gut nebeneinander existieren können und eher die Vielfalt der Möglichkeiten zählt, sowohl für rationale  Anwendungen als auch für Vorlieben, die nicht rational bestimmt sind. Die „ganze Bandbreite von Bibliotheken mit unterschiedlichesten Aufgaben“ vermisste Martin Kramer in dem Artikel.  Außerdem fallen ihm neben der „Faszination des Lesens“ noch ganz viele Dinge ein, die eine Bibliothek der Zukunft tun könnte bzw. heute schon umsetzt.

iPadNach sechs Jahren wird die Kampagne „Treffpunkt Bibliothek“ beendet. Laut Pressemitteilung des dbv soll es ab 2014 eine neue Kampagne geben, „die die Arbeit der Bibliotheken und ihre Bedeutung als Orte für Bildung und Weiterbildung fokussiert.“ (via Netbib und NRW-Blog).

Auf einen Beitrag von Giga Android mit den 10 besten Seiten für kostenfreie E-Books verwies VÖBBlog.

Wirklich nett gemacht ist der Kinowerbespot für die Onleihe des ekzLibraryServices, zu sehen bei Bibliothekarisch.de. 🙂

Futuristisch wirkt die Kinderbibliothek von Monterrey in Mexiko, denn die Regale sind als Teppichberge getarnt. Tolle Fotos dazu zeigt Gizmodo.

Einen Einblick in den Studienalltag und die Ansichten der Studierenden in den USA ermöglichte uns Cornelia Vonhof in Librarian in Residence. Während man in den USA keine Probleme in Studiengebühren aber dafür in Nutzungsgebühren sieht, ist es bei uns eher umgekehrt.

Auf die Ergebnisse einer Umfrage zu öffentlichen Bibliotheken in den USA inklusive Präsentation geht ein Beitrag bei Bibliothekarisch.de ein. Im Umgang mit neuen Technologien der Bibliotheken sind die Nutzer weniger zufrieden, aber Bibliothekare mögen sie gern. Interessant ist auch die Aufstellung auf Folie 12, wozu die Nutzer die Computer in den Bibliotheken verwenden.

Doch nicht nur in den USA macht man sich Gedanken, wo die Zukunft der Bibliotheken liegen könnte. Auch die Zukunftswerkstatt hat Beispiele für neue Betätigungsfelder gesammelt. Man weiß schließlich nicht, ob das mit den gedruckten Büchern als Hauptgeschäft ewig so weiter geht oder irgendwann nur noch ein kleiner Teil der Arbeit ist. Über seine Erfahrungen als Superheldenanwärter eines Social-Media-Workshops mit Christop Deeg berichtete Hans Walther Matheisen im NRW-Blog.

Tools für die Organisation von Aufgaben und Terminen wurden im 18. Teil der Ger 23 Mobile Things behandelt. Bibliotheksratte berichtete über ihre Erfahrungen mit solchen Werkzeugen.

Und wenn der Weg in die nächste Bibliothek zu weit ist, wird eine Fahrbibliothek benötigt. Dafür hat die entsprechende dbv-Fachkommission einen Checkliste erstellt, siehe Blog Fahrbibliotheken in Deutschland.

Foto:  Thomas Meyer für Treffpunkt Bibliothek

Written by lesewolke

11. November 2013 at 06:00

Gelesen in Biblioblogs (17.KW’13)

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Der Artikel mit einer öffentlichen Kritik über die „Studie: Ursachen und Gründe zur Nichtnutzung von Bibliotheken“ (April 2012) in der Zeitschrift BuB (auch online) sorgte für viel Diskussionstoff in der Inetbib (siehe auch Netbib sowie Update 30.4.13: Zusammenfassung der Diskussion bei Bibliothekarisch.de). Blogleser mag diese Aufregung ein Jahr nach Erscheinen der Studie überrascht haben. Denn Karsten Schuldt bemängelte in Bibliotheken als Bildungseinrichtung schon Ende April 2012 ausführlich Qualität & Nutzen dieser Nichtnutzerstudie (meiner Meinung nach treffender als der BuB-Artikel). Eine Empfehlung auf den letzteren Beitrag gab es auch im Plan3t.

Martin Kramer besuchte eine Veranstaltung aus der Reihe “geeks@cologne” in der Stadtbibliothek Köln mit Themen aus der aktuellen Forschung. Der Bericht in Martins Blog zeigt, wie Bibliotheken heute auch präsent sein können.

Über ein Augmented Reality Game in der Toronto Public Library berichtete NRW-Blog. Die Idee basiert auf dem Roman „Fahrenheit 451„, welcher in einem fiktiven Land spielt, wo es verboten ist, Bücher zu lesen und zu besitzen. In dem Spiel der Bibliothek ruft man zum Widerstand auf und stellt den Lesern Aufgaben.

