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Wissenschaftliche Bibliotheken in der digitalen Welt beim #bibtag14

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Am Mittwochnachmittag fand der Vortragsblock „Wissenschaftliche Bibliotheken in der digitalen Welt“ statt und startete mit einer erfrischenden Vorstellung der Web 2.0-Angebote des SuUB Bremen, die sehr aktive in verschiedenen Netzen ist, wie ­Facebook, Twitter, Flickr, Youtube, Foursquare und Instagram (Update 23.06.14: Link zu den Vortragsfolien). Rachel Ellis machte deutlich, dass es nicht genügt, einfach präsent zu sein. Wichtig ist die Vernetzung und Interaktion, z. B. mit der Universität, der Stadt usw. Wenn diese Posts & Tweets teilen, erhöht sich die Reichweite und oft entdecken Fans/Follower dabei das Angebot des SuUB und abonnieren dies ebenfalls.

Es gibt viel positives Feedback für die Aktivitäten des Social Media Teams – welches nicht aus Digital Natives besteht, wie Frau Ellis betonte – in den Netzwerkes .Als jedoch Gebühren für externe Nutzer eingeführt wurde, gab es auch die Kritik eines verärgerten Nutzers, jedoch nicht auf den Seiten des SuUB. Diese griff diese Kritik trotzdem offen auf und traf auf Verständnis und positives Feedback der Fans. Followerpower gab es bei einer Einrichtung eines Geocache-Station.

Das Social Media Team der SuUB wird von den Mitarbeitern unterstützt. Außer einem internen Ideenblock gibt es kaum Regelungen. Internettipps waren die Gruppe Biblioadmin bei Facebook und die Internetseite von David Lee King.

Lesetipp: Über den Vortrag von Rachel Ellis berichtete auch Bibliotheksnews.

Angela Barth-Küpper und Isabell Leibing stellten das Projekt „Blended Library“ der UB Konstanz vor. Dabei sollte erforscht werden, ob ein interaktiver Tisch ein Angebot für Bibliotheken sein könnte. So ein Multitouch-Table könnte für die Recherche nach Medien eingesetzt werden. Es zeigte sich, dass boolesche Operatoren durch Visualisierung verständlicher werden. Tokens für Tastaturen und Filter helfen dabei. Die Trefferliste könnte man dann ausdrucken oder besser per QR-Code auf das eigene mobile Gerät bringen. Klar wurde jedoch auch, dass neue Oberflächen durchaus eine Anleitung benötigen. Nicht gleich das erste Tischmodell erfüllte, was es versprach, nicht in jedem Punkt hatten Forscher und Anwender die gleichen Vorstellung. Aber die Kommunikation wurde gelobt und man hofft, die Ergebnisse und Erfahrungen für eine reale Umsetzung zu nutzen.

Lesetipp: Einen weiteren Bericht zu diesem Vortrag veröffentlichte Bibliotheksnews.

Ein ganzes Paket virtueller Anwendungen, die mit dem realen Raum verknüft werden, stellte Angela Leichtweiß von der  UB Mannheim vor (Update 12.06.2014: Link zur Präsentation). Um den Standorthinweis zu visualisieren, kann der Nutzer auf einen 3D-Lageplan aufrufen. Außerdem wird die Lehrbuchsammlung virtuell auf drei großen Touchscreens dargestellt. Bei der Druckausgabe sieht der Nutzer den Standort, beim E-Book kann er den QR-Code einscannen. Diese Angebot wird auch genutzt. Problematisch bei hängenden Bildschirmen mit Bedienfunktion kann die Höhe werden, z.B.für Rollstuhlfahrer.

Ampel für freie Leseplätze (Folie aus der Präsentation von Angela Leichtweiß, UB Mannheim)

Ampel für freie Leseplätze (Folie aus der Präsentation von Angela Leichtweiß, UB Mannheim)

Für besonders viel Interesse beim Publikum sorgte die Ampel, welche anzeigt, ob es noch freie Plätze in den Lesebereichen gibt. Realisiert wird dieser über eine Analyse der Auslastung des WLANs in den einzelnen Bereichen. Beachtet werden muss, dass zu bestimmten Zeiten eventuell auch Plätze belegt sind, und das Netz nicht genutzt wird (z.B. Mittagspause).

Ein drittes Beispiel für virtuelle Anwendungen war UB-Chat, an dem 40 MitarbeiterInnen beteiligt sind (jeder damit 2-3x pro Monat), die es am Arbeitsplatz neben ihrer Arbeit bewältigen. Es kommen ca. 4-5 Chatanfragen pro Tag. Obwohl es nun nicht so viele Fragen gibt, förderte die umfassende Teilnahme der vielen MitarbeiterInnen den Austausch über Benutzerfragen.

In Planung ist ein UB-Spiel für Studierende des 1. Semesters. Die UB Mannheim setzt auch QR-Codes ein, stellte aber fest, dass diese nicht so sehr genutzt werden.

Nun sind Chats und andere Angebote schon in einigen Bibliotheken angekommen. Ein radikales Konzept setzten die Bibliotheken der Technischen Universität München um. Man schaffte die reale Auskunft ab und setzte auf e-only-Auskunft (Update 17.06.14: Link zur Präsentation). Eine Ausleihtheke gibt es jedoch weiterhin. 26 KollegInnen aus dem Infoteam sind daran beteiligt und können morgens wählen, für welches Angebot sie zur Verfügung stehen. Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme durch die Benutzer ist die Internettelefonie (tgl. 13 Anrufe), der Chat mittels Libraryh3lp (tgl. 15 Chatanfragen), Skype mit Stationen über Tokbox (weniger als 10 Fragen pro Monat), SMS (ebenfalls weniger als 10 Fragen pro Monat), und E-Mail über OTRS (tgl. 27 Mails). Stefanie Blum-Effenberger stellte fest, dass man das Freizeitverhalten nicht eins zu eins auf die Kommunikation mit öffentlichen Einrichtungen übertragen könnte, wie die geringe Akzeptanz von Skype und SMS zeigte. Man prüft, ob Whatsup eine Möglichkeit wäre.

Auch über eine möglichst hohe Qualität der Auskünfte machte man sich in Mannheim Gedanken. Jeden Montag schickt ein Mitarbeiter des Auskunftsteam eine Übungsfrage an die anderen. Außerdem finden Webinar über Adobe Connect statt, die z.B. den Umgang mit neuen Datenbanken schulen. Einmal pro Jahr gibt es eine professionelle Schulung. Die Englischkurse der Universität werden ebenfalls gern genutzt.

Ein Nachteil, der sich aus der Nachfrage aus dem Publikum ergab, wurde jedoch deutlich: Oft arbeiten Nutzer mit ihren eigenen Geräten. Während sie dann das Personal vor Ort bei Rechercheproblemen durchaus auf ihren Bildschirm schauen lassen, ist das bei einer virtuellen Hilfe eben nicht möglich.

Dr. Sabine Gehrlein von der  UB Heidelberg berichtet von den Aktivitäten der Bibliothek bezüglich der Publikation von elektronischen Zeitschriften (Update 23.06.2014: Link zu den Vortragsfolien). Dafür wird das Open Journals System (OJS) eingesetzt. Inzwischen werden 24 Journals angeboten. Der Aufwand für die Bibliothek besteht vor allem in der intensiven Beratung für die Wissenschaftler, die eine solche Zeitschrift veröffentlichen möchten. Wenn geklärt ist, wie der Workflow & Qualitätssicherung ablaufen, das Layout aussehen,m Finanzierung und Inhalte gesichert und ein Softwaretraining durchgeführt wurde, sind die Herausgeber dann selbst verantwortlich. Allerdings bemüht sich die Bibliothek, um eine gute Sichtbarkeit der Inhalte. Die Artikel werden in den Bibliothekskatalog aufgenommen und sind so auch auf Verbundebene auffindbar. Ein Anreiz für die Wissenschaftler wäre die Einbindung in disziplinäre Nachweisorgane und steht deshalb auf der To-Do-Liste der Bibliothek.

Im letzten Vortrag dieses interessanten Blocks erklärte uns Jan Neumann vom hbz, was Open Educational Resources (OER) sind, und warum Hochschulbibliotheken sich dringend damit befassen sollten. Eine Infrastruktur, die Lehrmitteln verwaltet, die mit einer offenen Lizenz ins Netz gestellt werden können und damit zum Verwenden und Anpassen an lokale Bedürfnisse freigegeben sind. Aufgaben für Bibliotheken könnten sein: die Bewußtseinsbildung für dieses Thema, Herstellung/Management/Bereitstellung von OER und einer Metadatenstandardisierung. Dazu muss ermittelt werden, wo es an der Hochschule bereits solche Materialien gibt und wer diese erstellt. „Bauen Sie ein OER-Repositorium und eine Community of Practice!“ rief Jan Neumann auf. Seine Präsentation ist bereits online verfügbar.