Während die Angebote (auch zur Bildung) im Internet immer zahlreicher werden, und immer mehr Menschen dieses nutzen, zieht bereits ein neues Problem auf. Bisher war es egal, welche Inhalte man über die Internetverbindung nutzen wollte, könnte das ein Ende haben und die Kosten von der Anwendung abhängen, Stichwort Netzneutralität (ausführlich bei Netzpolitik.org erklärt, siehe auch Text & Blog mit kurzem Video). Unter anderem über die gesellschaftlichen Probleme, die durch eine Begrenzung des Downloadvolumens erst geschaffen werden, bloggte Christoph Deeg im Kulturbeutel:

Wenn die Telekom beginnt, die Internetgeschwindigkeit zu drosseln, dann erdrosselt sie letztlich das Weiterkommen unserer Kultur. Sie spaltet unsere Gesellschaft in zwei Gruppen: diejenigen, die es sich leisten können, die digitale Welt zu nutzen, mit ihr zu arbeiten, sich weiter zu bilden, sich zu vernetzen etc. und diejenigen, die ausgesperrt sind.“

KatalogschrankHektor Haarkötter widmete einen ausführlichen Beitrag bei Telepolis der Geschichte der Zettelkästen. Schon vor der Erfindung des Computers versuchten Menschen und Bibliotheken die wachsende Menge an Informationen zu verwalten (via Infobib). Demnach versuchte Gottfried Freiherr van Swieten, Bibliothekar der Wiener Hofbibliothek, mittels Zetteln und 7 Helfern, denen er die schriftliche Anleitung „Unterricht und Anweisung für diejenigen, so die Titel und Bücher abschreiben sollen“ gab, Ordnung in die Bücher zu bringen. Auch aus ökonomischen Gründen machte man sich dann einfach nicht mehr die Mühe, alle Inhalte von den Zetteln in Bücher zu übertragen. Und so wurde er zum ersten Zettelkatalog in einer Bibliothek. Wirklich eine schöner Beitrag anläßlich der Marbacher Ausstellung „Zettelkästen. Maschinen der Phantasie“.

Ben Kaden sah sich ein paar Bücher an, in denen Bibliothekarinnen & Bibliothekare eine Rolle spielen und die man trotzdem eher selten in Bibliotheken findet, nämlich erotische bzw. pornographische Literatur. Dabei bemängelte er im Libreas Blog, dass den meisten Werken Einfallsreichtum und Sinnlichkeit fehlt.

Und so lange wir noch alle Youtube schauen können, hier der Link auf einen Beitrag bei Bibliothekarisch.de mit dem Video des Harlem Shake in der Universitätsbibliothek Greifswald. 😉

Inetbib 2013 – Nutzerwünsche und soziale Aspekte

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Aussagen über Nutzer

Aussagen über Nutzer

Viele Bibliotheken sind durchaus kundenorientiert und versuchen ihre Angebote an den Nutzer zu bringen. Das bedeutet nicht, dass wir es diesen immer sehr leicht machen, wie uns Anne Christensen in ihrem Vortrag „Und was erwarten wir von unseren NutzerInnen?“ (online bei Slideshare) vor Augen führte.

Das geht oft schon mit den Passwörtern los, die komplizierter sind, als die PIN-Codes einer EC-Karte, obwohl es hier um deutlich weniger sensible Daten geht (siehe dazu auch Artikel „Besser geschützt als Fort Knox“ von Henning Klauß in BuB 2013,Heft 2, S. 95). Auch der Blick auf so manchen Linkresolver (siehe auch Screenshots bei Netbib) mag für viele unserer Nutzer eher verwirrend als hilfreich sein. Und eigentlich sind wir schon enttäuscht, wenn sich der Nutzer schnell mit den ersten Buchergebnissen zufrieden gibt und gar nichts weiter über Datenbanken und deren Recherchemöglichkeiten und den vielen Dingen, die uns sonst noch einfallen, wissen will. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen sollten uns zumindest bewusst sein. Nutzer sind halt meist pragmatisch und ergebnisorientiert. Da heißt es „good enough“ statt perfekt. Auch sonst plädierte Anne Christensen für eine weniger auf Verbote orientierte Bibliothek, die mehr auf selbstverantwortliches Handeln setzt.

Maren Krähling besuchte die USA, schaute, wie dort Bibliotheken auf ihre Nutzer eingehen und berichtete in ihrem erfrischenden Vortrag „Join the Conservation“ darüber (Update 18.4.2013: Link zu den Folien). Gemeinsam in den wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken, die sie besuchte, waren der Respekt vor dem Nutzer und die Vorstellung, dass die Bibliothek jeweils ein Teil der Gemeinschaft ist. Wichtig dabei ist, auch die eigenen Grenzen zu kennen, z. B. bei der Queens Public Library in Form einer Demographiebibliothekarin, die aus der Bibliothek hinaus in die Community geht, um herauszufinden, für welche Gruppen, auch zahlreiche fremdsprachige, Literatur benötigt wird. Ein schönes Beispiel fand ich auch die Bibliothek des Rutgers University, die sich durch Studierende beraten lassen und diese Arbeit wertschätzen.