Gelesen in Biblioblogs (29.KW’13)

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Ein tolles Beispiel für eine Rechercheschulung für Schüler hatte die Stadtbibliothek Köln. Sie sollten Informationsmittel und Kommunikationswege nutzen, um der Bedrohung durch Zombies entgegen zu treten. Da glaubt man gern, dass die Schüler Spaß beim Lernen hatten, denn es ist schon ein Vergnügen den Blogbeitrag (+ Nachtrag) darüber zu lesen.

Ger23mobilethings ist in vollem Gang. Im 3. Teil ging es um die Nutzung von E-Mails für mobile Geräte. So lautete eine Aufgabe ein mit dem Mobilgerät aufgenommenes Foto per Mailanhang zu senden. Die Fragen zur Nutzung von E-Mails zu verschiedenen Zwecken beantworteten Bibliotheksratte und Bibliothekarisch.de in ihren Hausaufgaben. Maps und Checkin-Funktionen waren im 4. Teil das Thema. Bei aller Euphorie für die tollen Spielereien sollte man jedoch auch seine Privatsphäre im Auge haben. Muss immer jeder wissen, wo man ist? Wenn man Leute treffen möchte, gibt es auch andere Möglichkeiten meint Bibliothekarisch.de. Natürlich könnte man mit Checkin-Funktionen für die Bibliothek nutzen und eventuell Preise für besonders aktive Nutzer vergeben oder Geocaching anbieten. Die Navigation innerhalb von Gebäude bleibt vorerst schwierig, obwohl es hier erste Lösungsansätze gibt (siehe auch Beitrag zur Inetbib-Tagung 2013).

Die Evaluation BibCamp 2013 ist online. 62 Prozent der Teilnehmer waren das erste Mal bei einem BarCamp. Bei so vielen bekannten Gesichtern hätte ich das nicht erwartet. Immerhin war es schon mein 4. BarCamp (3xBibCamp, 1xfrei<tag>). Nur einer der 121 Umfrageteilnehmer würde nicht mehr teilnehmen. Mit Kommunikationsgeräten waren 90 Prozent unterwegs.

Auf einen Beitrag in den VÖB-Mitteilungen 1/2013 zum neuen Regelwerk RDA verwies VÖBBlog.  Dort werden für Einsteiger ein paar grundlegende Dinge zur Funktionsweise verständlich erläutert.

Intellektuelle Freiheit für BibliothekarInnen und die Weiterbildung von OPLs waren die beiden Themen im IFLA/ALA Webinar Juli 2013, welches in der letzten Woche weltweit TeilnehmerInnen hatte. Eine Zusammenfassung der Online-Veranstaltung gibt es hier bei Lesewolke.

Darf nur die juris GmbH Urteile und Begründungen der Bundesgerichte veröffentlichen? Dieses Exklusivrecht hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg nun gekippt (ev. bis zur Revision). In der Pressemitteilung heißt es u.a. „Auch seien die begehrten Informationen, einschließlich der Orientierungssätze, nicht urheberrechtlich geschützt. Die Orientierungssätze stellten als ‚amtlich verfasste Leitsätze‘ gemeinfreie amtliche Werke dar.“ (gefunden via Netbib-Blog).

Inetbib 2013 – Navigation in Bibliotheken

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Gerade in verwinkelten oder mehretagigen Bibliotheken ist es oft nicht so einfach für die Nutzer,  sich zurecht zu finden. Nun eignet sich GPS eher nicht für Navigation innerhalb von Gebäuden und WLAN benötigt sehr viele technische Zugriffspunkte, damit die Ortung gelingt. Drei Informatikstudenten aus Konstanz entwickelten das Navigationssystem BinAPP, welches QR-Codes verwendet (Abstract zum Vortrag von Sebastian Beisch, Steffen Maurer, Jan Oke Tennié).  Es ist einfach, robust und die Hardwareanforderungen sind im Vergleich zu anderen Anwendungen gering. Man scannt den Startpunkt und gibt das Ziel ein, z.B. einen Raum oder das Regal mit der Notation. Daraufhin wird eine Karte mit dem Weg berechnet und auf das Smartphone geschickt. Es handelt sich hier um eine passive Navigation, da die Karte statisch ist. Sollte der Benutzer unterwegs vom Weg abgekommen, kann er den nächstgelegenen Code einscannen und erhält eine neue Karte mit der Route. Man kann Start & Ziel auch per Pulldown-Menü auswählen. Hier zum Test der Link zur Anwendung. Update 18.4.13: Die Folien sind online.