=> Mehr zum Nachlesen über diese beiden Vorträge findet man sich im Open Knowledge Pad von Dörte Böhner sowie im Blogbeitrag von Hatori Kibble.

Nicht nur in den USA haben es öffentliche Bibliotheken mit sehr verschiedenen Nutzergruppen zu tun. Auch in Deutschland gibt es Bevölkerungsschichten, die im Vergleich zum Durchschnitt ungünstige Ausgangsbedingen haben, sei es, weil sie finanziell schlechter gestellt sind, Sprachbarrieren existieren, in einem wenig gebildeten Umfeld leben oder keinen Internetzugang haben. Karsten Schuldt machte in seinem Vortrag „Hilft die Bibliothek wirklich gegen den Digital Divide bei Sozial Schwachen?“ auf diese vielfältigen Möglichkeiten aufmerksam, die meist die Bildungschancen verschlechtern. Für Bibliotheken bedeutet dies, dass solche Nutzer mit sozial schwachem Hintergrund auch mit ganz anderen Bedürfnissen und Fragen in die Bibliothek kommen. Man kann oft nicht vorhandene Technik und entsprechende Kompetenzen im Umgang voraussetzen, sondern müsste hier einfache Einstiegsangebote schaffen, um Ängste abzubauen, Neugier zu wecken, gemeinsam zu lernen sowie dabei auf konkrete Interessen achten.

=> Zu diesem Vortrag gibt es ebenfalls eine Mitschrift von Dörte. Update 18.4.2013: Link zu den Folien

Written by lesewolke

14. März 2013 at 07:00

Inetbib 2013 – Internetseiten und Kataloge verbessern

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Verschiedene Vorträge beschäftigten sich mit der Nutzbarkeit der Internetangebote von Bibliotheken. Schonungslos aber mit Humor berichtete Prof. Dr. Ursula Schulz vom Department Information der HAW Hamburg über ihre Erfahrungen aus 10 Jahren Usability-Evaluation virtueller Fachbibliotheken (Abstract).

Ein wesentliches Problem ist oft die Verwendung von Fachbegriffen, mit denen die Anwender nichts anfangen können: lieber Volltext statt URL, Bücher aus anderen Bibliotheken bestellen statt Fernleihe. Nützliche Labels anstelle korrekter Labels lautet das Motto! Webdesigner mögen vielleicht lieber schlagkräftige Einzelwörter, aber die Verständlichkeit sollte Vorrang haben.

Auch die Anzeige unserer Katalogsätze ist für Nutzer oft alles andere als übersichtlich. Es geht bei Bibliotheksangeboten im Netz nämlich nicht um uns, sondern das Anliegen der Kunden. Sinnvoll wären auch unterschiedliche Einstiege für verschiedene Zielgruppen. Und gleich noch ein Fazit der Expertin. Wenn man sich bemüht, überregionale Angebote zu schaffen, sollten sich diese nicht auf Europa beschränken, sondern wirklich international sein.

Prof. Schulz meinte eindringlich, gleich bei der Entwicklung neuer Angebote die Kunden einzubeziehen und die Nutzbarkeit zu testen. Die, die darunter leiden werden, sollten im Vorfeld gefragt werden. In der Entwicklungsphase ist es außerdem noch viel einfacher, externe Sichtweisen einfließen zu lassen.

=> Über diesen Vortrag schrieb auch Hatori Kibble. Update 18.4.2013: Inzwischen gibt es auch einen Konferenzbeitrag von Ursula Schulz auf dem Repositorium der TU Dortmund.

Die MitarbeiterInnen des Bibliotheks- und Informationssystem Oldenburg hatten offensichtlich schon von solchen Dingen gehört und diese bei der Einführung von Primo und der Überarbeitung der Internetseite im Einsatz. Nun berichtete Kerstin Schoof in „Digitale Dienstleistungen und ihre Nutzung“ von den Erfahrungen, vor allem von Videofeedbacks (Abstract). Dabei werden Nutzer beim Lesen und Navigieren auf der Internetseite gefilmt, während sie ihr Handeln und ihre Überlegungen laut kommentieren.

Das Ziel bestand natürlich darin, schon während der Entwicklung zu testen, ob die Nutzeroberfläche inituitiv und von der Wortwahl verständlich wäre. Und bei Kommentaren, wie „Das ist auch super, wenn man es weiß.“ weiß man dann eben gleich, wo noch Verbesserungen nötig sind. Durch zu viele aufgeklappte Filtermöglichkeiten fühlten sich Probanden auch etwas überfordert.

=> Weitere Informationen dazu und zu weiteren Evaluationsmethoden sind im Open Knowledge Pad sowie bei Hatori Kibble enthalten. Update 18.4.2013: Link zu den Folien von Schoof/Diekmann.

Folie aus Wachgeküsst / Brenner, Lorenz

Folie aus Wachgeküsst / Brenner, Lorenz

Das Anliegen des märchenhaften Vortrags „Wachgeküsst: Die Geschichte vom aktiven Katalognutzer“ von Simon Brenner & Miriam Lorenz war nicht das Finden von Informationen sondern um das Mitmachen der Bibliotheksnutzer (Abstract). Bisher neigten Bibliothekskunden kaum dazu, angebotene Bewertungs- und Rezensionstools auch aktiv zu bedienen. Um bereits einen Datenpool zu haben, nutzte ein Projekt der Fachhochschule Köln, an welchem sich 24 Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen beteiligten, die Informationen von LibraryThing. Aber man wollte die eigenen Nutzer nun ebenfalls bewegen, Rezensionen beizusteuern, welche jeweils in allen teilnehmenden Bibliotheken sichtbar sind. Tatsächlich gelang es bisher über 2500 Rezensionen zu erreichen. Und wer glaubt, dass automatisch die größeren Einrichtungen mit höherer Nutzerzahl hier vorn lagen, wurde eines besseren belehrt. Die zweitkleinste Einrichtung lag mit 500 Rezensionen vorn. Der persönliche Einsatz der 2 1/2 Mitarbeiterinnen hatte dies erreicht. Auch Sommerleseclubs und Kooperationsprojekte mit Schulen waren in einigen Einrichtungen von Erfolg gekrönt.

=> An dieser Stelle ebenfalls wieder der Hinweis auf die virtuelle Mitschrift von Dörte Böhner und einen Blogbeitrag von Hatori Kibble. Update 13.3.13: Auch im Vortrag „Auf dem Weg zum interaktiven Bibliothekskatalog in Öffentlichen Bibliotheken“ Dirk Ehlen, Bibliothekskongress Leipzig waren die 24 ÖBs in NRW und LibraryThing for Libraries noch einmal das Thema (siehe Mitschrift von Dörte, letzter Vortrag im Block). Update 18.4.2013: Nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam gestaltet sind die Folien des Wachgeküsst-Vortrags, die man nun auch online anschauen kann.

Written by lesewolke

12. März 2013 at 07:00

Gelesen in Biblioblogs (33.KW’12)

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In der letzten Woche fand die IFLA World Library and Information Congress 2012 in Helsinki statt. Gesammelte Informationen gibt es im IFLA express (mehrsprachig, weitere Links siehe Netbib). Auch Hatori Kibble hat zahlreiche Beiträge veröffentlicht. Ein echtes Hightlight „IFLA Tag 3 – Bibliothekare schrecken ab“. Dabei wurden verschiedene Ansätze vorgestellt, es den Leuten leichter zu machen, mal eine Bibliothekarin zu fragen. Zum Beispiel nannte man den Dienst „Ask A Librarian“ in „Ask Anything“ um oder ging raus aus der Bibliothek, um auf Festivals präsent zu sein usw. Dem frei(tag), einer Unkonferenz, die ebenfalls in der letzten Woche statt fand, werde ich morgen einen eigenen Blogbeitrag widmen.

Gesammelte, aktuelle Nachrichten zu Literaturverwaltungssoftware hat Literaturverwaltung & Bibliotheken veröffentlicht.

Twitter in der Lehre?! Zu diesem Thema stellte Mareike König im Blog hypotheses.org eine kleine Literaturliste zu diesem Thema zusammen (via Archivalia). Die Daten in Twitter und sozialen Netzwerken werden auch schon von der Wissenschaft für Forschungszwecke verwendet, um beispielsweise herauszufinden, ob man sich von den Interessen der Freunde beeinflussen lässt, wie sich Krankheiten verbreiten usw. Einen spannenden Radiobeitrag des SWR (MP3 – ca. 28 min) dazu hat Corvus Corax heidelbergensis gefunden.

Netbib verlinkte auf zwei interessante Beiträge zu Facebook. Zum einen wird noch mal genau erläutert, wie das Impressum einer öffentlichen Facebookseite auszusehen habe, wenn man keine juristischen Probleme bekommen möchte (siehe allfacebook.de). Der zweite Linktipp erklärt, dass man sich zwar nach ungewolltem Hinzufügen Dritter wieder aus Gruppen abmelden kann, es jedoch problematisch wird, sich dann wieder anzumelden (siehe hersec.de).

Für Mathematikbegeisterte: Jason Orendorff rechnet vor, wie man in der Bibliothek ein Buch findet ->;; siehe Bibliothekarisch.de. 😉