Ganz anders versucht die Bibliothek der TH Wildau ihre Nutzer auf den richtigen Weg zu bringen (siehe Abstract  zum Vortag von Alfredo Azmitia sowie eine Präsentation vom RFID-Symposium). Ist eine Navigation mittels RFID gewünscht, leihen sich die Bibliotheksbesucher einen entsprechenden Anhänger aus. Die Benutzerausweise sind nicht dafür geeignet. Der Chip funkt die RFID-Sender auf den Etagen an. Dafür müssen diese ca. alle 2-3 Meter auf den Etagen angebracht sein. Verwendet wurde dafür das Tracking System von OpenBeacon. Geplant ist, dass die Mitarbeiter ebenfalls einen Chip tragen und ortbar sind. Sie können dies wohl jedoch auch ausschalten.

In Dörte Böhners Mitschrift zum Blog 5 „Mobile Apps und E-Books“ findet man weitere Informationen. Außerdem geht Hatori Kibble in einem Blogbeitrag ebenfalls auf diese beiden Vorträge ein.

Ergänzend sei an dieser Stelle auf das ebenfalls passive Navigationssystem von Mapongo hingewiesen, welches ich mir im letzten Jahr im IKMZ Potsdam angeschaut hatte.

Written by lesewolke

7. März 2013 at 06:00

Fachbesichtigung des IKMZ in Potsdam

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Treppe und Lesebereich

Treppe und Lesebereich

Mit der Landesgruppe Brandenburg des BIB e.V. besuchte ich am 29. Februar 2012 das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) der Universität Potsdam. Der Neubau in Golm wurde am 1.11.2011 eröffnet. Wie die meisten neuen Bibliotheksbauten wurde auch hier ein architektonisches Highlight geschaffen. In der „guten Stube“ des Lesesaals können die Studierenden lernen und sich dann wie aus einem Bücherschrank in den seitlichen Räumen ihre Literatur holen. So hat es sich jedenfalls der Architekt gedacht.

Für Studierende, die eine Abschlussarbeit schreiben, stehen 12 Einzelkabinen zur Verfügung. Auch an ein Elternzimmer sowie zwei Gruppenarbeitsräume wurde gedacht. In der obersten Etage gibt es eine Dachterrasse, um mal an die frische Luft zu kommen. Und hier liegt auch das Hauptproblem des Neubaus. Die Luftfeuchtigkeit lässt noch Wünsche offen.

Aber sonst muss sich das neue IKMZ in praktischer Hinsicht nicht verstecken. Als Fachgruppe durften wir natürlich hinter die Kulissen der Ausleihe schauen und den Rückgabeautomat bestaunen, der auch gleich die Bücher nach Etagen vorsortiert und dann mit dem Transportsystem an die passende Endhaltestelle schickt. Damit die Bibliotheksnutzer schnell das richtige Regal finden, wird das Gebäudeinformationssystem von Mapongo eingesetzt, welches auch das IKMZ der BTU Cottbus und die SLUB Dresden verwenden. In Potsdam hat man sich sogar die Mühe gemacht, jedem Regal eine Nummer zuzuteilen. Findet also der Nutzer ein Buch im Katalog, wird über den Wegweiser der Grundriss der Etage als 3D-Modell angezeigt und das Regal gekennzeichnet. Spannend ist auch die neue Idee, dann den QR-Code einzuscannen und die Karte mobil „mitzunehmen“.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Für alle, die mehr wissen möchten, hier ein paar Linktipps:

[Update 5.3.2012:] Dieser Beitrag wurde inzwischen zusätzlich auf der Internetseite dasbibliothekswissen veröffentlicht.

Written by lesewolke

2. März 2012 at 07:00